Zerstörungswut und Autos Jagen

Kims Prinz
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Beiträge: 5
Hallo Leute, seit Samstag habe ich einen Malinois Schäferhund Mix aus dem Tierheim übernommen. Er ist knapp ein Jahr alt, und hat bisher keine Erziehung genossen.

Es gibt viele größere Baustellen, was mir aktuell Kopfschmerzen bereitet, und wo ich am dringendsten Tipps und Ratschläge benötigen könnte, ist wie ich damit umgehe dass mein Hund mein gesamtes Inventar in meinem Beisein auseinander nimmt. Und damit meine ich wirklich alles.

Die einzigen kommandos die er beherrscht, wenn er lust hat, sind sitz und platz. Ist er unzufrieden, und bekommt seinen Willen nicht, zwickt er sehr fest zu oder rennt mit dem Spielzeug weg. An manchen Stellen wird es ziemlich gefährlich, wenn er die Gegenstände nicht freiwillig hergibt. Hat jemand Erfahrungen, mit so großem Zerstörung Willen?

Eine Hundetrainerin ist auch schon benachrichtigt, aber das dauert noch ein paar Tage bis sie vorbeikommt. Ich will bis dahin keine großen Fehler machen sondern vielleicht schon anfangen eine Lösung zu finden.

Punkt Nummer 2, er jagt allem hinterher, Autos, Fahrräder, Jogger. Bäumt sich auf und bellt, und versucht hinterherzurennen. Ist sehr gefährlich im Straßenverkehr, weil er aufgrund seiner Größe und seines Gewichtes schon eine sehr große Kraft hat. Bei Fahrrädern kriege ich das manchmal hin, dass ich ihn vorher in die andere Richtung schauen Platz machen lasse, und mit Leckerlis ablenke. Das klappt aber nicht immer. Über Lösungsansätze, bis der Profi endlich Zeit für mich hat wäre ich sehr dankbar.
CairnLover
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Beiträge: 677
+ 1
Nichts gegen dich. Ich wünsche dir gute Nerven.
Aber es ist mir unbegreiflich, wie ein Tierheim dir einen Hund übergeben kann, den Du nicht handeln kannst und der in wenigen Tagen deine Wohnung zerlegt hat. Ich finde das TH völlig verantwortungslos.
Kims Prinz
  • Forenwelpe
Beiträge: 5
+ 2
Hallöchen CairnLover. Zuerst einmal vielen Dank für deine Hilfreiche Unterstützung. Deine Erklärung hat mir sehr weitergeholfen.

Diese Zerstörungswut war bei ihm nicht bekannt, ansonsten hätte ich vor übernahme ja mein wissensdefizit hinsichtlich dieser Problematik ausgemerzt.

Ich hatte gehofft, dass dieses Forum anders mit Menschen umgeht die ein Problem haben, dies erkennen und versuchen möglichst nichts falsch zu machen bevor ein Profi Zeit hat zu Unterstützen.

Aber wie immer wird man verurteilt, wenn man nicht alles auf anhieb im Griff hat
weckener
  • Halbstarker
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+ 2
Wenn ich lese, was Du an Schwierigkeiten bei Deinem neuen Hund hast, kann ich Dir nur raten, den Hundetrainer schnellstens zu treffen. Dein Hund ist zum einen eine nicht so einfach händelnde Rasse, die ein feste Hand brauchen, was aber in der kurzen Zeit nicht einfach ist, zum anderen ist er auch noch in der Pubertät, was es noch schwieriger macht...
Ich kann Dir nur den Rat geben, bleib ruhig, nicht schreien, schlagen oder hektisch sein. Er kommt ja gerade erst an, am Anfang ist es mit Tierheimhunden oft nicht einfach, wer weiß, was er vorher erlebt hat. Vielleicht hat er ein Zuhause bisher nicht gekannt, war nur im Zwinger ohne Kontakte zur Umwelt. Diese Rasse ist sehr schlau, sie lernen eigentlich schnell, aber man muss da ihnen immer voraus sein. Ich habe eine Podenco- Malinoishündin, sie ist sehr temperamentvoll, unheimlich clever, sehr wachsam... Sie kommt aus dem Tierschutz, ich habe sie nun 3 Jahre, solche Probleme hatte ich nicht, dafür ist bei ihr der Podenco besonders stark, sie jagd und ist davon nicht abzubringen... Immer draußen im Dienst, meine Arme sind nach jedem Spaziergang 10 cm länger (sie ist an der Schleppleine).

Lass Dir von CairnLover nicht den Spaß an Deinem neuen Hund verderben, er ist gegen Hunde aus dem Tierschutz...

Hattest Du schon vorher andere Hunde? Kontaktiere ganz schnell den Trainer, und schildere ihm die Situation, Du brauchst sofort Hilfe!
Trotz allem, ich wünsche Euch, das sich alles schnell lösen lässt, und Ihr viel Spaß zusammen habt!
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 677
Original von Kims Prinz:

Aber wie immer wird man verurteilt, wenn man nicht alles auf anhieb im Griff hat

Da hast Du was missverstanden. Dir habe ich gute Nerven gewünscht und es auch so gemeint. Was Du gerade erlebst, ist quasi Scott & Huutsch am eigenen Leib.
Ich finde es jedenfalls sehr tapfer von dir, dass Du das durchziehst und wünsche dir viel Glück mit dem Hund.

Ich habe nicht dich verurteilt, sondern das TH. Denn es wird auch damit geworben, wie sorgfältig sie bei der Vergabe von Hunden sind. Hier scheint es mir so, als wäre nach dem Prinzip Hauptsache weg vorgegangen worden. Denn ein TH sollte seine Hunde schon kennen und einschätzen können und den zukünftigen Halter entsprechend instruieren und auf den Hund vorbereiten. Das scheint mir hier nicht der Fall gewesen zu sein.
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 677
Original von weckener:

Lass Dir von CairnLover nicht den Spaß an Deinem neuen Hund verderben, er ist gegen Hunde aus dem Tierschutz...


Mir wäre es kein Spaß, wenn mein neuer Hund meine Wohnung schreddern würde.
Im Übrigen ist auch Tierschutz ein Milliardengeschäft.
Ich bevorzuge es einfach Hunde aufzunehmen, bevor sie im TH landen. Dann sind sie zwar meist nicht mehr jung, aber weder völlig unerzogen, noch TH-geschädigt.

Ich gebe dir allerdings recht, dass da dringend was passieren muss. Ich hätte mich wohl schon längstens mit dem TH in Verbindung gesetzt. Die sollten den Hund doch kennen. Vielleicht könnte seine Hauptbezugsperson aus dem TH vorbeikommen und Hilfestellung geben. Könnte sogar sein, dass er die vermisst. Schließlich sollte das TH doch vor allem Interesse daran haben, dass der Hund sich in der neuen Umgebung einlebt und sich alles zum Guten entwickelt.
.
Zuletzt geändert am 06.02.2018 19:18 Uhr
Goldschakal
  • Forenwelpe
Beiträge: 19
Ich kann CairnLover da nur Recht geben...
Seitens des Tierheimes ist es verantwortungslos!

Dein Schäferhund ist ja noch sehr jung und erst sehr kurz bei Dir.
Vermutlich wurde nichts mit ihm gemacht und es liest sich als wäre er sehr frustriert und unausgelastet.
Bestimmt war Dir aber bewusst, dass Du Dir einen Hund genommen hast der besonders kopfmäßig arbeiten will und muss und viel Bewegung braucht?
Du hast geschrieben es wird gefährlich wenn er Gegenstände nicht abgeben will? Wie äußert sich das?

Ich würde jedenfalls kein Spielzeug, keine Knochen o.ä. einfach so rumliegen lassen. Er sollte es nicht nach Belieben nutzen dürfen.

Was machst Du wenn er in Deinem Beisein etwas zerstört?
Es wäre interessant und hilfreich wenn Du die Situation genauer beschreiben könntest.

Liebe Grüße
Goldschakal
Hüte Dich vor leisen Hunden und stillen Wassern.
benchen
  • Begleithund
Beiträge: 902
+ 1
Mein 12jähriger besessener Autojäger ging so lange an der sechsspurigen Straße jeden Morgen an der Leine lang, bis Autos so normal waren, daß er gähnte. Gott, wie langweilig .
Der Autojäger lebte 11 Jahre in Einzelhaft, sein Vergnügen wird gewesen sein, bei allem , was sich bewegt, wie ein Irrer am Zaun hin und her zu rasen. Er will heute noch hinter jedem Eisenbahnzug her. Autos fuhren auch auf der Straße vor seinem Garten . Er rannte. In der Millionenstadt keine gute Idee und auf jeden Fall zu korrigieren.
Zum Thema - Gegenstände nicht rausrücken: Wenn der Hund mit Spielzeug usw. nicht vernünftig umgeht, kriegt er keins. Streitpunkt nicht mehr vorhanden.
Im Alltag solche Streitpunkte vermeiden und ansonsten so normal und überschaubar wie möglich leben. Gleicher Tagesablauf, schön viel Bewegung und wandern, wenig Streß für das noch sehr neue Tier. Ihm evtl. vorsichtig zeigen, ob er am Fahrrad gehen will. Damit kann er lange und ruhig ausgefahren werden.Nicht rasen, er ist von selber aufgedreht genug.
Versucht , zusammen zu finden. Solche Hunde enden oft als Wanderpokal.
Kims Prinz
  • Forenwelpe
Beiträge: 5
Danke für eure Antworten
Nach langem telefonterror mache ich mich gleich mit 39° Fieber auf den Weg zu einer Hundeschule damit die Hundetrainerin eine erst Einschätzung geben kann. Alles für die Fellnase

Der Hund den ich aufgebe muss erst noch geboren werden.

Das Jagen der Autos konnte ich erstmal soweit eindämmen, mir ist aufgefallen, dass mein Blickkontakt zu diesen sowie das Ausweichen vermutlich das Problem verstärkt haben. Ich gehe jetzt auf der entgegengesetzten Straßenseite und führe ihn dicht bei mir ohne das Auto zu beachten.

Das mit der Wohnung klappt so halbwegs gut mittlerweile. Wenn ich es aber z.b. Waage ins Bad zu gehen, oder den Müll runter zu bringen, sind dann immer noch viele Gegenstände Opfer seiner Zerstörungswut. Wenn ich ihn auf frischer Tat ertappt, bringe ich ihn auf seinen Platz. Entweder geht er freiwillig, oder ich nehme den Griff von seinem Geschirr und bringe ihn dorthin.

Er gibt die Sachen sehr ungerne heraus, hat sich diesen Schicksal jetzt mittlerweile aber ergeben. Steht er ohne meine Aufforderung vom Platz auf, bringe ich ihn wieder hin. Er ist etwas frustriert und genervt, weil ich das ziemlich konsequent durchziehe, aber irgendeine Reaktion meinerseits muss ja auf das ungewünschte Verhalten folgen.

Die einzige Lösung die das Tierheim mir anzubieten hatte, war dass man erst mal temporär einen Zwinger in der Wohnung als Rückzugsort für den Hund nimmt. Nicht als Bestrafung wohlbemerkt, aber nachdem er heute wesentlich den Müll runter gebracht habe meine Handtasche komplett zerfetzt hat, wo ich immer noch keine Idee hat wer da dran gekommen ist, klingt das gar nicht mal so schlecht
Zuletzt geändert am 07.02.2018 14:13 Uhr
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 427
+ 5
@CairnLover, @Goldschakal,
hört auf auf das Tierheim zu schimpfen, in welchem Zwinger stehen dort Möbel, woran man die Zerstörungswut erkennen kann?

Ganz Offensichtlich hat man dort angefangen den Hund zu trainieren, das kann man daran erkennen, das er Platz und Sitz kennt und macht. Das sind Anfangsmaßnahmen. Darauf wird aufgebaut... Der Hund ist gerade wenige Tage bei Kims Prinz , er ist total verunsichert und verängstigt. Wahrscheinlich weder gewöhnt allein zu bleiben, noch mit der Umwelt angekommen zu sein.
Aber es scheint doch Besserungen zu geben wie Kim Prinz schreibt. Scheint doch auf einem guten Weg zu sein.

Wer schon einmal einen Welpen vom Züchter geholt hat, kennt das was sie schreibt, die Zerstörungswut, nichts ist vor denen sicher, Möbel, Schuhe, Kleidungsstücke.... Toben, weil neue Geräusche noch nicht bekannt sind und die dann entweder jagen, verbellen oder blitzschnell abhauen... Nur das der Hund von Kims Prinz schon älter ist, bekanntlich treten solche Machtproben in der Pubertät wieder auf, da verzweifeln viele HH und geben dann den Hund wieder ab.

Da ich immer Hunde aus dem Tierschutz hole und das Glück hatte, das meine nichts zerstört haben, weiß ich doch von anderen HH das sie so etwas erlebt haben, mit Hilfe von Hundetrainern, aber die schlimmsten Auswüchse schnell in den Griff bekommen haben. Alles bessert sich, wenn der Hund sich angenommen fühlt und die Familie als seine betrachtet.

Gut, wenn man Haustiere hat, auch bei Katzen, lernt man schnell Ordnung, nichts essbares darf mehr draußen stehen, nichts von Hundeinteresse erreichbar, meine Clara liebt es meine Schuhe vor Begeisterung, das ich heimkomme in den Garten zu schleppen und irgendwo liegen zu lassen, durchweichte mit Erde verschmierte Pumps, sind auch nicht der Renner... da wartet dann die Mülltonne.... also Schuhe in den Schrank, ebenso Handtaschen.... Man lernt durch solche Dinge... Aber das ist zu meistern, alles Übungssache und immer die Gedanken beim Hund haben, jede Nachlässigkeit rächt sich.

Im Tierheim können die Mitarbeiter nur das erkennen, was in ihrem Rahmen liegt, also ob ein Hund alles zerstört, vor Frust werden bei ach so braven Hunden aus lauter Langeweile die Körbchen zerkaut, kann aber bei dem nächsten Besitzer ganz anders sein, meine Clara kam aus einem Tierheim in Spanien, sie wurde aus einem Großbrand gerettet, sie kam in einen Zwinger, keiner konnte mir sagen, das sie einen großen Jagdtrieb hat, wie sollten sie das testen? Gibt auch Podencos die wenig Jagen, deshalb vom Besitzer ausgesetzt werden... Tierheimhunde werden von Gassigängern spazieren geführt in der Regel wo sie keine anderen Menschen mit Hunden, Joggern, Fahrradfahrern treffen können. Das sind in der Regel Leute, die zwar Hunde kennen, aber einfach aus Spaß mit ihnen gehen, meist wenig Ahnung von der Hundepsyche haben. Ausbildung als Hundetrainer haben sie nicht. Da ist es einfacher in ruhigen Gebieten unterwegs zu sein.
Vielleicht hat sich Kim Prinz auch im Tierheim wohlgefühlt und war dort sehr zutraulich und brav?
Andere Umgebung andere Menschen können ein ganz anderes Verhalten verursachen. Da dem Tierheim die Schuld zuweisen ist unfair.

Ich drücke Dir die Daumen, das Du schnell Hilfe bekommst und die kleinen Lichtblicke, die Du beschreibst zu großen werden, die ersten Tage mit einem neuen Hund sind immer schwierig, normalerweise sind sie die ersten Tage scheu, aber nach einiger Zeit, wenn sie sie sich sicher fühlen, kommt der wahre Charakter raus... Ich glaube fest daran, das ihr ein gutes Team werdet.
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