Hund schreckt seit Wochen ständig panisch hoch, ist dauerhaft unruhig, kann kaum noch Schlafen. Wisst ihr Rat?

andiama
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Liebe Fellnasenbesitzer!



Wir sind seit vielen Wochen schrecklich verzweifelt und versuchen nun auf diesem Weg Hilfe und Rat zu finden.


Unser Hund Kearon ist jetzt 13 Jahre. Er ist ein mittelgroßer Jagdhundmischling aus Teneriffa.



Natürlich ist er schon recht alt und hat daher schon länger ein paar Wehwehchen, unter anderem Arthrose in den Vorderbeingelenken, ein kleines Geschwür am Augenlid und auch seine Nierenwerte sind nicht ganz in Ordnung, was wir selbstverständlich bei seiner Ernährung beachten.



Im Frühling dieses Jahres begannen erste Verhaltensänderungen. Nachts war er manchmal unruhig und ist ab und an aufgestanden und umhergelaufen. Das kam dann etwa 1-2 Mal pro Monat vor, wurde jedoch immer häufiger.

Irgendwann ist dieses Verhalten auch tagsüber aufgetreten. Hinzu kam, dass er sehr schreckhaft aufgesprungen ist. Nach und nach hat sich dieses panische Aufschrecken immer häufiger gezeigt und wurde zunehmend von Zittern, gekrümmten Rücken und eingeklemmten Schwanz begleitet. Entweder ist er dann immer hilfesuchend und völlig verstört zu uns gekommen oder er ist in einen anderen Raum gewechselt.

Diese Symptomatik passiert sowohl, wenn er tief und fest schläft, als auch aus einer bereits vorhanden Anspannung. Er sitzt dann manchmal schon zum Sprung bereit im Körbchen, hat die Ohren nach hinten gelegt und scheint nur darauf zu warten, dass „ES“ wieder passiert und ihn quält.



Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass er schon immer ein extrem schlechter Esser war. Futter war für ihn eher weniger Lust, sondern eher notwendiges Übel aufgrund von sehr großem Hunger.

Seit ca. 3 Jahren füttern wir ihn daher immer mindestens ein Mal am Tag während des Spaziergangs. Draußen klappt es in der Regel deutlich besser, vor allem natürlich, wenn andere Hunde in der Nähe sind.

Man konnte schon längere Zeit beobachten, dass er beim Fressen immer wieder Pausen macht und in sich hineinhorcht.

Ich versuche mal den Regelfall einer Fütterung grob zu beschreiben:

- Rufen unsererseits

- starkes Motivieren und Zusprechen zum Futter zu kommen

- meist stehen oder setzen wir uns alle drei um den Napf herum (denn würde einer von uns weggehen, würde er das Futter nicht anrühren)

- er zeigt meist einen unsicheren Blick, schleicht ganz vorsichtig zum Futter, schnüffelt, leckt etwas daran

- erneutes Motivieren, Aufmuntern, Zusprechen

- er nimmt einen Haps oder auch zwei und dies ganz vorsichtig und oftmals mit einer leicht angewiderten Attitüde

- dann Pause, in sich Hineinhorchen

- nach erneuter Motivation, wieder der ein oder andere Haps

- diese Abfolge setzt sich dann fort

- oft bleibt Futter übrig, obwohl die Mengen nicht riesig sind und im Großen und Ganzen unter der Mengenangabe für seine Größe/Gewicht liegen

- manchmal rülpst er nach ein paar Bissen, was ihm anscheinend Erleichterung verschafft

- gelegentlich stukt er auch beim Fressen mit einem Hinterbein nach Hinten, als würde ihm beim Fressen etwas Zwicken



Es kommt aber auch durchaus vor, dass er wie ein ganz normaler Hund frisst, aber das ist inzwischen eher selten.



Seit dem er nun diese Anfälle mit der dazugehörigen, nahezu permanenten Unruhe, hat, frisst er noch viel schlechter, manchmal auch nur winzige Häpchen aus der Hand.

Außerdem möchte er auch kaum noch etwas trinken. Gerade in der Wohnung trinkt er im Prinzip gar nicht mehr.

Wir nehmen jetzt immer eine Wasserflasche mit, die wir draußen in einen Napf füllen, machen Halt bei Wassernäpfen von Geschäften und haben draußen im Hof einen Wassernapf aufgestellt.



Ich würde behaupten, dass wir in Bezug auf Essen und Trinken nahezu alles ausprobiert haben, was es an Tipps undTricks gibt: Trockenfutter, Nassfutter, Selbstgekochtes, Rohes, abgestandenes Wasser, ungesalzene Brühe zum Trinken, Tropfen Milch oder Heidelbeeren im Wasser, erhöhte Spezialnäpfe, viele kleine Mahlzeiten, Näpfe in verschiedenen Zimmern, etc.



Auch an Untersuchungen beim Tierarzt bleibt nicht mehr viel: Zähne gecheckt, Blut abgenommen, Ultraschall von den Nieren, Verdauungsorganen, sowie vom Herzen.



Wir waren bei mehreren Ärzten um uns Rat zu hohlen, folgende Vermutungen wurden geäußert:

1. Demenz

2. quälende stechende Kopfschmerzen, aufgrund des erhöhten Harnwerts



Er bekommt nun schon seit einiger Zeit Karsivan zur besseren Durchblutung des Gehirns. Aber auch in diesem Wochen gab es neben guten Tagen, viele furchtbar schlechte Tage. Daher finden wir es unwahrscheinlich, dass seine Schreckanfälle, Angst und Unruhe von einer Demenz kommen.

Er ist auch nicht orientierungslos, vergesslich oder inkontinent.



Zur Beruhigung wurden uns folgende drei Mittel schon mitgegeben: Relaxan, Adaptil sowie Zylkene. Aber um ehrlich zu sein, kann man dort auch keinen wirklichen Erfolg sehen.



Wir haben auch schon mal mehrere Tage Schmerzmittel gegeben, aber auch dann zeigte sich keine Verbesserung des Zustandes.



Irgendwie haben wir das Gefühl seine Nahrungsprobleme hängen mit dem anderen zusammen. Denn es scheint, als würde sich die Symptomatik 1-2 Stunden nach dem Füttern verstärken.

Er zeigt übrigens keine weiteren Anzeichen, dass mit der Verdauung etwas nicht stimmt: ständiges Schlecken/Schlucken, Erbrechen, auffälliger Kot, etc.



Ich vermute, dass aus meinem bisherigem Text noch nicht wirklich herauskam, wie sehr uns diese Situation zermürbt.

Wir lieben unseren Hund so sehr und würden einfach alles für ihn machen. Er ist aber nun schon seit Wochen nicht mehr der alte. Im Prinzip ist er ein völliges Wrack, kann nicht mehr Schlafen, ist total abgemagert und verstört.

Natürlich quält uns auch der Schlafmangel, aber das Schlimmste ist sein Blick! Kennt ihr das, wenn es an Silvester laut kracht und euer Wuffi euch völlig verzweifelt und hilfesuchend mit ganz ganz großen Augen anstiert? So schaut unser Hund fast nur noch. Seinen Rücken krümmt er oft, klemmt ganz doll den Schwanz ein und zittert wie Espenlaub. Das tut alles so schrecklich weh!



Hätten wir irgend eine Diagnose (z.B. ganz schreckliche Nierenwerte, Magentumor), ich würde ihn SOFORT von seinem Leiden erlösen. Aber so stehen wir vollkommen im Dunkeln, schöpfen jedes Mal ganz große Hoffnung an guten Tagen und fallen dann wieder in ein um so größeres Loch, wenn es erneut bergab geht.



Weitere Untersuchungen wie Magenspiegelung, MRT würden natürlich eine Narkose voraussetzen und wenn es tatsächlich einen Befund gibt, dann würden uns die Ärzte aufgrund seines Alters und der Nierenwerte vermutlich eh von einer OP abraten.



Also meine Fragen an euch:



1. Hat irgend jemand da draußen noch eine Idee, was ihn so unendlich quälen könnte?

2. Hat jemand sogar Erfahrung mit einem ähnlichen Fall?

3. Was würdet ihr an unserer Stelle tun?





Das war ein langer Text. Ich hoffe, dass ich dennoch keine wichtigen Infos vergessen habe.



Liebe Grüße,



Claudia
tomstep
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Beiträge: 9051
+ 2
Moin Claudia !
Also zuerst mal möchte ich betonen, dass ich kein Spezialist für "Hundegeriatrie" bin.
Ich würde sehr stark darauf tippen, dass Dein Wuffel dement ist, oder dement wird.
Die nachfolgenden Infos sind natürlich nicht von mir, sondern von der: ATN - AKADEMIE FÜR TIERNATURHEILKUNDE


Alter Hund: Wie äußert sich Demenz?
Alzheimer tritt beim Hund ebenfalls in höherem Lebensalter auf, je nach Hunderasse früher oder später. Es gibt keine Hinweise darauf, dass bestimmte Rassen eher an dieser Demenz erkranken, aber es gibt deutliche Hinweise darauf, dass sowohl das Einsetzen als auch der Verlauf der Hunde-Alzheimer-Demenz jener des Menschen ähnlich sind. Beim Hund nennt sich Alzheimer „CDS“ (cognitive dysfunctional syndrom) oder auch „das Kognitive Dysfunktionssyndrom“.

Hunde mit CDS und Mensch mit Alzheimer zeigen ähnliche Symptome:

Die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten abzuwägen, ist erschwert.
Sowohl der Mensch, als auch der Hund erkennen Objekte immer schlechter, obwohl sie ihnen vor der Erkrankung vertraut waren.
Alltägliche Gegenstände werden nicht erkannt, vertraute Personen erscheinen als Fremde.
Hunde bellen oder knurren Familienmitglieder an oder weichen ihnen plötzlich aus.
Oft halten sie inne als wenn sie nicht mehr wissen wohin sie eigentlich gehen wollten. Der Blick ist dabei oft starr und in sich gekehrt.
Hund und Mensch vergessen neue Informationen (beim Hund oft gerade gegebene Signale (z.B Kommandos)) innerhalb von Minuten, vor allem wenn sie abgelenkt werden.
Es kommt bei beiden zu einer verminderten Affektkontrolle mit für die Persönlichkeit untypischen Gefühlsschwankungen bis hin zur Reizbarkeit.
Hunde können spontan bissig werden oder sich ängstlich zurückziehen.

Vielleicht findest Du hier noch mehr hilfreiche Infos zu der Problematik:

www.atn-ag.de/magazin/redaktionelles/alter-hund-demenz-erkennen-und-verstehen



Quelle : www.atn-ag.de/
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
Zuletzt geändert am 08.12.2017 13:38 Uhr
Feuerwolf
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+ 2
@abdiama:

Ich würde auch ganz feste auf Demenz tippen.

Es gibt noch die Möglich Hundi homöopatisch/homotoxikologisch mit z.B. Cerebrum comp., Arsenicum album zu Nacht bei Unruhe etc. zu unterstützen. Es werden z.T. sehr gute Erfolge damit erzielt.
Dafür solltest du aber zu einem erfahrenen Tierheilpraktiker gehen.

Hier auch noch zwei Links dazu:
http://www.tierheilpraktiker.de/mein-tierheilpraktiker/alle-ausgaben/1-2016/523-demenz-beim-hund-was-wir-tun-koennen.html

http://www.tierheilpraxis-diearche.de/Files/fallbeispielTigerBoris.html

Karsivan kann (!!) Wesensveränderungen hervorrufen, besonders bei Rüden. Es ist ein Pentoxiphyllin-Abkömmling und verbessert nur die Durchblutung im Körper und Gehirn mit einer leider rel. kurzen Wirkzeit.

Der Geschmnackssinn lässt in zunehmendem Alter auch nach, ebenso das Durstgefühl.

Hierfür kannst Du das Wasser mit etwas laktosefreier Milch "verfeinern" oder ungesalzener/ ungewürzter reiner Fleischbrühe.
Ansonsten wird Hüttenkäse auch gerne angenommen oder selber kochen Huhn,Reis,Möhren z.B.

Drücken Euch die Daumen

LG Feuerwolf mit Renntier Fina
Zuletzt geändert am 08.12.2017 15:38 Uhr
CairnLover
  • Begleithund
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+ 2
Hallo andiama,

das liest sich alles nicht so gut.

Was mich in Bezug auf Demenz auch irritiert, ist der gekümmte Rücken. Denn wenn man weiß, dass Menschen mit Demenz Schmerzen nicht zeigen, und ein gekrümmter Rücken auf Schmerzen schließen lässt, dann kann es gut etwas anderes als Demenz sein.
Ich würde versuchsweise ein homöopathisches Mittel wie Traumeel geben, das ein breites Wirkspektrum hat, und die Nieren nicht belastet.

Wenn Du von erhöhten Nierenwerten schreibst, dann sind die Nieren wahrscheinlich schon zu einem großen Teil geschädigt, sofern es nicht alleine an der geringen Flüssigkeitszufuhr liegt. Denn bis die Nierenwerte überhaupt erhöht sind, müssen die Nieren normalerweise schon stärker geschädigt sein.
Wegen der geringen Flüssigkeitsaufnahme würde ich versuchen Trockenfutter zu vermeiden und Nassfutter, gekochtes oder rohes Futter geben. Als Schonkost ist vorübergehend auch Hipp Huhn möglich. Huhn soll sehr empfehlenswert sein und den Körper am wenigsten belasten.

Allerdings bin ich nicht sicher, ob ihr die Fütterungsprobleme in der existierenden Form nicht selbst verursacht habt. Da das von dir beschriebene Spielchen schon 3 Jahre geht, denke ich, Ihr habt ein Ritual geschaffen, an das der Hund sich genau hält.
Sei mir nicht böse, doch bei deiner Schilderung der Fütterung muss ich an eine Geschichte zur Kindererziehung denken, die ich vor vielen Jahren einmal dazu gelesen habe, was passieren kann, wenn man dem Kind erlaubt die Regeln festzulegen. Zum Schluss musste der Vater mit aufgespanntem Regenschirm von aussen eine Leiter hochklettern und das Kind durch das geöffnete Fenster füttern, damit es überhaupt etwas aß.

Ursache nächtlicher Unruhe kann neben Infektion, Diabetes, Leber-, Nieren, Herzproblemen etc. unter anderem auch eine Arthrose sein, (da hilft Traumeel und/oder Zeel. Zeel ist bei degenerativen Erkrankungen wie Arthrose hervorragend getestet. Man kann auch beides geben.) was zu einem gekrümmten Rücken genau so gut passen würde, wie Verkrampfung des Bauches durch ein Darmproblem wie Blähungen oder zu festen Kot (da hilft das Ändern des Futters). An die Verdauung muss ich deshalb denken, weil dein Hund beim Fressen aufstösst.

Was mir auffällt, nachdem ich deinen Beitrag nochmal gelesen habe. Er hat bereits Arthrose in den Vorderbeinen. Vielleicht ist die schlimmer geworden und es ist ihm sehr unangenehm, wenn er sich tief runterbeugen muss, um aus einer Schüssel am Boden zu fressen oder zu saufen.
Es ist grad nur eine Idee. Aber ich würde die Schüsseln versuchsweise mal so hoch stellen, dass er da dran kommt, ohne das er die Gelenke belasten und sich runterbeugen muss.

Man darf auch nicht vergessen, dass eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr bei alten Menschen so fatale Folgen auf das Gehirn hat, dass alleine dadurch demenzähnliche Zustände auftreten können. Deshalb muss in Pflegeheimen peinlichst darauf geachtet und genau dokumentiert werden, dass jeder Bewohner täglich ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.
Es gibt für mich keinen Grund anzunehmen, dass das beim Hirn des Säugetiers Hund anders ist, als beim Hirn des Säugetiers Mensch.

Da es mittlerweile auch schon den Besitzern der Hundefreunde unserer 9 jährigen Jungs auffällt, wie megafit besonders Chip (rotes Halsband und etwas kürzere Beine) geworden ist, der sich vor ein paar Wochen noch beschwert hat, wenn ihn sein Bruder oder andere Hunde zum Spielen aufforderten und mittlerweile selbst das Spielen anfängt, ausgelassen gemeinsam mit seinem Bruder rumtobt und auch mit den anderen Hunden spielt, seinem Bruder heute sogar weggelaufen ist, scheint das neue Superfood von Terra Canis definitiv einen verjüngenden Effekt auf Hunde zu haben. Chap merkt man das nicht so sehr an, da er sowieso der sportlichere der beiden ist und auch einen anderen Stoffwechsel hat. Nehme an, Chip kann das Pulver besser verwerten.
Ist auch eine Idee für deinen Hund.
Aber dazu muss dein Hund schon was Nasses aus der Schüssel fressen, da das eine Pulver ist. Wir barfen.

Karsivan wird von vielen Hunden gut vertragen. Es kann bei Hunden vereinzelt aber auch zu Erbrechen, Lethargie, Allergie, kardialer und zerebraler Überstimmulation führen. Wenn die Verhaltensänderungen erst nach der Einnahme von Karsivan begonnen haben, würde ich es vorsichtshalber absetzen.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
Zuletzt geändert am 08.12.2017 16:36 Uhr
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2104
+ 1
Original von andiama:

Unser Hund Kearon ist jetzt 13 Jahre. Er ist ein mittelgroßer Jagdhundmischling aus Teneriffa.

und wurde zunehmend von Zittern, gekrümmten Rücken und eingeklemmten Schwanz begleitet. Entweder ist er dann immer hilfesuchend und völlig verstört zu uns gekommen oder er ist in einen anderen Raum gewechselt.


Ich würde auch sagen, dass es sich bei Deinem Hund eindeutig um Demenz/Alzheimer handelt. Ich hatte 2 Hunde, die darunter litten und eben auch diese Anzeichen zeigten, die Dein Hund zeigt. Der gekrümmte Rücken weißt aber auch auf Schmerzen hin.


Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass er schon immer ein extrem schlechter Esser war. Futter war für ihn eher weniger Lust, sondern eher notwendiges Übel aufgrund von sehr großem Hunger.

Man konnte schon längere Zeit beobachten, dass er beim Fressen immer wieder Pausen macht und in sich hineinhorcht.

- er nimmt einen Haps oder auch zwei und dies ganz vorsichtig und oftmals mit einer leicht angewiderten Attitüde

- dann Pause, in sich Hineinhorchen

- nach erneuter Motivation, wieder der ein oder andere Haps

- diese Abfolge setzt sich dann fort

- manchmal rülpst er nach ein paar Bissen, was ihm anscheinend Erleichterung verschafft


Dieses Verhalten zeigt eindeutig Schmerzen beim fressen. Entweder im Magen oder beim abschlucken. Bei meinem DSH war es das abschlucken. Ich habe ihm die Futterschüssel erhöht und nur Feuchtfutter gegeben, dass ich noch verdünnt und mit der Gabel zerdrückt hatte. So konnte er besser abschlucken. Zusätzlich hatte er dadurch auch noch mehr Feuchtigkeit aufgenommen.


- gelegentlich stukt er auch beim Fressen mit einem Hinterbein nach Hinten, als würde ihm beim Fressen etwas Zwicken


Es zwickt nicht nur, es tut ihm weh.





Er bekommt nun schon seit einiger Zeit Karsivan zur besseren Durchblutung des Gehirns. Aber auch in diesem Wochen gab es neben guten Tagen, viele furchtbar schlechte Tage. Daher finden wir es unwahrscheinlich, dass seine Schreckanfälle, Angst und Unruhe von einer Demenz kommen.


Doch, es kommt sicher davon. Alle Anzeichen deuten doch darauf hin. Besser wird es sich nicht mehr. Er ist alt und hatte vor Euch keine gute Vergangenheit, was auch noch mit rein spielt.Meiner Meinung nach macht sich dass beim altern bemerkbar (schlechte Vergangenheit, schlechtes Futter, schlechte Aufzucht).


Er ist auch nicht orientierungslos, vergesslich oder inkontinent.


Oben beschreibst Du aber sehr genau die üblichen Demenzerscheinungen beim Hund. Es müssen nicht immer alle Anzeichen gleichzeitig und gleich stark auftreten.Oft bemerkt man es auch nicht gleich.



Wir lieben unseren Hund so sehr und würden einfach alles für ihn machen. Er ist aber nun schon seit Wochen nicht mehr der alte. Im Prinzip ist er ein völliges Wrack, kann nicht mehr Schlafen, ist total abgemagert und verstört.

aber das Schlimmste ist sein Blick! Kennt ihr das, wenn es an Silvester laut kracht und euer Wuffi euch völlig verzweifelt und hilfesuchend mit ganz ganz großen Augen anstiert? So schaut unser Hund fast nur noch. Seinen Rücken krümmt er oft, klemmt ganz doll den Schwanz ein und zittert wie Espenlaub. Das tut alles so schrecklich weh!



Ja, es ist schlimm und tut weh , wenn man nichts machen kann um ihm zu helfen. Ich habe es gerade wieder hinter mir.Ich habe meinen Rüden am 2.11. einschläfern lassen. Aber, man sollte auch an seinen Hund dabei denken. Oft gibt es keine Rettung mehr für ihn und er quält sich nur noch. Da sollte man dann den Hund einen Gefallen tun und ihn gehen lassen.Eine Beratung beim Tierarzt ist da hilfreich. Oft heißen diese Blicke vom Hund "lass mich bitte gehen, ich kann und will nicht mehr".
Wie Du dich auch entscheidest, ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit.
Liebe Grüße von Melwin.
Shibaherz
Beiträge: 21023
+ 2
Hallo Claudia,
ich möchte eine Demenzerkrankung in dem Alter nicht von vornherein in Abrede stellen. Verschiedene von Dir geschilderte Symptome weisen ja auch darauf hin.
Meine Hündin (14) verhält sich jetzt auch anders als früher. Sie bellt manchmal nachts (hier in dem Mietshaus ganz inopportun), und setzt ihren Kot gelegentlich am Rand von Gehsteigen ab. Beides kam früher überhaupt nicht vor. Aber sie frisst und trinkt gut.

Du schreibst ja auch, dass Dein Hund NICHT orientierungslos oder vergesslich ist. Dies sind aber nun mal die unübersehbaren Demenz-Anzeichen bei Mensch und Tier.
Also muss nach meinem Gefühl noch was anderes hinzukommen, was seine Abneigung gegen die Futteraufnahme erklärt. Eine Stoffwechselerkrankung oder Krebs.

Bitte verzeih mir meine Direktheit. Ich kann Dich nur zu gut verstehen.
Also wenn ich an Deiner Stelle wäre,dann möchte ich Gewissheit haben. Ich würde mir einen Termin in einer Tierklinik oder bei einem renommierten (nicht dem nächstbesten) TA geben lassen. Und wenn das Untersuchungsergebnis dann niederschmetternd wäre, dann würde ich mich schweren Herzens, so wie Melwin, von dem Tier verabschieden.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 08.12.2017 18:35 Uhr
andiama
  • Forenwelpe
Beiträge: 4

Danke für die vielen und so schnellen Antworten!

Hallo zusammen,

ich bin wirklich erstaunt wie viele mir bereits geschrieben haben und bin dafür sehr sehr dankbar.

Ich versuche mal kurz auf die Anmerkungen, Tipps und Ideen von allen kurz einzugehen.

Karsivan bekommt er seit ca. 2 Wochen. Das Verhalten hat sich aber dadurch nicht geändert. Die Symptomatik war schon Wochen vorher genau die Gleiche. Nur leider scheint alles immer häufiger aufzutreten und die guten Tage bzw. Stunden werden immer weniger.

Wir sind sehr aufgeschlossen für homöopathische Mittel und ich hab mir alles notiert, was ihr geschrieben habt. Er bekommt seit ca. 4 Wochen auch schon Ubichinon, Solidago und Coenzyme von Heel für die Nieren zur Unterstützung.

Zum Füttern:

Trockenfutter haben wir ihm schon ewig nicht mehr gegeben.
Wir bereiten 2 Mal am Tag das Essen selbst zu. Dann gibt es zum Beispiel Reis mit Hühnchen oder gequetschtes Gemüse mit etwas Rindfleisch. Abends bekommt er von Hills spezielles Futter für Hunde mit Niereninsuffizienz.

Alles ist immer feucht und matschig wie Babybrei.

Er hat spezielle erhöhte Näpfe zu Hause, auch der Trinknapf im Hof steht hoch, im Park stellen wir das Futter erhöht. Lediglich der Trinknapf beim Bäcker um die Ecke steht auf dem Boden.

Das mit dem falsch anerzogenem Fütterungsritual klingt absolut nachvollziehbar. Allerdings gibt es ja immer noch Tage wo alles ganz anders (quasi normal und von alleine) abläuft, auch wenn diese Situationen weniger werden. Und ich weiß, es klingt absolut verrückt, aber an vielen Tagen würde er sonst einfach nichts fressen. Wir haben das alles schon probiert. Fatalerweise ist es dann auch noch so, dass, wenn sein Magen dann vor Hunger knurrt, er aus Angst davor erst Recht nichts mehr frisst. Ein totaler Teufelskreis !

Zuletzt hat er auch schon oft seine absoluten Lieblingssnacks komplett abgelehnt, zum Beispiel ein kleines Stück rohes Hühnchen oder ein weich gekochtes Ei.

Eine viel zu niedrige Trinkmenge kann natürlich demenzähnliche Symptome verursachen, aber auch an Tagen, wo er mal übermäßig viel trinkt (z.B. bei einem Seespaziergang), geht es ihm nicht besser.

Bisher schien mir das mit der Demenz immer so unwahrscheinlich, weil viele "wichtige/typische" Symptome einfach fehlten. Die vielen Definitionen, die ich gelesen haben, machten auf mich schon immer den Eindruck, dass Orientierungslosigkeit und Vergesslichkeit absolut zum Krankheitsbild dazugehören. Mir war schon bewusst, dass er nicht unbedingt inkontinent oder plötzlich aggressiv sein muss, aber in meinen Augen passte das alles einfach nicht zusammen.

Wenn ich jetzt natürlich Erfahrungsberichte von manchen lese, wo der Hund auch nur teilweise Symptome zeigte, erscheint mir alles in einem anderen Licht.

Das Dilemma ist, dass es keine zweifelsfreie Diagnose gibt, oder? Das heißt, wenn es keine Besserung in den nächsten Tagen/ Wochen gibt und wir uns fürs Einschläfern entscheiden, dann werden wir uns immer fragen, ob er nicht doch noch ein paar Monate oder sogar ein, zwei oder drei Jährchen gelebt hätte, wenn wir die "eigentliche" Ursache seiner Pein entdeckt hätten.

Wir werden morgen wieder zum Tierarzt fahren. Haben uns vorgenommen noch mal nach einem neuen Blutbild zu fragen (vor allem, um auf die aktuellen Nierenwerte zu schauen). Zudem würden wir gern ein zweites stärkeres Schmerzmittel probieren. Das erste Mittel zielte vor allem auf Gelenke ab und die Tierärztin meinte, dass es welche gibt, die deutlich stärker auf den Verdaungsgstrakt einwirken könnten.

Ich vermute nun ganz stark, dass er einerseits unter einer Entzündung/Stoffwechselkrankheit/Krebs/etc. im Verdaungsbereich leidet und gleichzeitig auch noch dement ist.

Das schwierige für uns alle sind seine "guten Momente".
- er freut sich morgens beim Aufstehen wie Bolle über uns oder wenn wir zur Wohnung reinkommen
- draußen in der Natur ohne Leine beim Schnüffeln und Stieseln wirkt er wie eh und je super happy
- manchmal liegt er für einige Minuten oder gar Stunden tiefenentspannt im Körbchen, rekelt sich, streckt sich, grunzt vor sich hin und zwinkert und blinkert einen an, wenn er zwischendurch mal rüberschaut
- er sucht die ganze Zeit unsere Nähe, will permanent gekrabbelt werden und ist so schmusig wie nie zuvor
- manchmal stürzt er sich noch wie ein ganz normaler Hund aufs Fressen und putzt alles ratzifatzi weg

Die Tatsache, dass es noch diese guten Momente gibt, es immer noch Hoffnung gibt, dass die Ursache etwas Behebbares ist, Demenz nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann und wir alles Drei so wahnsinnig an diesem Goldschatz hängen, treibt uns gerade fast 24 h die Tränen in die Augen.
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2104
Hallo Claudia
Weißt Du, Demenz ist eigentlich das kleinste Problem, das Dein Hund hat.Damit kann er noch eine Weile halbwegs zufrieden leben. Viel mehr Sorgen würde mir machen, dass mir der Hund am vollen Fressnapf verhungert und verdurstet.Wenn ein Hund aus Angst vor den Schmerzen nicht fressen kann und kaum noch trinken will, dann ist höchste Lebensgefahr, von der Quälerei , die der Hund durchleben muss, mal ganz abgesehen.Gut, man kann die Schmerzmittel stärker dosieren, aber, das schädigt wiederrum die Organe. Lass Dich ganz ehrlich und offen von Deinem Tierarzt beraten, ob der Hund überhaupt noch Lebensqualität hat und wie er in Deinem Fall entscheiden würde.Abschied tut weh, aber zusehen müssen, wie er jeden Tag ein Stück mehr stirbt und man kann nicht helfen, ist noch viel schlimmer.Wie es wirklich um Deinen Hund steht, kann Dir nur der Tierarzt sagen.
Liebe Grüße von Melwin.
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 1196
+ 2
Hallo Claudia:

Ihr scheint die Seniorenkur von Heel zu geben. Die kann man mit den von mir genannten Mittel einfach kombinieren.
Bei einer Demenz müssen nicht immer zwangsläufig alle (!!) Symptome gleichzeitig auftreten.
Ren suis wäre noch etwas zur Unterstützung der Nierenfunktion irgendwann.
Mein altes Mädchen damals war nie vergesselich, hatte aber z.T. massive nächtl. Unruhe. Da die Augen und Ohren auch nciht mehr so wirklich gut funktionierten zum Schluß wurde sich zudem sehr unsicher, wenn sie mich draußen nicht mehr erkennen bzw. "orten" konnte. Ich habe dann immer aufgepasst, dass sie wusste wer (bei mehreren Menschen), wo etc. ich war.

Ich (!!!) glaube nicht, dass die verminderte Trinkmenge die Ursache für die Senilität ist, anders als beim älteren Menschen, wo es schnell bei Dehydration zu typischen Erscheinungen kommt, die verschwinden, wenn genug Flüssigkeit zugeführt wird.

Melwin hat Recht. Ich würde den Schmerzen auf den Grund gehen. Man kann auch "Läuse und Flöhe" gleichzeitig haben.

Für ein Röntgenbild ist keine (!!) Narkose notwendig, wenn ruhige gearbeitet wird. Vielleicht kannst Du ja selber mit in die Röntgenkammer mit Bleischürze und Hundchen festhalten und beruhigen. Würde einmal nachfragen.


Drücken Euch die Daumen

LG Feuerwolf mit Renntier Fina
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Hallo andiama,

wer sich auf so ein Ritual zum Füttern einlässt, der muss nicht mehr schreiben, wie sehr er seinen Hund liebt.

Es ist zwar immer gut für alles gewappnet zu sein, aber es muss keine bösartige Erkrankung vorliegen. Schließlich ist euer Hund für seine Rasse halt wirklich auch schon alt.
Um einschätzen zu können, was beim alten Hund normal sein kann, finde ich auch die diversen Seiten im www, wie diese http://senior-hunde.de/alter-hund-frisst-nicht-was-tun/ ganz hilfreich. Da man dadurch auch einen Eindruck darüber gewinnt, dass es häufiger passiert, dass alte Hunde ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr regelmäßig fressen wollen.
Dabei vergessen wir wohl auch, dass viele wildlebende Tiere gut damit leben können, nicht täglich zu fressen.

Ich finde es eine gute Idee die Blutwerte nochmal umfassend untersuchen zu lassen.
Habe im www z.B. von einem Fall mit schlechten Leberwerten bei einem älteren Hund gelesen, bei dem es auch zu dem von dir beschriebenen nächtlichen Verhalten kam, das mit den entsprechenden homöopathischen Mitteln verschwand.

Es gibt sowieso viele mögliche Ursachen für alles. Aber ein alter Hund braucht keine schwere Erkrankung, Kieferarthrose, chronische Entzündung des Kiefers, Schleimhautentzündung oder ähnliches, die auf das Fressen Einfluss nehmen können, um nur noch wenig zu fressen.

Bitte bedenke bezüglich der Schmerzmittel auch, dass Schmerzmittel über die Organe abgebaut wird, den Körper zusätzlich belastet und im Endeffekt alles noch schlimmer machen kann. Deshalb wäre ich, so lange es keine eindeutige Diagnose gibt, immer erstmal für homöopathische Mittel, auf die Hunde meist sehr gut ansprechen.
Zudem nehmen Zeel und Traumeel auch Einfluss auf Schmerzen. Zu Traumeel würden dir in Sachen Schmerzbefreiung unsere Apotheker im Ort positive Vorträge halten, da alle sehr gute Erfahrungen damit gemacht haben.
Einer der Apotheker hat mir mal erzählt, dass er lange massive schmerzhafte Probleme mit seinem Kreuz hatte und alles durchprobierte, was eine Apotheke bietet. Geholfen hat ihm von den pharmazeutischen Produkten nichts so richtig. Zum Schluss aber das Traumeel, dass nach seinen Aussagen das Problem sogar beseitigen konnte. Auch unser Sohn, dem Homoöpathie schon oft geholfen hat, der aber leider trotzdem recht wenig von Homöopathie hält, ist zumindest von Traumeel absolut überzeugt, da er auch Wochen nach einem Beinbruch ständig Schmerzen in dem Bein hatte und Traumeel die Schmerzen in kurzer Zeit vollständig beseitigen konnte.
Eine vollständige Beseitigung von Schmerzen ist zwar bei einem alten Hund nicht zu erwarten. Aber eine wesentliche Verbesserung kann man damit sicher erreichen. Wir haben immer eine 500er Dose im Haus, da es aufgrund seiner Zusammensetzung für vieles hilfreich ist. Die Traumeelsalbe hilft ebenfalls sehr gut.

Vielleicht wäre auch ein THP eine Lösung. Ich selbst habe es bereut und mir Vorwürfe gemacht mit unserer letzten Hündin keinen THP in Anspruch genommen zu haben, weil ich einfach das Gefühl nicht los wurde, nicht wirklich alles getan zu haben und weiß, wie gut homöopathische Mittel oft auch da helfen, wo die Schulmedizin versagt.

Ich wünsche Euch jedenfalls von Herzen, dass ihr euren Schatz noch einige Zeit behalten könnt und einen Weg findet, dass sich sein Zustand nochmal verbessert.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
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