Was ist Leinenführigkeit?

Gast
  • Begleithund
Hey

Ich hab mal eine etwas ungewöhnliche Frage, die daraus resultiert, dass mir in einem andern Forums gesagt wurde, ein typisches Border Collie Problem wäre die Unfähigkeit vernünftig an der Leine zu laufen, sondern es ist häufig so, dass sie extrem ziehen würden.
Daraufhin wurden ganz abenteuerliche Methoden vorgeschlagen.. Ausschimpfen, rucken, Wasserpistole..

Mein Rüde ist auch lange Zeit nicht der tolle leinenführigere Hund gewesen und manchmal war es schon recht frustrierend. Er konnte ordentlich laufen, aber Erregung ließ ihn alles sehr schnell vergessen.
Ich habe dann überlegt, was eigentlich schief läuft. Resultat war, dass Benji sich an der Leine wenig an mir orientiert. Die Leine ist halt da, damit geht Frauchen nicht verloren und sichert ihn in allen Situationen ab. Futterbelohnungen haben eher das Anschauen bestärkt, nicht die Orientierung an mir. Abbruchsignale, wenn der Hund erregt ist, sind auch nutzlos, weil er dann einfach nichts mehr annimmt und nicht lernen kann. Zickzack laufen brachte nur Hektik rein.

Unser Schlüssel war schließlich ein einfaches Leine fallen und Hund stehen lassen. Mich zu verlieren, mit der schleifenden Leine quasi angetackert zu sein, das ist eine sehr unangenehme Situation für meinen Hund, die auch schnell wieder mit einem Abruf aufgelöst wurde. Die Orientierung zu mir danach wird mit sozialer Ansprache bestärkt: Verbales Lob und ruhiges Streicheln. Das gleiche, wenn er das direkt an der Leine zeigt, wenn er sich von allein zurücknimmt, Ohrenspiel in meine Richtung zeigt oder nach mir schaut. Ganz ganz selten bekommt er mal Futter dafür.

Mich würde mal interessieren, was Leinenführigkeit für euch bedeutet. Die Ausführung eines Kommandos? Oder eher eine feine Verbindung zwischen Mensch und Hund, auf die sich beide (!) verlassen können? Oder etwas ganz ganz anderes?
Wie habt ihr das ganze aufgebaut?

Ich bin gespannt

Lieben Gruß,
Nadine mit Benji
Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.
(Johann Wolfgang v. Goethe)
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2061
Für mich ist Leinenführigkeit, wenn mein Hund an lockerer Leine neben mir geht. Nicht vor mir, aber auch nicht hinter mir (wie es in manchen HS verlangt wird). Da ich aber keine Prüfungen mehr mache reicht es mir, dass meine Hunde an lockerer Leine laufen, ohne zu ziehen. Nur da, wo es notwendig ist, verlange ich ein Fuß-gehen.
Liebe Grüße von Melwin.
Gast
Hallo Nadine,
meine Hunde laufen an strammer Leine, aber sie ziehen nicht, halten nur die Leine stramm. (Flex-Leine) Das wird aber auch auf die Doppelleine übertragen. Die Leinenführigkeit wird ohne Leine, teilweise sogar ohne Halsband aufgebaut, indem ich den Welpen während des Folgetriebs einfach laufen lasse. Bleibt er weiter zurück und kommt angesaust, da ihm der Abstand doch zu groß wurde, wird er immer neben mir her laufen und zu mir aufschauen. Dieser Moment wird genutzt um ihm das Kommando FUSS nahezubringen, zu loben und ihn unter mehrfachen Lob und FUSS nahe bei mir zu halten. Zumindest für 4 - 5 Schritte. Irgendwann kommt die Leine dran, aber dann weiß der Welpe schon was FUSS heißt. Im Zuge dieses Freilaufs lernt der Welpe auch die Kontaktaufnahme. Jeder Blick zu mir, (er will mich ja um Himmelswillen nicht verlieren) wird sofort mit Lob gewürdigt. Kontaktaufnahme durch mich, in dem ich seinen Namen rufe, und dem folgendem Blick auf mich, wird ebenfalls gelobt. Zusätzlich lernen die Welpen einen Warnton durch mich, wenn sie im Begriff sind etwas zu tun, was ich nicht will. Bei mir ist das ein kurzes scharfes, gehustetes "ÄH", welches später auf einen kurzen scharfen Pfiff umkonditioniert wird (Hundepfeife), in der Wohnung oder im Garten aber bleibt.
Nun laufen meine Hunde nur sehr selten bei Fuß (gefordert nur wenn ich mit den Banditen in die Stadt gehe). Also hab ich eingeführt das ab einem wechselndem Punkt auf dem Rückweg vom Spaziergang FUSS gelaufen wird. Kurz vor diesem Punt reihen sich meine Hunde ein und laufen FUSS bis zur Grundstückspforte. Ich werde auch zwischenzeitlich immer Wieder angeschaut um sich zu vergewissern das ich nicht was anders will. Lass ich die Leinen fallen, gehen meine Kleinen sofort ins Platz.
LG, Alidasy mit Banditen
lennaa
  • Forenwelpe
Beiträge: 18
So sehe ich das auch
Nele12345
  • Halbstarker
Beiträge: 408
für mich ist es auch wichtig das mein Hund an der Leine laufen kann, ( locker neben mir laufend aber auf gleicher
Höhe ), ohne zu ziehen, denn es ist ganz schön angstengend sich von einem 28 kg Kraftpaket hinter sich herziehen zu lassen und man bekommt irgendwann Affenarme und so macht ein Spaziergang mit Hund auch keinen Spass und artet in purem Stress aus. Ich sehe das jeden Tag bei meiner Nachbarin die von ihrem Hund hinter hergezogen wird und der Hund somit immer nur maximal 15 Minuten raus kommt weil es so anstrengend ist und es keinen Spass macht. Meine Hündin darf nicht hin und her zwitschen an der Leine aus Sicherheitsgründen, weil wir an einer viel befahrenden Strasse wohnen an der es keinen Fussweg und keinen Radweg gibt. Ich bin der Meinung das meine Hündin eine gute Grunderziehung brauchen zu ihrem Schutz und zu meinem Schutz, gleichzeitig resuliert daraus auch die bestmögliche Freiheit die sie genießen kann. So das meine Hündin die meiste Zeit ohne Leine laufen darf, da ich sie jederzeit abrufen kann oder bei Fuss laufen lassen kann weil es die Situation erfordert und sie somit auch in Ruhe ihre Hundezeitung lesen kann oder auch mal einer interessanten Spur folgen kann, was jedes Hundeherz höher schlagen läßt.
Für mich ist meine Bindung zu meiner Hündin sehr wichtig die sich aus Vertrauen, Liebe und Respekt zusammen setzt.
Ich sehe das jeden Tag, es gibt ein unsichtbares Band das uns verbindet, denn meine Hündin schaut sich im Freilauf trotz allem immer nach ca 10-15 Metern zu mir um um nach mir zu sehen obwohl ich das nie mit ihr eingeübt oder verlangt habe und wartet dann meistens bis ich bei ihr bin und geht dann erst weiter schnüffeln nach Lust und Laune oder worauf sie sonst gerade lust hat.
blubbl
  • Begleithund
Beiträge: 1556
Leinenführigkeit ist für mich, dass der Hund an sehr loser Leine neben mir geht, vorwärts im Schritt und im Trab, wenn ich stehenbleibe, rückwärts oder seitwärts gehe.
Nicht nötig finde ich, dass er mich dabei anschaut, es reicht mir, wenn er aus dem Augenwinkel registriert, was ich tue. Ich freu mich natürlich, wenn mein Hund mir ins Gesicht schaut, aber für die Durchschnottstrecken ost das ständige Hochschauen ohne Nackenschmerzen kaum zu schaffen. Selbst bei regelmäßigem Seitenwechsel, wäre es eine Zumutung.
Was ich erwarte ist für den Hund sehr schwer:
Er muss wissen was ich von ihm will
Er muss ständig aufmerksam sein
Er muss so viel Impulskontrolle haben, dass er bei mir bleibt, statt irgendwelchen Reizen nachzugehen
Er muss sehr entspannt sein, um die Selbstregulation, welche für die Impulskontrolle nötig ist, aufrecht zu erhalten, denn je höher der Stresslevel desto schlechter die Selbstregulation.
Der Stresslevel hängt von vielen Faktoren ab. Meine Aufgabe ist es ihn möglichst gering zu halten und meinem Hund die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ich von ihm rrwarte. Des Weiteren sorge ich für ausreichend Pausen und anderweitige Beschäftigung, um dem Hund die Leinenführigkeit nicht überdrüssig zu machen.
Die Leinenführigkeit hat bei mir besonders zu Beginn mit sehr viel Futter zu tun. Der Hund lernt, dass ich ihn im Bogen zu mir zurück laufen lasse, um selber rückwärts zu gehen und ihn mir im Bogen richtung Ursprungsziel wieder neben mir "einprken " lasse, sobald er mich überholt. Zu Beginn gibts quasi für jeden Meter neben mir einen Keks. Der Hund merkt irgendwann, dass es im Grunde genommen sehr nett ist, neben mir zu gehen und Kekse zu essen. All die trainiere ich zunächst in szressfreien, ablenkungsarmen Gebieten. Wenn der Hund in dieser Umgebung sauber und zufrieden neben mir gehen und laufen kann, steigere ich immer für kurze Abschnitte die Ablenkung. Irgendwann dann auch den Stresspegel, z.B. durch einen Spaziergang an einer sehr lauten Straße. Das mache ich nur in dem Ausmaß, dass mein Hund nicht überfordert ist und am Ende der Übung, VOR Verlassen der stressigen Situation völlig ruhig ist.
Das ist natürlich recht aufwendig, wobei die Fortschritte natürlich auch sehr vom Charakter , Alter und Erfahrungen des einzelnen Hundes abhängen.
Belohnt wird der Aufwand mit Hunden, die gelernt haben, dass sie sich neben mir jederzeit sicher und ruhig fühlen können und somit nicht mit ständigen Ermahnungen und Drohungen dort gehalten werden müssen. Später gibts hin und wieder immer noch mal ein Keks für besonders nettes Nebenherlaufen, aber das ständige F7ttern fällt weg. Das klappt aber nur, wenn man sich zu Beginn das Locken abgewöhnt, sobald der Hund den Weg kennt, wie er wieder einparkt. Mann muss auch für braves Nebenhergehen füttern, nicht erst, wenn der Hund vorläuft und man ihn korrigiert. Sonst kommt man aus dem Hin und her nie raus, weil der Hund denkt es wäre seine Aufgabe, nach vorn zu Laufen und für die Korrektur Futter zu bekommen.
Am wichtigsten ist, dass man selber innerlich so ruhig ist, wie man es sich von seinem Hund wünscht. Die Korrektur sollte nicht als Strafe, sondern als Weg gesehen werden, dem Hund zu zeigen, was man von ihm möchte.
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

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CEEYEET
  • Forenwelpe
Beiträge: 115

Leinenführigkeit

Das ist jetzt unsere 2. Baustelle.Erst mal haben wir unserem neuen Hund mit Unterstützung der Handfütterung ,dasLeben im Haus beigebracht. Das klappt wunderbar und wir haben gestaunt,wie schnell sich unser Hund (9 Mon.) in unser Rudel integriert hat.Ja Leinenführigkeit. Wir haben uns dazu einen Profi gebucht ,weil wir da keine Erfahrung haben .Da unser Hund weder Grundkommandos noch sonst etwas kennt. Bis jetzt haben wir unsere Hunde vom Züchter gekauft und selbst auf dem Hundeplatz ausgebildet .Dort werden wir dann hingehen,wenn wir den Hund ordentlich in der Hand haben und die Sicherheit für Hund und Mensch gewährleistet ist. Wir möchten das Klickertraining da mit einbauen. ..Unser Grundstück ist sehr weitläufig und da macht es sich mit Sicherheit besser wenn wir die Hunde heranrufen können ohne die Ruhe der Nachbarn zu stören.Wir werden mit der Schleppleine dem Klicker und viel Belohnung arbeiten .Wir sind überzeugt ,daß wir das mit Unterstützung des Trainers so gut hinkriegen ,daß wir völlig entspannt mit unseren Hunden auf die Straße gehen können ohne Angst zu haben,das in der Nähe kein Laternenpfahl zum festhalten ist.
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