Michael Grewe

Michael Grewe ist einer der bekanntesten Hundetrainer im deutschsprachigen Raum und
Mitbegründer sowie Inhaber von Canis-Zentrum für Kynologie. Seine Arbeit beschränkt sich
keineswegs nur auf die Hundeausbildung. Neben der Arbeit mit schwierigen und
aggressiven Hunden, ist er auch als Dozent und Autor tätig.
Aggressionen - Teil 2

Auszüge aus der Lerntheorie


Von der Lerntheorie wird viel gesprochen und geschrieben und sie wird auch ganz gerne mal missbraucht, wenn es darum geht seine Arbeitsweise mit Hunden populär zu vertreten. Einige Fragmente sind auch schon im Text erwähnt worden und jetzt soll im Überblick das Wesentliche noch einmal erläutert werden.Damit die Lerntheorie Anwendung finden kann, geht man davon aus, dass das persönliche Wohlergehen des jeweiligen Lebewesens, gleich welcher Art, in Verbindung mit dem vermeiden von Schmerz und Strafe im Vordergrund stehen und somit die latente Motivation, in diesem Falle des Hundes, darstellen.Diese und die folgenden Begrifflichkeiten sind nicht von mir erdacht worden. Erarbeitet von... finden sie auch heute noch unangefochten wissenschaftliche Anwendung.

Über das Erreichen von Wohlergehen, z.B. Futtergaben bei Hunger oder liebevolle Zuwendung und die Vermeidung von Schmerz und Strafe, z.B. eine körperliche Einwirkung aber auch andere reduzierende Maßnahmen, ein Schreck zum Beispiel, ergeben sich zwei Wege, Lernziele zu erreichen.Über den einen Weg will man erreichen, dass in der Zukunft ein Verhalten häufiger auftritt, über den anderen Weg will man erreichen, dass ein Verhalten in der Zukunft seltener oder gar nicht mehr auftritt. Für jeden Weg habe ich genau zwei Möglichkeiten, das Ziel zu erreichen.Das folgende Schaubild soll einen Überblick liefern, wobei die Begriffe Belohnung und Bestrafung gleichermaßen unter dem Begriff „Verstärkung“ zusammengefasst werden können.

Ein Verhalten tritt in der Zukunft häufiger auf:


Positive Belohnung = Angenehmes hinzufügen (+) Negative Belohnung = Unangenehmes wegnehmen (-)

Ein Verhalten tritt in der Zukunft seltener auf:


Positive Bestrafung = Unangenehmes hinzufügen (+) Negative Bestrafung = Angenehmes wegnehmen (-)

Die „Lernsituation“, in der wir uns hier aufhalten, ist die „operante Konditionierung“ in der „Lernform“ des „operanten Lernens“. Den „Lernprozess“, der im Text mit meinen Argumenten angesprochen wird, beschreibt man mit „bedingter Hemmung“.Die vollständige Lerntheorie beinhaltet selbstverständlich wesentlich mehr und es handelt sich hier lediglich um einen stark vereinfachten Auszug, der aber für die Ansätze im Umgang mit Aggressionsverhalten die wesentliche Rolle spielt.

Gehen wir im Folgenden doch einmal die Situationen durch, um zu einer gewissen Aussage zu kommen. Wir haben einen Welpen, der aggressives Verhalten zeigt. Unangebracht und seiner Entwicklung nicht förderlich. Wollen wir das in der Zukunft häufiger haben oder seltener?Wir wollen es seltener haben! Dann haben wir erst einmal zwei Möglichkeiten. Die positive Bestrafung und die negative Bestrafung. Bei der positiven Bestrafung fügt man einen kurzen Reiz hinzu, der garantiert, dass der Welpe bei der nächsten ähnlichen Situation gehemmt handelt.Da Belohnung und Bestrafung vom Welpen als solche auch empfunden werden müssen, ist es nicht möglich zu sagen, was man tut. Vom Klaps bis zum Schreck in unterschiedlichen Intensitäten ist alles drin. Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig. Das muss man auch in Bezug auf den Zeitpunkt können oder lernen.Und wer lernt macht Fehler, die man aber in Begleitung seines Beraters eindämmen kann und sollte.

Die zweite Möglichkeit ist die negative Bestrafung. Man nimmt einen angenehmen Reiz weg, wenn der Hund sein unerwünschtes Verhalten zeigt. Das heißt, in dem Moment, in dem der Hund sich aggressiv verhält, nehme ich meine streichelnde Hand weg oder mein Futter, das ich ihm vor die Nase halte.Rein theoretisch ist das mit dem Futter möglich, wäre da nicht das Leben und gewisse Faktoren, die in der Lerntheorie nicht enthalten sein können. Zum Beispiel die Frage ob mein Hund in dem Moment auch ausreichend Hunger hat oder vom Typus her verfressen ist oder nicht. Das muss dann, wenn es klappt auch immer der Fall sein.Unter Laborbedingungen funktioniert die negative Bestrafung ohne Zweifel aber im richtigen Leben? Das kommt ja bekanntlich unangemeldet und völlig überraschend.
Dann ist da noch Prestige und Selbstwertgefühl des Hundes zu berücksichtigen. Wer gibt schon gerne seinen Status ab? Für ein Stück Futter? Richtige unbekannte Größen. Oder ich bin nicht so richtig präsent, wenn es um den richtigen Zeitpunkt geht, wieder Futter zu geben.Vielleicht ist der Hund ja noch mit seinen Gedanken in der Handlung und ich verstärke unbeabsichtigt das Verhalten und werde über eine positive Belohnung in Zukunft häufiger Aggressionsverhalten erkennen.
Oder sich selbst belohnende Muster. Das jeweilige Umfeld reagiert auf die Aggressionen meines Hundes und Hormone, die auch hier den Hund in rauschähnliche Zustände versetzen können, werden freigesetzt. Was für ein Erfolg für den Hund! Bei dem Hund, bei dem es funktioniert soll man es ruhig machen, was aber ist mit dem Rest. Was ist mit der Frage nach der Orientierung in einer Beziehung? Brauche ich Futter um wer zu sein?

Ich brauche eine für meinen Beziehungspartner Hund messbare Persönlichkeit im Umgang mit Konflikten und daneben eine souveräne Entspanntheit und Großzügigkeit außerhalb von Konflikten. Mehr nicht! Wer Futter braucht, um wer zu sein, hat schon ein Problem bevor überhaupt etwas geschieht.
Es sei denn, wir wollen unseren Hund zum Lernen von neuen Handlungen, die in der Zukunft häufiger auftreten motivieren. Da ist Futter genau richtig. Da lernt man schnell Sitz und Platz. Wenn der Welpe es dann aber gelernt hat, muss er es dann nicht auch ohne Futter können? Muss ich mein Leben lang Futter auf den Boden legen, damit mein Hund Platz macht. Nein, muss ich nicht!Hat man aber sonst keine Probleme mit dem Hund kann man so etwas aber ruhig machen. Als Futterfetischist? Warum nicht? Aber alles zu seiner Zeit!

Ich kann aber auch über eine negative Belohnung in das Aggressionsverhalten meines Hundes einwirken. Ich will erreichen, dass mein Hund in der Zukunft häufiger kein unangebrachtes Aggressionsverhalten zeigt. Negativ Belohnen bedeutet, einen unangenehmen Reiz solange aufrecht zu erhalten, bis das gewünschte Verhalten erreicht wird. Anwendung findet dieses Prinzip beim klassischen Zwangsapport in der Jagdhundausbildung.
Der Jäger will erreichen, dass sein Hund in Zukunft häufiger zuverlässig geschossenes Kleinwild bringt. Ohne das der Hund sich der Situation entziehen kann, bekommt er Wild in den Fang gelegt mit dem Befehl „Apport“. Da ein Fuchs in der Regel vom Hund nicht gern gehalten wird, wird in dem Moment, indem der Hund den Fuchs ausspuckt ein konstanter unangenehmer Reiz ausgeübt. Ob schön oder nicht,ob man Jäger mag oder nicht, hat erst einmal mit der Lerntheorie nichts zu tun. Da soll jeder denken, was er will!

Der unangenehme Reiz, den man konstant hält, kann zum Beispiel ein Kneifen in den Behang sein. An den Enden der Ohren zwickt man solange bis der Hund den Fuchs entweder von allein wieder aufnimmt oder der Jäger den Fuchs in den Fang gibt. In dem Moment hört der unangenehme Reiz auf und der Hund lernt in Zukunft häufiger auf den Befehl Apport, den Fuchs zu bringen.Wiederholungen sind selbstverständlich. Der unangenehme Reiz kann auch etwas sehr viel härteres sein.
Diese Arbeit kann man gut oder schlecht machen. Für höhere Ziele oder geringere. Es geht bei den Jägern darum, angeschossenen Tieren unnötige Qualen zu ersparen und sie schnell zu erlösen, in dem der Hund sie schnell und zuverlässig bringt. Wer diese Arbeit unverhältnismäßig macht, wird auch keine zuverlässige Bringtreue erhalten, vielmehr einen schlauen Hund.Ist mein Mensch in Sicht bringe ich, wenn nicht dann nicht! Das Erlernen von Bringleistungen funktioniert aber nachgewiesener Maßen über die Form der positivern Belohnung am Besten. Das heißt, wenn der Hund mir etwas bringt, was ich ja in Zukunft häufiger haben will, tue ich gut daran ihn über Futter oder eine Streicheleinheit mit netten Worten zu bestärken.In Zukunft wird er mir häufiger etwas bringen. Ob der Hund aber auch den stinkigen Fuchs bringt?

Ich bin kein Jäger aber ich esse auch Wild, unter anderem Enten. Welche Weltanschauung wir auch immer haben, wir müssen schauen, in welcher Welt wir leben! Im Schutzhundesport und im Dummisport bei den Retrieverleuten, jeweils in der oberen Leistungsklasse, ist der Zwangsapport alltägliche Praxis. Und hier geht es nur um Pokale und Punkte. Mehr nicht! Sorry, um Geld natürlich auch!Abschließend zu diesem Thema möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Begriffe Positiv und Negativ rein mathematisch zu interpretieren sind. Positiv gleich Plus gleich einen Reiz hinzu. Schön oder nicht schön! Negativ gleich Minus gleich einen Reiz wegnehmen. Schön oder nicht schön!Positiv hat nichts mit gut und schön im Sinne von immer schön positiv denken, entsprechend einer 8o-ger Jahre Philosophie zu tun. Die falsche Auslegung dieser Begriffe führt zu unterschiedlichen, emotional verfärbten Diskussionsebenen und kennzeichnet eher den laienhaften Hundetrainer.

Etabliertes Verhalten


Kommen wir zu ausgewachsenen Hunden und deren aggressiver Kommunikation. Ein unkastrierter zweijähriger Rüde verhält sich an- und unangeleint aggressiv gegenüber seinen Artgenossen. Dabei verlässt er den Bereich der Drohung und beißt sein Gegenüber. Ein alltägliches Bild. Dieser Hund hat seine Sozialisierung, seine sensiblen Phasen,in denen diese Form der Kommunikation gelernt wird, durchlaufen. Der moderne Lösungsansatz diesen Hund zu resozialisieren kann fachlich nicht funktionieren, da für eine Resozialisierung die sensiblen Phasen erneut durchlaufen werden müssten. Das ist aber nicht möglich und die Löschung eines einmal etablierten Verhaltens ist auch nur theoretisch, unter Laborbedingungen machbar.
Der Begriff der Verhaltenstherapie scheint mir hier auch unangebracht, da es sich in der Regel um Normalverhalten handelt und vom Menschen lediglich als störend empfunden wird. Ein pathologisches Phänomen liegt meist nicht vor. Hunde leiden in den seltensten Fällen unter Aggressionen, es ist der Mensch, der hier leidet. So hoffnungsvoll die Lösungsansätze auch klingen mögen, es ist die Frage, ob ich zu einer konstanten Lösung komme. Anders als während der Welpenentwicklung hat der Hund, gelernt, ungehemmt aggressiv Kommunizieren zu können.Eine Hemmung zu etablieren und somit ein Selbstverständnis in diesem Verhaltensbereich zu entwickeln wurde versäumt. Nicht das man an dem gezeigten Aggressionsverhalten nichts verändern kann, aber anstatt eines Selbstverständnisses wird man sich häufig mit einer von Situation zu Situation erneut erforderlichen Form der Kontrolle auseinandersetzen müssen. Das heißt, dass der Mensch von Hundebegegnung zu Hundebegegnung mit dem alten Verhalten rechnen muss und demzufolge darauf achten muss, das erwünschte, nicht aggressive Verhalten rechtzeitig einzuleiten.Der Ansatz einer wiederum theoretisch funktionierenden Lösung wie „Desensibilisierung und Gegenkonditio-nierung“ ist aus meiner Meinung nach nicht realistisch. Mögen Einzelfallbeschreibungen diesen Ansatz auch rechtfertigen, so habe ich bei der Masse der Hunde mit dieser Verhaltensnote die Welt so zu bedenken, wie sie tatsächlich ist.

Rein praktisch sieht es so aus, dass man sich mit seinem aggressiven Hund einem anderem Hund nähert und kurz vor dem Beginn seiner aggressiver Muster ein neues Verhalten einleitet, zum Beispiel „Sitz und schau mich an“, welches dann positiv belohnt wird. Über den Faktor Zeit nähert man sich immer weiter dem anderen Hund und verfährt wie gehabt. Den Hund sehen, sich hinsetzen und den Menschen anschauen soll dann das Ergebnis sein. Rein theoretisch! Die Praxis ist wieder ganz anders. Hunde, die bei der Übung nicht angemeldet waren kommen ins Bild, die Angst der Hundehaltervor dieser Situation ist ein Thema, die Fragwürdigkeit des höheren Reizes Futter im Vergleich zu versteckten, sich selbst belohnenden Verhaltensmustern kommt hinzu und: Ein Rückfall und ich beginne mit der Desensibilisierung von vorn!Zur realistischen Einschätzung gehört meines Erachtens nach auch die Feststellung, dass es Lebensgemein-schaften Mensch Hund gibt, in denen der Hund die Hauptrolle spielt, der Mensch sehr viel Zeit für ihn hat, und die Auseinandersetzung mit seinem Verhalten als Hobby betrachtet werden kann. Daneben gibt es Familien mit Kindern, einem vollen Tag und dem Hund, als Mitglied der Familie, ohne den höchsten Stellenwert. Da ist dann eine individuelle Kosten-Nutzen-Rechnung, wie viel Zeit man für ein Problem hat, unabdingbar. Aus dieser Arbeit abgeleitet gibt es noch die Möglichkeitder „Umlenkung“. Hierzu wird ein Medium, zum Beispiel Futter oder Ball genommen und in dem Moment, in dem der andere Hund erscheint dazu genutzt, den Blick des eigenen Hundes auf das Objekt seiner Begierde zu lenken. So um den anderen Hund geführt kommt es dann zu einer Bestätigung und der Hund erhält den Ball. Vorraussetzung ist ein ausgeprägtes Appetenzverhalten des Hundes zum Ball oder zum Futter.
Ich kann nicht bestreiten, dass eine solche Arbeit funktioniert, wenn der Hund das erforderliche Verhalten zum Objekt zeigt. Sehe aber auch hier den Laien, der den Zeitpunkt des Handelns falsch einschätzt und der Hund sich schon im Aggressionsverhalten aufhält. Das kann auch schon ein angespannter Blick zum anderen Hund sein oder eine stille körperlich signalisierte Drohung. Wenn jetzt der Ball kommt geschieht das Gegenteil. Der Hund lernt vielleicht sogar noch mehr Hunde so oder so anzudrohen, weil dann der Ball kommt oder eben Futter. Dieses Verhalten lohnt sich und wird in der Zukunft häufiger gezeigt werden.

Auch wenn diese Arbeitsansätze im Einzelfall gelingen mögen, haben sie meiner Meinung nach den Kern des Themas verfehlt. Soziale Fragestellungen in der Beziehung Hund Mensch sind umgangen worden. Man mogelt sich quasi um den eigentlichen Konflikt herum und es wird versäumt, den Hundehalter in seiner Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Der Hund sollte sich auf den Hundehalter verlassen können und zwar in der Form, dass er im Beisein des Halters nicht von sich aus solche Konflikte mit anderen Hunden angeht, sondern an den Menschen abgibt und nur über diesen Menschen gehemmt wird, selbständig Aggressionen zu nutzen. Dann sind wir bei einer Arbeit im Bereich der Beziehung Mensch-Hund.Damit der Mensch aber diesen Konflikt mit seinem Hund annehmen kann, müssen Vorarbeiten geleistet werden. Man sollte einen Konflikt nur annehmen, wenn man davon ausgehen kann, dass man ihn auch zum eigenen Vorteil entscheidet. Diese Vorarbeit besteht darin alte, etablierte Strukturen zu verändern und in Bezug auf einen souveränen hohen Status des Menschen die Situationen des täglichen Lebens außerhalb des Konfliktes neu zu gestalten. Veränderung bedingt Veränderung! Wenn dann neue Strukturen geschaffen worden sind, kann man in den meisten Fällen davon ausgehen, dass die Konflikte gelöst werden können.Die Notwendigkeit auf Kontrolle seines Hundes und seines eigenen Verhaltens bleibt aber auch hier meist erhalten. Fall ich als Mensch in meine alten Muster zurück, tut dies der Hund auch.

Erziehung beinhaltet nicht nur schöne Arbeitsansätze. Das Bewusstsein um die Rolle des Verantwortlichen in der Beziehung Mensch Hund sollte beim Hundehalter entwickelt werden. Und Verantwortung übernehmen heißt auch Entscheidungen treffen zu können, die für das Gegenüber, in diesem Fall für unseren Hund, im Moment unschön sein mögen. Dahinter steckt aber der langfristige Gedanke an ein entspanntes Miteinander. Betrachten wir das pädagogische Durcheinander im Bereich der Hundeerziehung und versetzen uns in die Lage der Haus- und Familienhundhalter, ist das Bild des Hundes in der Öffentlichkeit nicht verwunderlich. Was ist richtig, was ist falsch?Auch bei vielen Hundetrainern ist ein hohes, ungehemmtes Aggressionspotential zu erkennen, wenn es darum geht fachlich zu argumentieren. Bei der Argumentation um körperliche Einwirkung wird unreflektiert der Begriff der Gewaltanwendung genutzt und die Diskussion verlässt einen förderlichen Rahmen. Ich appelliere vor allem an den gesunden Menschenverstand, der jede Theorie erst einmal in Frage stellen sollte und für bodenständige Lösungen im Bereich der Arbeit mit aggressiven Hunden. Hunde sind bodenständig, der Mensch ist abgehoben.

Ist von körperlicher Einwirkung die Rede, liegt sicherlich der Missbrauch oder falsche Gebrauch schwelend über der Diskussion. Sein Handwerk sollte man verstehen, theoretisch wie praktisch. Das Unvermögen vieler Menschen im Umgang mit aggressiven Hunden sollte man nicht verklären und zu einer Tugend erheben um sie dann mit einer Zweckphilosophie zu schmücken.
Die meisten Hunde in den Deutschen Tierheimen sind nicht per se misshandelt worden. Sie wurden als Welpen abgöttisch geliebt und in den Himmel emporgehoben. Ihre Begrenzung jedoch wurde meist versäumt. Den Menschen über den Kopf gewachsen, erzeugen sie später Angst und Ohnmacht und werden gefährlich. Der Rest dürfte jedem bekannt sein.
Weitere Kolumnen von Michael Grewe
Im Grunde leben wir doch, was das Soziale angeht, ineiner relativ körperlosen Zeit. Körperlichkeit ist eherverpönt und gelingt vielen Menschen weder im Gutennoch im Bösen. Von Schmusen und Streicheln bis hinzum Festhalten und Begrenzen, fällt es Menschen schwer,damit unkompliziert aus dem Bauch heraus zu handeln.Und am Ende gehört doch alles irgendwie zusammen.Dann wird umfassend erzogen oder entwickelt.
Im Spiel der Welpen untereinander kann man auch beobachten, wie sie ihr gesamtes angeborenes Verhalten völlig durcheinander und auch der Situation nicht angepasst zeigen. Hier vermischen sich die so genannten Funktionskreise. Beschränken wir uns auf Jagd- und Aggressionsverhalten, haben wir es beim Jagen mit dem Funktionskreis des „stoffwechselbedingten Verhaltens“ zu tun.
Häufig bleibt keine Zeit für das so wichtige soziale Lernen. Aggressionen sind verpönt und werden sofortunterbunden. Der Welpe kann nicht mehr lernen, waser unbedingt lernen muss: mit seinen Aggressionenumgehen!
Um Spielverhalten haben sich Wissenschaftler aus denBereichen der Entwicklungspsychologie, der Pädagogik,der Verhaltensbiologie und der Soziologie Gedankengemacht. Niemanden wird es überraschen, dass sichdie unterschiedlichen Fachbereiche nicht in allem einigsind. Doch es gibt grundsätzliche Übereinstimmungendarin, Spielverhalten zu definieren, um somit zu beschreiben,was Spiel überhaupt für eine Funktion hat und wie Spiel aussehen kann. Auch was dabei mit und zwischenden Spielenden von außen unsichtbar geschieht.
Allein das Wort lässt bei einigen Menschen den Puls schneller schlagen.Im zweiten Teil zum Thema Aggression geht Michael Grewe vor allem auf die einzelnen Lerntheorien ein: Welche gibt es und welche sind sinnvoll?
Allein das Wort lässt bei einigen Menschen den Puls schneller schlagen.Erlebte Aggression führt dann häufig zu weiteren körperlichen Reaktionen, Angst setzt ein und es kommt zu Handlungsunfähigkeit (Angst lähmt) oder nicht selten zu übersteigerten Handlungen...
Der Hund stammt vom Wolf ab. Er hat wölfische Wesensmerkmale und Bedürfnisse. Aufgrund dieser Abstammung hat er die folgenden Rechte, obwohl er ein Mitglied unserer Gesellschaft ist. Hundehalter, Züchter und Ausbilder sind aufgerufen, sich diese Rechte stets gegenwärtig zu halten
Im folgenden Text möchte ich einige meiner Gedanken und Erfahrungen, die ich als Hundetrainerin 25 Jahren sammeln konnte, dem Leser zur Diskussion stellen. Meine kritischen Erläuterungenhierbei sind nicht gegen den einzelnen Hundetrainer bzw. Verhaltenstherapeuten als Person odergegen eine einzelne Hundeschule gerichtet, sondern sollen vielmehr den „Zeitgeist“ in Bezug aufHundeerziehung in unserer Gesellschaft ansprechen (ich bin ein Teil davon!).
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