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Heidinger

Albrecht Heidinger kann ohne zu übertreiben als Koryphäe im Turnierhundesport bezeichnet werden. Als Sohn des Mitbegründers des THS war er von Anfang an tief mit diesem Sport verankert und hat seither tausenden Trainer den Turnierhundesport durch Seminar und Artikel näher gebracht. Auf dogSpot stellt er nun sein Wissen zusammen mit seinem Vater Hans Heidinger zur Verfügung.
Laufen in der Gruppe macht Spaß

Breitensportlich orientierte Geländelauf-Trainingsgruppe macht´s möglich


Laufen ist in, laufen ist gesund, laufen macht Spaß und laufen mit dem Hund in Gottes freier Natur erst recht. Das bringt beiden Team-Mitgliedern etwas: Dem Hund und dem Menschen mehr Bewegung an der frischen Luft. Nicht zu unterschätzen ist dabei der Faktor „Lauferlebnis in der Gruppe“. Auch die Kommunikation im Mensch-Hund-Team wird enorm gefördert. Und die quirlige „Bella“ kehrt nach dem Training ausgelastet nach Hause zurück und legt sich nach der Trainingsstunde zufrieden auf ihren Schlafplatz.

Wie Pilze schießen seit einiger Zeit die von den Krankenkassen gesponserten Laufgruppen aus dem Boden (z.B. AOK). Das Angebot findet unter den Gesundheitsbewussten enorme Resonanz. Wir bewegungsarmen Bürger sollen uns gesund laufen, fit halten für das Berufsleben, Krankheitskosten vermeiden.

Ein Glück, dass die Pioniere des Turnierhundesportes (THS) schon vor drei Jahrzehnten den Lauftrend erkannten und im Jahre 1977 den „Trimm-Lauf mit dem Hund“ (heute „Geländelauf mit dem Hund“ – Abkürzung GL) mit den Wettbewerben über die 2.000- und 5.000-Meter-Strecke aus der Taufe hoben.

Nur: Die Superidee vom Laufen mit dem Hund durch Feld und Wald wurde nie zu der von den Pionieren erhofften „Massenbewegung“. Dazu haben sich die Hundesportvereine zu wenig bewegt und für die Vision vom Laufen mit dem Hund geöffnet. Vor allem fehlt es an qualifizierten Lauftrainern. Die Vereine halten auch heute noch am „richtigen Hundesport“ (O-Ton einer Hundefreundin) fest, obwohl die Zahl an geprüften Schutzhunden schon seit etlichen Jahren ein Segment mit deutlichem „Minuswachstum“ ist.

Das Laufvergnügen kostet immer noch eine am Potenzial der aktiven Hundesportler/innen kleine Zahl von Bewegungshungrigen aus. Die Zahlen der GL-Wettkampfteilnehmer stagnieren. Dieser negativen Entwicklung ist mit einiger Kreativität und mit Stehvermögen relativ leicht gegenzusteuern.

Wie wär´s als Initialzündung mit der Installation einer breitensportlich orientierten Laufgruppe im Verein? Den derzeitigen Trend zum gesundheitsfördernden Laufvergnügen sollte eigentlich jeder Verein mitnehmen. Schon im Interesse seiner Mitgliederzahlen, die derzeit in einer nicht geringen Zahl von Vereinen auf die Minusseite kippen.

Tanja Feldmann, dreimalige Deutsche Meisterin im 2.000-Meter-GL und GL-Vizemeisterin 2005 über 5.000 Meter, möchte als Anregung die von ihr betreute Laufgruppe des HSV Mühlacker vorstellen und ihr Erfahrungspotenzial weitergeben. Dabei rechnet sie mit dem Anschubfaktor, dass eine Trainingsgruppe, die von einer Deutschen Meisterin geführt wird, einen hohen Akzeptanzgrad bei den Teams entwickelt.

Zu ihren Intentionen, eine breitensportlich ausgerichtete Läufergruppe zu leiten, führt die Deutsche Meisterin aus: „Mit dem Wettkampfsport habe ich aus mehreren Gründen aufgehört: Zum einen das Ableben meines Australien Shepherd, dann auch der Zeitfaktor als zweifache Mutter von Kleinkindern. Selbst will ich nicht mehr so leistungsorientiert und auf so hohem Niveau wie die Jahre zuvor trainieren, möchte Abstand zum Wettkampfsport gewinnen. Aber auch nicht aus dem ganzen Laufzirkus komplett rausgehen“. Weiter: „Mit meinen reichhaltigen Erfahrungen unterstütze ich jetzt die Teams meiner Laufgruppe, sie sollen von meinem Wissen um den GL Nutzen ziehen. Dabei steht der Spaßfaktor für alle – Teams und Trainerin – an erster Stelle.“

Und so formuliert Tanja Feldmann die Zielsetzungen ihrer Trainingsgruppe:


  • Freizeitorientiertes und dennoch gezieltes Training für Teams männlich und weiblich, Jung und Alt. Hunde aller Arten sind willkommen.
  • Den Teilnehmern sollen die Trainingseinheiten dauerhaften Spaß am gemeinsamen Laufen vermitteln.
  • Wenn den Teilnehmern dann nach greifbaren Trainingsfortschritten als Nebenprodukt die Lust auf Wettkampfteilnahme vermittelt wird, so ist eine weitere Zielsetzung erreicht.
  • Die Gruppenteilnehmer sollen dann gut vorbereitet in Wettkämpfe gehen. Normales Ausdauertraining reicht hierzu nicht aus (siehe nachstehende Trainingsinhalte).
  • Eine weitere Zielsetzung besteht darin, dass die Teams die diversen Qualifikationen für Verbands-Meisterschaften locker erzielen.

Die Trainingsinhalte in Stichworten:


  • Das GL-Training findet in der Gruppe statt.
  • Es stellt ein ergänzendes Training dar, d. h. die Teams müssen selbständig unter der Woche 1- bis 2-mal trainieren (Dauerläufe).
  • 1 x pro Woche ist ein gemeinsames Training angesetzt, jeweils sonntags, ca. stark 1 Std.
Aufbau der Trainingseinheiten:
  • ca. 20 Minuten einlaufen, Dehnen, Steigerungen.
  • Anschließend Tempoläufe, z. B. 4 x 1.000 Meter mit 3 Minuten Pause oder 2 Serien à 3 x 300 Meter Bergläufe, 2 Minuten Pause zwischen den Läufen und 6 Minuten Serienpause.
  • Tempodauerlauf, das sind Läufe an der anaeroben Schwelle. Mit diesem Training soll erreicht werden, dass die Übersäuerung der Muskulatur später einsetzt bzw. ein höheres Tempo gelaufen werden kann, ohne dass die Muskeln übersäuern.
  • 1 bis 2 x pro Monat Training mit dem Hund: Wettkampftempo mit angeleintem Hund. Es werden so z. B. Wege-Abzweigungen sowie Steigungen und Gefälle trainiert, um das Zusammenspiel Mensch-Hund im Team zu optimieren.

Die Teilnehmer in Tanjas Laufgruppe:


Die Gruppe ist gemischt: Das Altersspektrum geht vom 12-jährigen Mädchen bis zu 48-jährigen Männern, Väter und Töchter. Die Gruppengröße ist überschaubar mit in der Regel um die zehn Teams. So kann auch individuell auf ein Team eingegangen werden. Schließlich soll als Ergebnis der Trainingseinheiten „die Lust am Laufen mit dem Hund“ an erster Stelle stehen.

Motivation und Spaßfaktor:


Die Lust am Laufen drückt sich natürlich auch in der Motivation der Teams aus. In der von Tanja geführten Gruppe gibt es keinerlei Probleme. Alle Teilnehmer kommen gerne und regelmäßig zum Training.

Den Teilnehmern macht natürlich das Laufen in der Gruppe mehr Spaß, als wenn sie mutterseelenallein im Gelände laufen. Vor allem das Training zusammen mit Hund besetzt den Spaßfaktor und schafft die richtige Einstimmung für die nächste Trainingseinheit. Dabei stellen sich natürlich individuelle Vorlieben heraus: Die einen schätzen die kurzen, schnellen Läufe, während andere eine Vorliebe für die langen Strecken pflegen. So findet sich also jedes Team in Tanjas Trainingskonzept mit seinen Vorlieben wieder.
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