Die beste Erziehungsmethode für unsicheren Hund?

tüpfelchen
  • Halbstarker
Beiträge: 467
@Alidasy
Sorry, ich hatte das nicht von Anfang an verfolgt und nahm an, der Hund macht größere Probleme und Du fragst (nach 1,5 Jahren?!?) was man sonst noch machen kann, weil er...
Aber nachdem ich jetzt Weiteres gelesen habe, denke ich Du hast doch bisher alles richtig gemacht- und die "Kleine Bande " auch.
Kein Hund und auch kein Mensch ist perfekt, wir gewöhnen uns aneinander und an unsere jeweiligen Besonderheiten.
Bis heute hätte ich geglaubt, dass meine inzwischen 4,5 Jahre alte Hündin nicht klaut, aber vorhin hat sie die letzten Weihnachtskeks mit extra viel Orangeate und Zitronat aus einer kl. Schale vom Beistelltisch geholt. So was hätte ich als Kind niemals gegessen und meinem "Köter" ist noch nicht mal schlecht geworden und Durchfall hatte sie auch nicht. Meine Verwunderung hat sie nur mit geflissentlichem weg kucken beantwortet. Keine Angst ich werde deshalb nicht an meiner bisherigen Erziehung zweifeln, grins.
Haben wir nicht Alle unsere Macken? Ich bin froh, dass mein Hund mich mag und mit mir zurecht kommt, auch wenn ich mal Migräne habe, oder Schmerzen, oder... ungerecht bin, weil ich in Eile bin, Sorgen habe, oder mich aus einem anderen Beweggrund mal nicht so 100%ig auf den Hund einstimmen kann.
Ich kenne Hunde jetzt seit über 60 Jahren und alle hatten Verständnis für "Ihre" Menschen. Sicher waren meine Eltern auch nicht perfekt mit Ihrer Lieblingsrasse, Schäferhund umgegangen und obwohl mein Vater der Hundeversteher war, liebte der Hund meine Mutter, die sehr wenig mit Ihm machte.
Trotzdem hätte ich mich nie für einen Schäferhund entschieden und bin mit meiner Hunde-Wahl immer zufrieden gewesen.
Herr / Frau und Hund müssen eben zusammen finden, der Rest kommt danach.
Charlie Schulz würde sagen: "Liebe ist, wenn Du 4 Stunden mit dem Hund bergauf und bergab wanderst, obwohl Du Knieschmerzen hast und morgens nur eine Tasse Kaffee hattest."
Dem Instinkt meines Hundes kann ich trauen... __________________________________________________________________
Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.
(nach J. W. von Goethe)
Gast
+ 1
Hallo Meerestaucher,
direkte Parallelen sehe ich nicht, Dobby hatte bei schnellen Armbewegungen Angst und warf sich hin, hätte aber nie gewagt zu knurren. Er ist eh sehr menschenfreundlich. Klauen betrachte ich bei Hunden als minderschweres Kavaliersdelikt. Ich kann ja den Tisch abräumen. Nur war ich es von den bisherigen Hunden nicht gewohnt. Er zerkaut aber auch Leinen (werden sauber mit einem Biss durchtrennt) oder zerpflückt dir eine an der Garderobe hängende Jacke wenn Leckerlies in der Tasche sind. Im Auto hat er mir schon einen Anschnallgurt durchtrennt, Konsequenz daraus: Auto nur mit Beißkorb.
LG, Alidasy mit Banditen
Zuletzt geändert am 15.01.2015 20:06 Uhr
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
ah ok. ich dachte dass wäre dann nur ein praktisch ausgeführtes beispiel zur aussage "ich hund du nix".

und wenn es so wäre, hätte ich mal an eine frage:
was glaubst du was dein hund gemacht hätte wenn er statt zu dir zu einer frau gekommen wäre, die unvoreingenomnen ist von irgendwelchen führungsmethoden und den hund statt autoritär einfach ganz liebevoll und mit konsequentem handeln empfangen hätte.

dann hab ich noch die frage:
warum belässt du den hund in seiner angst beim autofahren und stülpst ihm da einfach einen maulkorb um?


und:
ist leinenruck und puff beim sehen anderer rüden nicht auch eine konditinierung?
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
uups. ich meine natürlich: ich chef du nix.

Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Zuletzt geändert am 17.01.2015 10:39 Uhr
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1411
Original von meerestaucher:

uups. ich meine natürlich: ich chef du nix.




War wohl ein Freud'scher Versprecher....
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Gast
+ 1
Hallo Meerestaucher,
der ursprüngliche Besitzer hat ihn bei seinem Haftantritt mit den Worten "kümmer dich um den Hund" an eine junge, vollkommen unbedarfte Frau abgegeben. Bei Ankunft in ihrer Wohnung hat er erst mal deren Katze fressen wollen und bei der Jagd auf die Katze einiges an Mobiliar zerlegt. Und dann steht diese junge Frau in ihrer Wohnung, traut sich nicht ihre Katze zu fangen und schon garnicht den geifernden Hund anzufassen. Sie hat sich dann an meine Tochter um Hilfe gewandt.
Diese wiederum hat einen Sprachfehler wenn es um Hunde geht, sie kann nicht Nein sagen. Sie hat Dobby mitgenommen. Nur zwei große Rüden, die auch beide schon Kampferfahrung haben, in einer 3-Zimmerwohnung halten geht nicht. Dann ist er zu mir gekommen, unter der Voraussetzung das er die Mädchen respektiert. Dobby kannte keine Kommandos, nur Gebrüll, war es gewöhnt, das zu tun was ihm in den Sinn kam. Wenn dem Halter was nicht paßte, wurde gebrüllt. Die beiden waren im Ort stadtbekannt und gefürchtet. Herrchen als Schläger und Hund als Raufer. Glaubst du wirklich im Ernst, das ein vollkommen unbeleckter Ersthundhalter mit liebevoller Konsequenz diesen Hund hätte erziehen können?

Zum Autofahren sei folgendes gesagt: Er springt ins Auto, auch dann wenn wir gar nicht fahren wollen, sondern nur eine Tür aufsteht. Steigt auch nach Aufforderung ein und legt sich ganz ruhig auf den Rücksitz. Man darf sogar ohne Anzeichen von Stress bei ihm den Motor anlassen und laufen lassen. Mit dem Anfahren wird er unruhig und steigert sich mit zunehmender Geschwindigkeit mehr in seine Panik. Die Kleinen steigen ein, rollen sich zusammen und schlafen. Er trampelt einfach drüber was dann wieder dazu führt das sie ihn maßregeln. Setz ich mit nach hinten zu ihm läuft das gleiche Panikschema ab.
Er trampelt ohne Rücksicht (erwarte ich zwar nicht) auf mir rum, speichelt, hechelt und jault bzw. bellt. Ich habe logischerweise schon einiges ausprobiert um ihn ans Autofahren zu gewöhnen bzw. ihm schmackhaft zu machen. In seiner Panik reagiert er auf kein Leckerchen und hypnotisieren kann ich nicht. Die Folge ist, das er 7 Km zum TA laufen muss, nicht mit in die Kneipe fahren darf wie die Kleinen. Er scheint damit zufrieden zu sein. Beißkorb gibt es nur, wenn die Fahrt unabdingbar und notwendig ist.

Konditionierung ist ja nicht unbedingt das Schlechteste, ganz ohne kommt man m.M.n. nicht aus. Als Konditionierung würde ich einen Leinenimpuls oder den Knuff auch nicht betrachten, da es zu selten passiert. Unter Kon. verstehe ich meinen Hund zwanzigmal hintereinander sitzen zu lassen um das Kommando zu festigen. Einen Knuff gibt es nur, wenn ich mit Kommando nicht oder nicht nachhaltig genug zu ihm durchdringe. Er bekommt ihn auch nur dann, wenn er das Fixieren beginnt. Solange er normal neben mir läuft und den Rüden nicht anschaut ist doch alles ok, warum anknuffen?
LG, Alidasy mit Banditen
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
Original von Lincan:

Original von meerestaucher:

uups. ich meine natürlich: ich chef du nix.




War wohl ein Freud'scher Versprecher....


nee, ich bin hier nicht die die hunde anbellt
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
Original von Alidasy:

Hallo Meerestaucher,
der ursprüngliche Besitzer hat ihn bei seinem Haftantritt mit den Worten "kümmer dich um den Hund" an eine junge, vollkommen unbedarfte Frau abgegeben. Bei Ankunft in ihrer Wohnung hat er erst mal deren Katze fressen wollen und bei der Jagd auf die Katze einiges an Mobiliar zerlegt. Und dann steht diese junge Frau in ihrer Wohnung, traut sich nicht ihre Katze zu fangen und schon garnicht den geifernden Hund anzufassen. Sie hat sich dann an meine Tochter um Hilfe gewandt.
Diese wiederum hat einen Sprachfehler wenn es um Hunde geht, sie kann nicht Nein sagen. Sie hat Dobby mitgenommen. Nur zwei große Rüden, die auch beide schon Kampferfahrung haben, in einer 3-Zimmerwohnung halten geht nicht. Dann ist er zu mir gekommen, unter der Voraussetzung das er die Mädchen respektiert. Dobby kannte keine Kommandos, nur Gebrüll, war es gewöhnt, das zu tun was ihm in den Sinn kam. Wenn dem Halter was nicht paßte, wurde gebrüllt. Die beiden waren im Ort stadtbekannt und gefürchtet. Herrchen als Schläger und Hund als Raufer. Glaubst du wirklich im Ernst, das ein vollkommen unbeleckter Ersthundhalter mit liebevoller Konsequenz diesen Hund hätte erziehen können?


ich schreibe nicht vollkommen unbeleckter ersthundhalter. ich schreibe jemand der liebevoll und konsequent ist und einfach nicht auf irgendwelche mantras festgelegt ist. also nicht die frau die nicht "nein" sagen kann (inkonsequent), auch nicht der der nur rumbrüllt (hat auch keine ahnung und ist nicht liebevoll), und auch nicht derjenige der sich gleich zusätuzliche probleme schafft (drei rüden auf einmal bzw hund plus katze).
also einfach eine frau, die regeln aufstellt, darauf konsequent achtet dass diese eingehalten werden, dem hund einen sicheren rahmen gibt und liebevoll ist.

meine meinung: ja, so eine person hätte den hund erziehen können.


Konditionierung ist ja nicht unbedingt das Schlechteste, ganz ohne kommt man m.M.n. nicht aus. Als Konditionierung würde ich einen Leinenimpuls oder den Knuff auch nicht betrachten, da es zu selten passiert. Unter Kon. verstehe ich meinen Hund zwanzigmal hintereinander sitzen zu lassen um das Kommando zu festigen. Einen Knuff gibt es nur, wenn ich mit Kommando nicht oder nicht nachhaltig genug zu ihm durchdringe. Er bekommt ihn auch nur dann, wenn er das Fixieren beginnt. Solange er normal neben mir läuft und den Rüden nicht anschaut ist doch alles ok, warum anknuffen?

klar sollst du ihn nicht anknuffen, wenn er nix macht. schreib ich auch nicht.
konditionieren, weiss ich nicht ob das was mit der art der wiederholung zu tun hat.
für mich ist das auch: tust du dies, kriegst du das. egal wie oft. egal ob zucker oder peitsche.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Gast
  • Rudelbeschützer
Original von Alidasy:

der ursprüngliche Besitzer hat ihn bei seinem Haftantritt mit den Worten "kümmer dich um den Hund" an eine junge, vollkommen unbedarfte Frau abgegeben. Bei Ankunft in ihrer Wohnung hat er erst mal deren Katze fressen wollen und bei der Jagd auf die Katze einiges an Mobiliar zerlegt. Und dann steht diese junge Frau in ihrer Wohnung, traut sich nicht ihre Katze zu fangen und schon garnicht den geifernden Hund anzufassen.
. Die beiden waren im Ort stadtbekannt und gefürchtet. Herrchen als Schläger und Hund als Raufer.



Zum Autofahren sei folgendes gesagt: Er springt ins Auto, auch dann wenn wir gar nicht fahren wollen, sondern nur eine Tür aufsteht. Steigt auch nach Aufforderung ein und legt sich ganz ruhig auf den Rücksitz. Man darf sogar ohne Anzeichen von Stress bei ihm den Motor anlassen und laufen lassen.
Mit dem Anfahren wird er unruhig und steigert sich mit zunehmender Geschwindigkeit mehr in seine Panik.

Setz ich mit nach hinten zu ihm läuft das gleiche Panikschema ab.
Er trampelt ohne Rücksicht (erwarte ich zwar nicht) auf mir rum, speichelt, hechelt und jault bzw. bellt. Ich habe logischerweise schon einiges ausprobiert um ihn ans Autofahren zu gewöhnen bzw. ihm schmackhaft zu machen. In seiner Panik reagiert er auf kein Leckerchen und hypnotisieren kann ich nicht.



Bei mir drängt sich der Verdacht auf, dass der alte Besitzer versucht hat, ihn zu Tierkämpfe abzurichten. Dazu musste er natürlich raus fahren, damit dass niemand sieht. Umso näher er dem Ort kam, desto mehr steigerte sich die Erwartungshaltung/Angst auf dass was kommt. Denn wollte er nicht kämpfen, dann gabs wieder gewaltig Prügel. Auto geht auf, Hund raus, Kampf, sonst Prügel. Also könnte sich sobald das Auto startet so eine Art "Erwartungsangst" aufbauen. Autofahrt = Tierkampf. Sonst ist er vielleicht nie Auto gefahren. Nur mal so eine Vermutung von mir. Hast Du schon mal in diese Richtung gedacht?
Liebe Grüße von Melwin.
Gast
+ 1
Hallo Meerestaucher,
wenn du wirklich glaubst, das man einen 8 - 10-jährigen unsozialisierten, nicht erzogenen Hund mit liebevoller Konsequenz ohne die geringste Ahnung davon zu haben wie Hunde ticken, noch erziehen kann, hast du einen sehr starken Glauben. So ein Hund muss ja auch mal Gassi. Er kennt aber nur "Tür auf, eventuell noch ein Tritt und er geht allein. Jetzt nimmt ihn die LIEBEVOLLE KONSEQUENZ an die Leine und geht vor die Tür. Das erste was er sieht ist ein anderer Rüde oder eine Katze und er geht los. Im Idealfall knallst du voll aufs Pflaster, kannst aber die Leine noch halten. Wenn er sich dann noch aus dem Halsband dreht und Hund oder Katze richtig plattmacht, dreht man sich liebevoll lächelnd um und geht in der anderen Richtung weg. Vielleicht kommt er ja hinter her???

Konditionierung leite ich von Kondition ab. Um Kondition zu bekommen muss ich die Leistung wiederholen, immer wieder, oder steigern oder beides. Ein Kommando kann ich nicht steigern, also bleibt nur die Wiederholung. Hier im Forum ist ja auch schon mal von bis 2000 Wiederholungen die Rede um ein Kommando zu konditionieren. Ein Knuff ist daher m.E. keine Konditionierung, sondern ich fordere seine Aufmerksamkeit ein und anders nicht mehr zu ihm durchkommen. Meist reicht ein "ÄH" um sein Fixieren zu unterbrechen. Nur wenn meine Aufmerksamkeit mal zu lange bei den Kleinen war und ich sein Fixieren nicht gleich mitkriege, muss ich mit dem Knie arbeiten.
LG, Alidasy mit Banditen
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