dogSpot - Hunde-Community mit Hundeforum

Barbara Schilling Kolumne

Barbara Schilling, Autorin der Hundebuchreihe „Columbo“, schreibt für dogSpot humorvolle
und spannende Kurzgeschichten über ihren Golden Retriever Columbo,
dem Star der Buchreihe.
Frühstück für drei…
Heute Morgen weckt mich das leise Pfeifen meines Frauchens. Das nutzt sie immer, wenn ich a) zu weit weg oder b) ich zu faul bin, um aufzustehen oder c) wenn beides der Fall ist wie an diesem Morgen.

Eines meiner wuscheligen Ohren zuckt leicht, dann das andere. Erst richtet sich das linke, dann das rechte auf – schließlich schnüffelt mein Näschen. Es analysiert: Hm, Schinken, Eier und der Geruch nach geröstetem Brot, gar nicht so schlecht … „Beim nächsten Piepston ist es neun Uhr einundzwanzig“, hm, beim nächsten Pfeifton beginne ich doch, mich umständlich aus meinem Schlafgemach zu bewegen und erreiche sogar, völlig fertig von der anstrengenden Wegstrecke, dösig das Wohnzimmer, wo sich mir der gewöhnliche Wochenendanblick bietet: Herrchen und Frauchen gut gelaunt vereint beim Frühstück. Marmelade, Wurst und Käse – und wieder nix für mich vom Tisch. Und dafür habe ich nun die Aufsteh-Strapazen um diese frühe Uhrzeit auf mich genommen. Ich will mich schon wieder träge zu meinem Lieblingsplatz schleppen, als mich der herzliche „Guten Morgen“ Gruß meines Herrchens inne halten lässt. Irgendetwas ist anders, das spüre ich sofort. Seine Stimme klingt heute weicher, einladend, fast verschmitzt.

Ich schaue mich um … Dieser Tonfall bedeutet nicht selten: ESSEN! Und tatsächlich; als ich mit nun wacheren Augen zum Tisch zurückkomme, entdecke ich nicht nur die übergrüße Brötchentüte, das können die beiden allein unmöglich alles aufessen, sondern auch ein rein zufällig heruntergefallenes und dort unbemerkt liegen gebliebenes Brötchen. Fragend hebe ich den Kopf, doch beide nicken mir einmütig zu – für ungeübte Beobachter kaum auszumachen, so wie wir es für den korrekten gesellschaftlichen Auftritt einstudiert haben. Also geselle ich mich zu meinen beiden Zweibeinern, die unter dem Tisch ja zusammen auch wieder vier Beine machen und genieße in aller Ruhe mein unerwartetes Frühstück. Kurz darauf fallen mir bereits wieder die Augen zu und ich schlummere noch ein Weilchen.

Doch als ich höre, wie die Ausgehmontur und die Leine hervorgeholt wird, stehe ich noch bevor der erste Pfiff verhallt ist, hellwach im Flur und freue mich auf den bevorstehenden Spaziergang, der uns in vertrautes Gebiet führt. Die Luft ist mild und der Tag noch jung. Die Sonne lässt mein herrlich goldenes Fell aufleuchten und ich habe noch den leckeren Nachgeschmack meines knackigen Brötchens auf der Zunge. Ich mache große graziöse Schritte, während ich stolz in meinem Revier umher flaniere. Ich inspiziere den Zaun, den Laternenpfahl und den Kinderwagen – alles in gewohnter Gründlichkeit. Und natürlich mit dem Ziel, abschließend zu markieren. Doch gerade als ich in gewohnter Manier mein Bein heben will, werde ich unsanft weitergezogen. Mit großen ungläubigen Augen sieht mich die junge Mutter an und umklammert krampfhaft ihren gerade noch unbefleckten Kinderwagen. Na warte, auf dem Rückweg krieg ich ihn …

Ich höre mein Herrchen leise drohen und drehe unschuldig den Kopf zur Seite. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Ich widme mich scheinbar wieder ganz den ungeheuer faszinierenden Ameisenstraßen, die in gewohnter Furchtlosigkeit trotz meiner großen Tatzen die Pflastersteine vor mir passieren.

Bei nächster Gelegenheit werfe ich mich in eine Hecke, weil sie einen Duft transportiert, der mich rasend vor Entzücken macht. Juchuh, das macht Spaß, man soll sich doch immer „fallen lassen“, loslassen können. Loslassen tut man mich in den spannenden Situationen allerdings eher ungern. Entgegen dem Motto „Leine los, Männer!“ drückt mein humanoider Leinenhalter nicht selten gerade gegenteilig wie irre auf dem Knopf am Griff herum, der die Leine arretieren statt ausfahren lassen soll. So werde ich immer auf halber Strecke, immer dann, wenn es gerade verlockend wird, jäh in meinem Forscherdrang gebremst und hänge wie eine Marionette an den Fäden der Allmächtigen. Vielleicht sollte mein Frauchen das Wort „Handbremse“ in „Hundbremse“ umbenennen.

Also, wo waren wir? Ach ja, „fallen lassen“. Mach ich, das nehme ich mir zu Herzen: in Schlamm, verwesende Fischkadaver und Dönerreste, gern fall ich aber auch ins Gras, Bett oder Körbchen. Frauchen ist das wesentlich uncooler; ich glaub, sie muss in dieser Hinsicht noch viel von mir lernen.
Nun aber genug entspannt. Konzentriert analysiere ich einige Heckenabschnitte auf Spuren hündischen Lebens. Immer tiefer dringe ich in die Geheimnisse der Natur vor: Als nur noch mein wohlgeformter Po aus der dichten Hecke schaut, höre ich jemanden laut lachen. Wer wagt es, mich auszulachen …?! Wutschnaubend ziehe ich meinen imposanten Kopf aus dem Gebüsch, um den Lachhals Einhalt zu gebieten. Doch kaum erblickt Herrchen mich, lacht er nur umso heftiger. Er schlägt sich auf die Schenkel und zeigt dabei gackernd auf mich, welche Frechheit! Erst als ich mich wild schüttle, fällt mir auf, wie viel Gestrüpp um meinen Hals hängt, und wie amüsant die Blätter und Blüten quer über meinem Gesicht verteilt aussehen müssen … Daher rühren also die komischen Fäden über Augen und Nase. Ich hebe den Kopf und versuche krampfhaft den Eindruck zu machen, dass es ein Lorbeerkranz ist, der mein Haupt krönt, mir für meine außerordentlich siegreichen Leistungen im Brötchen verdrücken und Gräser kauen verliehen wurde. All das ist genauso gewollt, ja inszeniert. Na ja, bis auf das Taschentuch, das an meinem Bein klebt. Vergebene Liebesmüh: meine Pappenheimer kennen mich einfach zu genau – und kommen es dem Kichern gar nicht raus, bis ich mit wenigen Hapsen ein fortgeworfenes Stück Mohnkuchen verspeise und die beiden den Rest Tages damit beschäftigt sind, mir die Mohnkrümel aus den Zahn- und Pfotenzwischenräumen zu puhlen.
Weitere Kolumnen von Barbara Schilling
Bei mir rappelt´s in der Kiste! Tatsächlich tut es das, denn ich nehme das heute mit dem Mist wörtlich beim Spaziergang über Feld und Flur. Noch warm und dampfend liegen sie vor mir – tut mir echt leid Frauchen, aber für Pferdeäpfel hab ich nun mal eine Schwäche...
Heute Morgen weckt mich das leise Pfeifen meines Frauchens. Das nutzt sie immer, wenn ich a) zu weit weg oder b) ich zu faul bin, um aufzustehen oder c) wenn beides der Fall ist wie an diesem Morgen.
Ich stehe auf der Wiese, die Muskeln gespannt, den Blick gebannt. Und warte darauf, dass mein Frauchen endlich die olle Kastanie aus dem Vorjahr wirft.
Columbo hat einen neuen Freund: ein ziemlich cooler Typ. Ca. 1,75 m, breiter Rücken runder Kopf und sehr blass.
Kennt ihr das? Es ist ein ganz normaler Tag, ein herrlicher Sommerabend könnte man denken: Kumpels auf der Straße begrüßen, Laternen-Wett-Bepinkeln und Katzen erschrecken (ok ok, dann eben erschreckt werden). Alles scheint, so wie immer, denn man ahnt noch nicht, was auf einen zukommt …
Wenn Columbo und ich Besorgungen machen, entwickelt sich unser kleiner Ausflug nicht selten zu einem wahren „Event". Denn nicht allein, dass mein hoch geschätzter Vierbeiner keine Gelegenheit auslässt, meine Coolness und nicht selten die der anderen Leute gleich dazu auf die Probe zu stellen, oft wird er auch noch ermutigt. Mit Schmatz- und Grunzlauten, die ans Unanständige grenzen, versuchen Passanten meinen Hundekönig zu sich zu locken.
Columbo Freundin gleicht ihm in gewisser Weise bis auf’s Haar: Vier tapsige Pfoten, weiches Fell, zwei süße Ohren und eine immer feuchte Nase. Außerdem teilen sie die drei Vs: verfressen, verspielt, verpennt. Allerdings ist sie eine Katze.
Neulich hatte ich eine Begegnung der dritten Art: Ich habe SIE gesehen. Sie schwebten in ihrem Raumschiff schräg über uns – ganz langsam und gerade; ich war …. sprachlos.
Früher mussten Hunde jagen können, um zu überleben - heute müssen sie niedlich gucken können.
Ihren feinen Geruchssinn benötigen unsere modernen vierbeinigen Hausgenossen vor allem zum Aufspüren der Mahlzeit-Locations: Wo wird wann was gegessen? Und wie hoch stehen die Chancen, dass etwas "vom Teller“ fällt?
Gestern hatte mein Frauchen seine „sentimentale Phase“, sprich sie hat mich geknuddelt bis zum Abwinken. Mir war schon ganz warm und eng und überhaupt … ich schielte immer hilfesuchend und hoffnungsvoll nach links, wo Herrchen mit dem Schinken saß...
Sechsbeinig, ich und mein Frauchen, waren war am Wochenende auf einer Gartenparty. Echt lustig … so viele Leute, so viele Streicheleinheiten – so viele Würstchen! Cool, Könnte ich jede Woche machen, obwohl mein Frauchen gar nicht mehr so begeistert war...
Seit zwei Stunden latschen wir mit unseren Freunden durch den feiertags gut besuchten Park. Meine Achselhöhlen sammeln die Wärme der Witterung. Unser Rüde Columbo schnuppert hemmungslos an jedem Schoß in seiner Nasennähe …
Unser Süßer liebt jede Art von Spaß und Spiel ...
Somit artete unser abendliches Zähneputzen, der menschlichen Zähne ;-), neulich in ein wildes Ratespiel aus:
Ich und Katzen … ja, ein Thema für sich!
Ich also zur Pflege bei Verwandten – schlimm genug und dann noch mit Katze …
Columbo ist so süß, wie er nach einem langen Spaziergang in der Hitze lahmt.
Schnaufend latscht er neben mir her, während er anfangs noch voller Tatendrang voran galoppiert ist. Doch plötzlich kommt wieder Leben in ihn und er...
Meine neueste Eroberung ist zarte 12 Wochen alt und zum Anbeißen niedlich. Der kleine Goldie-Rüde ist echt frech ...
... mit viel Zeit und Spucke kriege ich jeden Knochen klein Bin sogar passionierter Steinkauer, aber das darf ich nicht ...
So, es war ein heißer Sommertag. Wir besuchten Freunde, juchuh. Ich durfte natürlich mit. Allerdings sind diese unter die Gartenliebhaber gegangen und pflegen mit viel Liebe und Zeitaufwand ihren großen prächtigen Garten...
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber ich liebe sie. Diese dicke saftige gelbe Knolle. Die Kartoffel! Und obwohl mein liebster Vierbeiner nur indirekt mit mir verwandt ist, scheint er in dieser Hinsicht total „nach mir zu kommen“...
"Essen hält Leib und Seele zusammen" - Dieses Goethe(?)-Zitat gilt für unseren Gourmet mit den Schlappohren nur bedingt. Columbo frisst eigentlich nur, wenn er traurig ist. Oder wenn er enttäuscht ist. Manchmal auch, wenn antriebslos ist. Wenn er sich allein gelassen fühlt. Oder, wenn er mit dem Weltgeschehen hadert...
Kostenlos anmelden
MY dogSpot - LOGIN
Passwort vergessen?
Gerade online
Shibaherz
ShibaherzOnline seit
24 Minuten
Sammy0217
Sammy0217Online seit
43 Minuten
Karinar
KarinarOnline seit
51 Minuten
brigittebeusch
brigittebeuschOnline seit
65 Minuten