Tellereisen verbotener Weise im Wald aufgestellt u. Hund schwer verletzt

Feuerwolf
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In Esslingen, genauer im Naherholungsgebiet Rosselen, hat jemand verbotener Weise ein großes Tellerfangeisen, s.g. Bärenfalle, aufgestellt mit einem Fleischköder versehen.
Ein Rhodesian-Ridgeback-Mischling hatte Glück im Unglück und geriet nur mit der Pfote rein. Hätte er, wie vom Fallensteller beabsichtigt, nach dem Köder geschnappt, hätte das Fangeisen sein Genick wohl gebrochen.

Bild

Jetzt ermittelt die Polizei gegen Unbekannt wegen Jagdwilderei und des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzt.
Die Gesetze sind eigentlich sehr eindeutig was solche Schlagfallen angeht, denn es könnten genauso gut Menschen in diese Fallen geraten.

"Das sogenannte Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) des Landes Baden-Württemberg ist unmissverständlich, was das Aufstellen von Fallen betrifft. Unter Absatz 3 des Paragrafen 32, „Ausübung der Fangjagd mit Fallen“, steht geschrieben: „Die Fangjagd mit Fallen, die töten, ist verboten.“ Und sollten die bei den Landratsämtern angesiedelten unteren Jagdbehörden ausnahmsweise Totfangfallen zulassen, müssten diese unbedingt in „geschlossenen Räumen, Fangbunkern oder Fanggärten mit geeigneter Verblendung“ aufgestellt werden. Außerdem seien sie so zu platzieren, „dass von ihnen keine Gefährdung von Menschen, besonders geschützten Tieren oder Haustieren ausgeht“.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.esslingen-suche-nach-kriminellem-fallensteller.9bfc8329-a235-43d8-884e-99ec6b496f74.html

Das Eisen war auf einem Wiesenstück in einem Busch aufgestellt . Spekuliert wird nun, ob das unrechtmäßig Fangeisen evtl. von einem Jagdpächter aufgestellt worden sei und "was er evtl. hätte damit fangen wollen?"

Anfang des Jahres wurde ein solches Fangeisen auch verbotener Weise bei Glauchau im Landkreis Zwickau aufgestellt. Dort geriet ebenfalls ein Hund mit Pfote und Schnauze in das Fangeisen und verletzte sich schwer.

Da das benutzte Tellereisen, Bärenfalle auch genannt, wohl nicht für die Jagd auf Eichhörnchen o.ä. große Tiere gedacht ist, kommt mir ein ganz blöder Verdacht.....Ein Schelm wer böses dabei denkt......

Dass es "nur" jemand war, der einfach auch Jux und Dollerei diese historische Falle einfach einmal ausprobiren wollte, kann ich nicht glauben.

In Glauchau wurde der Fallensteller bisher auch nicht ermittelt. Genauso wie man bisher noch nie festgestellt hat, wer die vielen illegalen Wölfe abgeschossen hat , wer in den meisten Fällen Giftköder für Hunde ausgelegt hat etc. etc. pp.

Beiden Hunden konnte zum Glück schnell geholfen werden.
Zuletzt geändert am 22.05.2018 22:48 Uhr
weckener
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Vor einigen Jahren wurde auch bei uns so ein Tellereisen aufgestellt, ein Hund ist mit der Pfote reingetreten und der HH konnte es nicht öffnen, da das Ding nur mit einem Spezialschlüssel zu öffnen ist. Er hat den Pflock an dem das Gerät festgemacht war ausgraben müssen und der Tierarzt musste es aufsägen!!!!
Das Tellereisen war am Wegrand, wo viele Menschen mit Kindern und Hunden spazierengehen, zwischen dem Gestrüpp festgemacht... Der Jagdpächter hat es angebracht, der HH hat ihn deshalb angezeigt, aber bekam nicht Recht, der Jäger durfte das machen... Das Gericht befand das der Jäger mit Recht eine solche Falle aufstellen darf. Soviel ich in der Zeitung gelesen habe, waren Füchse das Ziel....

Wenn ein Kind sich verletzt hätte? Ob das dann auch so ausgegangen wäre?
Catalou
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In Österreich sind tierquälerische Fangsysteme (Schlingen, Tellereisen) verboten
und Gift ist generell verboten - außer zur Rattenbekämpfung.

Erlaubte Fallensysteme dürfen nicht an Orten aufgestellt werden, wo sie Menschen oder Nutztiere gefährden würden.
Die Falle sind täglich zu kontrollieren und auf das Vorhandensein von Fallen ist mit WARNZEICHEN aufmerksam zu machen.

Ein Jäger muss die erforderlichen Kenntnisse der Fallenjagd nachweisen.

So weit - so gut und was ich persönlich von der Fallenjagd halte, behalte ich besser für mich.
Zuletzt geändert am 23.05.2018 18:48 Uhr
Feuerwolf
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Hm...hab``mal ein büschen gelesen.

Seit 1995 sind in der EU Fangeisen verboten....jezt kommt`s ABER : 2015 haben erst Sachsen und Baden Würtemberg dieses Gesetzt umgesetzt gehabt, andere Bundesländer wollten folgen. Jetzt scheinen sie in allen Bundesländern verboten zu sei, wenn ich es richtig verstanden hab.

Das nächste ABER : Viele Fallenversteller haben Tellerweisen wieder in ihr Sortiment aufgenommen, natürlich nur für Sammler historischer Fangeisen und für Lehr- und Demonstrationszwecken bei der Jägerausbildung.

https://kieferle.com/jagdbedarf/fangeisen/index.php

Je nach Größe kann damit ein Kaninchen, Marder,Waschbär, Fuchs, Wolf, Wildschwein, Dachs, Luchs o.ä. gefangen werden, oft werden sie aber auch verwendet um Greifvögel zu jagen.
Immer wieder geraten aber auch sehr, sehr oft Katzen in diesen Fallen oder wie beschrieben diese zwei Hunde.

Bild
Milly ist in so ein illegal aufgestelltes Fangeisen mitten in einem Wohngebiet geraten !

https://www.mz-web.de/bernburg/wieder-tellereisen-ausgelegt-gefaehrlicher-freigang-fuer-milly-26229266

2014 legte ein ehemaliger Jäger ganz gezielt solche Fangeisen für Nachbar`s Katzen aus im Garten ......
https://www.nordkurier.de/mueritz/tellereisen-wird-zur-grausamen-falle-0911612312.html

In meiner Gegend hab`ich von solchen illegalen Tellerfangeisen zum Glück noch nichts gehört....werde aber meine "Fühler" `mal ausstrecken....sicher ist sicher......
Goldschakal
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Original von Catalou:

In Österreich sind tierquälerische Fangsysteme (Schlingen, Tellereisen) verboten
und Gift ist generell verboten - außer zur Rattenbekämpfung.

Erlaubte Fallensysteme dürfen nicht an Orten aufgestellt werden, wo sie Menschen oder Nutztiere gefährden würden.
Die Falle sind täglich zu kontrollieren und auf das Vorhandensein von Fallen ist mit WARNZEICHEN aufmerksam zu machen.

Ein Jäger muss die erforderlichen Kenntnisse der Fallenjagd nachweisen.

So weit - so gut und was ich persönlich von der Fallenjagd halte, behalte ich besser für mich.


Auf meinen früheren Streifzügen in Österreich mit Hund im Wald, bin ich des öfteren auf Lebendfallen gestoßen in der ich verendete Wild - u. Haustiere vorfand. Genauso eine halb verhungerte Katze die ich damals zum Tierarzt brachte.
Tägliche Kontrolle? Weit gefehlt.....da hat der Jäger wohl wieder zu tief ins Glas geguckt und findet die Falle nicht mehr
Hüte Dich vor leisen Hunden und stillen Wassern.
Feuerwolf
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Vor 2 Jahren, Ende Mai 2016, ist ein 10jähriges Kind in ein Fangeisen im Kreis Oldenburg in einer Kleingartenanlage getappt.

Es wurde keine Anzeige von den Eltern gemacht, da der Fallensteller der Familie gut bekannt war ! Die Polizei hat aber evtl. doch Ermittlungen aufgenommen, wieso überhaupt dieses Eiseneisen so aufgestellt wurde. Als Köder war eine tote Taube benutzt worden.

https://www.agrarheute.com/land-leben/kind-tappt-tierfalle-523690

Ehrlich gesagt verstehe ich da die Eltern nicht, dass keine Anzeige erstattet wurde. Genauso wenig verstehe ich nicht, dass die Staatsanwaltschaft keine Anzeige wegen Körperverletzung gegen den Fallensteller bemacht wurde. (Ich hab dazu jedenfalls nichts gefunden)

Und vor einigen Jahren ist in Österreich in Kind in solch eine Falle geraten und hat sich schwer verletzt.

Im März diesen Jahres ist ein Kranich in eine illegale Falle bei Willich geraten und beide Beine wurden abgehackt. Das Tier musste eingeschläfert werden. Vor 2 Jahren geriet ein Hund in der Oberpfalz beim Saufen am einem GEwässer in solch eine Falle. Insgesamt wurden 7 illegale Fallen an der anlage gefunden ( ein weiteres kleineres Tellereisen im gespannten Zustand, zwei einsatzbereite Zugfallen und vier intakte Drahtschlingenfallen). Sie waren wohl gegen den geschützten Biber aufgestellt worden.

https://www.oberpfalzecho.de/2015/07/hund-tritt-in-schlagfalle/

Es scheint aber wohl immer noch Gang und Gebe zu sein, dass solche verbotenen Fallen aufgestellt werden.
Wahrscheinlich muss erst wirklich wieder erst noch schlimmeres passieren bevor ein Umdenken einsetzt....oder auch nicht
Catalou
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+ 1
Die Medien und Social Networks bringen derzeit immer öfter Bilder und Beiträge über "Jagdvergehen" und da kann einem normal fühlenden Menschen einfach nur das Grauen überkommen - und der Appetit auf Wild vergehen.
Jagd als Berufszweig muss wohl sein und hier ist - oder sollte es so sein - Hege eine wichtige Leistung.

Ich kenne einige Jäger - lauter nette Leute - aber wenn die Sprache auf "Jagd" kommt, verfallen sie in großes Schweigen, weil sie wohl selbst wissen, dass so mancher Gourmet zwar gerne einen Hirschbraten verspeist, aber an der Art, wie dieser auf ihren Teller gelangt, keinen Gefallen finden.

So ist nun mal die Realität - was auf dem Teller lecker aussieht, ist das Ergebnis von viel Tierleid.
Feuerwolf
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+ 1
@Catalou: Mir geht es nicht um die Jagd an sich. Ich habe auch viele Jägdächter/innen in meinem Bekanntenkreis.

Nicht jeder von denen findet jede legale Art zu Jagen oder damit verbundene Praktiken gut.

Mir geht es hier um verbotene Tellereisen, Schlingenfallen etc., in die wohl mehr Haustiere wie Hunde und Katzen und eigentlich geschütze Tiere geraten. Diese Art des Jagds ist verboten, außer es wirklich Gefahr in Verzug (Seuschenschutzgesetzt) und dann mit entsprechenden Sicherungen auch für Kinder z.B. Aber wann ist nach diesen Kriterien wirklich Gefahr in Verzug???

Ich kann mir auch irgendwie sehr schwer vorstellen, dass ein Hase, der evtl. schon 2 Tage in so einem Eisen langsam qualvoll stirbt, noch schmecken soll, wenn es wirklich um eine fachgerechte Jagd gehen würde.

Es ist die Gedankenlosigkeit und Kälte derer, die solche Fallen aufstellen, die mich so schockiert. Sie wollen erwachsene Menschen sein und so respektiert werden, denken aber so wenig nach. Das Lebewesen/Leben ist ihnen egal. Rücksichtslos und egoistisch ohne Ende !

Wie Weckener schon schrieb, es muss wohl erst das eigene Kind/Enkel länger in so einer Falle feststecken, der eigene Hund, damit diese Leute ihr Gehirn einschalten.......obwohl......der eigene Hund steckte schon oft genug in solchen Fallen.......

Bis dato wusste ich gar nicht, wieviele solcher Tellerfallen fleißig in Deutschland aufgestellt wurden/werden.
Catalou
  • Rudelbeschützer
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+ 1
Ja gut, lassen wir die braven Jägersleut außen vor, aber wer außer die Jäger selbst, kann etwas gegen die verbotenen Methoden der "Schwarzen Schafe der Jagd"
unternehmen?
Der Gesetzgeber macht die Gesetze, aber wenn diese nicht eingehalten werden und keine Kontrollen wegen Personalmangels gemacht werden können, dann müssen erst
Menschen und Haus/Nutztiere schwer verletzt werden, damit man aufmerksam wird, dass da einiges sehr schief läuft.
Zuletzt geändert am 24.05.2018 09:59 Uhr
weckener
  • Halbstarker
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+ 2
Als ich letztes Jahr ein erschossenes Wildschwein gefunden habe und es dem Jagdpächter gezeigt habe, mit Hund findet man sowas. Jäger, die im Auto durch den Wald (darf ich das so sagen, oder droht mir dann wieder jemand...) rasen, sehen wenig, was rechts oder links des Weges ist...
Das Wildschwein war schon angefressen, ich habe erst mal meine Hunde verteidigt, sie waren das nicht, der Jäger meinte nein ein Fuchs, schon klar... Ich habe ihn gefragt, was passiert mit dem Kadaver, er antwortete, bei uns ist Vorschrift, das Tier muss nach seinem Tod innerhalb von 1 1/2 Stunden ausgenommen sein, sonst muss es in die Verwertung.
Also ein Tier, das in der Schlinge oder im Fangeisen geraten ist, wird wohl auch nicht verwertbar sein. Tägliche Überwachung, hmmmm glaube ich auch nicht.... höchstens mit dem Auto vorbei gefahren, ich sehe nur, wo gehalten wird um die Wildtiere zu füttern, damals die Falle war am Wegesrand, aber nicht zu sehen...
Es war aber hier nur ein Jäger, der so etwas aufgestellt hat, die anderen Kollegen waren empört...
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