Beschützer auf vier Pfoten

christianeadler
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Beiträge: 20328
+ 6
Ich finde die Erwartungen an Hunde bedenklich. Einerseits soll er jedermanns Knuddeltier sein und andererseits in Notsituationen ein Beschützer. Mal überspitzt ausgedrückt: Läuft er ängstlich weg, ist er eine verhätschelte Lachnummer, räumt er nach Kräften unter den Angreifern auf, ist er gefährlich, und kommentiert er das Geschehen mit Bellen und Knurren, hat er nichts geändert. Richtig machen kann er es eigentlich nicht.


@ Catalou

Diese Frau, die mutig im Rahmen der rechtsstaatlichen Möglichkeiten Anzeige erstattet, würde ich nicht in Verbindung mit der Metoo- Bewegung bringen. Für mich ist es kein Fortschritt für die Frauenrechte, unbewiesene Anschuldigungen zu veröffentlichen und für wahr zu erklären, nur weil sie von Frauen gegen Männer geäussert werden.


@ Weckener

Genau in diesem Sinn, dass für die Frau nichts mehr sein wird wie vor dieser Nacht, habe ich persönlich mich auch über den verharmlosenden Zeitungsartikel geärgert: "Die Frau sei leicht verletzt worden und wurde in einem Krankenhaus ambulant behandelt." Es gibt noch viel zu tun, bis endlich auch die seelischen Folgeschäden von Übergriffen, ob Sexualdelikte, Raubüberfall oder Einbruch, ernst genommen werden. Nicht zuletzt hängt davon nämlich auch die berechtigte Notwehr ab, die hier mit Reizgas oder Teaser angesprochen wurde oder was eben auch beissende Hunde oder eigene Selbstverteidigungspraktiken angeht. MMn wurde hier in der Vergangenheit das "kaum verletzte" Opfer viel zu oft selbst zum Täter gemacht.


@ Hundeli

In der Schweiz ist Einbruch wenigstens eine Straftat. In Deutschland muss erst geklärt werden, ob jemand deine Tür nur aus Langeweile aufgebrochen hat, um sich deine Briefmarkensammlung anzusehen, oder ob er sie stehlen wollte oder ob er dich vergewaltigen oder umbringen wollte. Ein gefasster Täter wird der Polizei oder dem Richter bestimmt die Wahrheit über seine Absichten sagen. Darum sollte ein Hund nie einen Einbrecher angreifen oder du ihm eine Bratpfanne über den Kopf hauen. Dann hast du nämlich Körperverletzung an einem armen Menschen begangen, der sich doch nur bei dem schlechten Wetter in deiner Wohnung ein trockenes Plätzchen gesucht hatte.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Original von christianeadler:

Ich finde die Erwartungen an Hunde bedenklich. Einerseits soll er jedermanns Knuddeltier sein und andererseits in Notsituationen ein Beschützer. Mal überspitzt ausgedrückt: Läuft er ängstlich weg, ist er eine verhätschelte Lachnummer, räumt er nach Kräften unter den Angreifern auf, ist er gefährlich, und kommentiert er das Geschehen mit Bellen und Knurren, hat er nichts geändert. Richtig machen kann er es eigentlich nicht.

So würde ich das nicht sehen wollen. Diese Erwartung hat doch im Wesentlichen die quasi Threaderstellerin, die aus jedem Hunden einen Helden machen will.
Ich habe keine Ahnung, wie sich meine Jungs in einer echten Bedrohungssituation verhalten würden. Bellen und knurren würden sie sicherlich. Das tun sie auch ohne Bedrohung ganz gerne mal.
Im Unterschied zu unserer verstorbenen Hündin, die extrem eifersüchtig und auch territorial war, erwarte ich mir aber nicht zuviel. Die beiden sind zu jedermann und jederhund freundlich und das ist auch gut so. Nach meiner Einschätzung würden sie einem Einbrecher, sofern er zu ihnen freundlich ist, mit Begeisterung beim Raustragen helfen, anstatt ihn zu beissen.

So wie ich gesehen habe, gibt es im Übrigen durchaus Gerichtsurteile, nach denen der Haftungsausschluss eines Tierhalters dann greift, wenn sich der Geschädigte bewusst in eine Situation drohender Eigengefährdung begeben hat.
Was sowohl bei einem Einbruch, als auch bei einem Überfall gegeben ist.
Es scheint hier aber kein Grundsatzurteil, sondern nur Einzelurteile zu geben,
Dass ein Hundehalter in jedem Fall haftet, wenn ein Hund zubeisst, ist meiner Ansicht nach ein Gerücht.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Hab da noch was gefunden, dass zeigt, dass die Gefahrenabwehr durch einen Hund auch im NRW-Hundegesetz berücksichtigt ist:

§ 3
Gefährliche Hunde
.................

(3) Im Einzelfall gefährliche Hunde sind

1. Hunde, die entgegen § 2 Abs. 3 mit dem Ziel einer gesteigerten Aggressivität ausgebildet, gezüchtet oder gekreuzt worden sind,

2. Hunde, mit denen eine Ausbildung zum Nachteil des Menschen, zum Schutzhund oder auf Zivilschärfe begonnen oder abgeschlossen worden ist,

3. Hunde, die einen Menschen gebissen haben, sofern dies nicht zur Verteidigung anlässlich einer strafbaren Handlung geschah,


https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=1&bes_id=5116&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=372688
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
Hundeli
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2133
+ 3
Guten Morgen

man kann sich mal wieder.........manchmal sind Helden still und unscheinbar! Manchmal erkennt man sie nicht und manchmal tun sie Dinge, die dann der Presse gefallen. Kleine oder grosse Helden, Zweibeinige oder Vierbeinige........wer einem anderen Menschen etwas hilft ist heute m.M.n. ein Held!
Grad bei irgendwelchen Taten........wer geht noch hin und schreitet ein?

@christianeadler, ich hab Deine Worte schon verstanden..........bloss, auch bei uns ist es so, dass der HH schuldig wird, wenn er sich wehrt oder sein Hund den ungebetenen 'Gast' ins Hintern oder Beine schnappt...........auch wenn man einen Schacht draussen nicht korrekt zu hat und der Ärmste mit einbrecherischer Absicht in den Schacht plumpst, wirst haftbar......
Da sind aber all die Rechtsverdreher schuld, denn die drehen jeden Gesetzesartikel um und finden jenste Unterparagraphen!

Grüesslis
Hundeli
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 571
@christianeadler,
ich gebe Dir mit Deiner Meinung vollständig Recht. Ein Hund darf heutzutage nur wenige Eigenschaften zeigen, die in einem Hund nun mal stecken. Bellt er, knurrt er, fletscht die Zähne oder beißt er sogar, alles Dinge die eigentlich zum Charakter gehören, sind verboten, können zur Anzeige führen. Normal ist doch, das ein Hund, der sich als Team mit seinem Menschen fühlt, (Rudel sagt man nicht mehr), das er hilft, zusammen mit seinem HH den Feind zu verjagen. normalerweise würde in einem Hunderudel das auch so gemacht werden, nicht nur der Rudelführer kämpft gegen einen Eindringling, sondern alle beteiligen sich. Da verstecken sich die anderen nicht im Gebüsch und hoffen der Alte regelt das schon, wir machen uns klein und nur keinen Ton.... Nein sie bellen knurren und wenn es die Gelegenheit gibt, beißen sie auch.
Allerdings habe ich bei dem Begriff "Held" so meine Zweifel, ich halte das Wort zu hoch gehängt. Außer bei unseren hochgezüchteten Hunde ist das für sie ein ganz normales Verhalten. Sicher ist das sehr zu loben, aber "Held"????

Zu Deinem Statement über #MeToo, --- das ist ein sehr weites Feld. Was manche als sexuellen Übergriff fühlen, ist für andere kumpelhaftes Verhalten. Ich bin immer mit Jungs zusammen gewesen und später habe ich viel mit Männern arbeiten müssen, da kommt es immer wieder zu Situationen, wo man von Männern angefasst wird, bei dem einen ist es unangenehm, beim anderen ist es freundschaftlich gemeint. Wenn ich im Wald spazieren gehe, begegne ich oft den Revierjäger, er hält an, spricht mit mir ein paar freundliche Worte und fährt weiter, finde ich völlig ok und denke mir nichts dabei, eine Bekannte, der passiert das gleiche, sie empfindet das als sexuelle Anmache....
Da diese Themen ein Dauerthema im Betrieb ist und wir Betriebsräte täglich damit konfrontiert wurden, hatten wir ein Seminar mit Experten. Die machten uns klar, wenn sich eine Frau beschwert, und wir empfinden das als übertrieben, sollen wir auf jeden Fall es sehr ernst nehmen und handeln. Ich glaube jede Frau hat in ihrem Leben solche Situationen erlebt, aber kann sich nicht wehren, weil der Mann eine Führungsposition inne hat und sie bei Beschwerde ihren Job verlieren kann. Deshalb nimmt sie es hin und ärgert sich im Geheimen. Im übrigen auch Männer können Übergriffe von Frauen und Männern genau so wenig leiden. Sie reagieren oft mit lachen, aber haben die Faust in der Hosentasche.
Was sexuell gefühlt wird, ist bei jedem Menschen anders, das es jetzt einen Aufschrei gibt, ist sehr gut, weil es nachdenklich macht, vielleicht lernen die Typen was daraus, glaube ich nicht, aber hoffen kann man doch....

@shibaherz, ja zurück zum Thema.

Was der Hund auch getan hat, er war an der Seite seines Frauchens geblieben und hat sein Möglichstes gegeben, dafür sollte man ihn loben!
Shibaherz
Beiträge: 21125
+ 1
@weckener: Ich gebe Dir recht. Held ist ein „moralischer“, vom Menschen auf den Hund projizierter Begriff. Und ich finde auch, der Hund hat das ihm Mögliche getan.

@Christiane: Ich finde die Diskussion über „meToo“, d. h. über die Politisierung von sexueller Anmache, zwar auch interessant. Aber sie gehört nicht in diesen thread. Kann man sie nicht auslagern?

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 24.01.2018 18:50 Uhr
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