Ich bin meinem Hund egal.

christianeadler
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@Halunke

Ist das nicht eine zu vermenschlichte Sicht? Um seiner selbst geliebt zu werden, ist eine nette Theorie, und sie wird auch gern unsern Hunden übergestülpt. In der Tierwelt geht es aber neben Sympathie auch darum, wer Futter- und Lagerplätze kennt, wer gut bewachen und beschützen kann, wer seine Standpunkte am selbstsichersten vertritt....

Für mich ist das, solange ich Hunde kenne, eine Gratwanderung. Ich möchte nicht mit einer Wurst wedeln müssen, damit mein Hund kommt, finde es grauenvoll, wenn sich Hundehalter erst mit einer Gürteltasche voll Leckerchen passend angezogen fühlen. Andererseits finde ich Futter und Spielzeug schön, um bei einem Spaziergang gemeinsame Momente zu gestalten.
Wenn ich nicht jogge oder fahre, gebe ich den Hunden doch schon ein unnatürliches Tempo vor. Ich hatte mal eine Schäfermixhündin, die mir das sehr deutlich demonstrierte, indem sie mich permanent wie eine Herde umkreiste. Andere Charaktere verabschieden sich auch mal für eine Jagdeinlage.
Ich denke, um einen Hund gegen sein eigentliches Temperament bei mir zu behalten, muss ich auch was bieten. Meine Hündin hat mir z. B. von Anfang an Fundstücke angeschleppt, damit ich sie werfen sollte. Heute habe ich unterwegs also fast immer einen Ball in der Tasche. Mein Rüde findet jedes Aas in 500 Meter Umkreis. Für ihn "finde" ich dann mal eine Futterstelle, eine Handvoll unter Laub oder in einer Baumwurzel versteckt, sorgt für volle Zufriedenheit. Meine andere Hündin lässt sich prima von der Fährtensuche und Jagd ablenken, wenn ich ihr Futter ins hohe Gras oder Laub werfe.

Bei aller Kritik an der Leckerchenmasche finde ich es dumm, Futter einfach nur langweilig in einen Napf zu tun, möglichst noch mit festen Uhrzeiten die Erwartungshaltung der Hunde auf diesen Punkt des Tages zu lenken. Wenn ich zwischendurch unterwegs was mithabe, lässt sich das viel interessanter gestalten.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Zuletzt geändert am 20.03.2014 11:50 Uhr
Shibaherz
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Ja Halunke das hast Du mit Sicherheit missverstanden
Kein Mensch hier reduziert seine Position dem Hund gegenüber auf Leckerlies. Sparsam verwaltet, kann was Besonderes trotzdem manchmal nützlich sein, besonders bei einem ganz jungen Hund und abhängig vom Charakter. Die Natur hält eben für ihn manchmal größere Reize bereit als menschliche Spielangebote.

Mascha ist mir im Alter von 9 Monaten - da hatte ich sie gerade 5 Monate - mal durch die Drehtür vom Friedhof in den Friedhof hinein entwischt. Ich hätte nicht gedacht, daß sie durch die Tür durchpaßt, sie hat sie ja nicht angeschoben . Vorher hatte sie ganz friedlich im Gebüsch der Grünanlage gestöbert. Wie der Blitz ist sie auf dem Friedhof herumgeschossen, sie fand es köstlich, die Gerüche, das hohe Gras ... und zack, war sie weg aus meinem Gesichtskreis. Da war ich natürlich der Panik nahe. Hab den halben Tag nach ihr gesucht. Sogar die Friedhofsarbeiter bei ihrer Pause gestört und nach ihr gefragt

Gegen Abend, als ich, völlig erschöpft und verzweifelt, mich darüber mit Bekannten am Eingang der Grünanlage neben dem Friedhof unterhielt, kam sie (scheinbar) seelenruhig anspaziert. Jedenfalls hat sie keinen Freudentanz über das Wiedersehen aufgeführt

Eine Frau erzählte mir später, daß sie von ihrem Balkon aus beobachtet hätte, wie Mascha mehrmals am Tag ganz allein durch die Innenhöfe der GEW-Siedlung, die wir immer als Abkürzung nahmen, getrabt sei, in beiden Richtungen, und sie sich darüber gewundert habe. Sie ist also mehrmals zu meiner (verschlossenen) Haustür und von dort wieder zu der Drehtür gelaufen, ein Fußweg von 10 Minuten (und hat dabei 3 Straßen überquert). Bestimmt nicht nur wegen Leckerlis. Aber ich hätte bei meiner Suche nach ihr gern was Besonderes dabeigehabt (keinen industriellen Kaustreifen).





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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 20.03.2014 12:16 Uhr
x-Nicole-x
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Ich denke auch dass keiner nur auf die Leckerlies reduziert werden möchte.

Ich habe auch so einen 'stylischen' Futterbeutel am Gürtel hängen, ist das jetzt schlecht ?
Klang so herablassend. Mir geht es nur darum, dass ich die Leckerlies nicht in jeder Hose oder Jacke verteilt habe.

Aber ich reduziere die Leckerlies jetzt mal zu mal.
Heute bei der Abendrunde hatte ich sie die ganze Zeit von der Leine. Hat bis auf 1-2 Ausnahmen ganz super geklappt.
Aber ich glaube, dass das daran liegt, dass ich den ganzen Nachmittag arbeiten war und sie mich nicht zu Gesicht bekommen hat und ich aus diesem Grund noch etwas interessanter war als sonst. Oder wie seht ihr das ? Ansonsten hat sie mich ja so gut wie immer um sich drumherum.

Was ich heute auch mal gemacht habe:
Da sie ja immer wegrennt, sobald ich auf sie zu gehe, bin ich mal um sie drumherum gegangen (mit einen großen Abstand) und habe sie dann weiter 'getrieben' als sie mal auf mein WEITER nicht reagiert hat.
An sich ist das doch gar nicht so eine schlechte Sache oder sehe ich das falsch?
Der Rudelführer treibt doch auch immer das Rudel zusammen, oder ?
Nachdem ich das heute einmal gemacht habe, hat sie danach eigentlich immer reagiert. Kann natürlich auch nur Zufall sein, aber wie seht ihr das?

Was ich mir auch noch so überlegt habe um von den Leckerlies wegzukommen, dass ich verschiedenes Spielzeug mitnehme (ihr wird ja immer sehr schnell langweilig, wenn sie paar mal hintereinander das gleiche, zb. Futterbeutel, sieht). Also Kuscheltiere oder Taus, wo wir zur Belohnung kurz zerren und dann geht es weiter.
Legen jetzt auch zwischendurch mal Kuschelpausen ein, wo sie mir denn auch mal kurz das Gesicht abschleckern darf (Abschlecken ist ihre Leidenschaft pur).

@ shibaherz:
mir wäre da glaube ich auch das Herz in die Hose und noch viel tiefer gerutscht.
Aber dass sie zu dir nach Hause und wieder zurück gelaufen ist, ist ja doch ein Zeichen, dass sie dich gesucht hat und ihr doch eine super Bindung habt.
Wenn ich mir ausmale, wenn meine Kiara mal so ausbüchsen würde, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie gezielt nach mir sucht. Der nächst beste würde da glaube ich angesprungen und als neues Frauchen akzeptiert werden. ;(
Zuletzt geändert am 20.03.2014 21:35 Uhr
meerestaucher
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mal ne andere frage:
wie stellst du dir so deinen perfekten spaziergang vor? oder was genau erwartest du von deinem hund? dass sie sich immer auf dich konzentriert?

ich denke die meisten hunde bleiben mal stehen und schnüffeln, und kommen dann erst hinterher.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Zuletzt geändert am 20.03.2014 22:20 Uhr
christianeadler
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Herablassend ist mein Kommentar über die Gürteltaschen voll Leckerchen sicher nicht gemeint. Es ist für meinen Geschmack nur zu selbstverständlich geworden, und die Trainer, die darauf schwören, zeigen nie die Nachteile. Leckerchen sind sicher bei vielen Hunden eine gute Methode, um sie für neue Tricks zu motivieren und belohnen. Nur sollten sie für den Hund nicht zum Sinn der Übung werden. Ich habe mal eine nette Antiwerbung gesehen, die es auf den Punkt bringt. "Sitz" heisst, eine bequeme Haltung zur Aufnahme von Leckerchen einnehmen. Ein Hund, der so gelernt hat, wird frustriert sein, wenn nichts kommt, und dann auch nicht mehr hören.
Und im Alltag sind die Gürteltaschen natürlich bei Begegnungen mit anderen Hunden ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Selbst der kleinste Dackel kann zum Wolf werden, wenn er meint, sein Futter verteidigen zu müssen. Die Halter beschwören Aggressionen herauf und wundern sich über ihren unverträglichen Hund oder, noch schlimmer, bewerten Futterneid, wohlwollend vermenschlicht, als Eifersucht oder Verteidigung ihrer eigenen Person.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
x-Nicole-x
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@ meerestaucher:
Ich verlange eigentlich nichts unmögliches. Ich möchte einfach nur, dass Kiara weiß wo sie hin gehört und auch den Wille hat bei mir zu bleiben. Ich möchte nicht, dass sie die ganze Zeit an meiner Seite klebt, sondern, dass sie auch mal Hund sein kann. Sie soll auch schnüffeln, was ja nun komplett natürlich ist. Ist ja nicht so, dass ich ihr das verbieten möchte, nur ich möchte, dass sie auf einer weiten Entfernung erkennt, dass sie mal von alleine nach kommen müsste.
Aber ich bestehe da nun auch nicht mehr so gezielt drauf.
Ich rufe sie halt immer wenn ich meine die Entfernung reicht aus. Vielleicht lernt sie ja irgendwann die Entfernung selbst einzuschätzen, wenn nicht bin ich zufrieden, wenn sie wenigstens kommt wenn ich sie rufe.

Mit dem Futterbeutel habe ich das noch gar nicht so umstritten gesehen. Sehe es halt nur eine Art von Aufbewahrungsmöglichkeit. Mir ist auch nie aufgefallen, dass Kiara diesen Beutel irgendwie beschützen möchte etc.
Futterneid oder 'Eifersucht' zeigt sie eigentlich so gut wie gar nicht. Ich gebe auch grundsätzlich keinem anderen irgendwelche Leckerlies. ich finde sowas grauenvoll. Als wir das erste Mal mit meiner Freundin und ihren Hund (nun Kiara's aller bester Freund) unterwegs waren und sie ein Leckerlie von ihr gekriegt hat, hat sie ständig bei ihr gebettelt. Ich möchte nicht, dass irgendwer meinem Hund ein Leckerlie gibt, da sie leider leicht bestechlich ist.

Was jetzt die Erziehung mit Futter angeht, denke ich, dass man da ein Mittelmaß finden sollte. Schiebt man dem Hund ständig ein Stückchen ins Maul ist es auch für den Hund irgendwann nichts mehr besonderes und wird als eine normale Sache angesehen.
Bis Kiara 7 oder 8 Monate alt war, waren wir in einer Hundeschule. Die Trainerin dort macht die Erziehung auch so gut wie ohne Leckerlies (abgesehen vom Rückruf). Sitz wurde dann mit einem gewissen Handgriff beigebracht. Hat auch geklappt, Kiara hat mit Sitz noch nie Probleme. Dann kam das Platz und mein Hund fing an zu zittern ohne Ende. Dafür gab es auch einen bestimmten Handgriff. Daumen ins Halsband (Geschirr wurde nicht gerne gesehen), Zeigefinger sollte auf das Schulterblatt gedrückt werden und dann eine Pfote/Bein nach vorne gezogen werden. Kiara hatte panische Angst. Jedes Mal als ich dann Platz gesagt habe, fing sie an zu zittern und wollte weglaufen, sobald ich mich auf sie zu bewegte. Die Trainerin meinte, dass es eine ganz normale Reaktion ist. Ich war erstmal erschüttert.

Außerdem hat sie auch Angst vor größeren Hunden (und die sind bei ihrer Größe nicht schwer zu finden). Wir waren damals in der Welpenspielstunde (auch noch mit 8 Monaten), weil sie vor jedem größeren Hund zurückgewichen ist und dann fing sie auch an Zähne zu fletschen und zu beißen, weil sie mit den ganzen großen Hunden total überfordert war. Sie wurde schon als wir das erste mal da waren von großen Hunden umgeschmissen, eingeschüchtert und durch die Gegend gejagt, dabei allerdings immer wieder umgeschmissen.
Mittlerweile geht sie an großen Hunden vorbei, aber ohne Leine würde sie sofort davon flitzen.
Leider haben hier auch viele Hundebesitzer ihre Hunde nicht im Griff, sodass die meisten Hunde anfangen zu bellen und versuchen meine anzugehen. So sammelt sie leider immer wieder schlechte Erfahrungen.

Okay, ich bin jetzt etwas abschweift. Das tut mir leid, aber so ist das wenn man einmal vor der Tastatur hockt
Shibaherz
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Nicole es ist ja nun auch bald Ostern, versuch es doch auch mal mit so kleinen versteckten Nestern draußen, wie von Christiane beschrieben. Wichtig dabei, daß Du diejenige bist, die das Nest zuerst entdeckt. Am besten, Du steckst Dir selbst was ein, was Dir auch schmeckt - der Leithund sieht den anderen ja nicht beim Fressen zu, sondern bedient sich zuerst.

Vieles was Du schreibst, erinnert mich an Mascha, als sie klein war. Z.B. dieses Ausweichen, Sich-weg-bewegen, wenn sie abgeleint ist und man auf sie zugeht. Sie erwartet dann eben, von Dir wieder angeleint zu werden, und will noch nicht.

Uns haben auch die Übungen "Bleib!" und "Halt!" (ich verwende: "Stopp!" ) gut geholfen. Beim "Bleib!" bringst Du sie erst ins Sitz, gibst dann das Kommando und gehst 1 m oder so zurück. Wartest eine Weile, zählst meinetwegen insgeheim bis 10. Nach und nach dehnst Du die Entfernung mehr aus. Das "Stopp!" hat sie von mir beim Straße überqueren tausende Male gehört und mußte ja jedesmal mehr oder minder lange stillstehen und warten. Das hat sich verfestigt, so daß sie dann irgendwann auch weit entfernt auf der Wiese auf diesen Zuruf hin stillstand und wartete.

Ich denke übrigens, daß Du auch "drinnen" Aufmerksamkeit abziehen/dosieren und unbedingt Regeln etablieren musst, die von beiden Seiten dann auch unbedingt eingehalten werden müssen, so wie auch schon ThoBeNa geschrieben hat.

Eine "Super-Bindung" hatte Mascha mit 9 Monaten an mich bestimmt noch nicht. Hat sich ja auch wie gesagt kaum gerührt, als sie mich nach 6 oder 7 Stunden dann wiedersah Ich stell mir vor, daß nach dem stundenlangen Umhergespringe usw. Hunger- und Durstgefühle einsetzten und sie mich deshalb suchte. Überhaupt hatte sie (und natürlich auch ich) großes Glück, dass auf dem Friedhof keiner die Polizei gerufen hat und die Autos auf den Straßen für sie gebremst haben.

Ich drück Dir die Daumen Hab Geduld und stell drin ein paar Regeln auf (nicht zu viele auf einmal)





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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 21.03.2014 13:45 Uhr
Stinktier1904
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Ich bin meinem Hund egal.

Hallo x-Nicole-x,
wie schon Halunke schrieb, stimme ich auch zu. Mehr Grenzen setzen in der Wohnung! Du bist Chefin, nicht dein Hund.
Ich würde ihr auch draußen kein Futter anbieten, sondern drin in der Wohnung zu gewohnten Fütterungszeiten-nicht aus dem Napf, sondern aus der Hand. Ich weiß ja nicht, was dein Hund so an Futter erhält, Nass - oder Trockenfutter? Mit Trockenfutter geht es gut.
Viel Glück für euer hoffentlich entspanntes Verhältnis...
GLG. NINE samt Fellnasen
Einen besseren Freund als einen Hund kann sich der Mensch nicht wünschen.
Hinter jedem verlausten Hund steckt mehr Ehrlichkeit, Liebe und Freundschaft
als hinter der sauberen Fassade mancher Menschen.
halunke
  • Begleithund
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so nun habe ich doch auch mal etwas zeit...
also in sachen vermenschlichung liegt ja wohl nicht mein ansatz jenseits von gut und böse, sondern viel eher die annahme, dass wenn ich meinem hund vor unserer runde zeige, dass ich leberwurst habe, so wird er dann besser folgen!
selbst wenn ich meinem hund zutrauen würde so abstrakt sowohl vergangenes als auch zukünftiges in sein handeln miteinzubeziehen, würde ich es als den absolut falschen ansatz ansehen, ihm quasi eine ressource, die ich verwalte in seinen anspruchsbereich zu legen.
ich bin mir grad nicht ganz sicher, was in meinem post zu der annahme geführt hat, ich würde leckerli grundsätzlich verteufeln...
ich selbst bin im besitz eines dieser lächerlichen leckerlibeutel. ich nutze ebenfalls leckerli zur motivation, allerdings nicht, wenn es um grundsätzliche unterordnung geht. mein hund folgt mir von sich aus seit 15 jahren...ob nun meiner selbst willen oder nicht ist mir da egal. er kam nicht als welpe zu mir und zeigte ein ganz arg verkümmertes soziales vertsändnis, sodass ich es ihm tatsächlich auch erstmal beibringen musste, was es bedeutet sich einzuordnen. dies tat ich mit einer schleppleine ohne leckerli. allerdinsg glaube ich nicht, dass es nur die schlepp war, die ihm ein zugehörigkeitsgefühl gab. viel ausschlaggebender waren sicherlich mein ganzes auftreten und all die regeln, die ihm von heut auf morgen auferlegt wurden, an die er sich zu halten hatte, nach denen er sich aber genauso auch richten und orientieren konnte. er folgt mir weil es sich bewährt hat meinen entscheidungen zu vertrauen. für unsere art zu leben ist diese basis unabdingbar nötig. ich würde auch niemandem absprechen, mit anderen hilfsmitteln erfolgreich zu sein oder ein "schlechtere" bindung zu haben. um gottes willen, soll jeder es handhaben, wie es für ihn am besten geht.

wenn er sich heute mal irgendwo festschnüffelt folgt er auf zuruf auch ohne leckerli...
reizt er seine grenzen widererwarten doch mal aus (kommt aber nur noch seeehr selten vor) sammele ich ihn wortlos ein, nehme ihn ins kommando und dann bestimme ich erstmal ob, wann und wie lange wir stehen bleiben...die ursache für dieses ausreizen würde ich bei näherer beleuchtung garantiert immer in meinem eigenen verhalten der vorherigen tage finden...denn wenn man schluderig wird lässt die quittung meist nicht lang auf sich warten.
man darf es sich jetzt auch nicht so vorstellen, das der arme alte hund nun ständig im drill steht. er läuft überall wo es erlaubt ist ohne leine und trägt sie demnach im durchschnitt keine 20 min. am tag. man muss (zumindest bei uns) auch zwischen hundezeit und laufwegen von A nach B unterscheiden. der halunke begleitet mich ja tag aus tag ein. auf spaziergängen, die nur ihm gehören hat er natürlich mehr freiheiten als, wenn wir auf dem weg zur arbeit in die stadt sind. das kann und konnte er bisher auch immer problemlos unterscheiden.

was der hintergrund für mein post letzte woche ist kann ich schnell erläutern. mit besorgnis treffe ich seit wenigen jahren immer gehäufter auf hund-halter-gespanne, die sich ganz und gar auf das geben von leckerli versteifen. nahezu täglich beobachte ich aus der ferne szenen wie "Louuiiiss, HIIIIER" nix passiert... "LOOOUIIISSS leckerliiiiii" und schwups der hund kommt, sofern er denn auch wirklich ein lecker in aussicht gestellt bekommt.
oder eben prügeleinen, wie christiane sie beschreibt, in denen es einzig und allein darum gind, dass fiffi nicht wollte, dass lumpi den hauseigenen futterautomaten bedient....aber leider kommt keiner der anwesenden auf diesen schluss.
mir wird ganz anders, wenn ich sehe wie menschen ihre hunde wahrnehmen, wie sie nahezu maßlos verhätscheln und konsumieren und dabei die eigentlichen bedürfnisse eines karnivoren rudeljägers außer acht lassen...und ich beziehe mich nicht auf hier gestellte posts oder am thread teilnehmende personen.
sonnige grüße
vom halunken & Co. KG
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
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