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Sonntag Morgen II/II

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Eintrag vom 31.01.2011

Er hatte sich zweimal gestreckt, ausgiebig und sehr grazil gegähnt – wie ein fressbereites Krokodil, um sich direkt neben dem Bett wieder niederzulassen. Das bedeutet: Er war anmutig in sich zusammengesunken. Erst hat er seine Gliedmaßen puppengleich zusammengeklappt, dann Bauch und Po nacheinander abgesenkt und dann seinen großen knopfäugigen Kopf genau in der Mitte seiner Vorderpfoten abgelegt, dass sich seine Lefzen an den Seiten hinreißend zusammenknautschen und um die Nase Falten bildeten. Sehr archaisch.

Ich trinke einen weiteren Schluck gesüßten Kaffee aus meiner schmalen Bistrolieblingstasse und betrachte auf der einen Seite den geradezu kindlich schlummernden Mann auf der anderen den mit geschlossenen Lidern vor dem Bett fläzenden Hund. Ein warmes Gefühl von Zufriedenheit breitet sich in mir aus. Und dafür bin ich dankbar. Egal, was kommt, dieser Moment gehört mir.

Wenig später raschelt es. Columbo hat – freilich ohne seine Gesamtposition nur um einen Millimeter zu verändern, der Faulpelz! – seinen Hals lang gestreckt und schnüffelt nun interessiert an der Toastbrottüte. Mein Kopfschütteln ignoriert er stoisch, gibt schließlich aber doch auf und deponiert sein Kinn bestechend nonchalant auf dem äußersten Rand unseres Futonbettes. Zum Anbeißen! Und die Kamera liegt wieder so weit weg … So posierend schaut er eine Weile aus dem Fenster, betrachtet die Sonnenflecken und lauscht aufmerksam und mit gespitzten Ohren dem Flug eines nahenden Flugzeuges. Diese vollkommende Konzentration inspiriert mich: Mit allen Sinne erfassen! Ich schlage mein Notizbüchlein auf und beginne, diesen Sonntag Morgen zu beschreiben …

(Lustige "COLUMBO"-Geschichten auch als Taschenbuch)

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