Zum Frauentag

Shibaherz
Beiträge: 20982
Ihr werdet sicher, ebenso wie ich, denkbar selten die Nationalhymne mitsingen.

Die Frauenbeauftragte des Bundesfamilienministeriums, Kristin Rose-Möhring, hat sich jetzt dafür ausgesprochen, den Text der 3. Strophe (auf den man sich, um Missverständnisse zu vermeiden, heute beschränkt) wie folgt zu verändern:


Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Heimatland (statt:Vaterland)
danach lasst uns alle streben
couragiert (statt: brüderlich) mit Herz und Hand


Der deutsche Dichter Hoffmann von Fallersleben, der 1841 den Text verfasste, brachte damit keinen deutschen Größenwahn, sondern die Sehnsucht vieler Deutscher nach einer Überwindung der Kleinstaaterei zum Ausdruck. Diese Sehnsucht wurde 1848 in der Niederschlagung der bürgerlichen Revolution erstickt und erst 1871 nach dem Feldzug gegen Frankreich, dominiert von Preußen, auf eine großmachtlüsterne Art befriedigt.

Von Frauenemanzipation war 1841 selbstverständlich noch nicht die Rede.

Die vorgeschlagene Änderung würde mMn eine Verballhornung des Sinns, in dem von Fallersleben damals dichtete, darstellen.

Unser aller KanzlerIN hat sich geschwind gegen eine Änderung des Textes ausgesprochen – ein willkommener Nebenschauplatz

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Feuerwolf
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Beiträge: 1167
+ 1

Noch ein weiter Weg zur wirklichen Gleichberechtigung

Dies hat Heiko Maas zum Weltfrauentag öffentlich eingestanden.

Die Gleichberechtigung ist zwar in Detuschland im Grundgesetz verankert, ein rechtliches Ideal nur laut Maas, ist aber nicht vollständig umgesetzt.
Frauen werden immer noch in sehr vielen Bereichen in Deutschland diskriminiert, benachteiligt z.B. bei Lohnunterschieden, und sexistisch angegangen.

Hier der Link dazu:
http://www.zeit.de/news/2018-03/08/maas-noch-keine-volle-gleichberechtigung-von-frauen-180308-99-389885

Und hier noch ein andere interessanter Artikel zu dem Thema:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/weltfrauentag-2018-bis-zur-wirklichen-gleichberechtigung-ist-es-noch-ein-weiter-weg-a-1196983.html

Was die Nationalhymnse angeht: Österreich und zuletzt Kanada haben ihre Nationalhymnen geändert "zu Gunsten" der Frauen und z.T. eine geschlechtsneutrale Variante gewählt bzw.jetzt auch Frauen , und nicht nur Männer, in der Nationalhymne benannt.

Es würde ja nur die Strophe unserer Hymne verändert werden. Ein Gedanke, den ich zumindest, für durchaus diskutierbar halte. Seinerzeit war der Text von Fallersleben sehr passend, in unserer heutigen Zeit könnte eine "Modernisierung" bzw. Anpassung an geänderte Zeiten und Denkesweisen durchaus Sinn machen.
Außerdem wurde unsere Nationalhymne schon einmal an Veränderungen angepasst, wenn ich mich Recht entsinne. Eine Strophe des Liedes ist heute verboten.
Shibaherz
Beiträge: 20982
Für mich ist der Vorschlag Sprachverhunzung.
Staatlich sanktionierte Verballhornung von Sprachkunst.
Außerdem verlangt das Versmaß an der Stelle ein anfangsbetontes Wort, und nicht etwa „Kuh – raschiert ...“ Einfach zu blöd. Die Leute würden so etwas niemals mitsingen.
Der Vorschlag „Für das deutsche Heimatland“ klingt rechtspopulistisch.

Dann lieber ganz ohne Text; oder eine neue Hymne, denn ohne geht es ja wohl nicht.

Unter den Nazis wurde nur die 1. Strophe gesungen.
Ab 1952 nur die dritte von drei, die 1991 zur offiziellen Nationalhymne erklärt wurde.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 09.03.2018 10:57 Uhr
Catalou
  • Begleithund
Beiträge: 1945
+ 1
Gleichberechtigung der Frauen? Ein uraltes Thema, welches seit Jahrzehnten gefordert, aber nicht umgesetzt wird.
Dafür gibt es viele Gründe, aber einer davon ist, dass Frauen die Kindererziehung obliegt und sie deshalb - wenn überhaupt - nur schlecht bezahlte Teilzeitjobs annehmen können. Das hat Auswirkungen auf die Höhe der zukünftige Rente/Pension und wenn der Kindsvater möglicherweise irgendwann befindet, dass ihm eine jüngere Partnerin zusteht, dann sieht es für die Frau und Mutter seiner Kinder zappenduster aus.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Tz tz - welcher Mann wäre geneigt, im Supermarkt an der Kasse oder im Lager zu arbeiten?
Eben - keiner und wenn doch, dann müsste er zumindest der Boss sein usw. usw.

In Österreich gab es Krach, weil man in der Bundeshymne der Satz "Heimat bist du großer Söhne" auch auf große Töchter ausdehnte. Na klar, Töchter dürfen wohl ,180 m groß sein, aber was sie ansonst leisten, hat in einer Hymne wohl nichts verloren, meint das"starke Geschlecht" noch immer.

Die #MeToo Bewegung hat einigen Couchbesetzern die Karriere gekostet, aber hätte Frau sich nicht schon viel früher wehren können... das klappt vielleicht in Hollywood, aber "Lieschen Müller" muss sich noch immer begrapschen lassen, falls sie nicht arbeitslos werden will.
Die Frauen brauchen für die Durchsetzung ihrer Gleichberechtigungswünsche eine Lobby und ratet mal, wer als Lobbyist in Frage käme? Klar - ein Mann....
Shibaherz
Beiträge: 20982
Vielleicht gibt es die Gleichberechtigung real erst, wenn Männer fordern, dasselbe tun zu dürfen wie Frauen?

Obwohl, Spaß beiseite, in Island ist man schon weiter. Dort ist gleicher Lohn für gleiche Arbeit gesetzlich, und bei den Arbeitgebern liegt die Beweislast, wenn sie eine Frau, die die geforderte Qualifikation hat, nicht einstellen.
Aber Island ist eine Insel ...

Ich bleibe trotzdem eine Gegnerin von Quotenregelungen, weil ich denke, dass sie den ganzen Anerkennungs-Prozess nur erschweren.

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