Obdachlose als Hunde-Walker - was haltet Ihr davon?

Shibaherz
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@Catalou, @melwin: Mal vorausgeschickt, dass das natürlich letzten Endes jeder handhaben kann, wie er will. Aber was ich bei Euch nicht verstehe, ist, dass Ihr keinen Unterschied macht dazwischen, ob das ein Obdachloser von sich aus, auf sich allein gestellt anbietet oder ob das als betreutes Projekt innerhalb eines institutionellen Kontextes durchgeführt wird. Zweitens haben sich Menschen, die sich so einem Projekt anschließen, innerlich doch schon ein Stück weit von der „Penner“-Mentalität gelöst. Vielleicht haben sie schon einen Entzug gemacht. Und halten jetzt verzweifelt nach einem Neubeginn Ausschau, den sie aber auf sich allein gestellt, aus dem Stand nicht schaffen. Sie sind darauf angewiesen, dass man ihnen Brücken baut.
Eins ist sicher, der Hundehalter muss das Vertrauen haben, und der bisher Obdachlose ist darauf angewiesen, dass man es ihm entgegenbringt. Ich kann im Moment auch nicht sagen, ob ich das Vertrauen aufbringen würde, ich würde mir den Betrieb vielleicht erstmal eine Weile ansehen. Die Einstellung, die ich aber bestimmt nicht teile, ist: „Du steckst jetzt in der Sch … , also bleib gefälligst drin.“ Und eins scheint mir auch sicher: Gerade weil den Hunden die sozialen Hintergründe egal sind, sofern die Menschen ihnen verständnisvoll gegenübertreten und sie gut behandeln, können sie wahrscheinlich eine Menge zum Aufbau eines neuen Selbstbewusstseins bei solchen Menschen beitragen.
Vielleicht lässt sich so ein Projekt ja auch an ein Tierheim anbinden.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
struppilein
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Original von CEEYEET:

Leider habe ich die Sendung nicht gesehen finde die Idee aber nicht schlecht. Ich hab zum beispiel festgestellt, daß viele Obdachlose sehr liebevoll und fürsorglich mit ihren Vierbeinern umgehen.Staune immer wieder über den gehorsam ihrer Hunde.Warum eigentlich nicht ? Vielleicht sieht man dann weniger Obdachlose , die sich mit Alkohol zuschütten. So würden sie eine Aufgabe haben und nebenbei auch noch etwas dazuverdienen.

Damit die sich nicht zuschütten soll mein Hund herhalten? Nee, so weit reicht meine Nächstenliebe nicht. Da frage ich doch lieber mal in der Nachbarschaft. Euer Vertrauen in Ehre, aber so naiv kann man doch eigentlich nicht sein.Ich glaubs einfach nicht, das Ihr jedem Hergelaufenen eure Hunde anvertrauen würdet.Würdet Ihr dass auch mit Euren kleinen Kindern machen und sie jeden Obdachlosen zur Beaufsichtigung geben? Ich faß es nicht!
struppilein
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Original von Shibaherz:

@Catalou, @melwin: Mal vorausgeschickt, dass das natürlich letzten Endes jeder handhaben kann, wie er will. Aber was ich bei Euch nicht verstehe, ist, dass Ihr keinen Unterschied macht dazwischen, ob das ein Obdachloser von sich aus, auf sich allein gestellt anbietet oder ob das als betreutes Projekt innerhalb eines institutionellen Kontextes durchgeführt wird. Zweitens haben sich Menschen, die sich so einem Projekt anschließen, innerlich doch schon ein Stück weit von der „Penner“-Mentalität gelöst. Vielleicht haben sie schon einen Entzug gemacht. Und halten jetzt verzweifelt nach einem Neubeginn Ausschau, den sie aber auf sich allein gestellt, aus dem Stand nicht schaffen. Sie sind darauf angewiesen, dass man ihnen Brücken baut.


Vielleicht, vielleicht, vielleicht! Vielleicht wird es ja auch nächste Woche Rosen regnen? Kann ja sein.
Dein Vertrauen in Ehren, doch wer steht für diese Leute gerade? Übernimmt die Verantwortung für eventuelle "Projekte", die in die Hose gehen? Es sind doch dann Eure Hunde, die dass ausbaden müssen. Und woher nimmt man die zuverlässigen, hundeerfahrenen und ausgebildeten Obdachlosen? Wieviele Obdachlose Hundefachleute (oder die es mal werden wollen) gibt es denn in einer Stadt oder Wohnviertel? Ein Auto haben sie doch nicht, um zu ihren zukünftigen Kunden zu kommen.


Eins ist sicher, der Hundehalter muss das Vertrauen haben, und der bisher Obdachlose ist darauf angewiesen, dass man es ihm entgegenbringt.


Eben,und das Vertrauen hätte ich nicht und viele andere sicher auch nicht. In der Straßenreinigung/Winterdienst oder Parkpflege werden immer Leute gesucht. Warum versuchen sie da nicht Fuß zu fassen? Sollen sie doch da erst mal ihren Willen und ihre Durchhaltekraft beweisen, bevor man sie an fremde Hunde läßt.


++ Ich kann im Moment auch nicht sagen, ob ich das Vertrauen aufbringen würde, ich würde mir den Betrieb vielleicht erstmal eine Weile ansehen. Die Einstellung, die ich aber bestimmt nicht teile, ist: „Du steckst jetzt in der Sch … , also bleib gefälligst drin.“


Es ist nun aber mal eine Vertrauenssache und Vertrauen hätte ich da nun mal keins.


++ Und eins scheint mir auch sicher: Gerade weil den Hunden die sozialen Hintergründe egal sind, sofern die Menschen ihnen verständnisvoll gegenübertreten und sie gut behandeln, können sie wahrscheinlich eine Menge zum Aufbau eines neuen Selbstbewusstseins bei solchen Menschen beitragen.


Weshalb sollte das aber gerade mein Hund tun. Ich laufe dann so lange wie ein Tieger im Käfig hin und her, in der Hoffnung, dass ich meinen Hund wieder bekomme? Das können die tun, die Vertrauen zu den Obdachlosen haben. Ich habe keins.



Vielleicht lässt sich so ein Projekt ja auch an ein Tierheim anbinden.

Wurde schon gemacht.Ging gewaltig in die Hose. Vox hatte darüber bei Hund, Katze, Maus berichtet. Es scheiterte schon daran, pünktlich oder überhaupt zur Arbeit zu kommen. Schon am 2. Tag war Schluß mit dem Projekt.Die Obdachlosen waren spurlos verschwunden.
CEEYEET
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@Catalou Logischerweise würde ich das genauso machen, wie Du und auf meine Nachbarn zurückgreifen, die meine Hunde gut kennen. Außerdem bin ich überzeugt, daß meine Rabauken fremde nicht auf das Grundstück lassen würden. Meine Nachbarn aber schon.
christianeadler
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+ 3
Macht ein fester Wohnsitz jemanden zu einem besseren und zuverlässigeren Menschen? Ich würde wissentlich sicher meine Hunde keinem Suchtkranken anvertrauen, aber weder dem Alkoholiker aus der Nachbarschaft, noch einem Obdachlosen. Wen der Gassiservice oder die Hundepension als geringfügig Beschäftigten anstellt, kann ich nicht beeinflussen. Bei der Bezahlung ist die Auswahl nicht gross. Solchen Unternehmen traue ich grundsätzlich nicht. Zu oft kommen Hunde krank wieder, hatten Beissereien oder verschwinden spurlos. Es ist nun wirklich nicht so, dass alle Nicht- Obdachlosen zuverlässig wären. Für mich kommen nur Bekannte in Frage.

Die grundsätzliche Verunglimpfung von Obdachlosen finde ich allerdings haarsträubend. Es gibt z. B. Leute, die gerade wegen ihrer Hunde auf einen festen Wohnsitz verzichten, weil sie mit ihnen keine Wohnung gefunden haben. Bei uns gab es erheblichen Widerstand gegen die Räumung eines Wohnwagenparks, weil die Stadt keine Unterkünfte für Hundehalter anbieten konnte. Vor denen ziehe ich den Hut und würde ihnen jederzeit meine Hunde anvertrauen. Und dann möchte ich auch mal an die Diskussion über die Datschen nach der Wende erinnern. Bis heute kann man weder in Ferienhäusern, noch auf Campingplätzen einen festen Wohnsitz anmelden, ist also rechtlich ein Obdachloser. Und warum sollte mein Hund seinen Urlaub nicht in einem Ferienhaus, statt im Zwinger einer Hundepension verbringen. Viele Initiativen bieten inzwischen Briefkästen und Meldeadressen an. Es ist doch wirklich keine Schande, die teuren Mieten nicht bezahlen zu können oder zu wollen. Bei der heutigen Wohnungssituation finde ich es sehr merkwürdig, wenn einem zum Thema Obdachlosigkeit nur versoffenene Penner unter Brücken und Straftäter einfallen, und auch mit denen lohnt sich nach meiner Erfahrung ein Gespräch, warum sie so leben wie sie leben. Bei vielen Obdachlosen geht es dem Hund als 24- Stunden- Freund besser als in manchem bürgerlichen Zuhause. Wenn solche Hundefreunde sich zu Gassigängern ausbilden lassen, statt z. B. Pfandflaschen zu sammeln, begrüsse ich die Initiative.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Shibaherz
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@Struppilein: Die Sache, über die bei Vox berichtet wurde, kenne ich nicht. Es kommt ja immer darauf an, wie professionell und realistisch so etwas in Angriff genommen wird. Diese aus der Lebenswirklichkeit gewonnene Weisheit taugt mMn aber nicht dafür, die Idee als solche zu denunzieren.
Das Projekt, über das bei „Maischberger“ berichtet wurde, scheint jedenfalls schon erfolgreich angelaufen zu sein.
Du hast die Sendung offenbar nicht gesehen. Ich selbst hätte vor der Sendung u. U. auch anders geurteilt als danach.
Deine Fragen, soweit sie nicht bloß rhetorisch-zynischer Art sind, kann ich Dir nicht beantworten. Da müsstest Du Dich schon an die Redaktion von „Maischberger“ wenden, die Dir sicher die finanziell, rechtlich und organisatorisch zuständige Stelle nennen wird.

@Christiane:
Es wurde schon geschrieben, dass die Aspiranten sowohl den Hundeführerschein wie auch einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren müssen.

Man kann in Ferienhäusern keinen festen Wohnsitz anmelden? Für mein (nicht winterfestes) Ferienhaus in MVP ist (für das ganze Jahr)) sowohl Zweitwohnungssteuer wie auch GEZ fällig. Klar muss ich angemeldet sein.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 28.01.2018 10:01 Uhr
struppilein
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Original von Shibaherz:

Das Projekt, über das bei „Maischberger“ berichtet wurde, scheint jedenfalls schon erfolgreich angelaufen zu sein.

Na toll! Dann könnt ihr doch jetzt gezielt nach Obdachlosen Gassigängern suchen. Die anderen benötigt ihr ja dann nicht mehr. Obdachlose sind sicher auch preiswerter als andere. Mal sehen, wie viele ihr damit " aus der Schei... zieht". Bin gespannt auf das Ergebnis.

Du hast die Sendung offenbar nicht gesehen. Ich selbst hätte vor der Sendung u. U. auch anders geurteilt als danach.
Deine Fragen, soweit sie nicht bloß rhetorisch-zynischer Art sind, kann ich Dir nicht beantworten. Da müsstest Du Dich schon an die Redaktion von „Maischberger“ wenden, die Dir sicher die finanziell, rechtlich und organisatorisch zuständige Stelle nennen wird.


Nein, hab ich nicht gesehen. Würde auch nichts an meiner Meinung ändern. Nein, die Fragen habe ich Euch gestellt. Die brauche ich doch nicht Maischberger stellen. Ihr wollt doch obdachlose für die Betreuung Eurer Hunde, nicht er. Mal sehen, wie viele eine "Ausbildung" als Gassigänger abschließen. Wird aber sicher nur darüber berichtet, wenn es Erfolg hat. Sonst wird der Versuch sicher unter den Tisch gekehrt. Wer bezahlt eigentlich diese Ausbildung? Wird sicher nicht billig sein.
CEEYEET
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Zynismus finde ich widerlich

Es ist doch vollkommen Wurst ob einer seinen Hund einen Obdachlosen anvertraut oder nicht. Schön finde ich nur, dass sich auch mal jemand Gedanken über Menschen macht, die nicht
auf der Sonnenseite des Lebens sind. Ich finde das unter unserer Würde so abfällig über Menschen zu diskutieren, die wie auch immer den festen Halt im Leben verloren haben. Ich würde mich darüber freuen, wenn ein paar von ihnen die Chance wahrnehmen und wieder auf die Füße fallen. Sollte das gelingen ist das doch wunderbar.
Zuletzt geändert am 28.01.2018 14:55 Uhr
weckener
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Original von Shibaherz:

@Struppilein: Die Sache, über die bei Vox berichtet wurde, kenne ich nicht. Es kommt ja immer darauf an, wie professionell und realistisch so etwas in Angriff genommen wird. Diese aus der Lebenswirklichkeit gewonnene Weisheit taugt mMn aber nicht dafür, die Idee als solche zu denunzieren.
Das Projekt, über das bei „Maischberger“ berichtet wurde, scheint jedenfalls schon erfolgreich angelaufen zu sein.
Du hast die Sendung offenbar nicht gesehen. Ich selbst hätte vor der Sendung u. U. auch anders geurteilt als danach.
Deine Fragen, soweit sie nicht bloß rhetorisch-zynischer Art sind, kann ich Dir nicht beantworten. Da müsstest Du Dich schon an die Redaktion von „Maischberger“ wenden, die Dir sicher die finanziell, rechtlich und organisatorisch zuständige Stelle nennen wird.

@Christiane:
Es wurde schon geschrieben, dass die Aspiranten sowohl den Hundeführerschein wie auch einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren müssen.

Man kann in Ferienhäusern keinen festen Wohnsitz anmelden? Für mein (nicht winterfestes) Ferienhaus in MVP ist (für das ganze Jahr)) sowohl Zweitwohnungssteuer wie auch GEZ fällig. Klar muss ich angemeldet sein.

Ich habe die Sendung Hund, Katze Maus mit dem Projekt gesehen. Ein junges Pärchen, das schon länger in einem Wohnwagen lebte mit zwei großen Hunden. Sie hofften auf eine Stelle, wo sie leben und arbeiten können, da der Wohnwagen nicht winterfest war. Es wurde ihnen ein Job angeboten, in einem großen Tierheim zu arbeiten, zuerst als Praktikum dann eventuell als Angestellte. Als sie den ersten Tag, zwar mit Begeisterung zu Anfang, aber dann den harten Alltag mitbekommen haben, sind sie verschwunden. Soviel Arbeit war ihnen dann doch zuviel... Wäre vielleicht für den Anfang besser gewesen sie erst mal Stundenweise und nicht als Vollkraft einzusetzen, da sie Ganztagsarbeit nicht kannten.

Hier geht es auch nicht darum, unbedingt einen Obdachlosen für unsere Hunde zu suchen, sondern die Frage, wenn alle Kriterien erbracht sind, ob wir uns vorstellen könnten, auch einen Obdachlosen in Betracht zu ziehen.
Ich finde Eure Abscheu für solche Menschen schrecklich, vielleicht solltet Ihr mal überlegen, wie sollen solche Menschen dem Sumpf entkommen, wenn ihnen soviel Abneigung entgegen schlägt. Gehört Ihr auch zu denen, die Menschen aus dem Gefängnis genauso hassvoll und verachtend als Eure Nachbarn betrachtet?
Es gibt eine Menge Menschen, die gestrauchelt sind, aber sich bemühen wollen wieder in die Gesellschaft zurück zu kehren, sollte es nicht möglich sein? Müssen sie für alle Zeit abgestempelt sein und sich das nie mehr ermöglichen?
Ich sage nicht, das Ihr die Tippelbrüder, so hießen sie früher, alle umarmt, die wollen das auch garnicht, die leben gern so, die wollen unter keinen Umständen in die Gesellschaft. Schon garnicht arbeiten und in eine Wohnung... Also kann man sie getrost vergessen.
Jobs bei Gemeinden für die Straßenreinigung, Parkpflege , Müllabfuhr, da bietet sich nichts an, die Stellen sind alle besetzt, da wird auch für 1 € niemand gesucht. Da sind viele Flüchtlinge eingesetzt, Müllabfuhrleute werden sehr gut bezahlt, das wollen viele aus Geldgründen gern machen, da gibt es Wartelisten...

Es ist auch eine ganz schwierige Sache, ohne Wohnung kein Job, ohne Job keine Wohnung. Ferienhäuser, Ferienwohnungen dürfen nicht zum Hauptwohnsitz gemacht werden, sie müssen gemeldet werden, Steuern und Abgaben sind zu zahlen, aber dauerhaft wohnen ist nicht erlaubt. Dann ist es keine Ferienwohnung mehr... Dann muss das zur Nutzung geändert werden!
CEEYEET
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@weckener Da hast Đu ein wahres Wort gesprochen
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