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Wahl-O-Mat

weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 551
Shibaherz, ja denke ich. Du erreichst zwar, das die Nichtgeliebten nicht mehr Prozente bekommen, aber Du nimmst denen, die bestimmt ins Parlament kommen eventuell die Stimme um eine Regierung zu bilden.
Ich ziehe es vor, lieber der mir am Nächsten kommenden Partei die Stimme zu geben. Vielleicht mit etwas Bauchweh, aber der Bestgehassten weniger Raum zu bieten....
Shibaherz
Beiträge: 21061
Nein. Hab mich schlau gemacht. Die Wahlmechanik funktioniert anders. Die Stimmen für Parteien, die 5 % nicht erreichen, kommen allen Parteien zugute, die darüber liegen, entsprechend ihrem jeweiligen Anteil.
D.h. die Wunschkoalition von Merkel, CDU/CSU/FDP, würde, wenn der Anteil der „Splitterparteien“ bei bspw. Insgesamt 8 % liegen würde, für das Zustandekommen dieser Koalition nicht 50 % benötigen, sondern nur ca. 47 bis 48 %.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Shibaherz
Beiträge: 21061
Ich will das Gemeinte an einem Beispiel verdeutlichen. Nehmen wir mal an, die CDU/CSU kommt auf 38 %, die FDP auf 10 %, und die an der Sperrklausel scheiternden „Splitterparteien“ kommen zusammen auf 5 %.
Dann bekommt die CDU/CSU entspr. dem Abstimmungsergebnis einen Aufschlag von 1,9 %.
Das reicht immer noch nicht, aber die FDP bekommt ja auch einen Happen, nämlich 0,5 %. Und schwupps ist die Mehrheit da, wie das Kaninchen aus dem Hut.

Außerdem gibt es noch die sog. Überhangs- und Ausgleichsmandate.

Überhangsmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis in diesem Land „zustehen“. Von den Überhangmandaten haben immer in erster Linie die starken „Volks“-Parteien profitiert.

Diese Regelung ist 2008 und 2012 vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig erklärt worden. Seit 2013 gibt es deshalb auch Ausgleichsmandate, durch die die Überhangmandate kompensiert werden! Abschaffung der Überhangmandate war mit der regierenden CDU/CSU nicht drin. Mit den Ausgleichsmandaten wird die Gesamtzahl der Sitze im Bundestag solange erhöht, bis das Größenverhältnis der Fraktionen zueinander dem Zweitstimmenergebnis entspricht.

Der kommende Bundestag wird aus allen Nähten platzen, die wissen gar nicht, wie sie so viele Stühle aufstellen sollen.
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Zuletzt geändert am 19.09.2017 03:44 Uhr
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1329
Tja, Deutschland kann sich ja angeblich nichts leisten, aber Geld für Politiker und deren Mitarbeiter scheint jawohl en masse vorhanden zu sein
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Original von Lincan:

Tja, Deutschland kann sich ja angeblich nichts leisten, aber Geld für Politiker und deren Mitarbeiter scheint jawohl en masse vorhanden zu sein

Die können sich ihre Gehälter ja auch regelmäßig selbst erhöhen und wir dürfen dazu nur dumm gucken.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
Shibaherz
Beiträge: 21061

"Besser nicht wählen als AfD wählen"

Ihr habt ja sicher auch davon gehört oder gelesen, dass der Kanzleramtschef Peter Altmaier in einem Interview mit der „Bild“ den Bürgern diesen Rat gegeben hat.
Ein Schuss, der nach hinten losgehen kann.
Ich wähle bestimmt nicht die AfD, aber es ist eine zur Wahl zugelassene Partei, und dem Bürger ist nach der Verfassung garantiert, unter den zur Wahl stehenden Parteien bzw. deren Vertretern frei wählen zu können.
Warum mischt sich ein bedeutender Repräsentant der Regierung da in dieser Weise ein?

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Zuletzt geändert am 21.09.2017 19:07 Uhr
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
+ 1
Das kann doch jeder halten, wie er will.
Wobei ich nichts dagegen habe, wenn man von dem Wählen der AfD abrät.

Die Wahlspots der CDU sagen beide Stimmen zu mir. Die der SPD sagen beide Stimmen zu mir. Andere Parteien hätten gerne deine Zweitstimme.
Entscheiden muss doch jeder für sich alleine.

Und was die zur Wahl stehenden Parteien bzw. deren Vertretern angeht, kann ich nur an die NPD erinnern, die nur deshalb nicht verboten wurde, weil sie einen so geringen Zulauf hat, dass sie unserer Demokratie nicht gefährlich werden kann, gleichwohl sie verfassungsfeindlich ist.
Aber Du glaubst doch wohl, dass unser Verfassungsschutz alle, die enger mit dieser und ähnlichen Parteien verbunden sind genau beobachtet. Auch das ein Grund, sie nicht zu verbieten. Denn eine offizielle Partei mit ihren Verknüpfungen lässt sich weit besser überwachen als viele kleine dezentrale Untergrundorganisationen.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
Zuletzt geändert am 22.09.2017 16:31 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 21061
+ 1
Das ist mit jetzt zu blöd CairnLover
Die amtierende Regierung hat sich nicht in die Wahlentscheidungen der Bürger einzumischen. Basta.

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christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20328
+ 2
Ganz so Basta ist die Sache für mich nicht. Erwartet man nicht vielmehr in einem Wahl"kampf" von Parteimitgliedern, auch oder sogar gerade denen der Regierungspartei, dass sie bei jeder öffentlichen Gelegenheit kundtun, dass nur eine Stimme für ihre Partei eine richtige Wahl ist? Hier ging es doch wohl eher um die Tatsache, dass viele Wähler aus Frust über die etablierten Parteien ihre Kreuzchen der AfD oder der Linken geben, ohne wirklich von deren Politik überzeugt zu sein. Da stellt sich auch für mich die Frage, ob Nichtwählen die bessere Alternative ist, seinen Unmut über den Mangel an echten Wahlmöglichkeiten zu bekunden. In wesentlichen Standpunkten, die mir nicht gefallen, sind sich die etablierten Parteien erschreckend einig. Nicht nur ich komme mir bei dieser Wahl vor, als ob mir beim Hundekauf nur der Labradpr in Schwarz, Gelb oder Choko angeboten würde. Keinen Labrador zu wollen, ist nicht vorgesehen. Ich habe vor ein paar Wochen mal den amüsanten, alternativen Wahl-O-Mat einer Managerzeitung getestet. Das Ergebnis war, dass ich wohl für die Wahl der richtigen Partei nicht zu überreden wäre, aber dann sollte ich wenigstens eine wählen, die die richtige nicht beim Regieren stört. Die Aussage, lieber nicht zu wählen als die AfD oder Linke, geht für mich in dieselbe Richtung. Mit Demokratie hat sie nicht viel zu tun, dafür um so mehr mit der Realität.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Shibaherz
Beiträge: 21061
Für Dich persönlich mag Nicht-Beteiligung an der Wahl eine Möglichkeit sein, Christiane. Wir haben ja keine WahlPFLICHT.
Selbstverständlich dürfen sich Merkel und Altmaier auf den Marktplatz stellen und rufen: Wählt uns! Wählt Wachstum um jeden Preis! Wählt soziale Spaltung! Wählt die Vernichtung der natürlichen und klimatischen Lebensgrundlagen! Ihr lebt doch gut und gerne damit!

Was sie in in einer repräsentativen Demokratie nicht dürfen, ist: zur Nichtbeteiligung an der Wahl aufrufen. Gleichgültig, mit welcher Absicht.

Die Menschen brauchen, um es miteinander auszuhalten, eine politische Ordnung. Eine bessere als die repräsentative parlamentarische Demokratie ist bisher nicht entwickelt, geschweige realisiert worden. Diese politische Ordnung bedarf zu ihrer LEGITIMATION unbedingt freier und geheimer Wahlen und natürlich einer ausreichenden Wahlbeteiligung.

In Westeuropa treten inzwischen geschätzt 10 Mio. Menschen für „Entschleunigung“ ein. Sie sind (noch) nicht durch eine politische Partei vertreten.

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