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Die Daniela Müller Kolumne

Daniela Müller ist selbstständige Rechtsanwältin und auf alle rechtlichen Fragestellungen "Rund um das Tier" besonders spezialisiert. Bundesweit arbeitet Sie mit Privatpersonen, Züchtern, Verbänden und Tierschutz-organisationen zusammen. In der "Tierkanzlei" verbindet sie Ihre private Liebe zu "allem was kreucht und fleucht", besonders aber zu Hunden, mit der beruflichen Leidenschaft.

Für dogSpot klärt sie ab sofort in interessanten Kolumnen alle wichtigen Themen
rund um "Welche Rechte haben ich und mein Hund".
Ungewollter Deckakt – was nun, wer haftet wofür?

Die eigene Hündin, läufig und bereit, wohl möglich eine Zuchthündin, für die am Nachmittag des selben Tages schon ein Deckakt verabredetet ist, tollt durch den eigenen, eingezäunten Garten. Wir schauen aus dem Fenster glücklich zu, bis zu dem Moment als wir erkennen, dass Nachbars liebenswerter Promenadenmischling den Zaun erklimmt und bevor wir uns versehen sind die beiden beim Liebesspiel.

Oh je, ein Szenario, das so nicht gewollt war. Wer haftet den nun für diesen Deckakt, wenn die Hündin trägt und wofür muss gehaftet werden? Für einen Abbruch der Trächtigkeit oder die Aufzucht der Welpen?

Die grundsätzliche Beantwortung dieser Frage ist auf ein Urteil des BGH von 1975 (VI ZR177/05) zurückzuführen, danach löst ein ungewollter Deckakt grundsätzlich die Tierhalterhaftung aus, da sich in dem Bestreben zum Deckakt die typische Tiergefahr realisiere. Das bedeutet in der Konsequenz jedoch nicht, dass hier der Rüdenhalter allein haftet.

Vielmehr hatte auch das OLG Hamm 1990 (13 U 62/88) einen ähnlichen Fall zu entscheiden. Und in beiden Entscheidungen wird davon ausgegangen, dass die Gefahr für einen ungewollten Deckakt in erster Linie von der läufigen Hündin ausgehe. Der Hündinnenhalter habe daher stets besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um solche Zwischenfälle zu vermeiden. Es genüge hier nicht die Hündin nur auf eigenem, wenn auch eingezäunten Grundstück laufen zu lassen oder sie an der Leine zu führen; es könne den Haltern während der kurzen kritischen Phase auch zugemutet werden jedweden Kontakt zu anderen Hunden zu vermeiden und in ständiger Nähe des Tieres zu sein.

Praktisch bedeutet dies, dass den Haltern der Hündin in der Regel ein nicht unerhebliches Mitverschulden an dem Schadensfall mit entsprechender Kostenquote angerechnet wird. Es obliegt jedoch trotz Schadensminderungspflicht Ihrer Entscheidung, ob ein Abbruch erfolgt oder ausgetragen und aufgezogen werden soll. Der Rüdenhalter hat sich daran entsprechend der festgesetzten Schadensquote zu beteiligen.

Rechtsanwältin Daniela Müller
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