Der Euro

weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 579
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Ich bin auch der Meinung, das die EU und der Euro uns eine ganze Menge Vorteile gebracht hat. Auch genauso viel unsinniges....
Die EU als eine Gemeinschaft von ehemals feindlichen Staaten, der Euro, nun können wir z. B. Preise vergleichen. War vorher nur schwer möglich. Gut man muss natürlich die Lohnstruktur vergleichen, da gibt es gewaltige Unterschiede.

Auch mich hat die Umstellung getroffen, plötzlich die Hälfte der Rente, während viele Waren einfach 1:1 umdeklariert wurden. Einiges ist bereinigt worden, aber auch wenn es für meine Begriffe der falsche Zeitpunkt war, es hat uns Gewinn gebracht...

Die EU... wie schon @Tomstep mitgeteilt hat, ist ein Zusammenschluss vieler Staaten, die sich bisher bekriegt haben. Noch nie hat es einen solangen Zeitraum gegeben, wo Frieden herrscht. Das haben wir der EU zu verdanken. Dadurch mussten alle in irgend einer Form Rücksicht auf den anderen nehmen.
Ich habe noch in der Grundschule gelernt: Frankreich ist unser Erzfeind, die essen kleine Kinder... Das war noch lange nach dem Krieg... Auch in den damaligen Schulbüchern stand so etwas... Das ist noch garnicht lange her...

Ein großes Problem in dem Parlament sind die Lobbyvertreter... Es gibt gute Ideen, erst gestern hat ein Parlamentarier der EU, der ein Gesetzt einbringen will, er möchte, das in Zukunft nicht die Großbauern die Subventionen bekommen, sondern kleinen und mittleren Bauern. Denn die haben die größten Probleme, ich finde das richtig, aber unsere Landwirtschaftsministerin Glöckler hat sofort ihr Veto eingelegt, die großen brauchen das Geld dringender... In dieser Art werden sicherlich viele gute Ideen zum Scheitern gebracht.

Dafür haarsträubende, weil die Lobby sich durchgesetzt hat.

Leider sind Politiker bisher dorthin weggelobt worden, die hier zuviel Mist gebaut haben. Es wäre wichtig in das Parlament kluge Menschen zu senden, die wirklich unsere Interessen vertreten, nicht sich kaufen lassen...

Natürlich wird der richtige Umgang und die Arbeit zu Gunsten aller Staaten große Anstrengung bereiten, gute Kompromisse fällen, wenn der gute Wille vorhanden ist, durchaus möglich. Aber dazu braucht man die richtigen Leute.

Ja, der Brexit wird uns alle treffen, wer weiß schon, wen am heftigsten. Nun hat GB immer eine Sonderrolle haben wollen und bekommen, viel Rücksicht sind auf die Belange der Briten genommen worden, mal sehen was da die Zukunft bringt. Wie weit die EU nun doch noch ihnen entgegen kommen wird... Sicher ist noch nicht alles so fest wie jetzt behauptet wird...
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 9090
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Original von Catalou:>> @ tomstep bitte lies mal nachstehende Links durch:>> https://www.capital.de/wirtschaft-politik/ein-harter-brexit-wuerde-deutschland-erheblich-treffen> und> https://www.tt.com/politik/europapolitik/15216416/harte-folgen-bei-einem-harten-brexit> Egal kann das niemand sein!


Ja, Theorien gibts wie immer reichlich, natürlich auch ganz andere. Diese Tatsache ist ja auch wahrlich nicht ungewöhnlich, oder gar besonders.
Aber ich glaube trotzdem das wir es sehen werden was dann wirklich passiert und auch in allen evtl. eintretenden Fällen, wird die EU, genauso wie auch GB damit klar kommen müssen und bestimmt auch werden.
Das irgendetwas in der EU problemlos wird, glaube auch selbst ich nicht , aber an meiner Meinung, dass die EU das Beste ist, was uns allen passieren kann, ändert das wenig bis gar nichts.
Ob man nun die EU als Chance, Bürokratiemonster, unsinnig, Zukunftsweisend, oder sonst etwas sehen möchte, schon alleine die Diskussion darüber (ohne Krieg !) trägt dazu bei, sich viel besser kennen zu lernen und zu verstehen.
Also meiner Meinung nach ein weiterer Schritt in Richtung Gemeinschaft !
"Alt gewordenen Pferden das Gnadenbrot zu geben und Hunden nicht nur, wenn sie jung sind, sondern auch im Alter Pflege angedeihen zu lassen, ist Ehrenpflicht eines guten Menschen."(Plutarch von Chäronea, 45 - 120, griechischer Philosoph)
Shibaherz
Beiträge: 21151
Warum nennst Du EU und Eurozone in einem Atemzug, Catalou? Es gibt ja EU-Mitglieder, die sich dem € verweigern, (GB, S, DK). Auch die assoziierten Länder (N, CH) denken nicht im Traum an eine Einführung des € im Zusammenhang etwa eines evtl. Aufnahmeantrags in die EU.

Der € produziert Gewinner und Verlierer und damit – ungeachtet der Fragen von Personenfreizügigkeit im Binnenmarkt und der Migrationsfrage – eine zunehmende politische Spaltung, die die Union als Ganzes betrifft.
Deutschland reagiert auf die relative Wettbewerbsschwäche der Südländer – Anpassung durch Abwertung ist ihnen ja versagt – mit EU-Festlegungen zu deren „innerer“ Sparsamkeit (Stabilitäts- und Wachstumspakt, Maastricht). Infolgedessen erscheint „Brüssel“ großen Bevölkerungsteilen in diesen Ländern als „ausländische“ Macht, die anderen Regeln auferlegt, ohne selbst demokratisch legitimiert zu sein.

Es stimmt, Tomstep, nach dem Ende des von Nazideutschland angezettelten 2. Weltkrieges war die Friedenssehnsucht in Europa groß.
Die EU hatte Vorgänger. Bei der Gründung der „Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ (Montanunion, 1951) spielten auch franz. Motive, diese Industriezweige in Deutschland zu kontrollieren und von ihnen zu profitieren, eine Rolle (Schuman-Plan). Jedenfalls nicht nur der“Friedenswille“ der Regierungen der beteiligten 6 Länder (F, I, Benelux, D).

Ob der Frieden in Europa durch die EU gewahrt werden kann, steht für mich dahin, auch wenn das von Politik und Medien ständig behauptet wird. Die EU-Länder sind derzeit (noch? ) weit entfernt von einer gemeinsamen Sicherheitspolitik. Ebenso steht dahin, ob er – seit Trump – weiter durch die NATO gewahrt werden kann. Und für die Briten steht Frieden ohnehin nicht an der Spitze ihrer Prioritätenliste, man erinnere sich an den Feldzug gegen Argentinien wegen der Falkland-Inseln.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Catalou
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2017
Shibaherz - mir ist schon klar, dass die EU (Europäische Union) und die Eurozone (EU-Länder, deren Währung der Euro ist) zweierlei Schuhe sind. Wo bitte sehr, habe ich was in einem Atemzug genannt? Ich steh da gerade am Schlauch Klar erscheint mir, dass die Nettozahler-Länder nach dem Austritt von GB nur ungern mehr bezahlen werden, um das finanzielle Loch, das GB hinterlässt, aufzufüllen und man nur zu gerne den Ländern, die von der EU vor dem Ruin gerettet wurden, den Hahn zudrehen möchte. Ich empfinde es als Unrecht, wenn sich ein Land unter den Rettungsschirm der EU begibt und dann sauer ist, wenn es nur dann weiteres Geld bekommt, wenn durch Sparen der Staatshaushalt in Ordnung gebracht werden muss.
Der Rechtsruck, der seit einiger Zeit in Europa stattfindet ist eine Form der Abgrenzung der einzelnen Staaten vor der Bevormundung durch Brüssel.
Zuletzt geändert am 20.01.2019 18:41 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 21151
+ 1
@Catalou: Ich habe mich auf Deinen Beitrag vom Sbd. 7:14 h bezogen („Die EU und die gemeinsame Währung empfinde ich als gute Sache“). Es tut mir leid, wenn ich Dich falsch verstanden habe.
Mir kam es darauf an, zu unterstreichen, dass der Zulauf zu nationalistischen Parteien in den Ländern der EU heute nicht nur als Reaktion auf die Zuwanderung von Menschen aus außereuropäischen Ländern (Asylbegehren) bzw. auf die Zuwanderung aus osteurop. EU-Ländern (die als Personenfreizügigkeit durch den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union Art. 45 abgesichert ist) zu verstehen ist, sondern, soweit es die Eurozone betrifft, eben auch unter dem Aspekt der Auswirkungen einer einheitlichen Währung bei gegebenen unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen.

In GB, das nicht zur Eurozone gehört, richtete sich der auf das Referendum drängende nationalistische Unmut v. a. gegen die durch EU-Recht abgesicherten Arbeitsimmigranten, besonders aus Osteuropa, die Cameron nach 2009 ohne Übergangsfrist sofort ins Land gelassen hatte. Derzeit leben ca. 3,5 Millionen EU-Bürger in GB, davon 1,2 Millionen Polen.

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weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 579
+ 1
Also wenn der Euro schuld ist, das die rechten Gesinnungsgenossen und Nationalisten wieder verstärkt aus der Versenkung kommen, dann wundert mich das aber, das Schweden, Dänemark immer mehr rechtslastig werden... Die haben doch keinen Euro....
Meine Exschwägerin, ist mit ihrer Familie nach Schweden ausgewandert, ich habe sie 1979 besucht. Sie erzählte mir, das sie schon über 50 % Steuern zahlen müssen, sie können nur richtig leben mit ihrem Gehalt, wenn sie ordentlich Darlehen aufnehmen. Sie waren gezwungen aller 2 Jahre ein neues Auto zu kaufen, am Haus etwas bauen.... Schon damals waren die Lebensmittelpreise wahnsinnig hoch. Ich wollte mich erkenntlich zeigen, aber bei den Preisen ging mir ganz schnell die Puste aus... Damals war durch die hohen Steuern die Sozialleistungen ermöglicht worden. Es gab einen großen Unmut über das System.
Die Dänen sind in den letzten Jahren auch mehr nationalistischen geworden, trotzdem sie ihre Krone behalten haben.

@Shibaherz, Du kannst nicht allen Unmut auf den Euro schieben, da spielen viel mehr Dinge einen Rolle, die wir so nicht kennen.
Shibaherz
Beiträge: 21151
Ich schiebe nicht „allen Unmut“ auf den Euro. Es ist eine leicht überprüfbare Tatsache, dass der Euro – genauer: die Unmöglichkeit für die ihm angeschlossenen Länder, ihre Währung entsprechend ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf- oder abzuwerten – Gewinner und Verlierer produziert. Die Fakten dazu sind für jedermann/jedefrau zugänglich.
Auf der Verliererseite war Griechenland, war Spanien, ist jetzt vermehrt Italien und bald vielleicht auch – horribile dictu - Frankreich. Das spiegelt sich in den Handels- und Haushaltsdefiziten.
Die weit verbreitete Unzufriedenheit in der italienischen Bevölkerung mit den Maßnahmen der Europäischen Kommission, die sowohl von der Fünf-Sterne-Bewegung wie von der Lega Nord angeheizt und ausgeschlachtet wird, hat prima facie nichts mit dem Migrationsproblem zu tun.

Unter diesen gegebenen Voraussetzungen wird die deutsche Regierung mit ihrer Austerity- Fixierung ganz gewiss nicht auf die von Macron mit viel Pomp vorgeschlagene institutionelle Vertiefung der Eurozone und der EU eingehen.
Die Gelbwesten gehen derzeit in Frankreich ja auch nicht gegen Migranten, sondern gegen die von Macron angestoßenen Reformen (Sozialabbau und Preiserhöhungen) auf die Straße, mit denen er die deutsche Regierung seinen Plänen geneigter machen will.

Ja, die skand. Länder sind für ihre sozialstaatlichen Aufwendungen bekannt. Und gerade Schweden hat proportional zu seiner Einwohnerzahl mehr Flüchtlinge aufgenommen als Deutschland. Auch sie verursachen Kosten.
Dänemark hat zwar seine Währung über den sog. WKM II (Wechselkursmechanismus) an den Euro gekoppelt. Es hat aber in Maastricht für sich Ausnahmeregelungen durchgesetzt. Im Unterschied dazu hat Schweden sich zwar 1995 dazu verpflichtet, den Euro einzuführen, dann aber 2003 ein Referendum dazu veranstaltet, mit dem er abgelehnt wurde. Aus diesem Grund ist Schweden dem WKM gar nicht beigetreten, es wechselt also seine Währung zum Euro frei, was von der Europäischen Kommission toleriert wird. Schweden wäre aber trotz seiner hohen Sozialausgaben auf der Gewinnerseite, wenn es den Euro einführen würde. Aufkommende nationalistische Tendenzen dort haben, wie in Deutschland, wohl eher mit der großen Zahl der Immigranten zu tun.

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