Katarakt OP (Grauer Star)

shaklin
  • Halbstarker
Beiträge: 354
Hallo,

wollte hier mal fragen, wer bei seinem Hund eine Katarakt OP durchführen ließ?
Seid ihr damit zufrieden? Würdet ihr das nochmal machen lassen im Nachhinein?
Wie lief es ab, wie kam euer Hund damit zurecht und ist das Ergebnis selbst nach Jahren noch zufriedenstellend?
Oder habt ihr euch dagegen entschieden?

Lese öfters, dass viele ihren Hund gar nicht operieren lassen, weil sie damit ganz gut klar kommen. Das mag vielleicht sein, aber ich kann mich damit ungern abfinden.. ich "kommuniziere" viel mit meiner Daisy über Körpersprache/Mimik. Dass dies dann einfach so wegfällt, selbst so kleine dinge wie ihre überschwengliche Freude wenn sie mich lachen sieht.. würde mir sehr sehr schwer fallen...
Das Problem ist leider auch ihre Herzinsuffizienz und sie ist "schon" 9 Jahre alt (wobei sie noch sehr agil wirkt), was eine OP noch risikoreicher macht .


Würde mich über Erfahrungsberichte oder Meinungen sehr freuen, gerne auch per PN
Gehe jeden noch so schweren Gang mit mir, alles ist leichter für mich - mit Dir
Zuletzt geändert am 23.05.2015 03:15 Uhr
jenss
  • Forenwelpe
Beiträge: 26
+ 1
Was meint denn dein Tierarzt dazu ? Wie du ja schon sehr richtig angemerkt hast, erhöhen Vorerkrankungen natürlich immer das Risiko einer OP.

Wenn es nicht schlimmer wird und der Hund gut mit seiner Situation zurecht kommt, würde ich es mir ehrlich gesagt sehr gut überlegen.
WolfsSong
  • Halbstarker
Beiträge: 498
+ 1
Mein Rüde hat mit 7,5 Jahren auch einen beginnenden Grauen Star bekommen. Jetzt ist er 8 und es gibt bisher keine deutlichen Verschlechterungen.

Mein Rüde hat allerdings keine Nebenerkrankungen. Dennoch warte ich ab, für mich spielen im Moment mehrere Fakten dazu, um eine OP abzuwägen:
Wie ist die Orientierung des Hundes? Sieht er noch etwas, oder nur noch schemenhaft oder fast gar nichts mehr?
Wie alt ist der Hund? Mit 12-15 Jahren würde ich den Sinn einer solchen OP anzweifeln (zumindest bei großen Hunden)
Welche Erkrankungen bestehen zur Zeit? Was rät der TA dazu?

Da mein Rüde zur Zeit nur in der Dämmerung schlechter sieht und der graue Star noch nicht fortgeschritten ist, beobachten wir diesen Zustand einfach. Wenn der Graue Star erst im hohen Alter zur Erblindung führt, würde ich ihm diese Belastung (unter Risiko das er dabei nicht mehr aufwacht) nicht mehr zumuten wollen.
Schreitet der Graue Star bei meinen Rüden jedoch wider erwarten schneller voran und er ist noch sonst Top-Fit, steht eine OP für mich außer Frage!
Der richtige Moment sollte aber mit dem TA seines Vertrauens abgestimmt werden, dieser hat mir schonmal Kontaktadressen zu guten Augenspezialisten in meiner Nähe gegeben
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.
(Ernst R. Hauschka)
shaklin
  • Halbstarker
Beiträge: 354
@jenss
Naja wir gehen seit wir die Hunde haben in die gleiche Tierklinik (mehrere Tierärzte), darunter auch ein Kardiologe.
Muss aber ehrlich sagen, manchmal habe ich das Gefühl über vieles im Dunkeln gelassen zu werden oder es als nicht so schlimm angesehen wird. Das war z.b. mit ihrem Herz so, der behandelte Tierarzt damals stellte zwar auffallende Herztöne fest, riet mir aber nicht zu einem Ultraschall oder derartiges.
Erst durch meine Recherche im Internet, das man dies aufjedenfall mal machen sollte, habe ich einen Termin beim Kardiologen gemacht. Dieser verschrieb dann die nötigen Herztabletten. Bin froh, das ich das damals nicht vor sich hin schleifen ließ.
Gleiches mit den Augen, andere Tierärztin, meinte "routinemäßig", Augentropfen wie bisher und FALLS ich eine Augen-OP machen ließe, wäre das kein Problem, allerdings wird das in eine andere Klinik durchgeführt und aufgrund der dauer der OP immer nur ein Auge operiert.
Lieber wäre mir gleich beide Augen.. naja.
Ihre Augen sehen bläulich-grau aus, wenn man genauer hinsieht.. den Finger-Schnippen-Test den sie gemacht hat, hat Daisy aber "bestanden".
Ohne Voruntersuchung wird da eh nichts gemacht, also Termin beim Kardiologen wird dann gleich mit der OP-Voruntersuchung gemacht, ob es dann überhaupt in Frage kommt..

@WolfsSong
Danke für deine Meinung.
Ob Daisy in der Dämmerung schlechter sieht kann ich nicht sagen, Chihuahuas sind ja extrem aufmerksame (Wach )-Hunde, und bei jedem Geräusch schaut sie in die Richtung, aber ob sie wirklich was erkennt, keine Ahnung..
Aber irgendwo angestoßen oder so kam bisher nicht vor.
Wobei mir aber immer schon aufgefallen ist, dass sie mit der weitsicht Probleme hat, denn es kam/kommt schon oft vor, dass sie mich bzw bekannte Personen von weitem (tagsüber) nicht richtig erkennt.

Wollte auch zuerst noch warten, aber da man ja nie weiß wie sich das entwickelt und es sich doch verschlimmert, dann ist der Hund womöglich schon zu alt um eine OP zu riskieren. Davon abgesehen ist irgendwann der Zeitpunkt da, wo eine OP nicht mehr hilft, grüner Star entstehen kann und das Auge entfernt werden muss. Natürlich nur im Extremfall.
Z.Z tendiere ich mehr zu einer OP, allerdings nach dem Sommer, möchte ihr das jetzt nicht zumuten (Starkes Sonnenlicht im Sommer begünstigen auch die Entzündungsreaktionen usw).
Darf ich fragen, welche Tropfen du verwendest (falls du sowas verwendest natürlich nur)?

Ich lese öfters, das der graue Star nach der OP zurückkam oder sogar schlimmer wurde (z.b. ständige Entzündungen, was zunächst normal ist, anders als beim Mensch bekommen Hunde leider immer Entzündungen nach einer Katarakt-OP, diese sollten aber irgendwann abklingen)) etc.. deshalb hätte ich gerne ein paar Erfahrungen dazu gelesen, oder auch Meinungen/Erfahrungen zu bestimmten Augenärzten (das auch gerne privat per PN) .
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Zuletzt geändert am 27.05.2015 07:23 Uhr
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20328
+ 1
Ich würde an deiner Stelle abwarten, wie schnell sich das Sehvermögen verschlechtert. Bei meiner Hündin hat es von den ersten Anzeichen mit 10 Jahren bis zum Erblinden fünf Jahre gedauert. Ich war froh, dass ich sie nicht operieren lassen hatte. Wir haben die Zeit genutzt, um von Sicht- auf Hörzeichen umzusteigen. Sie konnte dann sogar blind noch frei nebenher laufen, weil sie sich an den anderen Hunden orientierte und ich ihr immer was erzählt habe, damit wir in Kontakt blieben.

Meine jetzige Hündin hat eine Linsentrübung durch eine Verletzung. Wir haben damals mit den Tierärzten entschieden, dass bei der Operation ohne Linsenaustausch nur Massnahmen zum Erhalt des Auges getroffen wurden. Das war mir wichtig, weil durch Verlust der Mimik auch die Kommunikation mit anderen Hunden erschwert wird. Daran, dass sie auf einem Auge fast nichts mehr sieht, hatte sie sich in vier Wochen gewöhnt.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 9102
+ 1
Shaklin !
Also ich würde , denke ich keine OP machen lassen.Ich glaube schon das Du (!) ein Problem mit der evtl. Erblindung hättest , aber der Hund vermutlich nicht.Es geht ja langsam und nicht wie bei z.B. einem Unfall von jetzt auf gleich und die meisten Hunde können hervorragend mit allerlei Arten von Handicaps umgehen.Viel besser als die meisten Menschen.
Ich würde das so handhaben wie Christiane es beschrieb.
Sichtzeichen durch Hörzeichen austauschen !
Wie Du oben schriebst Eure Kommunikation läuft viel über das Sehen und genau da kannst Du ansetzen.Also wie in Deinem Beispiel wenn sie Dich lachen sieht , dann lachst Du ab sofort laut und sie wird ruckzuck Dein gehörtes Lachen mit dem gesehenen verbinden und genau wissen wann Du lachst und ihre Freude wird genau so sein.
Erspar ihr die OP wenn es nicht unbedingt erforderlich wird , denke ich (!) !
"Alt gewordenen Pferden das Gnadenbrot zu geben und Hunden nicht nur, wenn sie jung sind, sondern auch im Alter Pflege angedeihen zu lassen, ist Ehrenpflicht eines guten Menschen."(Plutarch von Chäronea, 45 - 120, griechischer Philosoph)
shaklin
  • Halbstarker
Beiträge: 354
@Christiane Danke für Deine Meinung hm, werde mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen.. aber, so blöd das jetzt klingt, wenn ich mich dagegen entscheiden müsste/würde, dann hätte ich das Gefühl ihr nicht geholfen zu haben. Ich glaub, da müsste schon ein Arzt kommen, der mir klipp und klar sagt, das eine OP nicht möglich oder ein zu hohes Risiko wäre. Naja...die OP würde ich eh erst nach dem Sommer machen lassen, also mal sehen wie sich das bis dahin entwickelt..

Auch Dir, tomstep, dankeschön Ja, vieles würde sich ändern, wenn auch langsam.. aber die Frage ist auch, kommt ein Hund damit klar oder findet er sich damit einfach nur ab? Ich denke letzteres, da Tiere nicht "wehleidig" sind.
Dinge, wie z.b. draußen sitzen und die Gegend zu beobachten, was wir ja oft tun, würde auch ihr bestimmt sehr fehlen.
Aber so wie es jetzt aussieht, wäre eine OP eventuell noch machbar..
Aber falls keine Chance auf Heilung besteht oder es das "Beste" für sie wäre, werde ich natürlich alles tun, damit sie sich wohlfühlt . Hab mir sogar überlegt mir dann so ein Fußkettchen mit Glöckchen umzubinden, damit sie immer weiß wo ich bin .


Falls Jemand zur OP selbst Erfahrungen zu berichten hat, würde ich mich freuen, wenn er sie hier postet oder via pn!
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Gast
+ 1
Hallo shaklin,
zunächst finde ich es super, das du dir so viele Gedanken machst ob Ja oder Nein. Entscheiden must letztendlich Du bzw. der Arzt.
Zu deinem "schlechten Gewissen" lass dir folgendes sagen. Hunde sind Bewegungsseher, d.h. ein Hund der seine Umgebung betrachtet, beobachtet NICHT die Landschaft, sondern sucht die Gegend nach Bewegung ab. Wenn du dich ca. 50 Meter vom Hund entfernt hast und ganz still stehen bleibst, sieht er dich nicht mehr. Wenn du ihn dann nur einmal rufen würdest liefe er erstmal planlos rechts und links bis er deine Witterung gefunden hat. Erst mit der Witterung kann er zu dir finden.
Das Leben in eventueller Dunkelheit wäre für uns Menschen, die wir fast alles über die Augen erfassen, ziemlich schlimm. Die Hauptsinne beim Hund sind das Gehör und der Geruch mit denen sie sich hauptsächlich orientieren. Meine beiden Kleinen brettern auch in stockdunkler Nacht mit vollen Speed die Treppe nach oben oder auch runter. Es ist noch nie einer auf der Treppen auch nur gestolpert. Hunde sind auf ihre Augen nicht angewiesen solange der Geruchssinn und das Gehör intakt sind. Das Glöckchen brauchst du übrigens nicht am Knöchel zu tragen. So ein Kettchen kann man auch mal vergessen um zu hängen. mach es an die Leine, die nimmst du immer mit.
Wieviel Vorwürfe würdest du dir machen, wenn du operieren läßt und sie nicht wieder aufwacht? Wäge gut ab welches das kleinere Übel ist.
LG, Alidasy mit Banditen
shaklin
  • Halbstarker
Beiträge: 354
Hallo Alidasy, lieben Dank für Deine Antwort .
Das Deine beiden sich an nichts stoßen, kann aber auch daran liegen, dass sie sich in ihrer gewohnten Umgebung befinden. In fremden sähe das anders aus, selbst neue Gegenstände/umgestellte Möbel können für blinde Hunde ein Problem dastellen und müssen sich erst neu orientieren. Manche blinde Hunde orientieren sich dagegen nie, jeder kommt anders damit klar.

Fürs überleben sind sie wohl nicht so auf ihre Augen angewiesen, aber es sind die Kleinigkeiten, allgegenwärtig die wir so gar nicht mitkriegen, wie oft habe ich Daisy z.b. ertappt wie sie mich heimlich beobachtet und mit dem Schwanz wedelt wenn ich sie dann anlächle, morgens freudig auf mich zuspringt, sobald ich die Augen öffne, Kommunikation mit anderen Hunden (nicht umsonst haben sie so feine Gesten/Mimik die wir Menschen manhcmal sogar nicht mitbekommen), Orientierung, sehen das ich eine Tüte dabei habe und erstmal neugierig reinschauen/schnüffeln, draußen chillen und "ihr Revier" bewachen, bei Freunden/Verwandten im Garten zufrieden feststellen das ich noch da bin, sehen wohin der Apportierbeutel ungefähr hinfliegt, ihre Lieblings Intelligenzspielzeuge, den Nachbarskater aus der Ferne verbellen um ihn von unserem Kater fernzuhalten.. ob das alles in völlig Dunkelheit machbar ist, weiß ich nicht.. klar, Daisy ist jetzt kein Berufs Hirtenhund und keine Überlebensjägerin, sie "braucht" in dem Sinne ihr Augenlicht gar nicht, sie würde hier mit mir mit Sicherheit damit klar kommen, aber ich finde das nicht weniger "wertvoll" oder weniger "wichtig", sie würde damit auch ein Stück Lebensqualität/freude verlieren.

Dennoch verstehe ich natürlich was du damit sagen wolltest, und es beruhigt mich natürlich zu wissen, dass Hunde, selbst wenn sie blind sind, gut zurecht kommen, vorallem weil vieles über Nase/Ohren abläuft.
Und gerade Deine letzten Sätze trafen wortwörtlich mitten ins Herz..
Denn meine Sorge dreht sich allein darum.

Ich habe jetzt nach einem Augenspezialisten gesucht und nächste Woche am Mi einen Termin. Mal sehen was er dazu sagt.
Ich habe inzwischen gelesen, dass es z.b. auch eine Alterserscheinung namens Nukleussklerose gibt (die NICHT zur Erblindung führt), die man nicht so einfach von einem grauen Star unterscheiden kann. Auch könnte das von einer Herzschwäche herführen (in einem Beitrag hier im Forum gelesen) usw, das alles wurde in der Klinik nicht erwähnt..

Leider hat sich noch keiner bzgl OP Erfahrung gemeldet, scheint wohl sehr selten zu sein.. aber wie schon sooft erwähnt, auch gerne per PN.
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shaklin
  • Halbstarker
Beiträge: 354

Waren heute beim Augenspezialist und alles ist so verlaufen wie ich es erhofft hatte . Es ist tatsächlich "nur" eine Alterserscheinung und kein krankhafter grauer Star.
http://www.tieraugen.com/konzept/allgoewer/home/pdf-pat/Nucleosclerose.pdf
Sie sieht auch nicht durch einen grauen Schleicher, wie die andere TÄ behauptet hat, sondern höchstens zu Fehlsichtigkeiten kommen.
Deshalb erkennt Daisy, wie erwähnt, uns eventuell daher oft von weitem nicht, erst wenn wir näher dran stehen.
Bin sowas von erleichtert, hoffe dass das noch lange so bleibt bzw nicht schlimmer wird, er meinte erst wieder in einem Jahr, aber mache das wohl wieder in einem halben oder so, sicher ist sicher *g.

Die Augentropfen und der Phak Sirup bringen übrigens nichts, selbst wenn sie Katarakt hätte, man könnte es mit keinem Mittel aufhalten oder gar stoppen, OP wäre die einzige Möglichkeit (falls erwünscht).
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