Warnung vor "Tierheimsponsoring GmbH&Co.KG" im TV

Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 915
Heute kam im TV eine Verbrauchersendung mit einem Beitrag zu Tierheimsponsoring und die ethisch fraglichen Praktiken dieser Firma, aber wohl rechtlich legal. Ich meine es war das Mittagsmagazin.

Diese Firma "überrumpelt" und bedrängt tierliebe Menschen Bargeld für Tierheime zu "spenden".
Leider wird an den Infoständen und mobilen "Spendensammlern" verschwiegen, dass es sich um ein monatl. Abo handelt, eben um keine direkten Spenden,und sich der Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert, wenn man nicht kündigt. Es wird auch nicht direkt aufgeklärt, dass es sich nicht um einen gemeinnützigen Verein handelt, sondern um eine gewinnorientierte Firma.

Das Prinzip läuft so ab:

Menschen, die einen Vertag abgeschlossen haben, wird monatl. mindestens 7€ vom Konto abgebucht.
Von der Gesamtsumme wird ein bestimmter Betrag in Form von Futtergutscheinen an Tierheime abgegeben (wobei nicht klar ist, wie hoch der Anteil der gespendeten Gesamtsumme weitergegeben wird). Diese Gutscheine können dann die Tierheime nur bei dieser Firma gegen Futter eintauschen.

Allerdings, laut einer unabhängigen Tierärztin und Futterberaterin, handelt es sich nicht wie angepriesen um hochwertiges Premiumfutter, sondern um ein inhaltlich gleiches Futter aus einem Supermarkt. Ein Kilogramm dieses Futter kostet die Tierheime 12 € (!!!!), d.h. für 12€ abgebuchten Geldes bekommt das jeweilige Tierheim 1 kg "Supermarktfutter".

Auf der Homepage der Firma geht nicht hervor, was wirklich in welcher Menge in welchem Futter vorhanden ist.

Stattdessen wird im Kleingedruckten gleich informiert, dass bei Nichteinhalten des Vertages ein Inkassobüro beauftragt wird nach 4 Mon. und es sich um ein Dirnstleistungsunternehmen handelt, die Beiträge also keine Spenden sind....aber halt erst im Kleingedruckten.

Die Verträge müssen sofort an Ort und Stelle unterschrieben werden. Den Mitarbeitern ist es untersagt leere Verträge an evtl. Kunden auszuhändigen, damit dieses sich den Vertrag erst in Ruhe zu Hause oder anderswo durchlesen können.

Viele Tierheime sind als Partner auf der Homepage aufgeführt. Jetzt weiss ich zwar, dass Tierheimen oft Geld fehlt, die Gemeinden und Städte auch nicht immer ihren gesetzl. Beitrag abführen an die Tierheime....aber dieses Geschäftsmodel und Geschäftsgebahren finde ich nicht gut.
Es wird den hilfsbereiten Menschen etwas vorgegaukelt, was so eben nicht stimmt und Profit mit der Tiernot und finaziellen Not der Tierheime gemacht.
Ich denke, wer den Tierheimen und Tieren dort etwas Gutes tun will sollte direkt Spenden, Geld oder Futtermittel. Oft sind Tierheime auch dankbar für alte Halsbänder, Leinen, Decken und Hundekörbe.

In dem TV-Beitrag kam eine Frau zu Wort, die, nach eigenen Worten, nie geglaubt hätte, dass sie auf so eine Masche "hereinfallen" würde. Sie hätte schon oft und gerne für Tiere gespendet.
Der Vertrag konnte mit Hilfe des Senders doch gekündigt werden.

LG Feuerwolf mit Renntier Fina
Zuletzt geändert am 15.08.2017 15:11 Uhr
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2061
Eigentlich ist es ja eine altbekannte Masche, mit der schon über viele Jahre gearbeitet wird.Die Leute, die über Stellenanzeigen geworben werden, stehen meistens in Einkaufscentren und werben mit traurigen Bildern und Berichten für Tierheime und Auslandsprojekte. Spenden und Bargeld wird nicht genommen, dafür werden eben diese Abos abgeschlossen. Tierheimen bietet man Futterspenden von Vertragspartnern an. Dafür müssen aber die Tierheime mit dem Sponsor zusammen arbeiten (Werbung für den Sponsor). Die TH bekommen nur einen kleinen Bruchteil der Futterspenden. Der größte Teil der Gelder für die Futterspenden geht an den betreffenden "Spendenverein" für Gehälter, teure Autos (für die Bosse) die auch privat genutzt werden, Werbung u.s.w.. Bei uns in BB sind und waren sie auch sehr aktiv. Man findet sie dann auch immer bei Tierheimfesten der gesponserten TH mit ihren Ständen um Verträge abzuschließen.
Aber, mal ehrlich, wer gibt denn einfach so fremden Menschen seine Kontonummer, damit sie einfach so Geld vom eigenen Konto abbuchen können.Dass ist doch mehr als leichtsinnig. Ich wurde auch schon mehrmals daraufhin angesprochen.Ich sage dann immer, eine kleine Spende gerne, auch Sachspenden, aber, meine EC-Karte habe ich nicht hier. Ich würde aber gern einen Antrag mitnehmen und ihn dann ausgefüllt zurück schicken. Nein, den Antrag dürfen sie nicht aus den Händen geben. Der muss vor Ort ausgefüllt werden. Nun ja, ohne Kontonummer kein Vertrag . Man kann sich doch die eigene Kontonummer nicht merken . Schon ist das Problem für den Betroffenen erledigt
Liebe Grüße von Melwin.
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 379
Das ist schon seit mehreren Jahren so, vor Supermärkten stehen Stände, die angeblich für ein Tierheim in direkter Umgebung werben. Viele fallen darauf rein und unterschreiben. Der Tierschutzbeauftragte, Tierschutzverein und die Leute vom Haustierregister haben schon lange Alarm geschlagen, die Leute darauf hin gewiesen, diese Verträge nicht zu unterschreiben. Wurde auch oft im TV gezeigt, aber die Masche läuft gut, die Drückerbanden sind sehr erfolgreich.

Das kleine Tierheim in meiner Nähe schätzt diesen Betrieb sehr. Sie bekommen automatisch das Futter, wobei sie fest gestellt haben, ihre Tiere sind ganz verrückt nach dem Futter. Ich habe auch einmal ein Paket Katzenfutter für einen bedürftige Tierhalterin bekommen. Tatsächlich waren die Katzen ganz gierig nach den Zeug, ich habe versucht den Futtermittelhersteller zu finden, aber außer einer Reklame war da nichts zu finden. Sie werben mit zuckerfreiem Zutaten, die Liste war riesig, aber nichts war kritisch zu sehen. Die Futterbrocken hatten eine andere Form als die ich von Supermärkten her kenne, roch angenehm. Leider gibt es keine weiteren Infos, ich habe feststellen können, das viele andere Tierhalter das auch versucht haben und in Foren suchen wer da mehr weiß.... Ihre Tiere sind auf das Futter geprägt und wollen es weiter füttern.

Auf meine Anmerkung, schon der Tierschutzverein warnt vor dieser Praxis, wurde mir vom Tierheim mitgeteilt, ihnen ist es egal wieviel die Firma an den Spenden verdienen, sie bekommen das Futter geliefert, die Qualität überzeugt sie. Das sie viel mehr Geld zur Verfügung hätten, kämen sie in den Genuss des ganzen Geldes der Leute, die ja glauben ein Mitglied geworden zu sein, spielt für das Tierheim keine große Rolle, das habe ich nicht verstehen können, aber das Argument das Futter wird geliefert und nicht die Mitarbeiter müssen zum Händler, sie sind ja nur auf der Basis von 400.- € eingestellt, dann fehle die Zeit für die Tiere....
Shibaherz
Beiträge: 20682
Tja. Da haben wir also auf der einen Seite den naiven Idealismus von Tierfreunden, die bereitwillig Einzugsermächtigungen auf ihr Bankkonto erteilen. Dann die Finanznot und den Mitarbeitermangel der Tierheime. Und als Dritten im Bund dubiose Geldscheffler, die beide Gegebenheiten als Geschäftsgrundlage für sich entdeckt haben und gerissen ausnutzen. Asoziale Marktwirtchaft, oder? Könnte mir vorstellen, dass oft eine Rentnerin unterschreibt, die selbst nicht viel zum Leben hat.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
CairnLover
  • Halbstarker
Beiträge: 571
Ist an mir bisher vorbeigegangen. Ich lasse mich aber auch prinzipell nicht von Leuten an Ständen anquatschen, sonst hätte ich das vielleicht schon mitbekommen.

Allerdings macht das der Tierklinik angeschlossene Tierheim bei uns in der Nähe auch Werbung damit, dass sie Futter bekommen, fällt mir dabei ein.
Das ist ein anderer Verein, der sich von Firmen sponsern lässt.
Dazu: http://www.charitywatch.de/index.asp?id=1017

Also insgesamt scheint das so oder so anscheinend ein cleveres und undurchsichtiges Geschäftsmodell zugunsten von Tierheimen zu sein, die natürlich dankbar dafür sind.
Nur, wie gut die agierenden Firmen davon leben, bleibt ihr Geheimnis.
Zuletzt geändert am 15.08.2017 22:14 Uhr
CairnLover
  • Halbstarker
Beiträge: 571
Andererseits- Ich will gar nicht wissen, wie oft es schon vorkam, dass das meiste Spendengeld für die Verwaltung draufging und kaum was bei denen ankam, für die gespendet wurde.
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