Wahl-O-Mat

CairnLover
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Shibaherz, ich kann nicht verstehen, wieso Du dich an den Aussagen eines Altmeiers derart aufhängst. Die sind mir und unzähligen anderen Menschen so egal, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt.

Und dass es jemanden beinflusst, der die Absicht hat AfD zu wählen, wenn ein Politiker meint, man solle doch besser gar nicht wählen gehen, halte ich nicht nur für eine totale Fehleinschätzung deinerseits, sondern für ein schweres Gerücht.
Ich würde sogar behaupten, dass er diejenigen für die die AfD eine Wahloption ist, besser gar nicht hätte dazu aufrufen können, die AfD zu wählen.
tomstep
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ich denke auch das solche Aussagen (z.B. Altmeier) sogar noch die "Opferrolle" der AfD Hansels & Gretels stärkt. Die verkaufen sich ja meistens als Opfer (anderer Parteien, Lügenpresse, u.s.w.) und bekommen durch sowas auch noch Recht. Auch das z.B. irgendeine Vorschrift geändert werden soll, damit kein AfD Opa Alterspräsi o.ä. wird ist kontraproduktiv finde ich.
Wenn die Nasen gewählt werden, muss man ihnen die gleichen Rechte & Pflichten zugestehen wie allen anderen auch. Dann wird sich vermutlich recht schnell zeigen, was hinter der sogenannten Alternative inhaltlich, organisatorisch, u.s.w. steckt
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
CairnLover
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Das Handelsblatt hat ja zu dem Thema AfD einen Artikel verfasst:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundestagswahl/alle-schlagzeilen/wirtschaftsklima-angst-vor-dem-afd-effekt/20329200.html

Er zeigt, dass die CDU in ihrer Kernkompetenz Unternehmensförderung begründete Sorge hat.

Auch hier kam wieder Altmaier zu Wort. Allerdings halte ich seine Ansichten über die AfD-Wähler in Teilen für eine komplette Fehleinschätzung, da auch eine Menge von der Politik enttäuschte Menschen dabei sind.

Aber gut. Diese Enttäuschung kann auch jeder SPD-Wähler nach dem Schröder-Wolf-im-Schafspelz-Schock gut nachvollziehen.
Früher war eben doch alles besser.
Da stand die SPD für die Arbeiter und hat einen Teil der Linken mitgenommen. Die CDU/FDP standen für die Unternehmen und die CDU hat noch mit verdeckt rassistischen Äußerungen einen Teil der Rechten mit eingefangen.
Man wusste noch genau, warum man wen wählt.
Zuletzt geändert am 23.09.2017 16:29 Uhr
weckener
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Den Aufruf von Altmeier verstehe ich auch nicht, gerade seinen Partei sollte nun jeden zur Wahlurne schicken. Mag sein, das wir nicht wählen müssen, aber es ist doch eigentlich selbstverständlich, das wir unseren Willen ausdrücken und es nicht anderen überlassen...@tomstep, Du hast recht, auch die AfD ist eine Partei, die aufgestellt ist und nicht verboten, da müssen wir mit dem Ergebnis leben und hoffen, sie halten sich an Gesetz und Ordnung.
Ich bin in der Generation, die noch näher an dem Dritten Reich geboren und aufgewachsen ist und noch viel von den Gespenstern erlebt habe, für mich kämen so eine rechtslastige Partei nie in Frage. Aber ich habe schon das Gefühl, das die Bürger sich immer mehr rechts orientieren.... Ich finde das gar nicht gut, wohin uns das führen wird?????
Jede Stimme, die die bekommen ist eine zuviel.... Das sie nach unserem Recht dann auch noch staatliche Mittel bekommen, finde ich grässlich....
Also ich gehe wählen und hoffe Ihr auch!
CairnLover
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Original von weckener:

Den Aufruf von Altmeier verstehe ich auch nicht, gerade seinen Partei sollte nun jeden zur Wahlurne schicken.

Das ist wohl Sache von Mutti, die das in Radiospots höchstpersönlich macht.

Mir müsste man wohl eine geladene Waffe an den Kopf halten, damit ich rechts wähle. Freiwillig niemals.
Ich kann niemanden verstehen, der rechts wählt. Auch nicht aus Protest.
Ich hab schon Probleme mit der ausländerfeindlichen Einstellung mancher Deutscher, die deshalb noch lange nicht rechts wählen müssen.

weckener, nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe, geht mir gerade die Antwort meines Vaters (Hitlerjugend) durch den Kopf, als ich ihn nach seiner Meinung zur Judenvernichtung fragte.
Da sagte er in schönstem hessisch "Was willste denn mache, wenn de des ganze Haus voller Katze hast."
Ich werde nie vergessen, wie ein Mensch, dem selbst die CDU zu rechts war, die schlimmsten Gräultaten der Geschichte einfach so mit einem lapidaren Satz abtun kann.
Es zeigt für mich vor allem, dass die in totalitären Systemen praktizierten politischen Gehirnwäschen bei Kindern und Jugendlichen ein Leben lang auf den Menschen Einfluss nehmen können.

Also ich gehe auch wählen. Nachdem ich den Wahlomaten des Handelsblatts bemüht habe und die gleiche Antwort wie Christiane erhalten habe, muss ich sagen, weder die vom Handelsblatts als richtige Partei auserwählte, noch eine, die diese Partei unterstützt.
christianeadler
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Ich stimme mal in Cairnlovers Chor ein, dass früher Alles besser war. 1976 war ich stolz, das erste Mal wählen zu dürfen, hatte ein ähnlich positives Verständnis von einer wichtigen Aufgabe in der Demokratie, wie es Shibaherz hier darstellt. Damals lag aber die Wahlbeteiligung bei 90 Prozent. Wie repräsentativ sind die heutigen "Volksvertreter", wenn nur noch 70 Prozent der Wahlberechtigten wählen? Und was wird eigentlich gewählt, wenn sich ein Schröder zu einem der besten Kanzler der CDU entpuppt oder die Grünen sich an der Umweltvernichtung beteiligen?
Wenn ich mir hier die Beiträge durchlese, ist das auch für meine Entwicklung symptomatisch. ich war immer wählen und werde es auch weiter tun, aber entweder bekommt zähneknirschend meine Stimme die aus meiner Sicht am wenigsten schlimme Partei, die voraussichtlich in der Regierung mitmischt. oder ich wähle eine, bei der ich mich nach der Stimmenauszählung frage, wer denn wohl ihre anderen drei Wähler im Wahlkreis sein könnten. Ob die wenigen Wählerstimmen aus Überzeugung noch eine echte Legitimation für unsere Repräsentanten bedeuten, darf man, glaube ich, hinterfragen.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Feuerwolf
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Ich hab`heute noch den Wal-Navi von ntv durchgemacht ......dort geht`s aber leider wieder nur um die großen Parteien, die auch in der nächsten Regierung wohl mitmischen werden.

Schade eigentlich.

Hier der Link dazu : https://www.wahlnavi.de/

Also.....dort hab`ich wieder einen hohen Prozentsatz zu einer Partei bekommen....zwar nicht die gleich wie beim Wal-o-maten , aber eine ganz daneben.....

Ich habe auch eher das Dilemma wie Christiane: Entweder eine der großen Parteien wählen, die meiner Meinung am nächsten steht und so auf keinen Fall eine gaaaaanz ungeliebten Parteien in direkt auch mit zu unterstützen...oder aber die Partei wählen, die meiner Meinung wirklich am nächsten kommt und wahrscheinlich nicht in der nächsten Regierung vertreten sein wird.

Aber sollte ich es da nicht eigentlich so machen, dass ich nicht taktisch wähle, sondern wirklich nach meiner Meinung ?
Schließlich haben es die AfD-Leute ja auch so gamacht und sind heute leider drittgrößte Partei bei den Wahlumfragen.

Mit ganz viel Sorge betrachte ich aber auch, dass viele Leute aus sozial- und bildungsschwachen Brennpunkten aus lauter Frust über die großen Parteien gar nicht mehr wählen gehen, weil sie meinen es sei ja eh wurscht, wer die nächste Regierung stellt. Bleibt ja doch alles beim Alten .....Daher sind leider die gut situierten Wähler prozentual wesentlich mehr vertreten als sie es an der Gesamtzahl der Wählerstimmen sein müssten....und dadurch hat ihre Stimme mehr Gewicht als die Stimme der Ärmeren und Schwächeren.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass Merkel in einem Interview einmal gesagt hat, dass es ihr NICHT um soziale Gerechtigkeit geht, sondern darum, dass es wenige Arbeitslose in der Statistik geht. also viele Menschen nicht als arbeitslos und so als arm oder armutsgefährdet geführt werden...sondern die Arbeitslosenquote schön niedrig ist....egal wieviele Menschen aufstocken müssen etc.

Leider wurde dieses Interview nur einmal gezeigt in einem TV-Nebensender....nicht in den Hauptnachrichten...... >
Zuletzt geändert am 23.09.2017 19:52 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20940
@CairnLover: Du könntest auch mal bisschen aufmerksamer lesen bzw. versuchen, zu verstehen, was gemeint ist.
Nicht-Beteiligung an der Wahl zu EMPFEHLEN ist zutiefst undemokratisch. (Und besonders verwerflich bei einem so exponierten Repräsentanten des politischen Systems).
Das gilt ganz unabhängig davon, ob er nun einer bestimmten Partei einen Wahlerfolg wünscht oder nicht.

Dir mögen solche Äußerungen egal sein, das ändert nichts an der Unverantwortlichkeit der Aussage.
Mit dieser Kritik habe ich keineswegs unterstellt, dass sich ein potentieller AfD-Wähler durch solche Aussagen von seiner Wahlentscheidung abbringen lässt, CairnLover. Es ist eine Frage, die auf einer prinzipielleren Ebene liegt als Deine ideologischen Bekenntnisse.

Im übrigen mag ich mir gar nicht das Geschrei vorstellen, wenn Altmaier dasselbe Verhalten den Anhängern der Linken empfohlen hätte. Da hätte es selbstverständlich sofort „Pfui! Wie undemokratisch!“ geschallt.

Und noch was. Die Wahlforscher sind sich alle einig, dass Nichtbeteiligung an der Wahl extremen Parteien nutzt, weil deren Anhänger eben alle an der Wahl teilnehmen.


@Christiane: Ich habe meine Zweifel, ob früher „alles besser“ war. Neben der repräsentativen Demokratie und dem auf ihr beruhenden Staat gibt es heute auch viel zivilgesellschaftliches Engagement. Und ob ich – allgemein gesehen – ein „positives Verständnis“ von der repräsentativen Demokratie und ihrem Legitimationszwang habe, können wir auch dahingestellt sein lassen. Auf jeden Fall gibt es den, und was würde passieren, wenn ihm nicht mehr Genüge getan würde?

Man kann im Unterschied zu Euren nostalgischen Erinnerungen an heftigere ideologische Konfrontationen der Parteirepräsentanten in der Vergangenheit den Standpunkt vertreten, dass ganz allgemein gesehen nach ideologischen („parteiischen“) Orientierungen ausgewählte Repräsentanten des Volkswillens wenig ausrichten können gegen mächtige, organisierte private Interessen, die in der Vorhand waren und sind. Eine Nicht-Beteiligung an der Wahl zu empfehlen, beraubt die Bürger einer vlt. nicht atemberaubenden, aber doch wichtigen Handlungsmöglichkeit.

Allerdings weiß ich natürlich auch, dass es unter den Bürgern, die trotz Altmaiers Empfehlung an der Wahl teilnehmen – und mutmaßlich gerade unter den AfD-Wählern – viele gibt, deren geistiger Horizont eine Mitentscheidung eigentlich als unverantwortlich erscheinen lässt. Ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler hat deshalb vor kurzem vorgeschlagen, die Wahlberechtigten durch Losentscheid auszuwählen und zu begrenzen und sie vor ihrer Stimmabgabe zu einem Crash-Kurs in Sachen Recht, Wirtschaft und Politik zu zwingen.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 23.09.2017 20:15 Uhr
CairnLover
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Beiträge: 795
Original von Shibaherz:

@CairnLover: Du könntest auch mal bisschen aufmerksamer lesen bzw. versuchen, zu verstehen, was gemeint ist.
Nicht-Beteiligung an der Wahl zu EMPFEHLEN ist zutiefst undemokratisch.

Du solltest keine Aussagen anderer verdrehen, denn das hat Herr Altmaier so ja nicht gesagt, sondern nur in Bezug zur Wahl einer bestimmten Partei gesetzt.

Die Frage ist im aktuellen Fall doch, ob die Wahl einer Partei wie der AfD, die nicht allzuviel mit demokratischen Werten zu tun hat, tatsächlich das demokratischere Handeln ist, als von der Wahl dieser Partei abzuraten. Und das wage ich persönlich zu bezweifeln.
Shibaherz
Beiträge: 20940
Das ist Humbug.
Er hat eben nicht gesagt: "Wählt nicht die AfD!"
Das hätte ihm kein Mensch übelgenommen.
Sondern er hat empfohlen, statt der AfD die Stimme zu geben, der Wahl fernzubleiben. DARIN liegt das Problem.

...
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