Hund haut ab

ND241
  • Forenwelpe
Beiträge: 2
Hallo,
wir haben unseren Hund seit März. Er kommt aus Italien und man vermutet, dass er dort seine ersten beiden Lebensjahre im Tierheim verbracht hat. Er kam also zu uns ohne auch nur irgendwas zu kennen. Er hat sich recht schnell eingelebt und ist wirklich ein Schatz. Er bellt nicht, ist verträglich, super lieb zu Kindern, läuft brav an der Leine usw.
Wir haben von März bis ungefähr im Juli mit der Schleppleine geübt und waren dann so weit die Leine abzumachen. Das hat ungefähr 2 Wochen gut funktioniert, dann hat unser Hund die Getreidefelder für sich entdeckt und ist immer wieder weit reingelaufen. Blöd war halt, dass wir ihn dann nicht mehr sehen konnten und sind nach einigem Warten hinterher. Also Schleppleine wieder dran, weiter geübt. Seitdem kriegen wir das aber nicht mehr so richtig in den Griff. Sind wir mit ihm alleine unterwegs, ist der Rückruf kein Problem. Er darf mit schleifender Schleppleine laufen und kommt auf Ruf. Allerdings sobald ein anderer Hund dabei ist, funktioniert nichts mehr. Er hat schon mitten im Spiel abgebrochen und ist einfach weggelaufen. Er scheint dann komplett in seiner eigenen Welt zu sein und bekommt unser Rufen gar nicht mehr mit.
Meine Theorie ist, dass er es schafft "gedanklich" bei mir zu sein, wenn ich mich wirklich 100% auf ihn konzentriere und er sich auf mich. Sobald eine größere Ablenkung da ist, wie z.B. ein anderer Hund, kriegt er es nicht mehr hin. Er ist dann so in seiner "ich bin auf mich alleine gestellt"-Welt, aus der er von alleine auch nicht mehr rauskommt. Er läuft und läuft und schaut sich nicht mehr um. Ich lauf dann hinterher und versuche dass er mich irgendwie sieht. Sobald er mich nämlich wieder sieht, kommt er angeschossen so nach dem Motto: "oh da war ja noch jemand"
Weiß nicht was ich noch tun soll, er soll ja auch irgendwann wieder mit anderen Hunden toben können. Ob er einfach noch Zeit braucht?
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 535
Was für eine Mischung ist das, kannst Du mehr darüber erzählen?
Ich habe auch 2, eine kommt aus Griechenland, die andere aus Spanien. Beide haben einen starken Jagdtrieb und können nie ohne Leine laufen, da wir zu viel Wild haben. Ich habe das auch wie Du mit Beiden, als ich sie bekam, probiert... Mit Schleppleine und ohne, das gleiche wie Du erzählst, allerdings ist mir schnell aufgefallen, sobald eine Spur, ein Hund, ein Wildtier kam, war ich Luft... Sie sind zwar immer nach einiger Zeit wieder gekommen, aber da ich nicht hinterher mit den Jägern diskutieren möchte, bleiben sie halt an der Schleppleine.
Je nach Rassenmischung kann es Jagdtrieb sein, oder Herdenschutzhund mit drin, sie sind sehr selbstständig, -- meine Spanierin ist Podenco, erziehungsresistent, die Griechin hat einen Terrier drin, beiden nicht einfach zu erziehen.

Am Besten ist, Du gehst zum Hundetrainer, der kann Dir weiterhelfen. Der kann besser beurteilen, wie Du vorgehen solltest.
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 1204
+ 1
Nach jedem Misserfolg muss du wieder ganz von vorne anfangen mit dem Üben....bzw. noch ein Stückchen weiter vorher...... Das ist normal.
Nach Möglichkeit sollten aber solche Geschichten wie : "Weg war er dann...." erst gar nicht passieren. D.h. Du solltest das Spiel mit anderen Hunden abbrechen und Hundi zu Dir zurückrufen bevor er abdümpelt. Also aufhören, wenn`s am schönsten ist.
Also erst kurz 1-2 Min. spielen lassen, dann abbrechen Hundi zu Dir rufen, anleinen und Hundi nicht an der Leine weiterspielen lassen, weggehen und Hundchen gaaaanz feste loben.
Wenn das dann so gefühlte 1785x geklappt hat, Hundchen 2-3 spielen lassen und wie gehabt handeln.

Ebenso bei Situationen im Feld. Abrufen und anleinen bevor Hundchen ins Kornfeld abdümpelt. An besonders reizvollen Stellen Hundchen vorsorglich an die Leine nehmen und daran vorbeiführen. Nach wieder so gefühlten 1843x weiss er dann, dass Du es nicht möchtest, wenn er hier bzw. in dieser Situation abhaut.

Meist zeigen es die Hunde kurz vorher an, dass sie gleich ab durch die Mitte sausen werden. Dann nur zu Dir rufen, wenn Du genau weisst, dass er noch höhren wird. Ansonsten verstärkst Du damit nur das Nichthören.
Ich nehme dann immer ganz schnell Finchens Lieblingsball in die Hand und wedel damit gut sichtbar über meinem Kopf.
Da sie den Schleuderball über alles liebt, kommt sie dann angesaust, ich werfe ihn kurz zur Belohnung, sie bringt ihn wieder und wird angeleint.

Damit er mehr auf Dich achtet beim Spaziergang kannst Du Dich auch immer wieder irgendwo verstecken z.B. im Maisfeld, hinter einem Baum, auf einem Hochsitz o.ä. Dann muss Hundchen nämlich nach Dir suchen und nicht Du nach dem Hundchen ....er scheint sich nämlich ziemnlich sicher zu sein, dass Du schon nach ihm suchst und ihm hinterherrennst. Hat er Dich dann gefunden....gaaaanz feste Loben und schönes Leckerchen geben.

So hab`ich es zumindest mit meinen immer gemacht, egal ob Welpe oder erwachsenes Hundchen. Immer wieder und wieder zwischendurch.
Mittlerweile macht es meiner Fina richtig Spaß mich suchen zu müssen und sie kommt angepeest.
Manchmal wartet sie aber auch noch, ob ich doch eher "aufgebe" und mich zeige ....... aber ich hab`da definitiv den größeren Dickschädel und den längeren Atem

In manchen Situationen weiss ich aber ganz genau, dass ich Fina niemals ohne Leine laufen lassen kann, ohne dass die Pferde mit ihr durchgehen, ähnlich wie Weckener es beschrieben hat.

LG Feuerwolf mit rennendem Renntier Fina
ND241
  • Forenwelpe
Beiträge: 2
Es ist ein Schäferhund-Cane Corso- Mix. Er jagt gar nicht, sobald er einen Hasen sieht, versteckt er sich hinter mir Erziehungsresistent ist er nicht, er ist auch sehr menschenbezogen. Rückruf klappt zu 99% und dann kommt diese eine Situation und er stellt komplett auf Durchzug.
Meine Hundetrainerin sagt, da könne man nichts machen, er sei einfach zu selbständig. Damit will ich mich aber nicht zufrieden geben, dann könnte ich das ganze Üben ja auch gleich lassen.

Lieber Feuerwolf, vielen Dank für die Tipps, das hilft schon mal ein wenig. Ihn mit anderen Hunden spielen zu lassen und dann abrufen, ist eine gute Übung, das versuch ich direkt mal.
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 1204
Dann viel Spaß beim Üben und viiiiiiiel Geduld.....
CEEYEET
  • Halbstarker
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Audrr

CEEYEET
  • Halbstarker
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CEEYEET
  • Halbstarker
Beiträge: 279

Ich bin dann mal weg

Das ist jetzt der dritte Versuch. Aber ich bin ein unverbesserlicher Optimist und das Thema ist mir viel zu ernst, als darüber Späße zu machen. Wir haben unseren American Bulldog mit 9Mon. aus einer Beschlagname übernommen. Total verkorkst .Der Vorbesitzer war sicherlich der Meinung, dass ein Welpchen nur herumalbern und rumtoben kann .Erziehung hat später auch noch Zeit. Diesen Trugschluss hatten wir nun auszubaden .Wir haben 25Jahre Boxer gehalten und vom ersten Tag nach der Übernahme vom Züchter angefangen unsere Welpchen zu erziehen. Unser Junghund war schon fast im Rüpel alter. Also wir hatten viele Baustellen zu beheben. Das Tierheim war der Meinung, dass dieser Hund auf keinen Fall in eine Großstadt gehört. Nun haben wir ein etwas größeres Grundstück, wo unser Hund sich richtig auspauern kann. Aber unser Hund reicht das wahrscheinlich immer noch nicht. Unser Grundstück liegt zwischen 2 voneinander getrennten Waldstücken. Das erste mal war er in der Nachbarschaft unterwegs. Abrufen war nicht möglich. Er hatte seine Nase nur am Boden. Über unser Grundstückgeht ein Wildwechsel und wir haben uns mit dem Jäger, dem die Jagd gehört verständigt, dass wir einen Streifen für das Wild lassen, damit diese ihren gewohnten Lebensraum nicht völlig verlieren. Wir zäunen jetzt unser Grundstück ein. Das letzte mal war Herr Hund 50min.verschwunden. Ich hab regelrecht Panik bekommen. Die Polizei und Tasso hatte ich informiert , als wie aus dem nichts der Hund wieder auftauchte. Aber, wie der aussah. Völlig mit Schlamm bedeckt. Von dem weißen Fell war nichts mehr zu sehen. Eine Wildschweinsuhle hatte es ihm angetan. Seit diesem Tag geht er nur noch an der Leine oder wenn wir dabei sind hängt er an der Schlepp. Er nutzt jede Gelegenheit um die Gegend unsicher zu machen. Ich muss unser Gelände so sichern, daß weder die Weinbauern noch andere Leute zu schaden kommen. Und so lange bleibt Herr Hund an der Leine.
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