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Die Anja Müller Kolumne

Anja Müller ist studierte Hundetrainerin (Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN)) und Geschäftsführerin der Pullacher Hundeschule MyDogs Anja Müller&Chris Kattin. Neben der Hundetrainertätigkeit therapiert Anja Müller verhaltensauffällige Hunde – unter anderem mit der Organisation Beschützerinstinkte e.V., um ihnen eine Chancen auf Vermittlung zu ermöglichen. Ob bei dem „normalen“ Hundetraining oder der Arbeit mit den sogenannten „Problemhunden“ ist Anja Müllers oberstes Gebot, die positive Verstärkung und der Einsatz von Markern.
Vier kleine Pfoten tapsen in ein neues Leben...
...und krempeln das ihrer Menschen ganz schön um.

Für viele war es Anfang des Jahres endlich wieder soweit: Der lang ersehnte Welpe wurde zwischen September und November geboren und ist nun endlich bei seiner neuen Familie eingezogen. Dieses kleine Bündel Hund – so winzig er ist – so schnell erobert er seine Menschen. Aber genau so kann dieses zauberhafte Geschöpf einen an den Rand der Verzweiflung treiben – ich weiß, von was ich spreche!

Liebe Welpen-Mamis, liebe Welpen-Papis – relaxt, gebt euch Zeit, aber seid liebevoll-konsequent. Dann wird aus eurem Hunde-Baby ein toller Freund, treuer Begleiter und vollwertiges Familienmitglied.

Nicht-Hunde-Menschen finden Welpen-Besitzer ja generell ziemlich befremdlich. Wobei der Welpen-Besitzer selten von sich als „Besitzer“ spricht: Mama und Papa ist oft die viel lieber gewählte Bezeichnung. Nicht-Hunde-Besitzer könnten nicht nachvollziehen, warum die menschliche Welpen-Mama oder der menschliche Welpen-Papa vor Stolz und Freude fast explodiert, wenn das kleine Wauzelchen zum ersten Mal draußen Pipi macht. Das „Feini-Fein, die Mama freut sich so sehr, super guuuuuuuut“ erntet nicht nur manchmal recht befremdliche Blicke. Auch das strumpfsockige oder mit Hausschlappen bei Eiseskälte und im Schnee stehend und frierend aufs Geschäft warten, ist keinem Welpen-Besitzer fremd. Und das kleine Bündel lässt sich ja von so vielem ablenken... Pieseln sollst du, nicht schnuppern! Ja, es gibt bessere Jahreszeiten, um einen Hund stubenrein zu bekommen. Doch das ist in diesem Moment, wenn es dann endlich klappt, absolut egal.

Menschliche Welpen-Eltern müssen, wie frisch gebackene Baby-Eltern, auch schlaflose Nächte und Krankheiten durchstehen. So ist die Bezeichnung mit Mama und Papa gar nicht so abwegig - nur dass Hunde ganz klar mehr Haare und Beine haben.

Gerade beim ersten Welpen möchte man ja alles richtig machen und ist überbesorgt. In meiner Hunde-Trainer-Laufbahn ist es mir nicht nur einmal passiert, dass Welpen-Eltern zu viel gegooglet haben und mich panisch angerufen, weil sie dachten, sie hätten etwas Grundlegendes falsch gemacht. Liebe Wauzl-Eltern, entspannt euch. Es gibt ein paar Grundregeln: Wenn der Welpe gegessen hat – raus gehen – Pipi machen. Wenn der Welpe gespielt hat – raus gehen – Pipi machen. Wenn der Welpe geschlafen hat – raus gehen – Pipi machen. Wenn der Welpe unruhig wird – raus gehen – Pipi machen. Also eigentlich immer. 2. Holen Sie sich im Fachhandel ein gutes Welpenfutter und lassen Sie sich dort beraten. 3. Geben Sie dem Welpen immer etwas zu kauen – wie zum Beispiel Rinderkopfhaut, dann bleiben Schuhe und Möbel meist verschont. 4. Für Hunde tabu sind: Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Rosinen, Alkohol, Koffein und Avocado. 5. Spielen macht schlau, gönnen Sie aber dem kleinen Hund auch mal Ruhephasen.

Grau ist alle Theorie, auch ich habe meine Welpen-
erfahrung aus erster Hand: Vor einigen Jahren haben wir uns, zu unseren erwachsenen Hunden, im Spät-
herbst einen Husky mit vier Monaten als „Second-Hand-Hund“ aus dem Ausland geholt. Da ich sehr gerne draußen bin und auch kein Problem mit Wind und Wetter habe, war die Rasse für mich auch alles andere als abschreckend. Üblicherweise habe ich es privat nicht so mit den Welpen. Meine Hunde sind erwachsen, aus Tötungsstationen gerettet. Das Verhältnis ist nicht minder eng – mich reizten diese Hunde einfach bisher mehr.

Doch dann kam ER: Der kleine Husky Damian. Diese bezaubernden Augen. Diese tapsigen Pfoten. Dieser bildhübsche Kerl. Ich war vom Fleck weg verliebt. Die Erfüllung all meiner Träume - dachte ich. Denn alles, was ich bis dato über Hunde wusste, beziehungsweise dachte zu wissen, brachte mir bei Damian überhaupt nichts. Ich dachte: „Hey, ich bin Hundeprofi – mein anderer Husky-Mix kommt von der Straße, da wird mich dieses Welpchen doch nicht schaffen.“ Aber von wegen, mal schnell durch die Welpen Schule vor dem Winter und dann die Zeit im Schnee genießen. Dieser bezaubernde Kerl trieb mich an den Rande so vieler, vieler, vieler verschiedener Emotionen.

Wir verschlissen eine Welpen-Schule nach der anderen: Denn mein Husky spielte wie eine Tornado – und verschreckte so manchen zartbesaiteten Welpen. Wenn er keine Lust mehr auf Üben hatte, verließ Damian kurzer Hand mit einem Sprung das Gelände. Erziehung? Das Wort war Damian fremd! Lustprinzip war angesagt. „Ich komme, wenn ich mag, nicht wenn du es sagst.“

Es wurde also Winter, kalt, ungemütlich und der Schnee kam. Nur noch die Verzweifelten standen noch draußen auf dem Hundeplatz zum Trainieren – auch ich und Damian. Heute weiß ich: Auch wenn es kalt ist, sollte trotzdem immer mit dem Welpen trainiert werden. Das Köpfchen muss konsequent gefordert werden. Wenn es gar zu scheußlich wird und der Hund kein Husky ist, darf auch drinnen geübt werden. Auch hier gilt: Was Hänschen lernt, das kann Hans dann im Frühjahr – wenn er in der Rüpel-Phase eh alles gelernte wieder in Frage stellt.

Wir standen also bibbernd und frierend da. Eigentlich bibberte nur ich – Damian findet als Husky Schnee eher super. Doch die Konsequenz hat sich am Ende gelohnt: Man höre und staune, der Husky war dann doch irgendwann glatt bereit, mit zu arbeiten. Platz zum Beispiel klappte schnell hervorragend: Denn wann immer wie warten musste, schmiss mein Hund sich in den Schnee – und fand es herrlich. .

Die kurzhaarigen Rassen oder kleineren Hunde dürfen übrigens beim Trainieren im Winter einen Teppich zum Drauf-Sitzen bekommen, denn ein frierender Popo bleibt ungern lange sitzen und lernt nicht, dass "Sitz" Spaß machen kann. Hunde mit wenig Unterfellwolle dürfen auch ein Mäntelchen angezogen bekommen. Bevor der Hund sich erkältet oder den Spaß verliert: kurze Einheiten.

Den Welpen-Mamas und Papas ist übrigens auch die richtige Bekleidung – wärmstens – zu empfehlen. Denn, nachdem auch wir Hunde-Besitzer endlich die richtige Ausrüstung hatten (Stiefel mit Stiefelsocken, Outdoor-Hose, Thermo-Wäsche, Winterjacke, Mütze, Schal und Handschuhe), machte das Winter-Outdoor-Training auch den Menschen richtig Spaß.

Wichtig ist beim Welpen-Training ist, dass die Freude für Mama und Papa aber auch für den Hund nicht zu kurz kommt. Der Welpe hat keine lange Aufmerksamkeitspanne, das muss erst trainiert werden. Aber der Hund soll das Training mögen. Wenn etwas nicht gleich klappt, nicht verzweifeln. Das ist wie bei Kindern, die kapieren auch nicht immer alles auf Anhieb, lassen sich leicht ablenken und haben manchmal einfach keinen guten Tag. Aber das alles ist es wert, denn ein gut erzogener Hund ist ein glücklicher Hund – und hat ein glückliches Herrchen – Pardon – eine glückliche Mama oder einen glücklichen Papa.

In diesem Sinne – Wau – Ihre Anja Müller von der Hundeschule MyDogs Anja Müller
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