plötzlich agressiv

Annawiesner
  • Forenwelpe
Beiträge: 1
Hallo erstmal

Ich hoffe man kann mir hier vielleicht helfen, Außenstehende haben doch meist einen besseren Blick auf eine Situation als man selbst.

Meine Emmi, Mischlingshündin aus Spanien, etwa 1.5 Jahre alt, legt seit kurzem ein komisches Verhalten an den Tag.
Bisher war es so, dass sie, sobald ein anderer Hund in Sicht war, langsam auf ihn zu ging und vorsichtig schnuppern ging, dann eventuell mit ihm spielen wollte. Ich muss zugeben, dass sie leider nicht so gut hört, dass ich sie dann mit Kommando von dem Hund wegbekäme, nein ich musste immer etwas ziehen.

So seit kurzem reagiert sie aber scheinbar aggressiv, bellt und zieht an der Leine. Ich habe dann immer "Nein!" gesagt (natürlich bestimmend und nicht dahin gequietscht ) aber das schien sie gar nich zu hören.

Heute abend dann haben wir eine Nachbarin getroffen. Wir sind neu ins Dorf gezogen und sie wollte uns ihren Hund vorstellen. Kaum war der Hund aus dem Auto gesprungen (er fiepte schon) schnupperte Emmi und ging bellend auf ihn los, ohne Vorwahnung.

Was ich vergessen habe zu erwähnen ist, dass wir seit gestern eine Zweithündin haben, eine sehr ängstliche Labbi-Mix Hündin.

Ich könnte mir vorstellen, dass es irgendwie so ein Rudel-Ding ist, dass sie uns vielleicht verteidigen wollte, oder einfach den Boss hat raushängen lassen, weil sie jetzt nicht mehr ganz unten iin der Hirachie steht und wir ihr vielleicht nicht deutlich gemacht haben, dass sie trotzdem nicht der Chef ist?

ich denke man wird mir sehr schnell raten zur Hundeschule oder zu einem Trainer zu gehen, aber ich wollte einfach mal fragen ob jemand andere Ideen und Erziehungsansätze hat.

LG anna
halunke
  • Begleithund
Beiträge: 1222
nabend
was bringt dich zu der annahme, dass sie vorher ihre eigene position ganz unten einordnete?
nur weil der mensch dies als fakt ansieht, tut es der hund nicht automatisch auch...was mich zu dieser frage treibt? du schreibst, dass du zugeben musst, dass sie nicht gut hört...
desweiteren ist leinenpöbelei auch kein zeichen von souveräner führung durch den menschen,
und als letztes treibt mich die art der hundebegegnungen die beschreibst auch zu der annahme, dass sie sich auch schon vorher in einer deutlich höheren postion gesehen hat als ihr sie gern hättet.
ist aber wirklich nur eine vermutung.
ich vermute noch mal einen ticken weiter:
ich glaube auch, dass sie die letzten monate lernen durfte dass ihr in sachen hundebegenung zu nix zu gebrauchen seid, denn immer muss sie vorgehen und das terrain sondieren...so wie es sich liest ist sie nicht sehr relaxt in in der begenung mit anderen hunden und war wahrscheinlich jedes mal heilsfroh wenn es glimpflich abging. das befreiende spielen kurz nach dem gegenseitigem beriechen wird oft fehlinterpretiert und ist lediglich eine übersprungshandlung zum stressabbau...

es ist durchaus möglich, dass sie etwas schwierigkeiten hat sich mit den neuen lebenumständen zu arrangieren, zumal sie eine hündin im schwierigsten alter ist, in dem sich nun die weichen stellen...
ihr hormonhaushalt penelt sich gearde ein und kann ebenfalls zu verhaltensänderungen führen. hat sie bei diesen vorfällen denn tatsächlich auch mal angegriffen oder es versucht, oder bellt sie "nur" und wird laut?

ich persönlich würde das gesamte verhalten meines hundes versuchen zu analysieren...
wie geht sie mit stress im allgemeinen um
wie geht sie mit frustration um
wie stark kontrolliert sie
wie gut kann sie menschliches verhalten umsetzen

außerdem würde ich mein eigenes verhalten auf den prüfstand stellen, denn ich denk da liegt in 99,9% aller fälle der hase begraben!
wie wirke ich auf meinen hund
führe ich wirklich?
wieviele befehle des hundes führe ich am tag zuverlässig aus? futterfiepen, spielaufforderungen, betteln, aufmerksamkeitsjammern, mach mir die tür auf, ich will aber da schnüffeln etc
wieviele führt der hund im gegenzug aus

herrchen glaubt er iss der boss...hundchen weiß, dass dem nicht so ist!
aus eigener erfahrung weiß ich auch, dass das niiiiemals wirklich aufhört...mein halunke wird demnäxt 16 jahre und auch heute kommt es in teilbereichen immer mal wieder vor, dass er (nachdem ich es minimal schleifen hab lassen) meine entscheidung in frage stellt...alls im nuancenbereich, aber dennoch merklich.
dann wird genau da wieder etwas stärker meine priorität herausgearbeitet und gut...

es ist (egal wie du jetzt weiter vorgehen willst) von entscheidender wichtigkeit, dass du sofort und mit aller bestimmtheit (nicht mit gwalt) handelst, denn jetzt stellst du die wechen für die näxten 15 jahre...und einen ewig unverträglichen hund zu haben kostet nerven!
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
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