dogSpot - Hunde-Community mit Hundeforum

Die Anja Müller Kolumne

Anja Müller ist studierte Hundetrainerin (Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN)) und Geschäftsführerin der Pullacher Hundeschule MyDogs Anja Müller&Chris Kattin. Neben der Hundetrainertätigkeit therapiert Anja Müller verhaltensauffällige Hunde – unter anderem mit der Organisation Beschützerinstinkte e.V., um ihnen eine Chancen auf Vermittlung zu ermöglichen. Ob bei dem „normalen“ Hundetraining oder der Arbeit mit den sogenannten „Problemhunden“ ist Anja Müllers oberstes Gebot, die positive Verstärkung und der Einsatz von Markern.
Rassehund - doch welcher passt zu mir?
Über 390 verschiedene Rassen sind von der FCI (The Fédération Cynologique Internationale) nach neuesten Erhebungen anerkannt. Im Jahre 2008 waren es noch knapp 340. Die Züchter sind also fleißig und die Anzahl der Rassehunde wächst. Die Nachfrage bestimmt das Angebot und der Hund an sich nimmt immer mehr Platz in unserem Leben ein.

Doch woher soll ich jetzt wissen, welcher Hund zu mir passt? Zugegeben: nicht jede Rasse weißt gravierende Unterschiede auf. So gibt es z. B. den deutschen Schäferhund, den schweizer, den holländischen, etc.. Sie unterscheiden sich wohl ein wenig in Farbe, Größe und Statur, doch sind sie letztendlich alle eben Schäferhunde mit dem spezifischen Charakter und Verhalten.

Auf der Suche nach der passenden Rasse gibt es viele Möglichkeiten sich zu informieren: Da gibt es natürlich das allseits bekannte und gut genutzte Internet, das auf alle Fragen irgendeine Antwort hat. Hier kann ich mir alle Rassen dieser Welt anschauen und die Beschreibungen dazu durchlesen. Eine gute und bewährte Methode ist natürlich, sich ein Rasse-Buch zu kaufen. Eine fortgeschrittene Methode wäre, einen guten Hundetrainer zu kontaktieren, dieser kann einem auch oft gute und seriöse Züchter empfehlen.

Nun habe ich das Basiswissen. Aber stimmt auch wirklich alles, was da in der „Packungsbeilage“ steht? Natürlich Jein. Denn ein Hund einer speziellen Rasse muss nicht zwingend auch all die Merkmale aufweisen, die in einer Oberbegriff Beschreibung stehen. So habe ich zum Beispiel einen Husky, der wohl gerne läuft, aber auch mit einer Stunde am Tag mal gut auskommt und beim Training eine Wahnsinns Freude daran hat, mit mir zu arbeiten.



In seiner Rassebeschreibung steht, dass Huskys sehr selbständig sind, viel Auslauf brauchen und sich mehr für Zugsport als zu apportieren interessieren. Das hat ihm aber niemand gesagt, denn Damian apportiert für sein Leben gerne.

Was ich damit verdeutliche will ist, dass eine Rasse natürlich einige Eigenheiten und Tendenzen mitbringt – ein Jagdhund will jagen - doch unsere Hunde lassen sich auch wunderbar prägen und formen.

Als erstes sollten Sie sich ganz klar darüber sein, was Sie von Ihrem Hund erwarten und was Sie leisten wollen. Sind Sie vielleicht Hunde-Neuling und suchen daher einen einfachen Hund? So sollten Sie die Hüte- und Schutzhunde eher außen vor lassen. Sind Sie Single oder haben Sie Familie? Es gibt Rassen die sich eher auf einen Menschen prägen. Als Familienhund sind diese tauglich, doch ist die Bezugsperson oft verreist, kann das das ein Problem werden. Diese Hunde leiden dann oft. Verweigern das Fressen oder gehorchen dem Rest der Familie nur bedingt.

Wie viel Zeit haben Sie für Training und wollen Sie vielleicht sogar später Hundesport betreiben? Es gibt inzwischen die verschiedensten Arten von Hundesport. Eine der bekanntesten sind Agility. Hunde durchqueren hierbei einen Parcour und werden durch Körpersprache und Handzeichen von ihrem Menschen begleitet. Vom kleinen bis zum großen Hund kann diesen Sport jeder betreiben. Oft gesehen sind hierbei jedoch die Border Collies und Terrier. Für große, sehr schwere Hunde ist Agility nur bedingt etwas. Sollten Sie diesen Sport ausüben wollen, sollte bei der Auswahl der Rasse darauf achten, dass die Rasse nicht zu groß und schwer ist. Genauso sollte man die Rassen, die zu Gelenk Problemen neigen, eher ausschließen. Hierzu gehören die Retriever, sowie die Rassen, die vorne höher gewachsen sind als hinten.

Schäferhunde jeglicher Art sind super Hundeplatz-Hunde. Sie arbeiten gerne und wollen ihrem Mensch gefallen. Jagdhunde wie der Maygar Vizsla, der Dackel, der Jack Russle oder der Weimaraner sind toll für Fährtenarbeit oder natürlich ganz klassisch für die Jagd.Retriever sind tolle Familien Hunde, doch auch hier gibt es jagdlich ambitionierte. Fragen Sie den Züchter also immer ob die Eltern jagdlich geführt worden sind. So kann man Überraschungen vermeiden.

Eine ganz wichtige und doch immer sehr lästige Frage sollten wir nicht vergessen: Wie viel Geld können und wollen Sie für ihren Liebling aufbringen? Futter, Tierarztkosten, Hundetraining und der sonstige Bedarf liegen bei kleinen Hunden natürlich niedriger als beim großen.

Mein Rat: Machen sie mit Ihrer Familie eine Liste, was für Sie wichtig und möglich ist. So können sie vielleicht die ein oder Rasse ausschließen. Umso genauer Ihre Vorstellungen, umso einfacher wird es einen Kreis an Rassen zu finden, der zu Ihnen passt. Für was auch Sie sich entscheiden: Gehen Sie zu den Züchtern, schauen Sie sich die Mutter und im besten Falle auch den Vater an. Verbringen Sie Zeit mit den Welpen und überlegen Sie in Ruhe. Wenn Sie IHN sehen, dann werden Sie es wissen. Ob er dann genau DIE rassespezifischen Eigenheiten aufzeigt oder nicht, Sie werden IHN einfach lieben.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Suche nach Ihrem Hund.

Ihre Anja Müller von der Hundeschule MyDogs Anja Müller
Weitere Kolumnen von Anja Müller
Der lang ersehnte Welpe ist nun endlich bei seiner neuen Familie eingezogen, so süß und winzig. Aber genau so kann dieses zauberhafte Geschöpf einen an den Rand der Verzweiflung treiben..
Es gibt über 390 verschiedene Rassen, und die Anzahl der Rassehunde wächst. Doch woher soll ich jetzt wissen, welcher Hund zu mir passt?Hier findest Du Tipps vom Experten!
Mein Hund ist nicht abrufbar – er läuft weg und ist völlig unkontrollierbar.“ Mit solchen oder ähnlichen Problemstellungen sind wir in unserer Hundeschule oft konfrontiert. Des Rätsels Lösung liegt oft schon in der Rasse begründet: Gerade in den letzten Jahren waren...
Der Begriff "Nasenarbeit" ist jedem Hundehalter schon mal unter die selbige gekommen – fast jeder hat schon mal was darüber gehört oder gelesen. Doch was genau ist „Nasenarbeit“ eigentlich? Und ist das auch was für meinen Hund?
Neulich habe ich mir mal wieder die Zeit genommen und mich mit meiner Hündin eine Weile in den Park gesetzt. Um uns herum Familien mit Kindern auf dem Spielplatz, Verliebte beim Schlendern und natürlich Hunde und ihre jeweiligen Anhängsel. Ich habe angefangen die Leute und ihre Hunde in ein paar Gruppen zu unterteilen.
Kostenlos anmelden
MY dogSpot - LOGIN
Passwort vergessen?
Gerade online
kleinkati
kleinkatiOnline seit
4 Minuten
tatjana666
tatjana666Online seit
7 Minuten
vrodhorst
vrodhorstOnline seit
7 Minuten
evibell
evibellOnline seit
11 Minuten