Junghündin greift Hündinnen an

Friedapuschel
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Beiträge: 6
Hallo miteinander,

Frieda, 1,5 Jahre jung, kurz vor der 2. Läufigkeit, zeigt seit ca. 2 Wochen seltsame Verhaltensweisen. Wir trafen da eine Hündin, die sich zwischen den Beinen der Halterin versteckte, bellte, Zähne fletschte, massiv pöbelte. Frieda hat darauf in der selben Weise reagiert. Ich ging sofort weg mit ihr. Zu dieser Zeit haben wir 2 junge Rüden kennengelernt, 10 Monate alt, mit denen wir uns immer wieder treffen, Gassi gehen, spielen. Da klappt es gut.

Jedoch, seither flippt sie aus wenn sie eine Hündin trifft. Heute liess ich sie mit einem dieser jungen Rüden spielen, frei laufen. Ein junger Husky-Rüde, der ständig aufreiten will. Frieda wehrt ihn ab. Leider haben wir nicht bemerkt, dass da eine andere Hündin kam. Frieda lief sofort zu ihr und hat sie "gewickelt". Es kam also zum Kampf. Ich habe den Eindruck, sie greift dann an wenn die andere Hündin Angst hat. Diese Situation hatte ich letzte Woche schon einmal. Bekannte Hündinnen, da passiert nix.

Bei den beissenden Mäulern wusste ich mir nicht anders zu helfen, als meine eigene Hündin von der anderen Hündin wegzutreten. Um sie dann am Geschirr fassen und wegziehen zu können. Das tut mir sehr leid denn ich verabscheue Gewalt in jeglicher Form. Anscheinend wurde die andere Hündin nicht körperlich verletzt. Die Halterin jedoch war total durch den Wind, Ihre Hündin sei mit 6 Monaten schonmal angegriffen worden, das sei unverantwortlich, mein Hund sei gefährlich und so weiter. Ja, aus ihrer Sicht hat sie Recht. Ich rechne mit einer Anzeige und kann die Frau verstehen. Dem werde ich mich stellen. Frei laufen lassen werde ich sie nicht mehr, nur noch Schleppleine.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie in dieser Situation in die Demutshaltung hätte bringen müssen. Das habe ich noch nie gemacht. Theoretisch weiss ich, dass ich sie am Halse fassen und hinlegen muss. Doch wie ist das mit dem Augenkontakt? Muss ich ihr dabei in die Augen sehen oder nicht? Ich weiss, dass sie sich entspannen muss bevor sie aufstehen darf.

Frieda´s Geschichte:

Im September 2012 habe ich sie mit 4 Monaten aus dem Tierheim geholt. Sie ist ein Labrador-Hütehund-Mix aus Ungarn, sie wurde aus einer Tötungsstation vom Tierschutz gerettet. Anfänglich hatte sie vor allem Angst denn sie kannte nichts. Autos, LKWs, Kinderwagen, Rollstuhl - alles war neu für sie. Behutsam habe ich ihr die Welt gezeigt. Da sie ängstlich war (und noch ist?) bin ich ganz behutsam mit ihr umgegangen. Ich wurde nie laut, das hat sie nicht gebraucht. Leise, klare, freundliche Kommandos, damit kamen wir immer gut klar. Ich habe sie mal geschimpft als sie Sachen kaputt machte und sich alles erreichbare holte als wir das Alleinbleiben geübt haben - da war sie total durch den Wind. Seither haut sie ab wenn ich nach Hause komme, versteckt sich auch wenn sie nichts mehr anstellt.

Als Welpe kam es einige Male vor dass wir Hündinnen getroffen haben. Frieda lief friedlich auf sie zu so nach dem Motto "ja hallo, wollen wir spielen?" Und sie wurde dann von den Hündinnen gewickelt, also angegriffen, hat sich ergeben.

Seit 2 Wochen gehe ich "aufgerüstet" spazieren: Leckerlie (die ignoriert sie bei Hundebegegnung, ein Quietschball - der fluppt ab und zu, ein Spielzeug zum reinbeissen - das fluppt mehr oder weniger gut.

Ich agiere gerade so, daß ich, sobald ich jemanden sehe, sie sitzen lasse und versuche, sie mit Spielzeug, Leckerlie und Übungen versuche, abzulenken. Das gelingt mehr oder weniger gut.

Hat jemand einen guten Rat für mich?

Habt lieben Dank. Grüße von Vera.
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
+ 1
ich denke da bist du besser mit einem trainer bedient, weil das könnte ja alles sein, und so sieht man ja nicht wie das ablief.

kann gut sein dass sie durch den angriff der anderen hunde vorher schon mal weiss aha, da könnte was kommen.
das habe ich bei meiner hündin auch beobachtet, die war früher total cool, wurde dann aber im letzten jahr gebissen aus heiterem himmel (hund lief unter tisch vor, keine chance zu reagieren), und jetzt merke ich auch eine gewisse abwehrhaltung, sie reagiert auch wenn andere anfangen zu prollen, das war ihr früher egal.

oft sagt man ja gleichgeschlechtlich ist ein wenig problematischer, könnte auch dass sein.
vielleicht spielt auch die baldige läufigkeit mit rein? weiss ich nicht wie hormone da so ticken können.

das mit auf den boden werfen, augen gucken etc:
meine persönliche meinung: mit sowas macht man sich selber verrückt. (abgesehen davon dass auf den boden werfen eher old school ist, würde ich nie machen, vor allem nicht wenn sie schon angst hat wenn man sie mal anbaffzt!!).
dass das rausziehen gewalt war sehe ich nicht so, das war nötig und fertig, auf ein "komma mal bitte weg" hätte sie wohl nicht reagiert.
ich denke auch eine klare ansage muss aus dem bauch heraus kommen.

versteckt sie sich denn immer noch wenn du nach hause kommst? von einmal schimpfen? hast du sie da auf frischer tat ertappt oder geschimpft als du nach hause kamst und die kaputten sachen sahst? (und sie somit vielleicht verknüpft: sie kommt nach hause und schimpft (deshalb geh ich jetzt mal lieber).


wenn ich du wäre würde ich sie wie du jetzt planst nur an der schleppleine lassen und sie nur mit anderen hunden zusammen lassen mit deren besitzer du das vorher abgeklärt hast.
falls der angriff aus angst geschah bringst du sie dann ncht mehr in die situation dass da aus heiterem himmel ein hund kommt und es, worst case, zum kampf kommt und deine hündin wieder zurückwerfen könnte.
wenn es ein anderer grund war kannst du auch vorher klären ob kompatibel oder nicht.

aber auch zur sicherheit für die anderen solltest du die schlepp mal dran lassen.

wenn du schreibst du gehst aufgerüstet los und lenkst sie ab: macht sie denn da schon was? (leinekläffen) oder lenkst du eher mal so zur vorsorge ab?
kennt sie ein "schluss" "tabu" oder "nein" kommando?
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Zuletzt geändert am 06.01.2014 06:59 Uhr
braunerdobi
  • Halbstarker
Beiträge: 460
Moin!

Meerestaucher hat alles Wichtige dazu gesagt und es auf den Punkt gebracht!
TOP !!

Hundesportliche Grüße
braunerdobi & Co.
Nele12345
  • Halbstarker
Beiträge: 408

Hallo fridapuschel

ich kann mich Meerestaucher auch anschließen. Ich führe das als Reaktion ihrer Angst aus den voran gegangenen Vorfälle an das sie nach "Angriff ist der berste Weg zur Verteidigung" gehandelt hat.
Ich habe das selbe mit meiner super sozialen (auch frühere Angsthündin aus einer Tötungsstation) Hündin erlebt. Sie hat bislang nie Probleme mit Hunden gehabt und geht auch fast jede Woche zur HU zur Spielstunde mit erwachsenen Hunden (ca 30 Hunde aller Größen und Rassen). Dann kam der Vorfall, Meine Hündin wurde von einem anderen Hund im Vorbeigehen von
einem Besucherhund meiner Nachbarn ins Hinterbein gebissen. Gott sei Dank keine schwere Verletztung, nach 2 Tagen hat sie schon nicht mehr gehumpelt. Als wir knapp 2 Wochen später zur Hundeschule in die Spielstunde gefahren sind und ein für sie
fremden Hund kam auf sie etwas prollig zu ging auch sie sofort zum Angriff über, sie hat den anderen Hund nicht gebissen,
vielleicht weil sie es nicht getan hätte weil sie nur den Angriff vortäuschen wollte oder aber ich und der Trainer waren schnell genug beim abgreifen/dazwischen gehen. Wir mussten sie in dieser Spielstunde mehrfach zurecht weisen und es hat sogar noch einige Spielstunden gebraucht um ihr dieses Verhalten wieder abzutrainieren bis alles wieder wie vorher "null Probleme "mit anderen Hunden war.
Daher würde ich dir auch zu einem guten Hundetrainer raten um das Problem auch zu bearbeiten damit sie wieder Vertrauen zu ihres gleichen bekommt und wieder ohne Angst mit ihnen spielen kann.
Bei einem Angsthund so wie unsere halte ich das auf den Rücken werfen um sie aquasi zu dominieren für völlig falsch,
ein konsequentes "nein" "aus" etc. sollte auf jeden Fall ausgesprochen werden falls sie sie hochspult wegen eines anderen Hundes und dann kann man mit ablenken, sichtkontakt verhindern, andere Richtung gehen etc. weiter reagieren.
Ich würde ihr jetzt auch keinen Freilauf geben solange sie ein Problem mit anderen Hunden hat und sie dir nicht mehr 100% vertraut und wieder Angst vor dir hat.
Arbeite an deiner inneren Ruhe bzw. strahle sie nach aussen aus, das beruhigt deinen Hund, spiele viel mit ihr, vielleicht zwischendurch öfters mal wieder Handfütterung einlegen.
Überlege noch mal ob deine Hündin einen Rückzugsort hat wo sie keiner stört der für alle tabu ist das gibt ihr vielleicht auch ein Stück mehr Sicherheit. Meiner Angsthündin hat es sehr geholfen das ihr Körchen abseits stand, sie aber noch fast alles mitbekommt aber sich keiner ihrem Körchen zu dicht genähert hat wenn sie dort drin lag. Es ist auch heute noch ihr Lieblingsplatz "my home ist mey Castle" es war immer ihre Zuflucht wenn ihr irgend etwas nicht koscher war oder sie angst hatte, dort kam sie immer sehr schnell wieder runter und wurde ruhig. Dann müsste dein Hund sich nicht mehr verstecken wenn sie mal wieder sehr ängstlich reagiert ( bei solchen Hunden weis man ja oft gar nicht warum sie mit einem mal ängstlich sind) und käme vielleicht auch schneller wieder zur Ruhe
LG Renate
Zuletzt geändert am 06.01.2014 12:25 Uhr
Friedapuschel
  • Forenwelpe
Beiträge: 6
Hallo, vielen Dank für Eure Nachrichten.

versteckt sie sich denn immer noch wenn du nach hause kommst? von einmal schimpfen? hast du sie da auf frischer tat ertappt oder geschimpft als du nach hause kamst und die kaputten sachen sahst? (und sie somit vielleicht verknüpft: sie kommt nach hause und schimpft (deshalb geh ich jetzt mal lieber).

Ja, sie versteckt sich immer noch. Ich habe geschimpft, als ich nach Hause kam und sie hat wohl letzteres verknüpft. Wenn ich jetzt nach Hause komme pfeife ich fröhlich, meist liegt sie schwanzwedelnd in ihrem Bettchen. Wenn ich sie dann rufe kommt sie freudig her.

aber auch zur sicherheit für die anderen solltest du die schlepp mal dran lassen.

Habe eben den Beitrag gelesen "mein Hund ignoriert mich". Da passt einiges auf uns. Ich werde mehr alleine mit ihr Gassi gehen an der kurzen Leine und Übungen machen: Fuss laufen, Slalom, Blickkontakt üben. Wenn sie draussen was sieht, ist alles interessanter als Frauchen. Oft setzt oder legt sie sich dann hin, läuft keinen Schritt mehr, fixiert was ihr so interessant erscheint. Mit Leckerlie weiterführen klappt manchmal, oft ignoriert sie die total. Dann kommt das Kauspielzeug oder der Quietschball zum Einsatz, mit mehr oder weniger Erfolg. Leinekläffen macht sie nicht.

Ich lenke auch zur Vorsorge ab. Und sobald ich sehe, dass sie fixiert oder schleicht. Unser Stop ist "ääh", "nein" ist bei uns die Steigerung. Sobald sie jedoch in der "Verweigerung" ist, reagiert sie darauf nicht.

Kann es sein, dass mein Hund mich nicht mehr als Rudelführer sieht und daher so reagiert?

Ich freue mich auf Eure Beiträge.
Shibaherz
Beiträge: 21215
"Ich habe sie mal geschimpft als sie Sachen kaputt machte ... seither haut sie ab, wenn ich nach Hause komme ..."

"Auf frischer Tat ertappt" (Meerestaucher) hast Du sie dabei wohl nicht und sie verknüpft nun (für sie) unangenehmes bedrohliches Geschrei mit Deinem Erscheinen. Wie Du selbst schon ahnst: sie ist immer noch ein Angsthund. Und macht unter diesem Vorzeichen die Erfahrung, bei ihrer Angstattacke von Dir getreten zu werden.





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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
das mit dem rudelführer, weiss nicht....ich glaube in diese theorien kann man sich recht schnell auch verbeissen:
hund hört nicht. Bin ich nicht sein rudelführer?? ich muss sein rudelführer sein!! "hundumwerf".

so oder so ähnlich

was ich machen würde:
sei verlässlich ihr gegenüber:
also kein rumgemeckere für dinge die schon passiert sind.
klare regeln im haus, die immer konsequent sind.
ich bin fan von NILIF (kannst ja mal googlen), weiss nicht was ihr davon schon einbaut.
und wichtig: zeig ihr draussen dass du da bist: also keine hundeüberfälle mehr, du kannst auch mal bogen laufen um ihr mehr raum zu geben wenn ein anderer hund kommt (hast du ja geschrieben machst du schon, find ich gut).
würde jetzt nicht anfängen hier ständig mit kurzer leine und übungen wie auf der kaserne, sondern auch mal was machen was spass macht. z.b. leckerlie verstecken, kong verstecken, etc. hab auch einen angsthund und das hat ihm super geholfen. der war da immer so stolz drauf wenn er was gefunden hat und richtig gemacht hat, und ich denke das hat seinem selbstbewussseein total geholfen.
und kontakte zu netten hunden.

und auch: nicht erwarten dass was kommt. klar immer augen offen halten, aber man sollte nicht in die anspannung verfallen und denken dass immmer was passiert, sondern locker bleiben und augen offen halten.

was auch sehr nett ist: das guck kommando. bevor sie nen anderen anstarrt, einfach mal "guck", super, fein, bogen drumrum, situation gerettet.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Zuletzt geändert am 06.01.2014 13:00 Uhr
Friedapuschel
  • Forenwelpe
Beiträge: 6
Habt lieben Dank für Eure Beiträge.

Wenngleich Dein Beitrag, Shibaherz, heftig für mich ist. Gewalt, auch verbale, lehne ich ab. Ich habe meinen Hund noch nie geschlagen, angeschrieen, an der Leine gerissen oder gar getreten (ausser - siehe oben). Welche angemessene Reaktion hätte es für Dich in dieser Situation gegeben?

Kommandos gebe ich meinem Hund ruhig und freundlich, den "Kasernenton" verabscheue ich. Andererseits diskutiere ich nicht mit ihr, sie ist ein Hund, kein Mensch.

Gestern habe ich mit dem Hundetrainer Kontakt aufgenommen, bei dem wir in der Welpenspielgruppe waren. Ich werde einen Termin mit ihm vereinbaren.

Wir gehen auch in die Hundeschule, die letzten Monate leider nicht, da wurde für ein Event trainiert zu dem wir abwesend waren. Und nun riecht sie supertolll, die Rüden schlüpfen ihr beinahe in den Popo. Also Einzeltraining. Ich füttere sie auch nur noch von Hand. Wenn sie mich anschaut kommt Futter. Ich verstecke es auch unter Bechern, sie darf es suchen. Das macht ihr Spaß.

Erschwerdend kommt noch hinzu, dass die häusliche Situation gespannt ist. Ich lebe in Trennung von meinem Partner, noch im gemeinsamen Haus, er hat gar keinen Hundeverstand. Ich bin mir sicher, das alles spürt sie.
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20328
Mir fehlen hier noch Beiträge zum Verhalten der Hündin.
Erstens ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass Hündinnen, besonders rund um die Läufigkeit, nicht mit anderen Hündinnen verträglich sind. Um Kämpfe zu vermeiden, muss sie also entweder abrufbar sein oder an der Leine bleiben.

Zweitens teilen Hunde in der Regel nicht unsere Moralvorstellung, dass Schwächere geschützt werden müssen, es sei denn sie gehören zum Rudel. Wenn sich die andere Hündin aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen ängstlich verhalten hat, ist es gerade für einen unsicheren Hund normal, noch einen drauf zu setzen. Ängstliche Hunde werden schnell Mobbingopfer.
Das befreit dich als Halter des angreifenden Hundes zwar im rechtlichen Sinn nicht von der Schuld, sollte dir aber für den Umgang und weiteres Training bewusst sein. Da macht Bestrafung keinen Sinn, sondern nur eine Stärkung des Selbstbewusstseins und des Vertrauens in deine Sicherheit. Je sicherer ein Hund sich fühlt, um so besser kann er mit der Unsicherheit anderer umgehen.
Aus der Distanz lässt sich das schlecht beurteilen, aber eventuell hat es deine Hündin irritiert, dass du vorher, als die erste Hündin sie angpöbelt hat, mit ihr weg gegangen bist, also aus ihrer Sicht Schwäche gezeigt hast.

Ich würde für deine Hündin Begegnungen mit selbstbewussten anderen Hündinnen suchen, die auf kleine Unsicherheiten und Stänkereien nicht ihrerseits gleich kampfbereit reagieren. Dann hast du die Möglichkeit ihr Verhalten zu korrigieren.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Zuletzt geändert am 06.01.2014 15:15 Uhr
Friedapuschel
  • Forenwelpe
Beiträge: 6
Hallo Christiane,

> Mir fehlen hier noch Beiträge zum Verhalten der Hündin.

Das hier ist mein erster und einziger Beitrag. Schreib mir was dir fehlt, ich antworte Dir gerne.

Zweitens teilen Hunde in der Regel nicht unsere Moralvorstellung, dass Schwächere geschützt werden müssen, es sei denn sie gehören zum Rudel. Wenn sich die andere Hündin aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen ängstlich verhalten hat, ist es gerade für einen unsicheren Hund normal, noch einen drauf zu setzen. Ängstliche Hunde werden schnell Mobbingopfer.

Danke für diese Info. Das passt in das Verhaltensmuster von Frieda.

Das befreit dich als Halter des angreifenden Hundes zwar im rechtlichen Sinn nicht von der Schuld, sollte dir aber für den Umgang und weiteres Training bewusst sein. Da macht Bestrafung keinen Sinn, sondern nur eine Stärkung des Selbstbewusstseins und des Vertrauens in deine Sicherheit. Je sicherer ein Hund sich fühlt, um so besser kann er mit der Unsicherheit anderer umgehen.

Es war schon immer mein Anliegen, meinem Hund Vertrauen und Selbstbewusstsein zu vermitteln. Ein gutes Stück ist mir das auch gelungen wenn ich betrachte, wie sie war als sie zu uns kam.

Ich bestrafe meinen Hund nicht, darin sehe ich keinen Sinn. Sobald eine schwierige Situation kommt versuche ich das umzuleiten in eine Situation, in der mein Hund was gut macht und ich ihn dafür loben kann. Nur in der positiven Bestärkung sehe ich einen Sinn. Will heissen, wenn sie bockt und nicht weitergehen will weil da was anderes interessanter ist lasse ich sie sitzen, lenke sie ab versuche, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn mir das gelungen ist lobe ich sie dafür. Strafe ist erniedrigend und nicht förderlich für ein gutes Selbstbewusstsein, Lob hingegend macht stark. Aber vielleicht liege ich hier falsch? Bei meinem Neffen hat diese Strategie wunderbar funktioniert und war sehr nervenschonend. Aber der ist auch ein Menschenkind...

Falls es doch zu einer Situation kommt, die nicht lobenswert ist (z. B. wenn sie einen kleinen Jagdausflug macht) warte ich bis sie zurück kommt. Dann nehme ich sie an die Leine, sage mit normaler Stimme "so nicht" und gehe weiter. Kein Leinereissen, kein kurzhalten - nix. Ich übergehe das einfach. Meckern und schimpfen, das ist ja auch Aufmerksamkeit für den Hund habe ich gelernt. Oder irre ich hier?

Aus der Distanz lässt sich das schlecht beurteilen, aber eventuell hat es deine Hündin irritiert, dass du vorher, als die erste Hündin sie angpöbelt hat, mit ihr weg gegangen bist, also aus ihrer Sicht Schwäche gezeigt hast.

Danke, noch ein Mosaik-Steinchen! In der Hundeschule habe ich gelernt, in solchen Situationen kommentarlos umzudrehen und wegzugehen. Was schlägst Du mir vor in einer solchen Situation?

Ich würde für deine Hündin Begegnungen mit selbstbewussten anderen Hündinnen suchen, die auf kleine Unsicherheiten und Stänkereien nicht ihrerseits gleich kampfbereit reagieren. Dann hast du die Möglichkeit ihr Verhalten zu korrigieren.

Ja, die muss ich erst noch suchen!

Unser Spaziergang heute nachmittag war ziemlich relaxt. Eure lieben Beiträge haben mich bestärkt. Ich danke Euch dafür. Wenn Frieda sich groß machte, einen auf dicke Hose, habe ich mich zu ihr hingekniet und sie sanft an der Flanke gestreichelt , "alles paletti!". Da wurde sie wieder kleiner.

Angst und Unsicherheit - ich habe es geahnt und nun ist es mir klar, das sind unsere Themen. Ein jeder bekommt den Hund, den er braucht.
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