Angstneurose - Hundeforum Verhaltensfragen - dogSpot.de

Angstneurose

Balu 0815
  • Forenwelpe
Beiträge: 1
Hallo Tierfreunde,

Wir haben unsere Lisa schon drei Jahre und sie ist jeden Tag eine Prüfung.
Ich hole ein bisschen aus, wir haben Lisa aus dem Internet und zwar von Pfoten Hilfe Ungarn und sie ist aus Ungarn sollte nur 30cm groß werden und im Januar 2015 zu uns kommen. Lisa kam Ende März 2015 weil Ungarn immer neue Hindernisse in den Weg gelegt hatte aber sie ist nun bei uns ,endlich. Außerdem ist Lisa 55 cm groß und ist eine Labrador-Steffordshir-Hündin mit gestromten Fell, viele sehen in lisa einen sogenannten Kampfhund. was der totale Blödsinn ist.
Unser dringendes Problem ist das Lisa auf Kindergeschrei, Kinder allgemein und offen Kofferräume mit totaler Panik reagiert und sie verweigert sich total. Zu Anfang war es noch viel umfangreicher aber mit sehr viel Liebe und Geduld ist das schon geschichte. Was jetzt noch geblieben ist, ist eben das Kinderund Auto Problem.
Was können wir tun damit auch das in die Vergangenheit kommt.

Außerdem suchen wir Hundebegleitung für die Täglichen Spaziergänge damit Lisa von erfahrenen Hunden lernen kann das dass leben auch schön ist. Wir wohnen in Neumünster und gehen jeden Tag zweimal in die Gartenkolonie Förster in der Wasbeker Str. Wir gehen natürlich öfter mit Lisa aber das sind die längeren Spaziergänge in der Kolonie.
Es wäre schön wenn sich jemand finden würde.

MfG Balu0815 und Lisa
Alle von mir gemachten Aussagen und Antworten auf Fragen entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 551
+ 2
Ich wohne zwar in einer ganz anderen Gegend, kann Dir bei Spaziergänge nicht helfen, aber das mit den Ängsten kenne ich von meiner ersten Hündin, sie kam aus Griechenland. Vor Kindern hatte sie auch Angst, sie war sowieso ganz ängstlich. Dunkelheit, war auch so ein Thema.
Ich habe eine Hundeschule aufgesucht und einen Hundetrainerin zugewiesen bekommen, die sehr kompetent war. Wir habe geübt, die Trainerin hat mir gesagt, wie ich damit umgehen sollte. Sie hat mir dann empfohlen mit TelligtonTouches und Bachblüten zu arbeiten. TT sind eine Art Massage, die Du nachdem Dir jemand gezeigt hat, wie man es richtig macht, selber machen kannst. Damit wird Deine Verbindung stärker, der Hund entspannt sich und mit den Bachblüten werden auch die Nerven beruhigt. Es dauert schon, aber ich habe nach einem halben Jahr einen ganz gelösten, vergnügten Hund bekommen. Mit Kindern haben wir in der Hundeschule geübt, sie hatten Kurse für Kinder mit ihren Hunde, da haben wir dazwischen gesessen und mein Hund hat sich das angesehen und war hinterher merklich ruhiger im Kontakt zu ihnen. Gut, geliebt hat sie nicht, aber sie hat sich streicheln lassen, war schon viel wert, weil ich kleine Enkelkinder hatte und schon deshalb das gehen musste.
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 9056
Moin !
Also ich würde auch weiter versuche sie ganz langsam und mit positiver Bestärkung immer mehr an die "Angstauslöser" heranzuführen. Beim Kofferraum ist das vermutlich recht einfach durchzuführen. Kindergeschrei ist vermutlich schwieriger. Ein souveräner anderer Hund wäre sicher eine große Hilfe, aber wenn keiner zur Verfügung steht, muss es auch ohne klappen.
Was Weckener bez. Hundetrainer / -verein / -schule schrieb, sehe ich aus so.
Evtl. würde zusätzlich ein Pheromon helfen, das von säugenden Hündinen abgegeben wird und eigentlich jeden Hund cooler macht. Das ist kein Medikament, eine recht naturnahe Unterstützung, mehr nicht. Ich meine :
https://www.medpets.de/suchen/adaptil/?s2m_channel=70&gclid=CjwKEAjwu7LOBRDZ_MOHmpW6kW8SJABC19sYUu0ONqwuLGYkQ2WSBw4-PeNsYRvp3EIfe1NuUpYjRxoC-tzw_wcB

der Link ist leider zu lang, entweder kopieren und in den Browser einfügen, oder Adaptil Halsband, oder -Spray, oder -Tabletten
bei z.B. www.medpets.de eingeben. Zur Information halt !
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
CEEYEET
  • Halbstarker
Beiträge: 295

Grosser Hund, großer Angsthase

Wir haben am Wochenende festgestellt, daß unser Hund absolut panisch auf alles reagiert, was raschelt oder was er nicht kennt. Er ist von Anfang an sehr ängstlich und schreckhaft. Ich hatte gehofft, dass wir das einigermaßen im Griff haben, aber der Samstag hat mich eines besseren belehrt. Wir haben den Geburtstag meiner Enkelin nachgefeiert. Dazu wurden Luftballons , Girlanden und Luftschlangen angebracht. Von den vielen Kindern war unser Krümel begeistert. Nur, als dann die Feier vorbei war, hatten wir Tyson mit auf die Terrasse zu uns holen wollen. Leider hatte ich die Rechnung ohne meinen lieben Hund gemacht.Er war mit einem doppelkarabiner der Brustgeschirr und Halsband verbindet an einer 15m Schlepp gesichert. Mein Sohn wollte diese gerade lösen, als unser Hund anfing durchzudrehen. Als er die Ballons und Luftschlangen im Winde flattern sah. In einem affentempo wand er sich aus Brustgeschirr und Halsband. Er hatte regelrechte Panik in den Augen. Ruckartig war er verschwunden. Als er sich beruhigt hatte war er auch wieder ansprechbar
Nun traue ich mich erst mal überhaupt nicht mehr auf die Straße mit ihm.Da kann ja sonst was passieren und andere Mitmenschen vielleicht noch zu schaden kommen. Ich hab auch schon überlegt, ob es von Vorteil wäre, wenn ich ihn kastrieren lasse, obwohl ich das vielleicht als letzte Lösung in betracht ziehen würde. Hat jemand von euch auch so einen kleinen Angsthasen , der mir vielleicht einen Rat geben kann. Das ein Hund mal nicht Schussfest ist, dass kommt schon mal vor, aber so ein Kalb, welches so Überängstlich ist, hab ich noch nicht gehabt und bin deshalb völlig ratlos.
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20328
Mich wundert etwas, dass du dich wunderst. Immerhin werden Flatterbänder zur Abschreckung gegen Wölfe empfohlen, und die wirken auch bei meinen Hunden. Es ist nichts Ungewöhnliches dabei, dass Hunde, die sowas nicht kennen, sich vor Luftschlangen oder Ballons im Wind erschrecken.
Allerdings sollte man für einen Hund, der zur Flucht neigt, ein Sicherheitsgeschirr verwenden, aus dem er sich nicht einfach rauswinden kann. Das kommt bei mir erst ab, wenn ich mir sicher bin, dass der Hund im Zweifelsfall bei mir Schutz suchen kommt. Parallel zu diesem Vertrauensaufbau lässt sich auch viel an Selbstsicherheit erarbeiten. Welche Methoden im Einzelfall am besten funktionieren, muss man ausprobieren. Den meisten Hunden tut es gut, wenn sie kleine Aufgaben bekommen, die sie gut bewältigen können, und sie dann für ihren Erfolg noch zusätzlich überschwänglich belohnt. Bei vielen bringt es was, wenn man sie in Scheinkämpfen um Knotentau oder Ähnliches gewinnen lässt. Auf jeden Fall macht es Sinn, sie mit ihren Angstauslösern vertraut zu machen, wie das schon beschrieben wurde. Eine Kastration eines Rüden ist dagegen eine schlechte Idee, denn damit nimmt man ihm das Testosteron, das ihn vielleicht sogar etwas mutiger macht
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
CEEYEET
  • Halbstarker
Beiträge: 295
@
christianeadler Das ist wahr. Denn, wenn er vor irgendetwas zurückweicht führe ich ihn ganz gemächlich an das Objekt heran. Er akzeptiert es und gut ist. Benchen hat mir den Tipp mit dem Panikgeschirre gegeben und ich habe mich im Internet umgeschaut. Nur, ob das bei meinem Entfesselungskünstler hilft. Ich muss es versuchen .Denn lass mal , mir passiert das auf der Straße. Nicht auszudenken, was da passieren kann. Ich hätte meinen Hund nicht sicher in der Hand und das kann sehr gefährlich werden. Wenn das nicht hilft, muss ich zum TA gehen und mich dort beraten lassen.
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Hallo Ceeyeet,

ich hatte noch keinen Hund, der sich aus seinem Geschirr oder Halsband befreit hat und kann es mir gar nicht vorstellen, wenn alles richtig sitzt. Den Schreck, den man da bekommen kann, kann ich mir aber vorstellen. So ein Panikgeschirr macht jedenfalls einen guten Eindruck.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Kastrieren helfen könnte einen Hund mutiger zu machen. Im Gegenteil. Es soll Fälle geben, da hatten die Hunde nachher mehr Angst als vorher. Schon aus der Tatsache, dass Kastration bei Aggression helfen soll, ergibt sich meiner Ansicht nach, dass sie eine gegenteilige Wirkung hat.

Ausser Konfrontation, also Gewöhnung an Geräusche und Gegenstände, möglicherweise mit der in den anderen Beiträgen erwähnten Unterstützung, kann ich mir nicht vorstellen, dass etwas helfen könnte Angst vor Unbekanntem zu besiegen.

Pferde, die auf Paraden in Menschenmengen laufen sollen, werden z.B. vorher mit einer Konfrontationstherapie darauf vorbereitet und beim Training so lange dosiert mit Flatterzeugs und Lärm konfrontiert, bis sie gelernt haben, das dabei nix passiert und sie trotzdem ruhig und entspannt laufen können.

Ich habe mit unserer Westiehündin damals auch etwas Konfrontationstherapie gemacht, weil es mich genervt hat, wenn sie bei jedem Türklingeln wie eine Wilde mit lautem Bellen die Treppe runtergesaust ist.
Es war verblüffend, wie schnell ihr das Verhalten beim Türklingeln abgewöhnt werden konnte und Türklingeln uninteressant wurde. Dafür habe ich nur für einige Tage eine Klingelzeit eingeführt und immer wenn sie dann beim Türklingeln laut bellend die Treppe runtergerannt ist, stand nur jemand von uns da, was sie doch sehr schnell total langweilig fand. Gleichzeitig wurde sie belohnt, wenn sie oben blieb oder nicht gebellt hat.
Auch das unerwünschte Verhalten gegenüber Fahrradfahrern konnten wir ihr schnell abgewöhnen.
Babygeschrei, dass sie bei uns nur aus dem TV hörte, hat sie zwar bis zum Schluss gehasst. Aber da haben wir auch nicht an der Abgewöhnung gearbeitet.

Wir haben oft Luftballons anstatt Bällen zum Spielen genommen. Da hat der Schreck deines Hundes wohl auch mehr damit zu tun, dass er die nicht kennt.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 1222
+ 1
@Ceeyeet: Als aubruchsicher gilt z.B. das Web Master Harness Hundegeschirr von Ruffwear. Es wurde entwickelt um Rettungshunde aus dem Hubschrauber abzuseilen.

Mittlerweile gibt es das Teil für ca. 55€.

Wenn das Geschirr gut sitzt, kan nsich der Hund nicht rauswinden, was bei normalen Halsbändern (kein Würger) oder anderen Geschirren immer wieder vorkommen kann, sobald Hundchen weiss wie es geht. Da kann es noch so gut sitzen.
Bei einem Norwegergeschirr muss Hundchen nur rückwärtsgehen, Köpfchen etwas nach unten und Rücken aweng beugen...tata....und Fraule hält nur noch die Leine mit leerem Geschirr in der Hand. Geht ruckzuck und ganz einfach. Kann ich Dir nur zustimmen.

Aber eine Kastration ist m.M.n. absolut kontraindiziert und führt wahrscheinlich dazu, dass er noch unsicherer wird.
Stattdessen solltest Du sein Seblstbewusst eher stärken, also das genaue Gegenteil von einer Kastration, eben wie Christiane es auch schon beschrieben hat.
Ein unsicherer Hund ist Dein Krümmel doch schon immer gewesen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.

Konfrontationstraining ( eine Therapie wüde ich nun nicht mit ihm machen.....ist eher etwas für Menschen.... ...), aber langsam und sachte, imm nur soweit gehen, dass der Hund ohne Angst aus der Situation raus geht und dan nlangsam steigern. Ob es nun unbekannte Objekte beim Spaziergang oder zu Hause im Garten sind, über Brücken laufen oder (sofern es etwas in Eurer Nähe gibt und es auch erlaub ist) mit ihm zusammen über Klettergerüste für Kinder gehen, Baumstämme balancieren, über Holzbretter am Boden laufen oder Knister-/Plastikfolien, irgendwo im Garten ein kleines FLatterband aufhängen und dies gar nicht beachten. Irgendwann wird Dein Krümmel es auch nicht mehr beachten, dann ein zweites längeres aufhängen, dass auch mehr flattert......etc. etcIn der jetzigen Situation Luftballons anstatt Bällchen oer Bälle zum SPielen zu nehmen....ist auch eher absolut daneben und führt nur zu noch größerer Angst, da die Luftballons wahrscheinlich ganz schnell platzen und sehr laut knallen wen Dein Kleiner sie auch nur etwas ins Mäulchen nimmt.....

Gutes Gelingen und LG

Feuerwolf mit rennendme Renntier Fina
Zuletzt geändert am 11.04.2018 17:46 Uhr
CEEYEET
  • Halbstarker
Beiträge: 295
@Feuerwolf Danke für die guten Ratschläge. Die haben mir sehr weitergeholfen. Trotz 26 jähriger Hundehaltung kann man eben auch nicht alles wissen. Ein Boxer ist eben kein American Bulldog. Wenn ich bedenke, dass ich teilweise mit Gasthunden 5-6Hunde im Rudel hatte und es keine Probleme gab, ist es mit meinem einen Rüpel teilweise zum Haare ausreißen. Die Sturheit dieser Rasse ist allgemein bekannt. Nur ich hatte keine Ahnung. Es gibt Tage da läuft er wie ein Lämmchen und am nächsten Tag da denke ich, ich hab den verkehrten Hund in der Hand .Deshalb bin ich wirklich froh, Mitglied in diesem Forum zu sein, weil es immer jemand gibt, der einen guten Tipp für einen hat. Das Geschirr, welches du empfohlen hast werde ich mir kaufen. Ich hab mir sehr viele angeschaut, aber bei den meisten bin ich mir nicht sicher, ob die so funktionieren, wie angepriesen. Vielen Dank dafür. Eure CEEYEET
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