Bedeuten uns Hunde mehr als Menschen?

Shibaherz
Beiträge: 21183

links rechts

@Tomstep, weckener, christiane, lucymädchen: Ist doch eigenartig, wie sich der thread der inhaltlichen Aussage nach gedreht hat, nicht wahr?
Aber hier wird ja lieber Formkritik geübt, scheint mehr Spaß zu machen



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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 16.11.2015 12:24 Uhr
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20328
+ 3
Eine inhaltliche Wendung würde ich es nicht nennen. Der Diskussionsverlauf zeigt nur, wie ich mit viel Theorie von der eigenen Verantwortung und Entscheidung ablenken kann. Wieso engagiere ich mich im Tierschutz? Wieso sponsore ich ein Tierheim? Brauchen nicht zuerst Menschen meine Hilfe? Dass mir meine eigenen Hunde mehr bedeuten als ein anonymer Mensch, finde ich nicht absonderlich. Ich habe eine enge Beziehung, und ich habe eine Verantwortung übernommen. So haben sie mit mir das Privileg, in einem reichen Land zu leben, in dem es Futter und Wasser im Überfluss gibt und für jede Krankheit ein Tierarzt sorgt.

Wenn Menschen, die an meine Tür klopfen, diese Rechte verweigert werden, kann ich das soziologisch analysieren und die Verantwortung auf die Politik abwälzen. Da ist mir die Sicht in diesem Thread aber zu einseitig. Wie kann ich als Deutscher die Flüchtlinge nur als Belastung sehen, wenn wir z. B. auch die Waffen liefern, vor denen sie flüchten, oder durch Preisdiktate für unsere Importwaren die Löhne in den Herkunftsländern so niedrig halten, dass die Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können. Statt solcher Schuldfragen geht es um gute und schlechte Flüchtlinge. Schwarze bleiben am besten draussen, weil sie auch in zwanzig Jahren nicht weiss werden. Moslems lassen ihre Religion besser an der Grenze zurück, weil uns sonst "Die Unterwerfung" droht. Geduldet wird nur, wer sich unauffällig und kostengünstig eingliedert, um im Hundejargon zu sprechen, wer eine Begleitausländerprüfung gemacht hat. Auf dem Niveau ist ein Gespräch für mich unmöglich.
Was hat der Gebrauch oder Missbrauch meiner Steuergelder mit der Frage zu tun? Spielraum ist genug. Schon wenn ich den Jahresbericht vom Bund deutscher Steuerzahler lese, sind da genug Lach- oder Weinnummern drin, von Abgeordneten, die ihre Sitzungen verschlafen und dafür mehr Geld bekommen als der Präsident der USA, müssen wir nicht mal reden. Nur wo sollte ich den Bogen zur Hundehaltung schlagen? Die Kommune muss die Hundesteuer erlassen und das örtliche Tierheim sanieren, bevor sie Flüchtlinge aufnehmen darf. Solange noch nicht genug Auslaufflächen für Hunde angelegt wurden, wird auch kein Asylantenheim gebaut. Vielleicht gibt es noch mehr solche Vorschläge ohne Mehrheitsfähigkeit.

Bei Fremdenfeindlichkeit geht es um unsere ganz tierischen Seiten wie die Angst vor dem Unbekannten, Ressourcen- und Revierverteidigung. Asterix und Obelix von 1974 sind aktuell. Der Spruch "Ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier!" ist in meinem Freundeskreis ein geflügeltes Wort. Und auch die Ablehnung zu einem gemeinsamen Essen mit den Fremden trifft es auf den Punkt. "Mich stören Fremde nicht, solange sie bleiben wo sie hingehören. Wenn sie aber zu uns kommen, habe ich keine Lust zu ihnen zu gehen!"
Meine Mutter kam als Flüchtling aus Pommern und wurde von den westfälischen Bauern, bei denen sie einquartiert war, nicht sehr herzlich empfangen. Nur die Arbeitskraft war willkommen. Ansonsten waren die letzten überlebenden Kühe und Schweine wichtiger. Trotzdem oder gerade deswegen wurde ich zu Offenheit, Mitgefühl und Toleranz erzogen. Es war genau so selbstverständlich, für die alten Leute in der Nachbarschaft einkaufen zu gehen wie mit griechischen Mitschülern nach Hause zu gehen. Sind übrigens Orthodoxe auch schon zu fremd oder gehen die noch?
Heute habe ich ausländische wie auch deutsche Feunde, die mein Aufhebens um Hunde sehr befremdlich finden, aber das belastet unsere Beziehung nicht wesentlich. Höchstens gibt es mal eine Diskussion über 1000 Euro Tierarztkosten, von denen der Neffe in Thailand ein Jahr Schulgeld bezahlen könnte. Oder es wird mal hinterfragt, warum meine Hunde unbedingt mit ins Haus müssen. Ich nehme aber auch keinen Hund zu einer türkischen Familienfeier mit, bei der die Hälfte der Gäste vor ihm Angst haben oder sich ekeln. Mir droht nicht gleich "Die Unterwerfung", wenn ich andere Menschen in ihrem Anderssein akzeptiere. Alle reden von Integration, aber das heisst nicht Gleichmacherei.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Shibaherz
Beiträge: 21183
"Dass mir meine eigenen Hunde mehr bedeuten als ein anonymer Mensch, finde ich nicht absonderlich."
Da trennst Du also selbst ganz selbstverständlich zwischen Eigenem, Vertrautem und Fremdem, und zwar nicht jeweils innerhalb von Menschen und Hunden, sondern querbeet. Sind Dir die Tiere in dem von Dir unterstützten Tierschutz und Tierheim persönlich vertraut oder sind sie anonym? Stellst Du nicht selbst fremde Hunde über fremde Menschen?

Ich unterscheide zwischen persönlichem Verhalten und gesellschaftlicher Analyse. Dass ich persönlich geholfen habe und helfe, wie hier bereits beschrieben, geht bei Dir vollkommen unter. Nein, ich "lenke ja mit viel Theorie von der eigenen Verantwortung und Entscheidung ab."
Also, zur Klarstellung: Ich persönlich sehe die Flüchtlinge nicht nur als Belastung. Ich diktiere auch keine Preise für Importwaren, und liefere keine Waffen. Mein persönlicher Einfluss auf diese kritikwürdigen Entscheidungen ist gleich Null.
Ich trage da auch keine "Schuld", denn Schuld ist nach meinem Verständnis immer persönlich.
Die Einstellungen in der Bevölkerung, wie sie aus repräsentativen Umfragen ermittelt werden, sind nicht meine persönlichen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Du das unablässig verquirlst.

Der Roman "Die Unterwerfung" von Michel Houellebecq skizziert eine mögliche, aber nicht notwenig erfolgende gesellschaftliche Entwicklung in Frankreich.
Wer unterwirft sich da wem? Politisch Liberale geraten gegenüber der NF so ins Hintertreffen, dass sie sich mit einer von den Muslimen im Land gegründeten politischen Partei verbünden. Dieses Bündnis kommt an die Macht, und die Liberalen verlieren darin ihren Einfluss. Diese Entwicklung wird im Hochschulmilieu widergespiegelt.

Der Wirbel war groß; aber wegen "politischer Hetze" war Houellebecq nicht zu belangen. In einem liberalen Land wird die Freiheit von Kunst und Wissenschaft durch die Verfassung geschützt.



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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 17.11.2015 13:39 Uhr
rengel2
  • Forenwelpe
Beiträge: 1
+ 3

Mensch oder Tier?

Euer deutscher Kaiser hat mal gesagt: Um so mehr ich die Menschen kenne, um so mehr liebe ich meine Hunde.
Im Prinzip ist ja damit alles gesagt. Wer kann schon so bedingungslos Lieben, stillschweigend unsere Launen hinnehmen und dennoch treu sein? Dem Tier, egal ob Katze oder Hund ist es doch egal wer der Dosenoeffner oder Tuetenoeffner ist, die Hauptsache ist doch das er geliebt wird so wie er seinen Eigentuemer liebt.
Ich fuer meinen Teil wuerde alles fuer meinen Hund tun, denn der wuerde bei einem Angriff gegen mich sein Leben geben.

Ihr redet hier von Auslaendern, Fluechtlingen und Asylsuchenden...
Viele Auslaender haben hier eine neue Heimat gefunden, warum sie aus ihrem Land gingen ist doch vollkommen gleichgueltig. Viele Deutsche wandern aus nach Amerika, Spanien oder sonstwo in der Welt.
Ich denke jeder ist ein Auslaender, egal ob Deutsch, Albaner, Syrer oder was weiss ich. Geht in ein anderes Land und ihr seid Auslaender.
Wichtig ist doch das wir uns an die Hand nehmen und uns gegenseitig helfen. Wir koennen nur voneinander lernen und das in jeder Beziehung.
Das was jetzt z.B. in Paris passiert ist, ist schrecklich aber nicht jeder Muselmann (sorry der Ausdruck, ist ja nicht boes gemeint) ist boese oder ein Terrorist. Tyrken kamen nach Deutschland als Einwanderer weil Deutschland sie damals brauchte, ueber 1 Million kam und setzte sich fest und integrierte sich. Warum kann das heute nicht wieder so sein?
Weil da Politiker und eine Handvoll Menschen auf die Strasse gehen und demonstrieren dagegen?
Ist das Demokratie und Solidaritaet?
Gebt denen, die hier bleiben wollen um zu studieren, arbeiten wollen doch eine Chance. 90% der Fluechtlinge wollen eh wieder heim wenn die Situation es zulaesst. Reicht ihnen die Hand damit sie Mut fassen und eine Zukunft sehen und wenn es nur fuer ihre Kinder ist.
Das was wir dabei nicht aus den Augen verlieren sollten; auch hier gibt es Hilfebeduerftige Menschen. Menschen die fuer den deutschen Staat lange ihre Knochen hingehalten haben. Rentner die an der Armutsgrenze leben, Obdachlose die grade jetzt wieder zum Winter hin eine Bleibe brauchen...
Wenn es die Politik mal wieder nicht auf die Reihe bekommt und bei dem ganzen Fluechtlingsstrom die eigenen Leute vergisst, dann sollten wir zumindest ein wenig dran denken und nicht herabblicken auf die, die an der Strasse hocken und drauf warten das man ihnen mal ne Tasse Kaffee spendiert oder eine warme Mahlzeit.
Um so mehr ich die Menschen kenne, um so mehr liebe ich meinen Hund.
Shibaherz
Beiträge: 21183
+ 2
@Christiane: auch in Deinem Beitrag steckt viel Theorie.
Was tust Du konkret für die Flüchtlinge?

Ich bitte Dogspot, den thread zu schließen. Vielleicht war er - in der Allgemeinheit - falsch formuliert. Es ist alles gesagt. Und das Mobbing reicht auch.



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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 18.11.2015 19:07 Uhr
petra0309
  • Halbstarker
Beiträge: 228
+ 1
Mobbing jo !!

Lieben Gruß an alle
Blanka2002
  • Forenwelpe
Beiträge: 130
+ 2
WARUM?
Ich verstehe euch nicht.muss dieses eigentlich schöne Thema wieder so enden,mit Mobbingvorwürfen und blöden Kommentaren
Könnt ihr hier nicht vernünftig miteinander umgehen?
Ihr habt doch alle in Paris gesehen,wie schnell ein Menschenleben enden kann.
Ein bisschen mehr Freundlichkeit,das wäre doch schön,dann könnte man auch besser diskutieren.
Ich habe jedenfalls keine Lust mehr auf dieses Forum,da gehe ich lieber mit meinen Hunden spazieren.
Einen schönen Tag noch und liebe Grüße.
Zuletzt geändert am 19.11.2015 15:19 Uhr
gingergirl
  • Forenwelpe
Beiträge: 50
+ 1
Da kann ich poiuz nur zustimmen - ich kann nicht erkennen, das Shibaherz mobbt....
Kann man sich denn nicht sachlich unterhalten ? In einem höflichen Tonfall diskutieren ?
Jeder hat seine Meinung und soll die auch sagen, aber ohne beleidigend zu werden , und dabei auch eine andere Meinung gelten lassen.
Sandmann
Beiträge: 15928
Ganz offensichtlich ist das hier nicht möglich .... Höflichkeit ist hier leider eh eine Seltenheit und das nun Shibaherz noch gemobbt wird , finde ich ausgesprochen daneben .
Ich halte es mit Gingergirl , soll doch jeder seine Meinung offen sagen dürfen !!!
Shibaherz
Beiträge: 21183
+ 1
Na will denn wirklich niemand weiter hier der Petra0309 für ihre Mobbing-Befürwortung applaudieren?

Dabei ist das doch so einfach wie folgenlos, anonym

@Dogspot: Den Verhaltenskodex § 2 wendet Ihr nach Lust und Laune an, oder?

Bitte schließen!



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Zuletzt geändert am 19.11.2015 18:41 Uhr
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