Hund schnappt plötzlich/verteidigt evtl. Tochter ???

Berrybaer
  • Forenwelpe
Beiträge: 2
Hallo zusammen,
wir haben Ende November einen Pekinesenmix aus dem Tierheim zu uns geholt. Es ist ein Rüde und er ist 5 Jahre alt.
Er hat vorher bei einer älteren Dame gelebt, die verstorben ist.
Bis jetzt war er ein sehr pflegeleichter Hund, der sich sehr gut bei uns eingelebt hat. Er ist sehr stark auf unsere Tochter (10 Jahre) fixiert, die so ziemlich alles mit ihm machen kann. Sie geht auch die meiste Zeit mit ihm spazieren, das Futter bekommt er aber von mir.
Vor 2 Tagen ist aber folgendes passiert:
Mein Mann wollte so gegen 22 Uhr mit ihm nochmal raus. Der Hund lag im Kinderzimmer in seinem Hundekissen und wollte partout nicht aufstehen. Da er aber nicht bis früh aushält, wollte mein Mann ihn hochheben und raustragen. Daraufhin hat er geknurrt und nach ihm geschnappt.
Gestern abend dann war der Hund bei unserer Tochter zugedeckt mit im Bett gelegen. Als mein Mann die Bettdecke hochhob und nur nach ihm schauen wollte, hat er meinen Mann regelrecht angefallen und ihm in die Hand gebissen. Daraufhin hat mein Mann den Hund gepackt, ihn auf den Rücken geworfen und angebrüllt. Der Hund hat dann vor Schreck gepinkelt.
Seitdem macht der Hund einen großen Bogen um meinen Mann.
Außerdem lassen wir ihn seitdem nicht mehr ins Kinderzimmer, weil wir der Meinung sind, dass er evtl. unsere Tochter verteidigt.
Er darf auch nicht mehr aufs Sofa oder in unser Bett, in dem er auch manchmal geschlafen hat und darf nur noch in seine Hundekissen.

Wie deutet ihr sein Verhalten bzw. was könnten wir noch tun, um ihm das abzugewöhnen?
Ich denke auch, dass wir Schuld an seinem Verhalten sind, weil wir ihm von Anfang an viel zu viel erlaubt haben!

Vielen Dank für Eure Antworten!

VG Diana
halunke
  • Begleithund
Beiträge: 1222
wer "führt" denn den hund?
auch wenn deine tochter das bestimmt super macht, so ist es möglich, dass der hund sie nicht als leitfigur ansieht. wenn er dann das gefühl hat, dass seine welt eigentlich nur aus ihm und deiner tochter besteht, dann wird er die führung übernommen haben.
das würde erklären, wieso er sich deinem mann gegenüber so verhält, bzw wieso er bestimmtes verhalten anderer nicht duldet.

ich denke ihr werdet nicht drum rum kommen, dass einer von euch erwachsenen sich mehr mit dem hund beschäftigt und ihm eine klare position im rudel zuweist!
denn eigentlich sollte (sofern der hund gesund ist), jeder halter in der lage sein, seinen hund zum aufstehen zu bewegen ohne ihn anfassen zu müssen.
das hunde aus einer höhlensituation heraus seltsam reagieren kommt häufig vor, da würde ich mir nur zweitrangig nen kopp machen. und das er jetzt nen bogen macht kann ich vertsehen...
was ist denn dein mann so für ein typ mensch? eher rumpelig, laut, männlich...oder eher leise, sanfter, empathisch?

gab es vorher nie irgendwelchen bemerkenswerten ungehorsam.
konntet ihr ihn sonst immer vom sof schicken wenn nötig?
hat er sich immer alles problemlos wegnehmen lassen?
bleibt er allein?
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
Berrybaer
  • Forenwelpe
Beiträge: 2
Also, ich denke nicht, dass der Hund unsere Tochter als Leitfigur sieht und wir haben auch schon besprochen, dass es wahrscheinlich besser ist, wenn wir nun öfter mit ihm spazieren gehen.
Mein Mann ist auf jeden Fall der laute, rumpelige Typ.
Wir konnten ihn bisher auch vom Sofa o.ä. wegschicken, aber immer nur wenn wir ihn sehr laut und bestimmt angesprochen haben.
Das Futter kann ich ihm ohne Probleme wegnehmen, aber seinen Ball gibt er selten freiwillig her.
Ich denke, wir haben bisher so viele Fehler gemacht, weil wir ihn nicht ganz so ernst genommen haben. Wir hatten vorher eine Deutsche Dogge und die hatte einen hervorragenden Gehorsam. Dann kam dieser kleine Hund und da haben wir oft mal eine Auge zugedrückt.
halunke
  • Begleithund
Beiträge: 1222
Original von Berrybaer:

Ich denke, wir haben bisher so viele Fehler gemacht, weil wir ihn nicht ganz so ernst genommen haben. Wir hatten vorher eine Deutsche Dogge und die hatte einen hervorragenden Gehorsam. Dann kam dieser kleine Hund und da haben wir oft mal eine Auge zugedrückt.

jupp das wird definitiv eine ursache sein.
aber so habt ihr ja wenigstens das menatle rüstzeug euch diesem problem zu stellen.
wenn ihr beiden euch ab sofort etwas intensiver mit ihm beschäftigt, renkt sich das bestimmt schnell wieder ein
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
christinepfeffer
  • Forenwelpe
Beiträge: 1
Hallo guten Abend,

ich bin neu hier und habe bzw hatte dasselbe Problem nur das noch nicht gebissen wurde.

Meine zwei Kinder 8/11 und ich haben seit knapp drei Wochen einen Labradormix aus dem Tierheim der vorher bei einem Ehepaar lebte aber durch Trennung im Tierheim landete. Ich weiß nicht s groß über sie nur das sie 5 Jahre ist und wohl viel im Bett war , was sie bei uns auch versucht.
Nun kurze Rede langer Sinn, sie kam und führte sich in der Wohnung , nur in der Wohnung auf ,wie ein Bär gegenüber Besuch bzw Fremden, sie schlief bei meiner Tochter vor dem Bett und wenn mein Sohn vorbei kam oder sie ihn irgendwo hörte knurrte sie und bellte ihn an.
Wenn keiner zu Hause war kam ihre Decke in den Flur, da sie überall ins Bett wollte
Das ging eine Weile so und ich hab eine Hundetrainerin bestellt weil ich Angst hatte das was passiert.
Sie schaute und erklärte mir: der Hund war sehr unsicher, klar sie ist ja noch ganz neu, sie übernahm die Führung war völlig überfordert damit , da sie so verduddelt wurde von meiner Tochter und ich es auch so locker sah ,da ich auch einen großen Hund vorher hatte seit 12 Jahren,

Auf jeden Fall kam die Decke raus aus dem Kinderzimmer, da sitzt sie nun nur immer mal so rum,
ich musste die Führung direkter übernehmen und sie bekam einen Platz auf den sie sich zurückziehen kann, wo nur sie ist und keiner an ihr rumstreichelt.
Wir haben einige Übungen an die Hand bekommen und sollen sie mehr ignorieren, wenn sie was will ,nur wenn wir wollen mitmachen oder vorher kurz ablenken und dann spielen oder streicheln . Das Spiel müssen wir beenden und zur Tür rein oder raus müssen auch erst wir und dann sie.
Und es ist nun endlich Ruhe eingekehrt. Nun sie braucht ja auch Zeit um sich einzugewöhnen, aber hätten wir das nicht geändert wäre es mit Sicherheit schlimmer geworden.
Ich hatte bisher nie einen erwachsenen Hund bekommen und hab das alles falsch angepackt vor lauter Mitleid, aber gut , wir sind lernfähig und alles wird gut

liebe Grüße Christine
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
bei mir war meine erste hündin so, und meine rüden. (hündin war ein pit bull, ex-freund kam nachts nicht mehr ins bett (da sass der zähnefletschende knurrende pit bull ). mein jetziger rüde war ganz schlimm so gegenüber meinem freund, und hat sich auch schon bei meiner mutter ans hosenbein geheftet wenn die mir zu nahe kam.
meine hündin ist nicht so (hab ich als welpe). interessant ist dass meine erste hündin aus dem tierheim war und misshandelt, mein rüde war sehr unsicher. ich weiss nicht wie da so die rangfolge angesehen wird, aber ich hatte das gefühl das sich beide sehr eng an mich gehängt haben, einmal frisch aus dem tierheim, dann der andere sehr unsicher und ich denke dass das auch eine rolle spielt, dass die eine bezugsperson brauchen und es dann etwas übertreiben
dann hast du da situation kuscheliges nest, bezugsperson, und dann kommt die person der man vielleicht nicht so vertraut (jetzt wohl noch weniger) und reisst einen da heraus.
bei uns hat diese übung geholfen: er (hund) sass bei mir auf dem schoss, freund dazu, und sobald hund gemeckert hat, wurde er von mir auf den boden gesetzt. irgendann hat ers dann mal geschnallt, dafür wurde er dann gelobt. wenn er sonst mal schieft guckt bei meinem freund, muss er sich hinsetzen.
dein mann sollte jetzt das vertrauen wieder gewinnen, und etwas mehr mit ihm tun, auch mal füttern, gassi gehen etc.
ich würd ihn jetzt auch nicht mehr bei deiner tochter im bett schlafen lassen, zumindest nicht solange er sich so aufführt.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
trixi11
  • Begleithund
Beiträge: 1238
Vll. liegt es ja auch nur daran, dass ihr den Hund aus dem Schlaf gerissen und er deinen Mann nicht gleich erkannt hat?

Nur weil ein Hund im Bett der auf dem Sofa liegt, hat er ja noch lange nicht die "Herrschaft"übernommen, das würde sich auch in anderen Situationen zeigen, davon schreibst du aber so gut wie nichts.

Du weisst auch, das "Ball oder andere Dinge abgeben" trainiert werden muss....

Leider sehen wir die einzelnen Situationen nicht vor uns, weder euer Verhalten, noch das Verhalten des Hundes oder deiner Tochter. Da ist natürlich ganz schlecht, Tipps zu geben.

Wie wäre es mit einer Hundeschule oder einem Trainer, der alles sieht und besser einschätzen kann, als wir hier am PC?
Manchmal ist eigenes austesten, ausprobieren eher ein "Schuss nach hinten"....
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
ich würd ihm dann fürs erste mal ein nest bei euch im zimmer (also Elternschlafzimmer) anbieten, schön kuschelig, gerne auch mal leckerlie drauflegen dass er sich daran gewöhnt. wenn dann solche Situationen auftreten wo deine tochter ihn hat und keiner kann ran, soll sie ihn auf den boden setzen, spass ist vorbei. das sollte bei jedem passieren wo er das macht.
Hunde auf dem Sofa, da find ich jetzt nix schlimmes dabei, allerdings muss er runter sobald du es ihm sagst. Hund auch öfter mal was tun lassen (vorm fressen absitzen lassen, wenn ihr raus geht vor dem leine dranmachen absitzen lassen, etc).
weiss nicht wie der Hund deinen mann sieht, aber dein mann sollte auf das "rumpelige" achten und dem Hund gegenüber ruhig und bestimmt sein und verlässlich wirken. (also kein kämpfen mehr )
ihr könnt ja auch abends mal alle Gassi gehen, nach der arbeit, also nicht mehr so oft die tochter (bin persönlich kein fan dass kinder meist alleine mit dem Hund spazieren gehen, erst mal können die nix machen wenn irgendwas passieren sollte (grosser Hund), zweitens seh ich das hier auch öfter, da hängen dann die leinenkläffer in der leine und die kinder wissen halt nicht was sie machen sollen (woher auch) oder finden es noch witzig, und dann gewöhnen sich die Hunde so ein verhalten an weil es ihm keiner abtrainiert).
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Antoine de Saint-Exupéry
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