ZZF-Kolumne mit Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg

Der Onlinetierarzt Dr. Rolf Spangenberg gibt in der ZZF-Kolumne regelmäßig Tipps zur artgerechten
Tierhaltung und Gesundheit von Heimtieren.
Erste Hilfe für Hund und Katze

Was können Tierhalter tun, wenn sich ihre Vierbeiner verletzt haben?



Die kompetente Hilfe bei echten Notfällen gehört zu den schwierigsten tierärztlichen Aufgaben. Deshalb sollte auch grundsätzlich der Tierarzt gerufen werden, wenn sich ein Hund in Krämpfen windet (Magendrehung?), die Katze nach einem Sturz apathisch dasitzt (Verletzung innerer Organe?) oder aus einer Verletzung das Blut pulsierend hervorquillt.

Doch es gibt eine Reihe von Notfällen, in denen man sinnvolle erste Hilfe leisten kann. Das betrifft beispielsweise blutende Verletzungen. Um sich einen Überblick über deren Ausmaß zu verschaffen, sollte man zunächst mit einer gebogenen scharfen Schere die Wundränder von Haaren befreien. Blutet es heftig, so bitte nichts abbinden – Gefahr des Absterbens! , sondern einen dicken Wattebausch (fusselt!) oder besser ein sauberes Taschentuch auf die Wunde drücken und dort festhalten. Hände weg von blutstillender Watte, die leicht verätzt! Ein korrekter Verband ist schwierig und wird häufig postwendend wieder abgerissen. Meist steht die Blutung von allein schnell; wenn nicht, gleich zum Tierarzt!

Beim Erbrechen oder Durchfall ohne Fieber wirken ein oder zwei Fastentage wahre Wunder. Danach mit Mini-Portionen des gewohnten Futters wieder anfangen. Sollte man eine Vergiftung befürchten (würgen, speicheln, erbrechen) lieber zum Tierarzt gehen, als den Patienten mit der Eingabe von medizinischer Kohle oder Kamillentee zu quälen.

Wirken Hund oder Katze nach einem Verkehrsunfall oder Fall aus großer Höhe scheinbar unverletzt, darf man abwarten. Entwarnung wird bei ungestörtem Allgemeinbefinden erst gegeben, wenn das Tier sich einmal normal, ohne Blutbeimengungen, gelöst hat.

Insektenstiche in den Rachen sind akut gefährlich, wenn das Tier danach Atemnot zeigt. Dann aber rasch zum Tierarzt; die oftmals empfohlene Gabe von Eis zum Lutschen ist sinnvoll, klappt aber meist nur bei Kindern. Ein Trost, danach werden Bienen oder Wespen nur noch selten gejagt.

Der Biss einer Schlange im exotischen Urlaub ist selten aber höchst gefährlich. In Risikogebieten sollte man deshalb ein Serum für Halter und Hund dabei haben!
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