Bedeuten uns Hunde mehr als Menschen?

Shibaherz
Beiträge: 21125
+ 2
Die Frage drängt sich zunehmend auf, seit der Andrang von Flüchtlingen, die an Krieg und Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern verzweifeln, stetig zugenommen hat und der anfängliche Gruß "Ihr seid willkommen" sich zu der Aufforderung "Geht wieder nach Hause" wandelt.
Von Verfassung und geltenden Gesetzen her wird die Frage klar verneint.
Und doch sprechen zahllose Sprüche, die hier im Forum als Signaturen oder sonst in GBs verwendet werden, eine andere Sprache ("der Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde ..." )
Anhand welcher Indikatoren kann man die Frage beantworten? Am Geld, das wir für Pflege, Nahrung und ärztliche Behandlung von Millionen von Hunden in Deutschland aufbringen? Am Geld, mit dem wir Tierschutz-Organisationen unterstützen, um existenziell bedrohte Hunde aus anderen Ländern nach Deutschland zu bringen?
Oder sind diese Indikatoren, obwohl gesellschaftlich nachweisbar, letztlich äußerlich und irrelevant, weil der Hund als Hausgenosse fundamentale emotionale Bedürfnisse, deren Befriedigung in unserer modernen, "zivilisierten" Gesellschaft für viele Menschen auf der Strecke bleibt, befriedigt oder zu befriedigen scheint?
Gehört die Frage auch in den Kontext Vertrautheit/Fremdheit?
Fragen über Fragen.



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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 09.11.2015 12:44 Uhr
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 9082
+ 2
Also mir (!) ist reichlich wurscht warum und / oder wieso es bei mir so ist wie es ist ! Ich bin ein Tierfreund mit Herz und Verstand (steht so auf einem Aufkleber) und mein Hund ist meine Familie und ich würde schon (fast) alles für sie tun in den von mir selbst gesteckten Grenzen !
Für mich ist es auch völlig unabhängig von "Flüchtlingen" , Erdbeben , oder sonst irgend etwas auf diese Welt.Ich sehe auch keinerlei Untergand des Abendlandes oder ähnlichen bullshit weil Menschen in Not oder Tieren geholfen wird.
Solche geistigen Tiefflieger wie z.B. Pegida und sowas ist für mich eher ein Brechmittel als besorgte Bürger
Na ja , wer mag kann gerne alles analysiern , problematisiern , oder was auch immer.Ich würde meine Meinung nur verändern wenn ich wirklich überzeugende , vernünftige und nachvollziehbare für mich neue Erkenntnisse und Argumente zur Meinungsbildung kennen lernen würde.Nicht aber irgendwelche pauschalen Parolen , die erreichen bei mir eher eine Festigung meiner Meinung.
Vielleicht ist das Bild einer der vielen Bilder meiner Einstellung zu .... (nur so , zu Erheiterung)
Ich würde auch vermutlich eher meinem Hund oder einem mir fremden Tier helfen als einem z.B. Nazi oder / und irgendeinem Rassisten jeglicher Art !

"Alt gewordenen Pferden das Gnadenbrot zu geben und Hunden nicht nur, wenn sie jung sind, sondern auch im Alter Pflege angedeihen zu lassen, ist Ehrenpflicht eines guten Menschen."(Plutarch von Chäronea, 45 - 120, griechischer Philosoph)
Zuletzt geändert am 09.11.2015 16:37 Uhr
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 571
+ 2
Nein, meine Tiere haben da einen ganz anderen Stellenwert als Kinder,Flüchtlinge, Asylanten oder Ausländer. Ich war schon ein Lebenlang ein Tierfreak. Mit manchen meiner Mitmenschen habe ich so meine Probleme, wie sicher alle Menschen. Ich habe lange Zeit in der Stadtmitte von Frankfurt gewohnt, in der Klasse meines Sohnes waren 2 Deutsche sonst alles Ausländer. In Frankfurt gibt es 48 % Ausländer (180 Nationen!), also ist es wichtig sich zu arangieren. Ich habe dort viel Stadtteilarbeit gemacht, für die Kinder, deren Eltern kaum Deutsch konnten, denen haben wir geholfen die Kinder zu betreuen, deutsch zu lernen und sich in die Gesellschaft einzu ordnen. Wir hatten viele Asylanten aller Nationen, "normale " Ausländer, also kann ich mitsprechen. In unserem Stadtteil hatten wir ein gutes Miteinander, interessant war, wie sich die Muslems sich unseren Traditionen angepasst haben. In der Schule habe wir uns Gedanken gemacht, wie wir mit Weihnachten , Aufklärungsunterricht, usw. umgehen sollen. Wir haben da vollkommen falsche Gedanken gemacht, es gab keine Proteste der Andersgläubigen, klar Weihnachten mit Tannenbaum, Weihnachtsliedern und so. das haben sie gefordert...
Ich habe aus der ganzen Erfahrung gelernt, das man ruhiger und besonnener an das Thema herangehen soll. Ich gehöre nicht zu den Jüngsten, aber die Erfahrung mit Einwanderen (Vertriebenen) nach dem 2. Weltkrieg, die vielen "Gastarbeiter", die Asylanten, Osteuropäer, alles erst große Aufreger, aber wer spricht denn heute noch davon. Nun sind es andere Flüchtlinge und wieder kochen da wieder die Rechten ihr Süppchen. Das ganze rechte Gedönns wurde viel zu viele Jahre einfach von der Politik nicht wahrgenommen. Immer ging es um die Linken, die so gefährlich sind, aber die Rechten sind ja so harmlos....

Wie oft haben wir in Frankfurt dagegen demonstriert, wir hatten damals noch einige Ex- KZ- Häftlinge, die in Schulen gegangen sind, um über das Thema authentisch zu berichten und sie haben davor gewarnt, die rechte Szene zu unterschätzen. Leider sind die Mahner nun gestorben, wenn Betroffenen darüber berichten, ist schon viel eindrücklicher.

Weshalb ich in der Vergangenheitsform schreibe: ich bin vor 20 Jahren aufs Land gezogen, weil ich die Großstadt nicht mag. Bin halt ein Landei, brauche Natur und Tiere um mich herum.

Ich kann sagen, diese Zeit hat mirgeholfen, die heutigen Parolen besser zu überprüfen, es sind immer irgend welche Gruppierungen, die dahinterstecken. Leider lassen sich viele Zeitgenossen aufwiegeln, sie denken einfach nicht selber nach.
Und warum sollte ich darüber meine Tiere vernachlässigen, wer sich für Menschen einsetzt sollte es auch für die Tiere tun. Auch da ist dass Elend groß, ich bin immer noch nicht überzeugt, das wir Menschen die Krönung der Welt sein sollen. Immer mehr wird in der Verhaltensforschung entdeckt, das wir garnicht so viel anders sind!
Es gibt natürlich immer welche, die übertreiben, aber für viele sind ihre Tiere die einzige Möglichkeit, die sie haben. Muss man tolerieren!
petra0309
  • Halbstarker
Beiträge: 228
Sage ich mal jetz nix über son MÜLL....... Shibaherz.. mach die Augen zu un schlaf gut un schöne Träumchen..vieleicht komme deine wirre Gedanken mal wider auf Boden u Tatsachen tz tz
Zuletzt geändert am 10.11.2015 01:17 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 21125
+ 2
Zur Verdeutlichung: Es gibt in Deutschland viele Menschen, die alles für ihren Hund/ihre Hunde tun und gleichzeitig dem Flüchtlingszustrom kritisch gegenüberstehen, Daueraufenthalt, Geldhilfen und Familiennachzug
für die "unaufgefordert" und "unkontrolliert" einwandernden Menschen ablehnen.

@tomstep: Ich halte es für verkehrt, gegen diese Leute gleich die Nazikeule zu schwingen. Andererseits kommt bei Pegida mitzulaufen für mich nicht infrage und mir graut vor dem Stimmenzuwachs der AfD vor den nächsten Bundestags- und Landtagswahlen.

@weckener: ... lässt sich auch umkehren: "wer sich für Tiere einsetzt, sollte es auch für die Menschen tun." Es kommt vor, aber im Großen und Ganzen halte ich es für Wunschdenken. Unsere Liebe zu Haustieren und Bereitschaft zur Fürsorge für sie hängen eben im Unterschied zu unserer Einstellung Menschen gegenüber nicht davon ab, dass sie sich unseren moralischen Imperativen entsprechend verhalten.



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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 10.11.2015 05:37 Uhr
Catalou
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2006
+ 2
Mir bedeuten meine Tiere (Hund und Katzen) mehr, als so manche Menschen. Punkt

Flüchtlinge: Wenn man im TV den Flüchtlingsstrom sieht, der durch Österreich Richtung Deutschland zieht, könnte mir Angst und Bang werden. Hier geht es ja nicht nur darum, diesen armen Menschen ein notdürftiges Dach über den Kopft sowie Nahrung und ärztliche Versorgung zu bieten, sondern wir werden auch in Zukunft für sie aufkommen müssen. Viele dieser Menschen zogen an der TV-Kamera vorbei und zeigten das Victory-Zeichen - endlich im Land wo Milch und Honig fließt. Die typische Aussage eines Flüchtlings: "In Deutschland bekomme ich eine Wohnung und einen Job und ich werde für meine Familie arbeiten
und sie versorgen können". Da kann ich nur sagen - viel Glück und Gott oder Allah sei mit euch.

Es gibt viele Privatinitiativen. die sich bis zur Erschöpfung für die Menschen dieser neuen "Völkerwanderung" einsetzen und wie mir scheint, verlassen sich die Regierungen darauf, weil ohne diese enorme Hilfsbereitschaft das Chaos noch viel größer wäre.

Die Frage, ob ich für oder gegen die Flüchtlinge bin, stelle ich mir erst gar nicht, weil ich ohnehin weder etwas für noch gegen sie tun kann. Sie sind in Europa gestrandet und nur europäische Einigkeit kann dieses Problem lösen - und keinesfalls Zäune, Stacheldraht oder sonstige Keulen jeglicher Art.
Zuletzt geändert am 10.11.2015 16:24 Uhr
petra0309
  • Halbstarker
Beiträge: 228
Ja sind hier bei uns Alle willkommen die Moslems, Christen Juden Hindus usw Flüchtlinge find ich gut,,,,, aber komisch tz tz mußten Christliche Flüchtlinge Zuflucht in der Kirche nehmen.
Seltsam ich komme in ein Land Zuflucht werde herzlich aufgenommen!!!..... aber an Stelle habe habe ich Ansprüche....das Christen unrein sind u sie werden angfeindet,belästigt, beleidigt u sollen in den Flüchtlings- Einrichtungen weg!!!! u flüchten in die Kirchen tz tz das ist nich normal.

Wenn ich in einem Land aufgenommen werde muß ich mich anpassen( egal welcher religion).... u anpassen muß sich ein jeder sonst geht da nix.
Zumal die Flüchtlinge, Nahrung .Essen ,Kleidung von den meisten die Christen sind bekommen.....
.
Shibaherz
Beiträge: 21125
+ 1
Nun ja, Catalou. Die Frage stellt sich individuell, und Du beantwortest sie individuell; sie stellt sich aber auch gesamtgesellschaftlich, für die Politik, für den Staat. Natürlich nicht so, dass die Politik die beiden Aufwendungsbereiche jetzt selbst in einen direkten Zusammenhang bringen würde
Und natürlich könntest Du wie jeder andere auch in Deiner Freizeit irgendetwas für die tun, und wenn es 1 x pro Woche Hilfe beim Essenausgeben sein würde ...
Und die europäische Eingkeit und Solidarität ist wohl eher eine Fata Morgana. Eben hat sich Großbritannien mit einem neuen Erpressungsversuch an die EU gewandt. Wie man die EU kennt, wird sie alles tun, um das U. K. in der Union zu halten ...

@weckener: Im Herzen bin ich bei Dir.
Mir ist aber zu Deiner Analogisierung früherer Integrationsbemühungen mit den gegenwärtigen noch was eingefallen:

... nach 1945 hat die deutsche Bevölkerung in den Westzonen den Lastenausgleich - obwohl murrend - geschluckt, weil es sich schließlich um Deutsche handelte, die ja selbst nicht mehr als Westzonenbewohner dafür konnten, den Russen anheimgefallen zu sein
--- die Gastarbeiter in den sechziger Jahren wurden von deutschen Agenturen in Italien, in Griechenland oder in der Türkei ANGEWORBEN
... Selbst bei den "Spätaussiedlern" aus Russland bzw. Rumänien spielte der ethnische Zugehörigkeitsnachweis noch die entscheidende Rolle, was natürlich bissig von links und vom Ausland kommentiert wurde ("Deutscher Schäferhund" )

Das ist natürlich jetzt ein qualitativer Sprung! Die Leute kommen ungebeten (ohne gesetzlich fundierten Anspruch, abgesehen von der Genfer Flüchtlingskonvention), oftmals unkontrolliert (über die grüne Grenze bzw. weil sie sich - verständlicherweise - der Verteilung nach dem Bundesländerschlüssel entziehen, sie wollen natürlich dahin, wo sie bereits Verwandte oder Freunde haben) und ungebremst zu uns



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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 10.11.2015 18:36 Uhr
Catalou
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2006
+ 1
Liebe Petra, wie man aus sämtlichen Medien ersehen kann, werden Flüchtlinge und sonstige Zuwanderer keinesfall von allen EU-Bürgern Willkommen geheißen, sondern ebenfalls angefeindet und belästigt. Hierfür gilt für mich "Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein"
Flüchtlinge sind noch nicht so weit, dass sie sich auf irgendeine Weise anpassen könnten und wer sich über die derzeitige Situation keine Gedanken machen will, ist etwas "kurzsichtig". Es handelt sich hier um ein ethisches, moralisches, religiöses und politisches Problem. Hat vielleicht nicht viel mit Hunden tun, aber es ist eben ein Thema von allgemeinem Interesse und wer anderer Meinung ist, kann es ja sein lassen, sich zu äußern
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 571
@ Shibaherz,
Du hast zwar Recht, das dies alle sogenannte Deutsche waren. die früher kamen, aber auch diese haben sich immer noch nicht an uns angepasst. Beispiel das Dorf in dem ich wohne, das alte Ortskern war seit Luther evangelisch, Juden gab es nur ein paar, unter 10. Nach dem Krieg kamen dann die Vertriebenen, die bekamen zum Ärger der hier anwohnenden Bevölkerung Grundstücke und günstige Kredite zur Verfügung gestellt. Bis heute gibt es wenig Kontakt zwischen den beide Ortsteilen. Die Vertriebenen sind Katholisch, was die Sache mitbegründet. Nachbarorte sind katholisch und es gilt heute noch, das in den Nachbarort nicht geheiratet wird, wir sind SPD- Änhänger, die anderen CDU. Ich habe gestaunt, das heute in der modernen, ach so aufgeklärten Zeit es noch so viel Verbissenheit herrscht.
So bleiben die Konfessionen getrennt, die aus der "kalten Heimat" für sich, die Pfälzer, die Hessen und die Baden- Württemberger jeder von sich überzeugt, der Bessere zu sein. Mich hat das schon sehr irritiert, in der Großstadt merkst Du davon nichts.
Auch hier sind die ersten Flüchtlinge eingetroffen, die werden viel netter empfangen.

Ich mache mir keine Sorgen über die Fülle der neuen Flüchtlinge, es wird wieder nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch der Islam, Juden, Buddhisten, Hindus oder was für Religionen auch kommen werden, angst habe ich nur vor Fanatikern, gerade bei Menschen, die aus dem Osten kommen, gibt es viele, denen leben wir nicht Deutsch genug.
Da solltet Ihr mal genauer hinhören. Und lasst Euch doch nicht aufhetzen, viele von den Flüchtlingen werden ganz leise wieder verschwinden, denn Deutschland ist für sie nicht der Traum, das ist nur der erste Moment, die Ernüchterung folgt. Nur das steht nicht in den Zeitungen und wird nicht im TV berichtet.

Und was meine Tiere belangt, ich werde sie immer verteidigen. Auch sie kommen aus dem Ausland und bereiten mir viel Freude!! Und wegen Spenden: die allerwenigsten kommen dort an, wo man sie hin haben will, das meiste verschwindet in dunkle Kanäle, deshalb spende ich direkt, z.b. ans örtliche Tierheim, der Tafel usw..
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