Wer kennt sich ein bisschen mit (subklinischer) Schilddrüsenunterfunktion aus?

frau_mahlzahn
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Beiträge: 60
Mein Hund hat sich in den letzten Jahren verändert. Er spielt nicht mehr, ist generell ernsthafter. Und leider hat auch die Unverträglichkeit gegenüber Artgenossen zugenommen. Aber nicht nur das, es sind auch massive Ängste dazugekommen. Da das wirklich trotz Training immer ärger geworden ist, habe ich meinen Hund körperlich durchchecken lassen.

Herausgekommen sind Schilddrüsenwerte am untersten Ende des Referenzbereichs und auch Antikörper. Ich werde demnächst wieder beim Tierarzt sein, wir werden eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen versuchen, um die Werte zu verbessern.

Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Schilddrüse und das Hundeverhalten gemacht?
Catalou
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2059
Hallo Frau mahlzahn,ich nehme an, dass dein Hund an Schilddrüsenunterfunktion leidet.Ich habe dir aus Google eine Site rausgesucht, wo du dich über das Hundeverhalten bei dieser Erkrankung informieren kannst: http://www.pfotenlesen.de/de/tippsinfos/schilddrueseundverhalten
Zuletzt geändert am 26.05.2018 07:20 Uhr
weckener
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Meine Alina und meine Anny haben (hatten ) beide starke Unterfunktion der Schilddrüse, ist bei älteren Hunden häufig. Sie verändern ihr Wesen, sind träge, nehmen stark zu auch bei Luft und Liebe...

Der Test ist einfach, es werden 3 Blutproben in einem bestimmten Abstand genommen, der erste Wert ist der Ausgangspunkt, dann bekommt der Hund Hormone gespritzt, die 2 anderen zeigen wie sich die Hormonwerte verändern und ob und wie sie abgebaut werden. Das wird eingesandt an ein Labor, dann wird der Hund auf ein Schilddrüsenmedikament (Tabletten) eingestellt. Ich lasse aller halbe Jahre den Stand überprüfen.
Das geht jetzt schon über 6 Jahre so, nach der Einname hat sich das Verhalten wieder normalisiert, sie waren wie vorher...
frau_mahlzahn
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Beiträge: 60
Vielen lieben Dank euch für eure Antworten! Die Seite werde ich mir gleich mal durchlesen

Die Schilddrüsenwerte habe ich beim Tierarzt schon bestimmen lassen. Die Werte sind gerade noch in der Norm, allerdings sind bereits Antikörper vorhanden. Heißt: Die Schilddrüsenwerte werden von selbst wahrscheinlich nicht mehr besser, sondern mit der Zeit noch schlechter. Bis eben aus der subklinischen eine manifeste Unterfunktion wird.

Soweit will ich es aber nicht kommen lassen, sondern eben so bald wie möglich mit dem Schilddrüsenmedikament beginnnen.

Freut mich ehrlich riesig zu hören, dass sich das Verhalten bei denen Hündinnen anschließend wieder normalisiert hat, weckener. Darauf hoffe ich auch sehr!
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 585
Ich drücke Dir die Daumen, ich kenne viele Hunde, die regelmäßig Hormone einnehmen, alle haben berichtet, "mein Hund ist wie früher..."
CairnLover
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Beiträge: 886
+ 1
Da Deutschland irgendwann zum Jodmangelland erklärt wurde, gibt es in Deutschland praktisch eine Zwangsjodierung.
Das bedeutet, dass wir alle nicht nur über jodiertes Speisesalz zusätzlich mit Jod versorgt werden, sondern auch über Fleisch, Milchprodukte, Gemüse, etc. Da auch das Nutztier jodiertes Futter erhält und die Gülle auf den Feldern landet.
Das größere Problem scheint daher zumindest beim Menschen, dass sich eine Autoimmunerkrankung durch die regelmäßige hohe Jodzufuhr ausbildet.
Die Erhöhung der Jodzufuhr in der Nahrung ist daher ziemlich einfach in D.

Ob ein niedriger Schilddrüsenwert zwangsläufig mit einer Verhaltensänderung einhergeht, ist nicht sicher und muss immer auch anhand der bekannten typischen Symptome geschaut werden.
Zumal der Hund ja auch schon älter ist und alleine dadurch auch andere Ursachen für eine Verhaltensänderungen verantwortlich sein können.
Ganz informativ finde ich diese Seite: http://hundemagazin.ch/hypothyreose-%E2%80%92-die-schilddruesenunterfunktion-beim-hund/
Man muss auch bedenken, dass die SD bei Zufuhr künstlicher Hormone ihre Arbeit irgendwann einstellen soll, so dass es mir sinnvoll erscheint, die Hormone wieder abzusetzen, wenn es nach einiger Zeit nicht zu der gewünschten Verhaltensänderung kommt.

Wenn der Hund Antikörper bildet, ist dies der Nachweis einer Entzündung und macht eine SD-Funktionsstörung wahrscheinlich.
Allerdings ist dein Hund nach meinem Verständnis noch im Bereich der als nicht krankhaft bezeichneten Schilddrüsenwerte, auch wenn diese im niedrigen Bereich liegen.
Und die Sache mit der subklinischen Unterfunktion, dazu hat Dr. Rückert mit Kollegen einen sehr langen und ausführlichen Beitrag geschrieben. Auszüge daraus:

Das Phantom: Die subklinische Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beim Hund
In dem Theaterstück "Schilddrüsenunterfunktion (SDU, Hypothyreose)" stehen zwei Hauptdarsteller auf der Bühne im Rampenlicht: Der Held, die klassische Hypothyreose mit ihren zwar vielfältigen, aber oft auch recht deutlichen Symptomen, und daneben der Hochstapler, das Euthyreoidale Krankheitssyndrom (Euthyroid Sick Syndrome, auch Non-thyroidal Illness bzw. NTI genannt). Hinter den beiden aber, im Halbdunkel, schleicht ein schwer greifbares Phantom durch die Kulissen: Die subklinische Hypothyreose!

Genau so häufig, wenn nicht sogar noch häufiger trifft man aber - und das ist echt lästig - auf unseren Hochstapler, die NTI. Damit wird eigentlich keine eigenständige Krankheit bezeichnet, sondern nur das Phänomen, dass eine anderswo im Körper sich abspielende Erkrankung (oder ein wegen dieser Erkrankung verabreichtes Medikament) die Schilddrüsenhormon-Produktion senken kann, wodurch dann eine Unterfunktion vorgetäuscht wird. Die diagnostische Herausforderung besteht also weniger darin, eine klassische SDU zu finden, sondern vielmehr darin, möglichst nicht eine NTI mit einer SDU zu verwechseln. Letzteres kann - allein auf Laborbefunde gestützt - ausgesprochen schwierig sein. Kombiniert ein erfahrener Praktiker aber das - wie oben beschrieben - recht deutliche klinische Bild mit den Laborwerten, ist das Problem beileibe nicht unlösbar.

Nichtsdestotrotz bezeichnen die meisten Autoren von Artikeln und Fachbüchern zu diesem Thema die SDU als die am meisten überdiagnostizierte Erkrankung der Hundemedizin, und das liegt zu einem großen Teil an der NTI. Es bekommen viele Hunde Schilddrüsenhormone verabreicht, die nur ein einziges Mal labordiagnostisch untersucht worden sind, und zwar zu einem unglücklichen Zeitpunkt, an dem durch eine andere, eventuell versteckte Erkrankung, durch Medikamente oder durch pures Pech die Schilddrüsenwerte gerade zu niedrig waren. Es ist also dringend erforderlich, erniedrigte Hormonwerte mehrfach zu überprüfen und darüber hinaus immer im Zusammenhang mit dem klinischen Bild zu sehen, das der Patient bietet.
http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19159


Es gibt laut Laboklin im Bereich der SD-Werte auch falsch positive oder negative Egebnisse.
Die Dynamik einer solchen Entzündung ist nicht vorhersehbar und es dauert mindestens 4-5 Jahre von Beginn des positiven Nachweises bis zur klinisch sichtbaren Funktionseinbuße der SD.
http://v17.laboklin.de/pdf/de/news/laboklin_aktuell/lab_akt_0104.pdf

Falls die Links nicht funktionieren, kopieren und bei google, bing oder sonstwo einfügen.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
frau_mahlzahn
  • Forenwelpe
Beiträge: 60
Original von weckener:
Ich drücke Dir die Daumen, ich kenne viele Hunde, die regelmäßig Hormone einnehmen, alle haben berichtet, "mein Hund ist wie früher..."


Danke dir, das würde ich mir wirklich sehr wünschen!

Original von CairnLover:Ob ein niedriger Schilddrüsenwert zwangsläufig mit einer Verhaltensänderung einhergeht, ist nicht sicher und muss immer auch anhand der bekannten typischen Symptome geschaut werden.> Zumal der Hund ja auch schon älter ist und alleine dadurch auch andere Ursachen für eine Verhaltensänderungen verantwortlich sein können.> Ganz informativ finde ich diese Seite: http://hundemagazin.ch/hypothyreose-%E2%80%92-die-schilddruesenunterfunktion-beim-hund/> Man muss auch bedenken, dass die SD bei Zufuhr künstlicher Hormone ihre Arbeit irgendwann einstellen soll, so dass es mir sinnvoll erscheint, die Hormone wieder abzusetzen, wenn es nach einiger Zeit nicht zu der gewünschten Verhaltensänderung kommt.>> Wenn der Hund Antikörper bildet, ist dies der Nachweis einer Entzündung und macht eine SD-Funktionsstörung wahrscheinlich.> Allerdings ist dein Hund nach meinem Verständnis noch im Bereich der als nicht krankhaft bezeichneten Schilddrüsenwerte, auch wenn diese im niedrigen Bereich liegen.> Und die Sache mit der subklinischen Unterfunktion, dazu hat Dr. Rückert mit Kollegen einen sehr langen und ausführlichen Beitrag geschrieben.

Der Text von Dr. Rückert ist gut. Ich sehe es selbst normalerweise auch so, dass Werte, die am Rande oder leicht außerhalb der Norm sind, nicht unbedingt ein Drama sind. Zusammen mit der Verhaltensänderung mache ich mir aber eben doch Gedanken.Mein Tierarzt sieht es wohl ähnlich wie Herr Rückert, wir werden demnächst einen Therapieversuch mit Schilddrüsenhormonen starten und die Werte und Veränderungen engmaschig im Auge behalten. Wenn es was bringt, super! Wenn nicht, wird das Medikament langsam wieder ausgeschlichen.
Zuletzt geändert am 28.05.2018 21:12 Uhr
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Hallo Frau Mahlzahn,

leider ist Dr. Rückert zu weit weg von mir. Sonst würde ich da gerne mal hingehen. Nach seinem Blog weiß ich jetzt schon, dass ich viele seiner Ansichten teile. Wo hat man das schon.

Ansonsten viel Erfolg.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
frau_mahlzahn
  • Forenwelpe
Beiträge: 60
Ich lese die Blogbeiträge von Dr. Rückert auch immer gerne, ich bin, wie du auch, ebenfalls oft seiner Meinung. Und er liest sich immer so herrlich unaufgeregt und dennoch fachlich kompetent.

Zum Glück fühle ich mich bei meinem Tierarzt auch gut aufgehoben, nur schriftlich kann der sich nicht ganz so gut ausdrücken Ich nehme zur Praxis auch einen längeren Fahrtweg auf mich, wenn wenn man einmal die Praxis seines Vertrauens gefunden hat, wechselt man nicht ohne triftigen Grund, finde ich.

Danke dir für's Erfolg wünschen!
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Ja. Gerne. Berichte doch mal nach ein paar Wochen, was sich unter der Behandlung tut.

Habe letztens diese Seite entdeckt: http://www.tierarzt-rueckert.de/fernberatung/index.php
Nach Besuch dieser Seite weiß man auch, wie der Mann aussieht und er ist nicht mehr ganz so anonym.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
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