Was macht eine gute Welpengruppe aus?

Steffen
  • Begleithund
Beiträge: 1859
Wie ihr vielleicht in meinem Blog gelesen habt

http://beta.dogspot.de/mydogspot/blog.php?u=2&msgid=19

gibt es verschiedene Kriterien die eine gute Welpengruppe ausmachen.

Was ist eure Meinung dazu?
Habt ihr auch mal Erfahrungen mit einer "schlechten" Welpengruppe gemacht?

Bin über eure Meinungen und Erfahrungen sehr gespannt
Glücklich werden kann man nur für sich selbst!
Glücklich sein kann man teilen mit Vielen!
doglove
  • Forenwelpe
Beiträge: 144

Erfahrung durch 12 Jahre Leitung von Welpengruppen in eigener Hundeschule

Eine gute Welpengruppe?

Auf jeden Fall sollte der/die LeiterIn der Welpengruppe fachkundig sein und über viel Erfahrung verfügen (auch selber schon Welpen gehabt haben)!

Die Gruppe sollte nicht sehr gross sein! 7 Welpen sind da schon echt Grenze für einen Trainer! Weniger ist besser!

Auf Fragen der Welpeneltern sollte eingegangen werden!

Es sollten sich Spiel - Pausen- und 1. kleine Trainingseinheiten abwechseln!

Es sollten Rüpel gestoppt werden!
Der Satz " die machen das unter sich aus" sollte vom Trainer nicht kommen!

Zitat Günther Bloch: Man kann Hunde das unter sich ausmachen lassen... wenn man natürliche Selektion befürwortet!

Ängstliche Welpen sollten bei Ihrem Menschen Sicherheit erfahren!

Beim reinkommen in die Gruppe sollte nicht sofort abgeleint werden, sondern erst kurz an der Leine die Aufmerksamkeit des Welpen auf seinen Menschen geschult werden, wie auch immer! Auch sollte der ziehende Kontakt mit anderen Hunden nicht gefördert werden. Ansonsten lernt der Welpe schon sehr früh: ich renn zu jedem Hund, egal wer das ist und wo, egal ob mit Leine(ziehen vorprogramiert) oder ohne.

Ob die Gruppe Alters- und Grössenmässig geteilt sein muss, hängt von der jeweiligen Situation ab. In meiner Welpenschule trenne ich da ehr nach Lernstadium und Verhalten.
Ein ängstlicher Irish Wolfhound war vor kurzem noch mit 9 Monaten in der Welpengruppe weil er sich vor jeden 8 Wochen alten Hund (sogar Yorkis) auf den Rücken schmiss und pinkelte.

Es sollte auch Prägung statt finden, in Form von Stadtspaziergängen, Bahnhofsbesuch, Busfahren, andere Tiere kennenlernen, Kinder kennenlernen...

Eine schlechte Welpengruppe?

Die Welpen werden ohne Trainer auf die Wiese geschickt.
Die Besitzer trinken Kaffe.
Welpen dürfen alles unter sich ausmachen.
Nur spielen und toben- die ganze Zeit.
Wo alles oben erwähnte fehlt!
doglove
  • Forenwelpe
Beiträge: 144
Da fällt mir noch was ein:

ich habe Hundetrainer kennen gelernt die in Ihren Welpengruppen "nur spielen" lassen und sich mit Beratung sehr zurückhalten um dann nachher in teuren Erziehungskursen alles wieder auszubügeln (kostet dann natürlich gut was) was durch das unkontrollierte Beisammensein der Welpen versaubeutelt wurde.
Isabobby
  • Halbstarker
Beiträge: 316
Ich habe mit meinem Hund zwar leider keine Welpengruppe besucht, aber hatte gerade eben ein einschlägiges Erlebnis. Mein Freund und ich waren mit unseren Hunden im Wildpark. Seine Malamutehündin lief total cool durch und wollte mit den Wildschweinen spielen. Mein Hund, ein Schäfermix hat sich eineinhalb Stunden fast erwürgt und nen halben Herzinfarkt bekommen. Grund dafür ist, dass die Hündin als Welpe und Junghund so oft im Tierpark war, dass das für sie total normal ist und mein Hund eben nicht.
Deshlab denke ich, das Kontakt mit anderen Tieren sehr wichtig ist!
Unter anderem auch mit Pferden, die einem doch des öfteren begegnen.

Lg Isa
Bailey
  • Forenwelpe
Beiträge: 5

2 verschiedene Welpenspielgruppen

Bereits eine Woche, nachdem wir Bailey erhalten haben, waren wir mit ihr in einer Welpenspielgruppe. wir waren in zwei verschiedenen. Eine von einer Hundeschule, eine von einem Hundesportverein. Das war insofern interessant, weil es da verschiedene Hunderassen gabe und auch die Trainer verschiedene Auffassungen über die Hundehaltung hatten. Man konnte sich dann von beiden Seiten das nitnehmen, was man am besten fand.

Am besten fanden wir die Welpenspielgruppe in Treptow von einem Hundesportverein. Dort waren es zum Teil sehr viele Welpen (also mehr als 7, das oft als optimale Zahl genannt wurde), dafür waren aber auch immer mindestens 4 bis 5 Trainer anwesend. Zudem wurde nur interveniert, wenn es wirklich nütig war, und nicht, wenn unsichere Hundebesitzer schon um Hilfe riefen, obwohl die Welpen vielleicht wild, aber friedlich, miteinander spielten.

In der Welpenspielgruppe von der Hundeschule aus Tempelhof bekam Bailey schon mal ein "Beruhigungsband" verpasst, da sie angeblich "zu wild" war.

Wir sind mit dieser Strategie ganz gut gefahren, eben zwei verschiedene Welten zu sehen, man kann sich damit dann seine eigene Meinung bilden. Vorallem wird man sich bewusst, dass die Hundetrainer die Weisheit auch nicht immer für sich gepachtet haben, sondern oft auch einfach eine gewisse Ideologie vertreten. Das fällt einem pragmatischen Hundebesitzer schnell auf und man kann dann dementsprechend reagieren.
Blue Moon
  • Forenwelpe
Beiträge: 14
Also, da ich damals fast 6 Jahre lang, auf meinen ersten Aussie gewartet habe, wollte ich natürlich alles ganz toll und richtig gut machen...
Eine gute Sozialisierung ist wichtig, also suchte ich die nächste halbwegs bezahlbare Hundeschule raus, und habe mir keine Gedanken über die Qualität gemacht, so ganz nach dem Motto, die werden es jawohl besser wissen als ich.
Tja, wir wurden dann in eine extra Ecke der Hundeschule verfrachtet (oder besser Eckchen)...buddelsicher und hoch eingezäunt...und dann gings los.
Mindestens 15Babys aller Altersstufen, wurden dann abgeleint und auf einander los gelassen. Kam dann einer der Hunde angelaufen, sollte man sich umdrehen oder weg gehen (sofern das möglich war, denn der Platz war so klein, dass man sich kaum um die eigene Achse drehen konnte mit den ganzen Leuten)...als ich dann mal angemerkt habe, dass ich den Eindruck habe, dass mein Hund mit dieser Situation völlig überfordert wäre (nachdem ich mich zig mal weggedreht habe, als mein Hund hilfesuchend zu mir kam, lag er dann wild hechelnd in einem Eckchen und fletsche jedem anderem Hund die Zähne), musste ich mir einen Vortrag darüber anhören, dass ich mir höchstens einen "Schisser" groß ziehen würde, wenn ich ihn jedes mal vor anderen Hunden "retten" würde.
Tja, 3,4,5 mal, ich weiß es nicht mehr, habe ich das meinem Hund angetan, bis das sich endlich mein Gehirn eingeschaltet hat!
Leider hatte sich das Thema Hundeschule für mich danach erstmal komplett erledigt, meine dumme Denkweise war halt, alle Hundeschulen in einen Topf zu werfen.

Gott sei Dank, weiß ich seit März, das es auch anders sein kann, und das es auch noch SPASS für Hund und Mensch sein kann.
Auf diesem Wege...DANKE RITA!
Ich darf ja bestimmt keine Werbung machen
Steffen
  • Begleithund
Beiträge: 1859
oh gute Hundeschulen wie auch Vereine sind leider selten.

Entweder sie verlangen zuviel Geld, oder sie beisen sich auf eine Methode fest ohne zu bedenken, dass jeder Hund anders behandelt werden sollte.

Einen ängstlichen Hund alleine zu lassen, wenn er Schutz sucht ist das Dümmste was man machen kann.

natürlich sollte man ihn nicht streicheln und ihn dadurch in seiner Angst bestärken, doch Schutz braucht er allemal.

Wir sind die Bezugsperson des Hundes. Wir sind in dem Augenblick nicht der Besitzer oder der Herr.

Wir sind alles was der Hund in dem Augenblick hat. Schutz und Geborgenheit. Liebe und Zärtlichkeit.

Stoßen wir den hund weg, so lernt er nur.

"Niemand beschützt mich, ich bin völlig auf mich alleine gestellt. "
das Vetrauen ist dahin, die Bindung evtl für immer zerstört.

Jedes kleine junge Lebewesen, egal ob Mensch oder Tier braucht jemanden, der über ihn wacht.

Wenn wir uns einen Hund zulegen, haben wir die Veranwortung für dieses kleine Wesen übernommen.
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doglove
  • Forenwelpe
Beiträge: 144

Hundeschulnomaden der neuste Trend!

Im letzten Jahr machte ich immer wieder die Erfahrung das es, ich nenne sie jetzt mal so, Hundeschulnomaden gibt. Das betrifft besinders Welpenbesitzer!
Sie wandern von Schule zu Schule oder Verein und nehmen überall die kostenfreie Schnupperstunde mit die ja auch fast überall angeboten wird zur Orientierung.

Für Hundebesitzer die sich selber gut auskennen und einfach Ihrem Hund die Möglichkeit geben wollen viele unterschiedliche Rassen und Plätze kennen zu lernen kann das ja auch ok sein. Klevere Leute! Aber für den frischgebackenen Hundebesitzer fatal! Da hatte ich letztens doch tatsächlich einen Labbi von 12 Wochen wo die Besitzer lachend erzählten: Dies ist jetzt schon die 9. Hundeschule wo wir waren, hier gefällt es uns am besten, bis nächste Woche dann...
... und warden nie mehr gesehen.

Bailey, auf keinen Fall greife ich Dich an, es ist ok in 2 Gruppen "regelmässig" teilzunehmen!
Der Spruch: "Wenn Du weisst was Du tust kannst Du tun was Du willst", bewahrheitet sich immer wieder.
Auch ich war mit Leon in ein paar verschiedenen Welpengruppen, da ich nicht nur in meiner eigenen Schule als Trainerin mit ihm arbeiten wollte. Bei meinem eigenen Welpen wollte ich auch ganz normale "Hundemama" sein.
Steffen
  • Begleithund
Beiträge: 1859
oh ich kanns noch toppen.

Mich hatte letztens einer angerufen der meinte:

Er besitze einen 10 Wochen alten kangal und wolle in die Welpengruppe kommen.
Was kostet denn das. hab ihm dann den preis genannt (einmal 75€ für ein jahr)
Dann meinte er nee viel zu teuer nur um die Hunde bissle spielen lassen, denn ne welpengruppe wäre ja nicht mehr. Zudem gäbe es vereine die machen die welpen umsonst.

Er ist dann jede woche woanders hin und hat sich nach 4 wochen nochmals gemeldet.

Er komme überhaupt nicht mit dem Hund zurecht und versteh überhaupt nicht warum. der kangal würde komischerweise sehr eigenständig und selbstbestimmend werden...

Komisch bei nem Herdeschutzhund Eigenständigkeit, wo gibts denn sowas...
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Zuletzt geändert am 17.08.2007 10:17 Uhr
Blue Moon
  • Forenwelpe
Beiträge: 14
Tja...jetzt weiß ich das auch alles.
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