Aufmerksamkeitsdefizit?

mariecharlie
  • Forenwelpe
Beiträge: 14
Hallo ihr Lieben,
Ich brauche mal euren Rat.
Erstmal zur Situation: Mein Verlobter ist selbstständig, also viel bzw flexibel zu Hause, ich arbeite ein paar Stunden die Woche und unser Sohn ist 2,5 Jahre alt, kennt Hunde von klein auf. Unser Wuff Lupus ist 4 Jahre und seit einer Woche bei uns.
Er kennt uns, wir waren ihn öfters Besuchen bevor er zu uns kam, bei seinen alten Besitzern die ihn aus Gesundheitsgünden nicht genügend auslasten konnten.

Die ersten Tage wars super und nun merkt man zunehmend dass Hund und Kind versuchen sich gegenseitig auszuspielen.
Wir versuchen immer beiden gleich viel Aufmerksamkeit zu geben, oder zb. Dass einer von uns mit dem Kind spielt und einer mit dem Hund spielt oder trainiert.

Unser Sohn ist halbtags bei der Tagesmutter, d.h. Lupus hat immer auch Zeit mit mir/uns ganz alleine.
Da machen wir dann kleine Spielchen, üben Tricks oder machen Minutentraining. Auch beim Gassi versuchen wir ihn auszulasten (auf umgestürzten Baumstämmen balancieren/drüber springen, Arbeit mit dem Futterdummi und so, also kein stumpfes 'um-den-Block-gehen') ich möchte auch mit ihm Agility ausprobieren, wenn er sich richtig bei uns eingewöhnt hat.

Trotzdem wird er sofort aufdringlich und/oder fiept wenn wir miteinander oder mit unserem Sohn schmusen, sobald man sich hinkniet zum Aufräumen oder Schuhe anziehen, und auch wenn man seit 30sec. Auf der Couch sitzt. Auch wenn er unmittelbar vorher gerade eine dicke Portion Aufmerksamkeit bekommen hat.

Durch dieses Verhalten entwickelt auch unser Sohn irgendwas in Richtung Verlustangst und fängt an den Hund zu ärgern oder gar weg zu scheuchen weil er Angst hat dass wir uns nur noch um Lupus kümmern. Wir hatten schon öfters Pflegehunde und er war immer brav, hat nicht an Ohren oder Rute gezogen, nicht gescheucht, hat gestreichelt, beim Füttern geholfen etc.


Meint ihr dass ist für uns alle noch unter 'Eingewöhnungsphase' abzutun und erstmal zu beobachten oder können wir etwas tun, um es beiden einfacher zu machen?

Sorry für den Roman und danke schonmal für eure Ratschläge
Whoop whoop
Zuletzt geändert am 19.02.2014 17:59 Uhr
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1393
+ 1
Habe ich das jetzt richtig verstanden: euer Hund bekommt gerade dann viel Aufmerksamkeit, wenn das Kind weg ist?

Dazu kommt, dass - aus Hundesicht - euer Wuff rangmäßig über eurem Kind steht (wäre anders, wenn euer Kind schon die Pubertät hinter sch hätte); dann kann er es nicht verstehen, dass euer Sohn auf die Couch darf, er aber nicht (das soll jetzt aber NICHT heißen, dass euer Wuff nun immer zu euch auf die Couch muss!). Noch erzieht er ihn nicht, aber könnte es möglicherweise tun, da er das aus Hundesicht darf; spätestens, wenn er sich die Prickereien von eurem Sohn nicht mehr gefallen lässt (ein Welpe würde da mächtig Ärger bekommen und z.B. mit ordentlichem Schnauzgriff zurechtgewiesen werden - stell dir das mal beim Kind vor.....).

Wie wäre es mit einem gemeinsamen Spiel? Kennt der Hund eine Fliegenklatsche,die er anstupsen kann? Dann kann z.B. diese Fliegenklatsche UNTER AUFSICHT eurem Sohn gegeben werden, Lupus stupst an > Freude, evtl. Leckerli (könnte auch von flacher Hand vom Kind gegeben werden; ich kenne euren Sohn und euren Hund nicht, daher nur mal so als Idee).

zu: Gleich viel Aufmerksamkeit... > das kann auch verkehrt sein; dem Hund muss klar sein, dass das Kind für ihn tabu ist; dem Kind muss klar sein, dass der Hund nun da ist und auch mal geteilt wird; außerdem muss es auch bei eurem dauerwuff Regeln akzeptieren, z.B. Hund nicht ärgern, nicht stören usw.

Was das Dazwischengehen/Fiepen betrifft > da sollte es klare Anweisungen für den Wuff geben, dass es nihct gewünscht ist, z.B. auf seine Decke schicken, wo er bleiben muss, also Grenzen setzen
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Zuletzt geändert am 19.02.2014 18:33 Uhr
Pauli2013
  • Forenwelpe
Beiträge: 156
Ich kann mich da Lincan nur anschließen!!!

Der Hund lernt derzeit bei euch, dass er "mehr wert" ist wie euer Sohn, sorry den rüden Ausdruck.

Die Grenzen müsst ihr ihm aufzeigen; der Tipp mit "auf Platz schicken" ist sehr gut und wichtig;
aber macht gleichzeitig eurem Sohn klar, dass er auf dem Hundeplatz absolut nichts zu suchen hat!
mariecharlie
  • Forenwelpe
Beiträge: 14
Danke schonmal für eure raschen Antworten

Nein, das sollte selbstverständlich nicht heißen, dass der Hund mehr Aufmerksamkeit bekommt oder rangmäßig höher steht. Aber wenn wir nicht aufpassen kann das sicher schnell passieren, danke an dieser Stelle also für das drauf Aufmerksam machen/warnen.

Lupus hat eine große Box hier stehen (ohne Tür drin) da hat er bei seinen Vorbesitzern drin geschlafen, er könnte sich also zurück ziehen wenn es ihm zu viel wird.
Er macht auch nichts bei unserem Sohn, er geht dann einfach weg.
Das 'auf den Platz gehen' üben wir grad, bzw eigtl. Kann er es, nur er will wohl bei uns erstmal seine Grenzen testen
Außerdem achten wir drauf, dass Lupus zb. Nicht mit ins Kinderzimmer darf wenn wir den Zwerg ins Bett bringen. Wir haben ne Eckcouch mit nem Ikea-Couchtisch davor, Lupus drängelt sich immer in die Ecke. Das versuchen wir auch zu unterbinden, da sein Körbchen direkt neben der Couch steht, von dort aus hat er auch alles im Blick.


Das Fliegenklatschen Spiel klingt interessant, ich verstehe es aber nicht so richtig
Ich werds auch erstmal nicht ausprobieren , mit einer Fliegenklatsche würd unser Lütter nur Mist machen bzw. Rumfuchteln.
Er gibt dem Hund auch schon vorsichtig mit der Hand Leckerli, Lupus nimmt die dann auch ganz vorsichtig.
Im Moment sagen wir ihm halt immer, dass er lieb zu dem Wauwau sein soll, weil der Wauwau auch lieb zu ihm ist, das kapiert er dann auch (zumindest für 10min...)

Wir geben unser Bestes, danke für eure Hilfe
Whoop whoop
halunke
  • Begleithund
Beiträge: 1222
+ 1
ich tippe mal ins blaue, das kein aufmerksamkeitsdefizit das problem darstellt, sondern ein überschuss!
ich finds toll, wenn sich halter mühe mit der auslastung ihrer hunde geben...aber oftmals entartet sowas zu eienr dauerbespielung des hundes. (das will ich euch im speziellen nicht unterstellen)
euer hund zeigt schon nach einer woche deutlich welche erwartungen ihr in ihm weckt. dieses ewige einmischen in alles ist keine eifersucht, denn aufmerksamkeit bekommt er defintiv genug...nein es ist kontrollverlust in der jeweiligen situation und das stinkt ihm.
nur wenn ganz klar geregelt ist, "du hund, hast hier nix zu melden" werdet ihr auf lange sicht viel freude mit eurem fellträger haben.
ich schätze (und das ist wirklich nur ne vermutung) euer hund benötigt schleunigst klarere grenzen an denen er sich orientieren kann, denn ja eure problematik würde ich noch in die eingewöhnungs-schublade stecken.
handelt ihr allerdings nicht oder nur inkosequent, kann es je nachdem wie hund gestrickt ist im laufe der zeit zu argen problemen kommen...
viel erfolg
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
Shibaherz
Beiträge: 21215
+ 1
Schließe mich Halunke an.
Euer Sohn ist halbtags (vormittags, nehme ich an) bei der Tagesmutter. In dieser Zeit muß Lupus also Eure Aufmerksamkeit nicht mit Eurem Sohn teilen.
Und in der übrigen Zeit versucht ihr immer, "beiden gleich viel Aufmerksamkeit zu geben"?
Da wäre ich als Euer Sohn auch sauer.

Euer Hund muß unbedingt lernen es zu ertragen bzw. zu akzeptieren, daß Ihr in seiner Gegenwart BEIDE Eure ungeteilte Aufmerksamkeit Eurem Kind widmet. Sonst ist Ärger und Hundeleid vorprogrammiert.

Ich würde mit ihm zunächst in der "kindsfreien" Zeit üben, auf seiner Decke bzw. in seiner Box zu bleiben. Den Zeitumfang langsam erhöhen und ihn natürlich fürstlich belohnen, wenns klappt.






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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
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