Wie gefährlich ist der Biss eines Polizeihundes?

weckener
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Wie in den letzten Tagen viel zu lesen und hören war, gab es in Darmstadt ein Schlossgrabenfest, das sehr friedlich und harmonisch verlief. In der Nähe allerdings lieferten sich Deutsche (Polizei betont dies) im Alter bis zu 40 Jahren und die Polizei eine Schlacht. Betrunkener, aggressiver Mobb gegen die Polizei...Dabei waren auch Polizeihunde eingesetzt.

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Link//www.echo-online.de/lokales/darmstadt/stadt-darmstadt-will-glasverbot-pruefen-leute-gesucht-die-von-polizeihund-gebissen-wurden_18819440.htm

Polizeihund beißt Hepatitis-Patient - Wer wurde noch gebissen?

Beim Einsatz rund um das Schlossgrabenfest in der Nacht zum Sonntag gab es für die Polizisten auch Verstärkung auf vier Pfoten: Aus Darmstadt und den umliegenden Polizeipräsidien waren auch einige Hunde im Dienst. Jetzt hat sich bei der Polizei ein Mann gemeldet und mitgeteilt, dass er von einem Polizeihund gebissen wurde. Der Mann leidet an der Leberinfektionskrankheit Hepatitis C.Der Hund hat während seines Dienstes nach Polizeiangaben noch weitere Personen gebissen. "Nach ersten ärztlichen Auskünften ist eine Übertragungsgefahr wegen eines Bisses eher unwahrscheinlich", sagt Polizeisprecherin Andrea Löb. "Das Infektionsrisiko geht nahe Null", so die Sprecherin. Wer beim Einsatz von einem Polizeihund gebissen wurde, solle dennoch vorsorglich einen Arzt aufsuchen. Bei der Polizei habe sich bislang niemand mit Bissverletzungen gemeldet."Wir wollen so auch keine Täter ermitteln und fordern daher dazu auf, zum Arzt zu gehen", erläutert Löb. "Dass jemand von einem Hund gebissen wurde, heißt für uns nicht, dass der Gebissene an der Randale beteiligt war." Dem Hund geht es nach Angaben der Polizeisprecherin gut: "Es gibt nach Einschätzung von Tiermedizinern kein Übertragungsrisiko der Krankheit auf einen Hund."

Heute nun noch die Warnung: ein Mensch mit HIV-Virus wurde ebenfalls gebissen, auch die Betroffenen sollen zum Arzt gehen, es besteht ein Restrisiko, sich angesteckt zu haben.....
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Ich weiß, das ein Hundebiss Folgen haben kann, wenn sich Bakterien in der Wunde vermehren, aber an solche Krankheitserreger habe ich noch nicht gedacht.... Ist mir neu....
Zuletzt geändert am 08.06.2018 16:06 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20982
Na ja, die Randalierer waren, wenn man den Zeitungsberichten glauben darf, nicht NUR Deutsche und v. a. aus der Altersgruppe zwischen 18 und 28 Jahren, teilweise vermummt, skandierten "A ... C ... A ... B (All Cops Are Bastards)

Aus der Meute wurden jede Menge Glasflaschen auf die Polizisten geworfen ...

Da war mMn der Einsatz der Hunde gerechtfertigt.

Die Übertragung von HIV durch Hundebiss ist nach Meinung von Medizinern unwahrscheinlich.
Die Polizei hat in ihrem Aufruf an Betroffene, einen Arzt aufzusuchen, ja auch betont, dass sie keineswegs jeden durch einen Hundebiss Verletzten für einen Täter halte.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
weckener
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+ 2
Ich finde den Einsatz von Polizeihunden richtig, im hessischem Fernsehen und in meiner Zeitung wurde berichtet, das es sich um Deutsche handelte, der Polizeisprecher sagte, sie waren bis 40 Jahre alt. Das die Polizei alle verfügbaren Mittel einsetzt hat meine Zustimmung, darüber brauchen wir nicht diskutieren.
Mir geht es einzig und allein, das Polizeihunde, die mehrere Menschen gebissen haben, deren Krankheit weiterverbreiten können...Das man sich eventuell Hepatitis C und Aids über einen Hundebiss holen kann...
Wenn das nicht möglich ist, würde ja der Aufruf, alle gebissenen sollen zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen, völlig überflüssig sein....
Shibaherz
Beiträge: 20982
Ja klar. Dazu fühlen sie sich aber eben auch bei 0,1 % Wahrscheinlichkeit verpflichtet.

Dieses "ACAB"-Skandieren klingt für mich jedenfalls nicht nach rechtsradikal (Was man ja heutzutage assoziiert, wenn man betont, es waren Deutsche), sondern eher nach Antifa bzw. G 20 - Mob. Auch, dass sich da "Vermummte" zugesellten.

Man wird ja zweifellos noch mehr erfahren nach der Auswertung der Videoaufzeichnungen.

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weckener
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Beiträge: 522
+ 2
@ Shibaherz,
die Wirklichkeit werden wir nicht erfahren, ich habe das nun schon so oft erlebt, es wird soviel dazu- oder weggelassen. Jedes Medium schreibt und berücksichtigt seine Sichtweise und die Politik...
Was für Gründe da ausschlaggebend waren, ist bisher nicht bekannt, nur das am Vorabend schon eine Randale dort gab... Unterschiedliche Sichtweisen, wie, wer, wo da falsch reagiert hat, wer weiß es... Die Videos werden da auch nur einen kleinen Einblick geben. Deshalb von mir dazu keine Stellungnahme.

Aber weshalb ich den Polizeihund so hervorgehoben habe: Normale Hunde beißen wenige Menschen in ihrem Umfeld, eine Polizeihund, der auf Befehl in eine solche Menschenmenge geschickt wird, kann sehr viele beißen. Wenn es nur eine Handvoll gewesen wären, bräuchte man keinen Aufruf, sondern könnte direkt mit denen sprechen. Also scheinen es sehr viele gewesen zu sein... Wobei natürlich auch kranke Menschen dabei gewesen sein können. Schon ein Restrisiko von wie Du schreibst von 0,1% , wenn es Dich trifft, ist beachtlich.
Ich wundere mich nur, das durch den Speichel solche Krankheiten übertragbar sind.
Catalou
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+ 2
Ich bin ja schon zufrieden, dass keiner auf die Idee kam, den Polizeihund einschläfern zu müssen, weil er
1. zugebissen hat (auf Befehl?) und
2. sich womöglich infizierte und beim nächsten Biss HIV, etc. übertragen könnte..
Mein Mitleid mit dem gebissenen Randalierer (?) hält sich in Grenzen ....

Wie schnell die Übertragung von Keimen vor sich gehen kann, habe ich durch meine Katze erfahren.
Ich wollte ihr ein Medikament eingeben, sie hat sich gewehrt und hat ihre Kralle in meinen Daumen gehauen.
Der war war nach einer 1/2 Stunde schwarz und ich musste raschest zum Arzt..
Shibaherz
Beiträge: 20982
+ 1
Herzliches Beileid. Aber weder Hepatitis noch HIV werden durch Speichel – sei er nun vom Menschen oder Hund – übertragen. Geschweige denn, durch Hunde- oder Katzenpfoten. Da müsste er/sie vorher schon durch infektuöse Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma) gewatet sein.

Weckener, es geht mMn überhaupt nicht darum, wieviele Menschen durch die eingesetzten Polizeihunde gebissen wurden, jedenfalls nicht unter medizinischem Aspekt.

Politisch betrachtet geht es darum, in wessen Interesse dieser Hype um evtl. Krankheitsübertragungen aufgemacht wird.
Die polizeilichen Einsatzkräfte sind nicht gehalten, am Ort des Geschehens, wo sie massenhaft mit Glasflaschen beworfen und dadurch selbst verletzt wurden, mit durch Hundebisse Verletzten „zu sprechen“. Und danach ist es – wenn Anzeige erstattet wird – eine Angelegenheit kriminalpolizeilicher Ermittlungen und juristischer Abwägung und Urteilsfindung.

Die „Angemessenheit“ des Polizei-Einsatzes, ein beliebter Diskussionsstoff in den Medien, kann jedenfalls bei dieser ausufernden Randale kaum in Zweifel gezogen werden.

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Feuerwolf
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+ 2
Bei dem Aufruf der Polizei geht es um evtl. Blutrückstände im/am Maul des Hundes von der gebissenen, infizierten Person, die durch einen weiteren Biss evtl. auf die andere Person so übertragen könnten und damit auch Hep C und HIV etcl. übertragen werden könnte.

Der Hundezahn könnte evtl. das gleiche Prinzip wie eine gebrauchte Spritzenkanüle haben in dem Moment.

Und auch dabei gilt, dass nicht zwangsläufig jeder Stich einer infizierten Spritze oder ein mit Blut kontaminierter Hundebiss zu einer Hep C oder HIV-Infektion führt. Es kommt u.a. auch auf die Viruslast des Blutes an etc. etc. pp.

Spätestens nach der ersten Wasser-o. Futteraufnahme des entsprechenden Hundes düfte sich allerspätestens das Problem sowieso von selbst aufgelöst haben..... Laut Polizeimittleiung sind die Hunde von dem Einsatz auch weiterhin im Dienst und es geht keine weitere Gefahr von ihnen aus.

Es gibt zwar die s.g. virale Hunde-Hepatitis (Hepatitis contagiosa canis H.c.c.), die kann aber nicht auf den Menschen übertragen werden, ebenso kann sich kein Hund beim Menschen mit Hep C oder HIV anstecken.


https://www.vice.com/de/article/vbqp7b/in-darmstadt-hat-ein-polizeihund-womoeglich-hepatitis-c-verbreitet

(Die Überschrift finde ich zwar wieder einmal ziemlich aufreisserisch...nutze den Artikel aber trotzdem wegen anderen Info`s)

....."Das ist ein Schutzhund", erklärte ein Sprecher der Polizei Darmstadt gegenüber VICE. Dessen Einsatz sei in der Situation am Schlossgrabenfest geboten gewesen. Die Tiere seien dazu ausgebildet, Beamte im Einsatz zu schützen, so der Sprecher. Wer dem Tier trotz Gebell zu nahe komme, müsse damit rechnen, gebissen zu werden. Es bestehe aber jederzeit die Möglichkeit einer Anzeige wegen Körperverletzung. Bisher seien keine eingegangen.

Die Polizei Hessen rät den Gebissenen nun, "vorsorglich zu einem Arzt zu gehen". Man wolle die Betroffenen aber nicht mit der Randale auf dem Schlossgrabenfest in Verbindung bringen, sagte ein Sprecher gegenüber VICE. Die Beamten hätten mit Medizinern gesprochen. Deren Einschätzung: Eine Übertragung der Krankheit sei "eher unwahrscheinlich, sie könne aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden". .....
......Bisher haben sich übrigens keine weiteren Gebissenen bei der Polizei gemeldet.

https://www.hessenschau.de/panorama/hepatitis-warnung-nach-randale-in-darmstadt,darmstadt-polizeieinsatz-102.html

......."Es geht uns nicht darum, weitere Tatverdächtige zu identifizieren", betonte ein Polizeisprecher am Dienstag. Aus diesem Grund sollen sich Opfer eines möglichen Hundebisses auch gleich an einen Arzt und nicht an die Polizei wenden.
Ansteckung unwahrscheinlich - aber nicht ausgeschlossen

Nach ersten ärztlichen Auskünften sei eine Übertragung der Krankheit aufgrund eines Bisses zwar eher unwahrscheinlich, sie könne aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden, teilte die Polizei mit.

Bei den Krawallen nach dem Schlossgrabenfest in Darmstadt waren nach Polizeiangaben mehrere Hunde im Einsatz. Die Tiere seien ein übliches Einsatzmittel, wie etwa auch Pfefferspray oder Schlagstock. In der Regel sorgten Diensthunde dafür, brenzlige Situationen zu entschärfen. "Mit seinem Gebell macht so ein Hund Eindruck, so dass Angreifer normalerweise zurückweichen", erläuterte der Polizeisprecher weiter.

In Darmstadt hat zumindest eines der Tiere zugeschnappt. Dabei könnten laut Polizei auch kleinere Wunden entstanden sein, die zunächst unbemerkt geblieben sind.

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@Weckener:
Soweit ich es verstanden hab`, hat der Hund eben auch nicht viele oder sehr viele Menschen gebissen. Es gab aber wohl ein ziemliches Getümmel, niemand kennt alle Namen der Beteiligten oder Unbeteiligten, diezufällig vor Ort waren.
Wärend des Einsatzes war auch noch nicht bekannt, dass der gebissene Mensch Hep C- oder HIV- infiziert war. Wie hätte da der Polizeihundeführer denn evtl. weitere Gebissene davon in Kenntniss setzen können, selbst wenn die Lage entspannt und ruhig gewesen wäre?

Ich denke, der gebissene Mensch wurde erst im Krankenhaus oder beim behandelnden Arzt auf die Infektionsgefahr durch den Biss wirklich aufmerksam gemacht und ihm wurde angeraten, die Info über seine Infektionen der Polizei mitzuteilen....eben wegen eines gewissen Restrisikos und evtl. rechtlicher Konsequenzen, falls der Gebissenen selber zu dem randalierenden Mob gehört haben sollte und den Biss evtl. selber provoziert hat. Letztes könnte aus einigen Polizeiberichten rausgelesen werden......" Wer dem Tier trotz Gebell zu nahe komme, müsse damit rechnen, gebissen zu werden."
Catalou
  • Begleithund
Beiträge: 1948
+ 1
Was die Infektionsgefahr durch den Biss eines Hundes betrifft, egal ob ein Polizeihund oder ein normaler Haushund der Täter war, so besteht immer die Gefahr einer Infektion, die zumindest eine Blutvergiftung zur Folge haben kann, aber nicht muss.
Beispiel: Hund zwickt oder beißt Radfahrer - und schon muss ein Test auf Tollwut gemacht werden und bei der derzeitigen Gesetzeslage wird das Hundetier durch einen Amtsarzt begutachtet, falls vorher nicht der HH das Weite gesucht hat und nicht mehr ermittelbar ist.
@ Shibaherz : Danke für deine Beileidsbekundung (hab schon verstanden, wie das gemeint ist), aber ich leben noch , im Gegensatz zu meiner armen Katze, die vor kurzem über die Regenbogenbrücke gehen musste.

Grundsätzlich meine ich, dass ein Polizeihund als Waffe zu betrachten ist, die durch entsprechende Erziehung dazu gemacht wurde - und ein Diensthund darf beißen, wenn es erforderlich ist und wenn er es nach Aufforderung durch den Hundeführer
macht. Wild um sich herum zu beißen wäre nicht erwünscht.
Shibaherz
Beiträge: 20982
Die Ärzte halten eine Infizierung in dem geg. Fall jedenfalls für ganz unwahrscheinlich.
Warum über ungelegte Eier streiten.
Warten wir es einfach ab.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
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