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Knurren

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Eintrag vom 08.10.2018

Wieso scheint es, als gäbe es nur zwei extreme Haltungen zum Thema Knurren?
Entweder ist Knurren überhaupt nicht akzeptabel, dies gilt für viele Anhänger der Dominanz-Theorie oder es gilt als Kommunikation und ist deshalb immer akzeptabel.

Meine Haltung ist da klar, ja knurren ist Kommunikation aber genau deshalb muss man die Information ernst nehmen.
Beim Thema #metoo ist die Diskussion so viel weiter fortgeschritten, dass meine Meinung viel verständlicher ist. Sagt eine Frau "nein" zu mir (heterosexueller Mann) dann ist das auch Kommunikation.
Das muss ich ernst nehmen.
Das heisst aber auch, dass ich versuchen muss, zu verstehen, was das "Nein" bedeutet.
Ist es absolut, also mach das nie mehr oder heisst es "nicht jetzt" und wenn es nicht jetzt heisst, was ist das Problem?
Jede Frau wird Wert darauf legen, dass ich sie richtig verstehe und meistens muss man ja nicht einmal nachfragen, welches "Nein" es ist, das ergibt sich aus der Situation und wer "Nein" sagen kann, kann sich auch erklären, wenn das nötig ist.
Wichtig ist vor allem, dass ein "Nein" sofort eine Reaktion von mir auslöst und ich es respektiere.

Ein Hund der Knurrt, droht, wenn es ein ernst gemeintes Knurren ist.
Darauf muss ich reagieren, am Besten sofort.
Halte ich das Knurren für akzeptabel, weil der Hund Grenzen setzen muss, dann sollte dies nur einmal nötig sein, sonst nehme ich ihn nicht ernst.
Ist es nicht akzeptabel, dann ist es wirklich wichtig, weshalb er knurrt.
Meistens hat der Hund ein Problem und dann muss man mit dem Problem umgehen.
Es kann bedeuten, dass der Hund die Situation falsch beurteilt und Angst hat, wenn es nicht nötig ist.
Dann muss ich ihm helfen, die Situation richtig zu beurteilen, oft indem ich ihn vorsichtig daran gewöhne.
Es kann bedeuten, dass der Hund zu wenig Selbstbeherrschung hat.
Dann muss der Hund lernen nicht zu Überreagieren.
Am Besten indem er mit Selbstbeherrschung Erfolge erlebt.
Da ein Hund nicht reden kann, muss man sich in den Hund hineinversetzen und wenn man sich dann nicht sicher ist, weshalb er knurrt, dann kann man sich überlegen, wie man dies herausfinden kann, ohne dass man den Hund überfordert oder eine gefährliche Situation schafft.

Meine erste Reaktion auf ein Knurren, dass ich nicht sicher beurteilen kann, ist, dass ich die Situation entschärfe, um Zeit zu gewinnen.

Als Beispiel, der Hund knurrt laut spielende Kinder an.
An der Leine, einfach zu lösen, ich führe den Hund weg.

Ist er nicht an der Leine, versuche ich immer die ungefährlichste Lösung zu finden und die kann durchaus sein, dass ich die Kinder bitte, sich ruhig zu verhalten.
Schliesslich kann man mit denen reden und ein Hund kann unansprechbar sein.

Jetzt sind zwei ganz unterschiedliche Einschätzungen möglich.
Der Hund ist wirklich überfordert, dann muss man ihn vorsichtig an laut spielende Kinder gewöhnen oder er will die Kinder Zurechtweisungen, weil er sie als frech empfindet, weil sie Aufmerksamkeit erzwingen.
Dann muss ich dem Hund beibringen, dass dies nicht unser Problem ist, am Besten indem ich gehorsam einfordern so lange er noch ansprechbar ist und wenn er dann sich wieder aufregen will, indem wir Weggehen, gerne so, dass der Hund den Kindern den Rücken zuwenden muss, dass ist immer unangenehm.
Schliesslich hat er gerade einen Konflikt angefangen und wenn man dann weg muss, hat man den Konflikt auf jeden Fall nicht gewonnen und es könnte ja sein, dass jemand das Ausnutzt und angreift.

So kann man einem Hund beibringen was die richtige Reaktion ist.
Schliesslich dürfen wir nicht vergessen, dass Hunde lärmempfindlich sein können.
Laute Kinder können solchen Hunden Schmerzen machen.

Es gibt aber auch Hunde, die aus einem anderen Grund knurren können.
Rottweiler haben dieses Verhalten relativ oft.
Das sind Wach- und Schutzhunde die auch selbständig Reagieren müssen können.
Dafür braucht es ein grosses Ego.
Dieses Ego bringt sie übrigens auch immer wieder in Situationen, in denen sie sich überfordern und deshalb können sie dann unangemessen reagieren.
Hat man aber ein Ego, dass mit dem Grössenwahn liebäugelt, dann will man auch ernst genommen werden.
Deshalb können Rottweiler auch Fremde anknurren.
Wenn die dann erschrecken, was bei so einem grossen Hund nur vernünftig ist, dann fühlen die eine Macht, die Selbstbelohnend ist.

Dies ist nicht nur bei Rottweilern so aber bei Rottweilern kann dies relativ oft der Grund sein, weshalb sie Fremde anknurren.
Wenn ich mir nun wirklich sicher bin, dass der Hund nicht überfordert ist (auch ich werde nicht gerne gebissen) dann werde ich gerne zum Affen.
Affen reagieren in solchen Situationen gerne, indem sie versuchen noch mehr zu erschrecken, als der, der versucht sie einzuschüchtern.
Dann ist ein Holzlöffel toll, weil den kann man so laut auf den Boden schlagen, dass alle zusammenzucken.

Auch hier mal eine grundsätzliche Beobachtung von mir.
Wir Menschen Strafen oft mit erschrecken und drohen.
Bei Hunden untereinander ist dies sogar noch öfter der Fall als bei uns, Hunde sind bedeutend weniger aggressiv wie wir Menschen.
Deshalb bevorzuge ich es Grenzen zu setzen, indem ich erschrecke und drohe und nicht indem ich Schmerzen zufügen.
Dabei muss man nur aufpassen, dass der Schreck nicht zur Angst wird, denn dann wird es wirklich gefährlich.

Ich kann also niemanden empfehlen, was ich schon gemacht habe, als ich einen Rottweiler wie einen Kuschelhund auf den Arm genommen habe.
Funktioniert hat es aber hätte er Angst bekommen, hätte er sich verteidigen müssen und ein Rottweiler hat Zähne.
Den Hund kannte ich natürlich sehr gut aber das kann man nicht immer sehen.
Auch dies eine Warnung, macht nicht alles nach, so lange ihr nicht sicher seid, dass ihr alles versteht.

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