Markieren in fremden Wohnungen

Jasminda
  • Halbstarker
Beiträge: 250
Hallo liebe Foris,

ich habe ein Problem mit dem kastrierten Rüden meiner Freundin. Er hat kürzlich die Wand im Eingangsbereich markiert und der Kommentar meiner Freundin: "Ja, so ist er eben." Ich fand das ziemlich daneben, sie hätte ihn wenigstens zurechtweisen können. Nebenher habe ich dann erfahren, dass er das wohl auch schon in anderen Wohnungen getan hat, aber nie in ihrer. Ich habe sie gebeten, den Hund in einen anderen Raum zu nehmen, damit ich die Markierung "neutralisieren" kann. Sie hat es einfach nicht getan. Da war ich ziemlich angesäuert.
Ich habe eine kastrierte Hündin, die beide Hunde meiner Freundin kennt. Sie hat kein Problem mit ihnen auch nicht in unserer Wohnung. In der nächsten halben Stunde hat die Hündin meiner Freundin sich dran gemacht, vor ihren Augen die Spielsachen meines Hundes zu zerreißen. Kein Kommentar seitens meiner Freundin. Ich habe dem Hund das Spielzeug dann wegnehmen wollen, worauf er deutlich gemacht hat, dass er das nicht toleriert. Daraufhin bin ich deutlich geworden, bin auch ihn zugegangen und habe mich vor das Spielzeug gestellt, als er es fallen ließ. Immer noch keine Reaktion.
Daraufhin fragte ich, ob sie es ok fände, dass der kleine Hund, den sie erst vor ein paar Monaten zu sich genommen hat, alle im Haushalt in die Schranken weist. Sie hat es geleugnet und behauptet, die Hündin sei der Boss was offensichtlich nicht der Fall war, denn sie hat sich ständig weggeduckt sobald der Rüde in der Nähe war und wenn er Frauchen in Beschlag nahm, wagte sie sich nicht mal in die Nähe.
Ich bin einigermaßen verzweifelt, weil unsere Freundschaft schon sehr lange besteht. Würde von Euch gerne wissen, ob es eine realistische Chance gibt, dem Rüden das Markieren in fremden Wohnungen abzugewöhnen oder Wege das Problem zu "managen".
Ach ja, der "kleine" ist 8 Jahre alt und wurde mit 5 Jahren aus dem Tierschutz übernommen. Er ist spät kastriert worden, was mich vermuten lässt, dass das Markierverhalten schon zur Gewohnheit geworden ist.
Ich würde ungern unsere Freundschaft beenden, aber mit dem Zustand wie er jetzt ist kann ich auch nicht leben.
Liebe Grüße

Rosa & Jeannie
Zuletzt geändert am 22.04.2015 12:29 Uhr
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1411
Hallo Rosa,

zunächst sehe ich ein zwischenmenschliches Problem. Ich kann nicht nachvollziehen, wie sich deine Freundin dir gegenüber benimmt; finde ich rücksichtslos. Ich würde dann einfach die Regel aufstellen: du kannst mich weiterhin besuchen, wenn du deine Hunde zuhause lässt oder etwas an der Gesamtsituation änderst ODER: wir treffen uns an anderen Orten, nicht mehr bei mir zuhause.

Dann sehe ich das Problem Freundin und Verhältnis/Denkweise bzgl. Hund(e).

Leider werde ich öfter mit Menschen konfrontiert, die sich bewusst Hunde aus dem Tierschutz zulegen (was schon toll ist), aber diese Hunde völlig falsch behandeln und ihr Wesen missachten. Die haben die rosarote Brille auf und tolerieren einfach alles, weil der Hund ja doch "so ein schlimmes Schicksal hatte" usw. usw.

Wenn deine Freundin das bei sich tolerieren kann, es keinen Stress gibt zuhause (was ich nicht glaube) oder unterwegs, sie sich mit ihren Hunden so arrangiert hat > ok.

Werden aber Grenzen überschritten - so wie hier aufgezeigt - muss sie dann auch die Konsequenzen aus diesen Grenzen tragen; im Zweifelsfall wirklich auch auf eine Freundschaft verzichten oder gewillt sein, Kompromisse einzugehen bzw. die Gesamtsituation zu ändern.

Deine Freundin muss etwas tun - nicht du. Dazu ist sie aber nicht bereit. Also werde ich mit Sicherheit keine weiteren Tipps hier geben, um dem Rüden das Markieren abzugewöhnen

Es gibt hier aber vllt. ein paar Tierschützer oder sonstige Hundehalter, die dir dennoch Tipps geben außer den schon von mir geäußerten. Der Hund ist hier nicht das Problem sondern deine Freundin bzw. deren innere Einstellung.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Jasminda
  • Halbstarker
Beiträge: 250
Vielen Dank Lincan,
ehrlich gesagt bin ich von der (Nicht-) Reaktion meiner Freundin in diesem Fall etwas überfordert. Hätte ich nicht von ihr erwartet. Mir ging es bei meinem Post darum, ob es überhaupt möglich ist, solche Verhaltensweisen wie das Markieren, die sich vermutlich schon verfestigt haben, überhaupt noch abzutrainieren. Ich wollte von meiner Freundin nicht etwas verlangen, was vielleicht gar nicht möglich ist. Kenne mich mit Rüden nicht aus, habe eine Hündin. Hatte eh noch nie was drüber gehört, dass Rüden in fremden Wohnungen markieren. Da habe ich nun leider aus Erfahrung dazugelernt.
Ich gehe auch nicht davon aus, dass meine Freundin bereit wäre, die Zeit zu investieren, um es dem Hund abzugewöhnen. Leider gehört sie zu den Menschen, die du beschreibst. Der Hund kommt aus der Tierschutz und nun wird jegliches Fehlverhalten auf die Vergangenheit geschoben und eine Korrektur wird abgelehnt, weil man den Hund nicht noch weiter traumatisieren will.
Ich bin überhaupt nicht dieser Meinung, denn woher soll der Hund denn wissen was erwünscht ist und was nicht, wenn man es ihm nicht zeigt?
Es stimmt, der Hund ist nicht das Problem, der tut nur, was er vermutlich auch vorher immer getan hat und niemand sagt ihm, dass dieses Markieren nicht toleriert wird.
Ok, sieht nicht so gut aus für die Freundschaft, denn ehrlich gesagt fürchte ich, wenn ich etwas Kritisches sage, meine Freundin das persönlich nimmt und sich unsere Wege trennen. Finde das sehr schade, aber was ist eine Freundschaft wert, wenn man nicht offen zueinander sein kann...
Vielen Dank für deine Antwort, hat mir sehr geholfen.
Liebe Grüße

Rosa & Jeannie
Kostenlos anmelden
MY dogSpot - LOGIN
Passwort vergessen?
Gerade online
Ookami
OokamiOnline seit
9 Minuten