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Die Sabina Pilguj Kolumne

Ab sofort gibt es für die fleißigen Leser unter euch, neue aufregende Kolumnen von der engagierten psychotherapeutische Heilpraktikerin, Tierpsychologin (ATN) und Begründerin der Methode "Dog Reläx", Yogalehrerin und Buchautorin Sabina Pilguj!

Zu Ihren Werken über unsere geliebten Vierbeiner gehören u.a. „Dog Reläx“, in welchem es über das entspannte Miteinander von Mensch und Hund geht und „Weisheiten der Schnüffelnasen“, der tierischen Anleitung zum Glücklich sein!

Nun hat sie ihr neues Projekt „Wertschätzung teilen“ ins Leben gerufen. „Wie wertvoll und wichtig es ist, Wertschätzung zu teilen, habe ich nicht nur durch Hunde, sondern auch durch meine Arbeit mit Menschen lernen dürfen. Wertschätzung und Empathie zu teilen kostet nichts, nur ein wenig Bemühung.“
Die Bitten eines Angsthundes

Übermittelt von Sabina Pilguj, da Hunde nicht mit „Worten“ sprechen können…



Bitte gib mir viel Zeit, mich im neuen Hause zu Recht zu finden und sorge für jegliche Sicherheit


Bitte gib mir noch mehr Zeit, als du es je vermuten würdest – viel mehr Zeit, denn ich bin anders als ein „normaler“ Hund.


Bitte gib mir Zeit und schenke mir deine Geduld, mich neu in meinem Zuhause zu integrieren. Du weißt nicht, was ich vorher alles erlebt habe.


Bitte schenke mir dein Vertrauen, auch ich werde dir irgendwann vertrauen können.


Bitte schenke mir deine Liebe und Zuneigung, aber überschütte mich nicht damit.


Bitte arbeite sehr umsichtig an unserer Bindung und „führe“ mich sicher durch das Leben.


Bitte schenke mir viel Ruhe und richte mir eine Ruhezone = meine Sicherheitszone ein, dort wo ich mich wirklich sicher fühlen und zur Ruhe kommen kann.


Bitte denke daran, wie sehr die Ruhe und Sicherheit für mich wichtig ist, mein Stresslevel ist durch meine Angst oder durch meinen traumatischen Stress eh schon sehr hoch.


Ich bitte um dein Verständnis, wenn ich mich nicht so verhalte, wie du es von mir vielleicht erwartest. Ich kann vielleicht derzeit noch nicht anders….


Bitte bedräng mich nicht, auch wenn du „Mitleid“ mit mir haben solltest und ich die menschliche Nähe noch nicht zulassen kann. Leide nicht mit, das hilft keinem, fühle dich in meine Bedürfnisse ein.


Bitte habe kein Mitleid mit mir, wenn du meine schreckliche Vorgeschichte kennst, es wäre falsch verstandene Tierliebe, sei lieber für mich da – sonst könnte ich noch unsicherer werden.


Bitte liebe mich um meiner selbst willen , so wie ich bin. Mit all meinen „Macken“.


Bitte stell dich darauf ein, dass es ein langer und harter Weg sein kann, bis ich mich innerlich gefestigt habe – aber er wird sich lohnen…


Bitte habe viel Geduld mit mir, sei liebevoll aber konsequent.


Bitte sei bereit, einige Rückschritte zu akzeptieren.


Bitte sei mir nicht böse, wenn ich unsicher werde und meine „Angstteufel“ so mächtig werden, dass ich vielleicht auch einmal knurre – ich meine es nicht böse.


Bitte begegne meinem Fehlverhalten nicht mit „veralteten“ oder „groben“ Erziehungsmethoden! Es würde mich noch mehr ängstigen und meine Seele brechen.


Bitte ignoriere mich niemals, wenn du nach Hause kommst. Es würde mein Vertrauen tief erschüttern und die Bindung nicht stärken.


Bitte verhätschele mich nicht und packe mich nicht „in Watte“, sondern zeige mir vertrauensvoll die Welt.


Bitte sei nicht ängstlich und zu vorsichtig mit mir. Je mehr Sicherheit du mir gibst, je rascher werde ich mich sicher fühlen und kann mutiger werden.


Bitte sende mir klare Signale mit deiner Sprache und deinem Körperausdruck, dann kann ich dich besser „lesen“ und verstehen.


Bitte stell für mich gleich von Anfang an klare Regeln auf, die geben mir Sicherheit und Orientierung.


Bitte sorge für meine Sicherheit! Wenn ich Angst vor anderen Menschen habe, lass nicht zu, dass man mich anfassen will, weil ich vielleicht so niedlich ausschaue…


Sollte ich Angst vor Artgenossen haben, sorge immer für genügend Abstand.


Bitte nimm jede Angst bzw. jeden Angstauslöser sehr ernst, auch wenn dieser für andere Menschen lächerlich erscheint. Es gibt nichts wovor wir Angsthunde nicht Angst haben könnten.


Bitte hilf mir, meine Ängste aufzulösen um wieder „heil“ zu werden.


Bitte trainiere behutsam mit mir und hole dir eventuelle kompetente Unterstützung von Profis, die Erfahrung im Umgang mit Angst und Angsthunden haben.


Bitte setze mich nicht unnötig meinen Angstauslösern aus, sondern führe mich sanft an diese heran. Ist dein Anspruch zu hoch, ist auch mein Stresslevel sehr hoch und dann wird nichts mehr klappen….. – oder ich falle in alte Verhaltensmechanismen zurück…


Bitte denke daran, dass unter einem hohen Stresslevel kein Lernen von neuen Erfahrungen möglich ist. Überforder mich nicht.


Bitte lass dich gut beraten, wenn wir im Training nicht weiterkommen. Vielleicht handelt es sich bei mir nicht nur um „normale“ Angst, vielleicht reagiere ich anders, weil ich eine traumatische Erfahrung gemacht habe und der traumatische Stress ein anderer ist, als bei jeder Angst oder Furcht.


Bitte hilf mir, meine körperlichen Spannungen abzubauen. Wenn ich keine Angst vor deiner Nähe oder deiner Hand habe: Massiere mich, kuschel mit mir dann fühle ich mich gleich wohler und wir können die gemeinsame Nähe genießen (Berührung beruhigt und es wird das „Wohlfühlhormon“ Oxytocin ausgeschüttet – neueste Erkenntnisse belegen, dass Ängste dadurch minimiert werden).


Bitte nimm dir Zeit und zeige mir die Welt, lass uns gemeinsam die Umgebung erforschen.


Bitte übe und trainiere mit mir auch lustige Dinge, die Spaß machen. Das macht mich „mutiger“ und fördert meinen Geist (und dann kann ich auch meine Angst einmal vergessen).


Bitte nimm meine Angst sehr ernst und hilf mir, neue Erfahrungen zu machen. Erwecke meine Lebensfreude!


Bitte , bitte – lass mich nie zu früh frei laufen! Sollte ich mich erschrecken dann kann ich in Panik geraten und bin nicht mehr voll ansprechbar! Geh lieber auf Nummer sicher und lass uns beiden viel Zeit.


Bitte habe ein Leben lang Verständnis für mich: meine körperlichen Wunden heilen, aber die Narben auf meiner Seele werden vielleicht für immer bleiben. Vielleicht werde ich auch immer etwas „Besonderes“ sein, ganz anders als all die anderen Hunde, die du kennst…


Bitte gib mir einfach noch viel mehr Zeit und lass dich überraschen, wenn ich meine Ängste ablegen kann, meine Lebensfreude erwacht und ich meine wahre Hundepersönlichkeit zeigen kann.


Bitte denke daran, es gibt noch so viele weitere Bitten und Besonderheiten von uns Angsthunden.


Jeder Angsthund und sein Angstauslöser ist sehr speziell und braucht sehr besondere Ansprüche. Vertraue Deinem Bauchgefühl und finde heraus, was mir gut tut!


Bitte liebe mich einfach so wie ich bin – bedingungslos. So wie ich auch dich bedingungslose lieben werde…








Weitere Infos zum Training mit Angsthunden: dog-relax.com und wer sich mit anderen Besitzern von Angsthunden austauschen möchte, findet sicherlich Tipps und Anregungen bei dem Projekt von Heike Lauth angsthund.de.
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