HD beim Sheltie - Denervation oder Femurkopfresektion? Bitte um Erfahrungen!

Timi<3
  • Forenwelpe
Beiträge: 113
Hallo ihr Lieben,

unser 7-jähriger Lucky (Sheltie Rüde) leidet nun schon seit 3 Jahren stark an seiner Hüftgelenksdysplasie. Uns ist es vor 3 Jahren besonders aufgefallen, dass er einen seltsamen Gang hat und teilweise lahmt bzw. auch humpelt. Im Jahre 2013 sind wir zu einer Fachtierärztin (Frau Dr. Kienzel) gegangen und es wurde HD diagnostiziert. Man sprach von der Möglichkeit einer Operation, in diesem Falle die Denervation: die Schmerz weiterleitenden Nerven werden durchtrennt, aber Verschleiß des Hüftgelenks bleibt bestehen. Jedoch ist der Hund schmerzfrei, baut durch mehr Agilität die Beinmuskulatur wieder gut auf (diese ist bei Lucky mittlerweile seht schwach ausgeprägt)
Allerdings entschieden wir damals mit der Tierärztin gemeinsam, abzuwarten und die HD erst einmal medikamentös zu behandeln und zu beobachten. Ein Eingriff ist ja doch immer irgendwo ein Risiko, außerdem sah die Lage damals noch nicht soo schlimm aus.
Die letzte Zeit aber hat sich Luckys Gang erheblich verschlechtert. Erst zogen wir Hydrotherapie zum Muskelaufbau in Erwägung. Hierfür benötigten wir eine aktuelle Röntgenaufnahme, um zu beurteilen, ob dies überhaupt noch Sinn macht. Als wir am Freitag nun erneut bei Frau Dr. Kienzel zur Röntgenaufnahme und Untersuchung waren, kam die erschreckende Diagnose, dass sich die HD innerhalb der 2 Jahre sehr verschlimmert hatte.

Nun wurden uns zwei Möglichkeiten unterbreitet:

1. Denervation - allerdings ist es fraglich, ob diese großen Erfolg bringt, da die HD bei Lucky so fortgeschritten ist. Es ist ein sehr kleiner Eingriff, und der Hund kann eigentlich direkt schon wieder normal und (bei Erfolg) schmerzfrei laufen. Erfolgsquote liegt bei 92%.

2. Femurkopfresektion: hier wird der Kopf des Oberschenkelknochens entfernt und dieser wird nur noch durch Muskeln und Gewebe gehalten. Dieser Eingriff ist nicht nur teurer-auch ist es ein sehr langwieriger Prozess (Physiotherapie), dass der Hund sich an die Umstellung gewöhnt. Es kann auch nur erst eine Seite und später die andere operiert werden, nicht gleichzeitig. Aufgrund des geringen Gewichtes (10 kg) ist dies eine sehr erfolgsversprechende Alternative.

Nun wissen wir nicht recht, wofür wir uns entscheiden sollen. Wir werden auf jeden Fall nochmal Rücksprache mit der Tierärztin halten. Dennoch ist es nie verkehrt, sich Meinungen von anderen Herrchen und Frauchen anzuhören!
Am liebsten würden wir die Denervation durchführen lassen, nur kann es ja sein, dass sich durch den Verschleiß noch Arthritis bildet... Femurkopfresektion wäre an sich evtl. sinnvoller, da hier kein Verschleiß und auch kein Schmerz mehr sein wird. Allerdings ist es ja wie gesagt eine enorme Umstellung für den Hund und bis alle Operationen und Therapien erst mal abgeschlossen sind, vergeht sicherlich ein Jahr und fließen einige Euros...Außerdem frage ich mich auch, ob die Muskeln mit dem Alter nicht zu schwach werden und die Knochen nicht mehr richtig "halten" können. Geld spielt eine zwar eine wichtige Rolle, aber am wichtigsten ist uns natürlich die Gesundheit von Lucky.

Wer hat von euch Erfahrungen mit einer der beiden Operationsmethoden? Oder kann mir generell bei der Entscheidung etwas weiterhelfen...Ich wäre sehr dankbar!

Liebe Grüße!
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1391
Habe Femurkopfresektion bei meinem Rüden vor 8 Jahren machen lassen müssen - gleichzeitig beidseitig; er war seinerzeit 3 1/2 Jahre alt, 13 kg schwer, NICHT kastriert. Eine Denervation war gar nicht möglich bzw. sinnvoll bei dem großen Schaden; auch andere Therapien wurden verworfen, nachdem sich mehrere Spezialisten alles angesehen hatten....

Physio haben wir nicht machen lassen, da Übungen für zuhause, die die hintere Muskulatur kräftigte.

Es war ein Fest, als er sich aus dem Liegen mit den Hinterbeinen hochstemmte, anstatt sich mit den Vorderläufen hochzuziehen!!!!

Der Bursche war noch recht jung, so dass er länger in Narkose liegen konnte. Es sollte gleichzeitig beidseitig sein, damit er sich nicht einen Schongang angewöhnte und somit die eine Seite überstark belastete.

Bei Wetterwechsel hat er Beschwerden, ähnlich wie bei uns Menschen, Dann gibt es eine kleine Schmerztablettenkur

Wenn es ihm schlechter geht, sehe ich es daran, dass er das Gewicht auf die Vorderläufe legt und sich die Ellbogen ausdrehen (übrigens übliche Schonhaltung).

Die Umstellung bei der Femurkopfresektion war nicht so enorm; wer es nicht weiß, sieht es noch nicht einmal am Gangbild, dass da was fehlt, aber immer schmerzfrei halte ich für ein Gerücht. Allerdings stellten sich bei meinem Rüden die Beschwerden erst nach ein paar Jahren ein.

Wenn es geht, würde ich die Denervation machen angesichts des Alters. Innerlich hast du dich ja eigentlich schon dazu entschlossen...

Als mein Bursche 7 war, musste aus gesundheitlichen Gründen eine Kastration durchgeführt werden, was mir gar nicht gefiel. Das Testosteron hilft gegen Muskelabbau; evtl. kann man auch Anabolika spritzen, wenn dein Junge tatsächlich nicht mehr Muskelmasse aufbaut. Es helfen auch Übungen wie ins Sitz nehmen und dann wieder hochkommen lassen zum Steh. Bergauf gehen ist gut; bergrunter eher schlecht

Gerade Strecken gehen ist auch gut wegen der Kondition und zum Muskelaufbau.

So oder so wird dein Bursche das eine oder andere Problemchen dazu bekommen, doch sind diese medikamentös gut in den Griff zu bekommen. Wie gesagt - bei uns ist es nicht so arg geworden wie gedacht. Schmerzen merkst du auch, wenn er sich leckt. Bei meinem Jungen sind es zeitweise die Vorderläufe wegen der Schonhaltung, weil es hinten piekst. Er sagt ja nichts, weswegen ich ein gutes Auge auf ihn habe (hier sind noch mehr Hunde).

Er mag es nun aber grundsätzlich nicht mehr, wenn bei ihm einer hinten schnüffelt, was seit der OP so ist.

Da ich selbst kleine Handicaps habe mit Schmerzen bei Wetterwechsel oder Überbeanspruchung, weiß ich, dass man sich auch daran gewöhnt und deren Wahrnehmung nicht mehr so stark ist (nehme keine Tabletten); würde mir also da nicht so große Gedanken machen.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1391
Cavaletti ist auch toll!

Dein TA ist Dr. Niessen??? Ich kenne einen Dr. Niessen, der Spezialist ist für solche Dinge...

Ich würde deinen Burschen nicht Stöckchen/Bällchen holen lassen, also kein Hinterherlaufen mit Stoppen und Drehen. Besser wäre ein ruhiger Apport (Objekt auslegen).

Meiner hat gerne getrailt nach dem Eingriff, als es ihm wieder gut ging; auch seine Arbeit hat er weiter gemacht (und macht sie immer noch - typisch Arbeitshund ).

Wäre Goldakupunktur auch noch eine Option? Hierbei werden ja best. Akupunkturpunkte aktiviert (bei Goldimplataten ja nicht unbedingt). Ich hatte das im Kopf wegen der Veränderungen, die durch eine Denervation nicht aufgehalten werden.

Und nun fällt mir noch etwas ein >> bei einer Denervation werden zwar die Nerven durchtrennt, aber das bedeutet auch, dass die Wahrnehmung für die betroffenen Körperteile sich verändert; es kann auch zu Sensibilitätsstörungen kommen. da der Hund nichts sagt, wissen es viele nicht oder sehen es als nicht relevant an, da der Hund auf allen Vieren geht (macht viel aus). Ich bin selbst betroffen, da einige Rückennerven kaputt sind. Ich vergesse das öfter .....

Bei einem so leichten Vierfüßler fallen diese Dinge vermutlich nicht so sehr ins Gewicht - auch an solche Dinge gewöhnen sich Mensch und Tier recht schnell
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Timi<3
  • Forenwelpe
Beiträge: 113
Liebe Lincan,

danke für die schnelle Antwort. Meine einzige Sorge ist, dass bei der Denervation sich zwar Muskeln aufbauen etc., aber trotzdem der Verschleiß der Gelenke zu einer Entzündung führen...oder verhindert die Muskelbildung das? Bzw. könnte man die Entstehung einer Entzündung medikamentös in den Griff bekommen und verhindern?
Goldakkupunktur habe ich selber erst vor einigen Tagen im Internet entdeckt. Mein Tierarzt führt diese Methode auch soweit ich weiß nicht durch...

Liebe Grüße
Lupine 3
  • Alpha Hund
Beiträge: 9088
Zur Physiotherapie (besonders Unterwasserlaufband!) kann ich aus eigener Erfahrung bei schwerster Verlaufsform nur positives berichten! Bislang hat es einem unserer Hunde die schweren OPs erspart und wir hoffen, dass das lebenslänglich so bleibt. Sie braucht keine Schmerzmedikamente und läuft durch die starke Muskulatur erstaunlich gut.

Timi, wenn du die Suchfunktion nutzest und als Suchwort "Physiotherapie" eingibst, gelangst du zu ganz vielen Seiten zu dem Thema. Hier eines von vielen: http://www.dogspot.de/forum/thema/hueftdysplasie-beim-junghund/#570106
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen. (Ernst R. Hauschka) Beurteile Menschen nicht nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten, denn viele reden vortrefflich, aber handeln schlecht. (Matthias Claudius)
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