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Was sollte bei der Vermittlung eines Hundes wirklich erwähnt werden?

caro137
  • Begleithund
Beiträge: 1255
@saluki: Ich verstehe, was Du meinst - bin mir allerdings auch unschlüssig was besser ist.
Manchmal kann man ein Verhalten besser einschätzen, wenn man auch die Ursachen/ Hintergründe kennt und kann dann evtl. eher an der Ursache anstatt nur an den Symptomen arbeiten.
Andererseits weiß man von vielen Tierschutzhunden nichts genaues zur Vorgeschichte und kann trotzdem sinnvoll an ihren evtl. Problemen arbeiten.
Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass einige Tierschützer gezielt schlimme Geschichten erzählen um die Hunde über den Mitleidsfaktor zu vermitteln - und Mitleid ist genau das, was die Hunde am wenigsten gebrauchen können.
Ein Hund lebt üblicherweise im "hier und jetzt" -daran sollten wir uns öfter ein Beispiel nehmen (z.B. akzeptiert ein dreibeiniges Tier, einfach, dass das vierte Bein einfach nicht mehr da ist, trauert dem vierten nicht hinterher, sondern lernt mit dreien zurecht zu kommen und behält auch damit die Lebensfreude).
Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass sogar die, die vorher ein normales, liebevolles Zuhause kennengelernt haben im TH am meisten trauern... und damit paradoxerweise das meiste Mitleid verdient hätten - aber sie haben keine mitleiderregende Geschichte dazu.
The greatness of a nation and its moral progress can be judged by the way its animals are treated (Mahatma Gandhi)
Für ein Hundeleben ist der Mensch verantwortlich.
bullterrier-in-not.de
Borderlabbi
  • Forenwelpe
Beiträge: 54
Gerade wenn der Hund irgendwelche "Probleme" hat oder macht oder sich noch welche entwickeln könnten, finde ich, das der neue Halter alles wissen sollte, was es über den Hund zu sagen gibt und was bekannt ist, egal wie schlimm oder was auch immer es ist.
Das erleichtert dann das Training und damit der schnelleren Behandlung eines Problems.
Keyla
  • Begleithund
Beiträge: 1761
Hallo,

@Saluki - jap, wichtiges Anliegen - aber wie so oft : man beschönt gerne, eben eher nachdem Motto : "Hauptsache so viele Hunde gerettet und verklärt die Hunde ( ALLE ganz liebe und verträglich und eben die Mitleidsschiene ).
Nächstes Problem : Eine intensive Betreuung und viielicht sogar Vorarbeit mit Hundetrainern würde Geld kosten und das haben sie nicht. Tierpfleger habe keine Zeit, Hunde wirklich intensiv zu beobachten und einzuschätzen.
Mitunter habe ich das Gefühl, das Tierschützer auch mehr Interesse an eigener Selbstinszenierung ala Hunde gerettet und man ist so ein guter Mensch - haben, als an einer Weiterbildung die eben kynologisches Wissen vertieft und auch Verhalten und Training.
Neue HH, die dann plötzlich alleine dastehen - mit dem Problemhund - werden im Regen stehen gelassen.

Selbst bei Vermittlungen bei Züchtern gibt es ungute Kombinationen aus Mensch und Hund und auch hier, mal Probleme. Menschen neigen allgemein beim Hundekauf dazu - ihren Kopf auszuschalten und die Emotion walten zu lassen. Bedingt ist es natürlich - aber es bedarf Menschen, die darüber wissen und aufklären und intervenieren.

Bei einem dt. Tierheimhund wird ein Pfleger besser ausgebildet sein ( da er eben auch eine Ausbildung durchläuft ) und man nicht so unter Druck steht ( Törungsstationen ). Somit hat ein dt. Pfleger auch nicht so viel Zeit - aber die Rahmenbedingungen sind einfach anders. Man kann sich vorher kennenlernen - Gassi gehen etc.
Grundsätzlich denke ich auch, das dt. Tierheime etwas ehrlicher mit ihren Beschreibungen sind - man will die Hunde schließlich langfristig vermitteln und nicht unter Druck.

Am unehrlichsten sind die Zeitungsannouncen im Netz - da wird mir manchmal schlecht dabei - aber auch wer sich so einen Hund holt - muss eben damit rechnen, das Falschangaben gemacht werden - um sich des Hundes entledigen zu können.
Eigenes Risiko - das man immer eingeht.

Es ist wie immer - Augen auf beim Hundekauf und auch mal den Kopf einschalten. Schön finde z.B., wenn Trainer bei der Hundeanschaffung begleiten - das wird aber meistens wirklich soooo selten in Anspruch genommen - wenn die Leute wussten, das die Anschaffung und der richtige Hunde so elementar wichtig sind und die Basis.

Solange wir so einen Hundeüberschuss haben und Hunde wie Wegwerfartikel behandelt werden, werden wir auch viel Unehrlichkeit und schlechte Vermittlungen haben.

LG Jammie &n Paule
"Alles Wissen die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten ist in den Hunden enthalten." Franz Kafka
cindyzudii89
  • Halbstarker
Beiträge: 343
ich möchte natürlich schon wissen wo der Hund herkommt, vor was er Angst hat, wo es evt. Probleme geben könnte. Aber ich möchte nicht im Detail erfahren, was der Hund erlebt hat. Grob angeschnitten ist ok und muss auch sein. Z.B. wurde mit Stock geschlagen. Dann weiß ich, stöckchen werfen ist nicht soo gut....etc. Aber ich muss doch nicht genau wissen wie er geschlagen wurde, oder?
Eines der Dinge, die nicht für Geld zu haben sind, ist das Schwanzwedeln eines Hundes.

Hunde haben alle Guten Eigenschaften der Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.
Gast
  • Forenwelpe
Geschlagen ist geschlagen, ich denke das genügt und wie ein Hund geschlagen wurde ist daher unwichtig.
Ausserdem zeigt dir der Hund ganz genau wovor er Angst hat oder Panik oder was ihn verunsichert, du musst den Hund nur gut beobachten und verstehen, dann brauchst du gar nichts zu wissen.

Wie ich schon geschrieben habe wissen das die Vermittler meistens selber nicht und erzählen dir irgend etwas um dich zu beruhigen.
Ich würde auf die Aussagen gar nichts geben, weil Mensch lügt - Hund nicht.
Es gibt leider keine Garantie für irgend eine Aussage, ein Hund aus zweiter Hand bleibt immer ein Überraschungspaket.
http://www.vierbeinigefreunde.com/forum
Borderlabbi
  • Forenwelpe
Beiträge: 54
Beispiel: Hund hat Angst vor alten Männern in gebückter Haltung mit Krückstock.
Hat der Hund nun Angst weil er sie nicht kennt und ihn das Erscheinungsbild verunsichert oder wurde er mit einem Krückstock vermöbelt? Wenn man dort eine Info hat, der Hund wurde mit einem Stock geschlagen - weil es bekannt ist - dann ist das ein sehr wichtiger Hinweis, der das weitere Vorgehen um einiges erleichtert, weil man genau weiß okay da setzen wir an. Weiß ich es nicht, dann muss ich puzzeln und schauen, wo ist der genaue Auslöser und muss mehr ausprobieren, um die Wurzel des Übels zu finden.
klara7
  • Begleithund
Beiträge: 642
hallo,

also was sita anbelangte, hätte es mir schon gereicht, wenn mir die orga gesagt hätte, wie sie momentan drauf war, als wir sie bekamen, aber wie ich auch schon von anderen hörte, passiert relativ oft nichtmal das. vllt. aus angst, diese hunde bleiben im tierheim oder aber vllt. auch aus bequemlichkeit? ich weiß es nicht. mir war damals aber lange auch wichtig, warum sie so war wie sie war, aber es führte kein weg zu einer normalen erklärung.
mir wäre einfach wichtig gewesen, dass man uns gesagt hätte, dass sie agressiv auf andere hunde reagiert, extrem dominant ist und auch mit menschen nicht sonderlich viel anfangen mag.
wir hätte sie ja trotzdem genommen, nur hätten wir anders mit ihr beginnen können, ohne die vorgekommenen verletzungen von menschen.
im laufe des ersten dreiviertel jahres standen wir ständig vor neuen "überraschungen", die uns immer zu neuen methoden zwangen. wie karin schon sagte, so hätte man ihr viel mehr geduld entgegenbringen können, viel mehr abstand zu dingen, die sie stressten.
heute ist das alles kein thema mehr-gut, sie mag andere hunde immernoch nicht sonderlich, aber wichtig ist, dass sie nun menschen mag-ob klein oder groß.
aber der weg hätte für uns alle weniger beschwerlich sein können.
und-mitleid hatte mit ihrer "adoption" rein gar nichts zu tun, obwohl sie in einem erbärmlichen zustand war.
Gast
  • Forenwelpe
Das würde mir schon genügen, wenn ich sehe, dass sich der Hund bei dieser Erscheinung ängstlich verhält.
Es ist eigentlich egal warum. irgendwann wird sich das geben, wenn der Hund merkt, dass von diesen Mann mit Krückstock keine Gefahr mehr ausgeht.
Ein kleine Beispiel von meiner Betty, die ich 2006 bekommen habe:

Sie ist anfangs bei Männern mit Schlapphut, langer Mantel und Aktentasche unterm Arm regelrecht ausgeflippt, wenn auch nicht vor Angst, sondern vor Freude und wollte immer hin. Ich kann es nur so deuten, dass ihr Vorbesitzer diese Erscheinung hatte oder ein ihr gut gesinnter Mensch.
Ein anderer Hund hatte wieder Panik vor alten Frauen mit Stock. Ich habe dann halt immer einen sehr grossen Abstand gemacht. Irgendwann war auch von dieser Angst nichts mehr zu sehen, weil der Hund bemerkt hat, dass keine Gefahr von dort mehr ausgeht.
Fakt bleibt, dass man daran mit viel Geduld arbeiten muss. Ein Hund ist ja nicht dumm und merkt sehr schnell was Sache ist.
Wichtig ist, dass du selber immer ruhig bleibst und nicht auszuckst, nur weil der Hund Angst hat. Der Hund merkt das und wird sein Verhalten dann auch nicht ändern, im Gegenteil.
Wie ich schon geschrieben habe, ist es besser selber den Hund gut zu beobachten und nicht irgendwelche Aussagen von Leuten, die den Hund selber nicht kennen 1:1 umzusetzen.

Der Hund zeigt im Zwinger oder in einer anderen Umgebung meistens ganz ein anderes Verhalten als beim neuen Hundebesitzer. Das musst du dann selber rausfinden.
http://www.vierbeinigefreunde.com/forum
Zuletzt geändert am 26.01.2012 11:50 Uhr
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