Junghündin greift Hündinnen an

meerestaucher
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Original von christianeadler:


Aus der Distanz lässt sich das schlecht beurteilen, aber eventuell hat es deine Hündin irritiert, dass du vorher, als die erste Hündin sie angpöbelt hat, mit ihr weg gegangen bist, also aus ihrer Sicht Schwäche gezeigt hast.

also ich glaub über diese aussage kann man streiten.
gerade wenn beide kläffen ist das ja eine gute methode ruhe reinzubringen, und jeder der nen leinenkläffer hat weiss wie schwierig es ist denn zur ruhe zu bringen, und nicht jeder will an der leine rucken.
ich hätte sie auch rausgenommen, einfach um wieder runterzukommen.
was ich bei meiner mache wenn sie mal kläfft: rausnehmen, und wieder umdrehen und zurück (aber nur wenn der andere hund nicht rumspinnt). seltsamerweise hilft das.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
meerestaucher
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Original von Friedapuschel:
Ich bestrafe meinen Hund nicht, darin sehe ich keinen Sinn. Sobald eine schwierige Situation kommt versuche ich das umzuleiten in eine Situation, in der mein Hund was gut macht und ich ihn dafür loben kann. Nur in der positiven Bestärkung sehe ich einen Sinn. Will heissen, wenn sie bockt und nicht weitergehen will weil da was anderes interessanter ist lasse ich sie sitzen, lenke sie ab versuche, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn mir das gelungen ist lobe ich sie dafür. Strafe ist erniedrigend und nicht förderlich für ein gutes Selbstbewusstsein, Lob hingegend macht stark. Aber vielleicht liege ich hier falsch? Bei meinem Neffen hat diese Strategie wunderbar funktioniert und war sehr nervenschonend. Aber der ist auch ein Menschenkind...

ich bin auch totaler fan von positiver erziehung, und finde auch das prinzip des alternativverhaltens ganz toll.
aber ich denke das kommt auch auf den hund an. bei meinem rüden sehr fruchtbar, meine hündin ist dazu zu intelligent
(die macht dann genau dass was sie nicht machen soll, nur um dann das zu machen was belohnt wird. clever mädchen )
wenn sie bocken würde und nicht weiterlaufen, würde ich allerdings einfach weitergehen.


Falls es doch zu einer Situation kommt, die nicht lobenswert ist (z. B. wenn sie einen kleinen Jagdausflug macht) warte ich bis sie zurück kommt. Dann nehme ich sie an die Leine, sage mit normaler Stimme "so nicht" und gehe weiter. Kein Leinereissen, kein kurzhalten - nix. Ich übergehe das einfach. Meckern und schimpfen, das ist ja auch Aufmerksamkeit für den Hund habe ich gelernt. Oder irre ich hier?

meckern würde ich auch nicht, weil dein hund das dann eventuell mit dem zurückkommen verbindet, und er soll ja gerne zurückkommen, aber jagdgausflüge würde ich auch nicht dulden. solang sie das macht: schleppleine.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Zuletzt geändert am 06.01.2014 19:07 Uhr
christianeadler
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@meerestaucher

So wie Friedapuschel die Situation schilderte, wurde ihre Hündin von einer angstaggressiven Hündin angestänkert. Von Leinenruck habe ich nicht gesprochen, halte ich in der Situation auch für ein absolut unsinniges Verhalten.
Wenn es mir gelingt, baue ich mich für meinen Hund als Barriere auf. Der Hund bleibt hinter mir und muss keine eigenen Kommentare abgeben. Wenn das nicht funktioniert und ich weg gehen muss, damit Ruhe einkehrt, dann sollte das nur in völliger Entspannung sein. Dann muss ich nämlich beiden Hunden rüber bringen, dass mich solche Stänkerei nicht interessiert, ich über den Dingen stehe.
Trittst du aber aus Sicht der Hunde die Flucht an, verunsicherst du deinen eigenen und bei einem angstaggressiven Gegenüber musst du noch damit rechnen, dass du oder dein Hund von Hinten angegriffen werden.

Ganz nebenbei ist das ein Grundproblem beim Training gegen Leinenkläfferei. Der Hund spielt sich auf und gewinnt den Streit, weil der genervte andere Hundebesitzer mit seinem von dannen zieht. Der Hund erfährt also ständig positive Verstärkung, ähnlich wie beim Verbellen von Joggern, Radfahrern, Autos... Wenn die Fieslinge dann (wie z. B. Briefträger) auch noch immer wieder kommen, steigert sich das Verhalten schnell bis zu echter Aggression.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Zuletzt geändert am 07.01.2014 05:56 Uhr
meerestaucher
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Beiträge: 4196
aber leinenkläfferei entsteht ja auch dadurch dass oft eben nicht genug distanz zwischen den beiden hunden ist, und die gewinne ich dadurch dass ich diese eben schaffe.
wenn du schon mal zwischen zwei stänkernden hunden gestanden bist, und gerade bei den kleinen die eine mordsenergie aufbringen können, bringt das dazwischenstehen herzlich wenig, die sehen sich ja immer noch.
und wenndu schreibst wenn das nicht funktioniert und man in völliger entspannung weggehen muss...wo liegt denn da der unterschied?
natürlich sollte man nicht schreiend oder wie auch immer weggehen, sondern ganz einfach distanz reinbringen, je nachdem wo ich stehe ist das zur seite oder nach hinten.
das ist dann ganz genau dasselbe was du da beschreibst, nämlich entspannt weggehen, interessiert mich nicht was der ander nmacht, fertig.

oft kann man es ja aussitzen, und die kläfferei beruhigt sich, das ist aber im alltag ja anders, weil jeder seines weges geht und nicht bei jedem hudn abwartet bis sich die lage beruhigt. das kann ich üben wenn ich die leute kenne. (wenn ich mit meiner weggehe wenn die mal loslegt regt sie sich ab, dann komm ich wieder zurück während der andere wartet, und nix ist mehr. kein gekläffe)
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Friedapuschel
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Hallo meerestaucher, hallo miteinander,


wenn sie bocken würde und nicht weiterlaufen, würde ich allerdings einfach weitergehen.

Das hat mir meine Trainerin auch gesagt. Jedoch, wie geht das? Mit 28 kg Hund am Haken, der keinen Schritt mehr macht und liegt? Da müsste ich sie über den Boden schleifen. Erstens ist mir das sehr unangenehm weil Gewalt, zweitens halte ich das nicht lange durch. Bin eine Frau, kein Athlet.

@christineadler:

Mache ich schon, stelle mich vor sie und versuche, sie abzulenken, damit sie mich anschaut. Ist ihr aber egal. Sie findet immer einen Winkel, wo sie an mir vorbeischauen kann. Leckerlie und Spielzeug helfen da nicht.

Sie selbst ist kein Leinenkläffer, das sind die anderen die sie so anpöbeln. Und das lässt sie sich halt nicht mehr gefallen.
meerestaucher
  • Hundetrainer
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liegt sie da am boden weil sie keine lust mehr hat oder angst hat?

mein rüde hat sich auch immer hingeworfen, bei war es allerdings aus angst, nicht aus bockigkeit. das müsstest du jetzt abschätzen. wenn es angst ist, da hab ich auch immer leckerlie geworfen, das ging dann super. leckerlie war wichtiger als angst.

sie legt sich da einfach so hin? komisch. keine lust mehr?

und zum rumkläffen: wenn hund mal im kläff-modus ist und sich reinsteigert, hab ich das gefühl das hirn wird abgestellt. da ist das timing ganz wichtig dass hund da gar nicht reinrutscht, allerdings ist das da draussen oft nicht so einfach, weil eiem ja oft auch kläffende hunde entgegenkommen. deswegen finde ich den rückzug auch so nett, weil hund da rausgenommen wird und sich wieder abregen kann und ansprechbar wird.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Zuletzt geändert am 07.01.2014 14:08 Uhr
Friedapuschel
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Original von meerestaucher:

liegt sie da am boden weil sie keine lust mehr hat oder angst hat?
sie legt sich da einfach so hin?

Hallo meerestaucher,

ja, legt sich einfach so hin und geht keinen Schritt mehr. Wahlweise steht oder sitzt sie auch, bewegt sich keinen Zentimeter. Lässt Ohren und alles hängen und schaut mich mit dem "Hundeblick" an. Meiner Meinung nach ist das keine Angst, ich schätze es als Sturheit ein. Es erscheint mir so als ob sie schlicht was anderes will als ich. Schnüffeln, spielen, ein Blättchen oder ein Vögelchen jagen, schauen ob nicht irgendwo ein Spielkamerad in Sicht ist - nur nicht weitergehen. Sie ist schon ein Sturkopf.
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