Von Angst zu extremer Aggression

SUCy-Chan
  • Halbstarker
Beiträge: 410
Hay,

es geht um meinen Tschechoslowakischen Wolfhund Rüden Torak. Er ist jetzt 2 Jahre alt, seit einen guten dreiviertel Jahr zeigt er dieses wirklich unschöne Verhalten. Wenn er unsicher wird oder Angst bekommt dann scheint er diesen Zustand so schrecklich zu finden, das er für sich die Lösung Aggression wählt, mit der er sich leider besser zu fühlen scheint. Es ist aber nicht dieses typische Angstbeisser Verhalten, sondern er geht total aufs ganze, von Angst keine Spur mehr. Größte schwierigkeiten machen andere Hunde,überwiegend Rüden. Von seinen Trainingsstand her hätte es eigentlich gar nicht passieren dürfe und von seiner Sozialisation her erstrecht nicht. Er war in der Welpengruppe und in der Junghundegruppe, weiter zu den Erwachsenen wo für die Bh traniert wird. Wir machen Zielobjektsuche, Tricks und Dummytraining. Im Frühjahr fangen wir Tunierhundesport an. Er war bei Hundebegegnungen schon immer der Unsichere Typ und jetzt wen ich so zurück denke, konnte man schon da anzeichen für spätere Probleme erkennen, aber damals ist mir das nicht aufgefallen. An unserer letzten Hundewanderung haben wir teilgenommen, da war er ungefär 15 Monate alt. 35 Hunde im Freilauf, keine Zwichenfälle. Mit seinen Kupel Sirius (5 Jahre alter TWH) ging es noch 2 Monate danach gut, dann hat es auch zwischen den Beiden geknallt. Was aber wiederum aus Dominanzverhalten von Torak herrührte. Also ich hab immer gesagt er kommt auf seinen Testosteron nicht klar. Einerseits will er dominieren, andererseits ist er dafür zu unsicher und will nicht verletzt werden und dann knallt er durch. ist wie Jakyll und Hyde. Manchmal hab ich auch das Gefühl er hält vor Angst den Atem an und benutzt seine Nase nicht. Ohne Maulkorb hätte er schon 2 Rüden getötet. Ich habe mich dann vor 2 Monaten dafür entschieden ihn erstmal so einen Kastrationschip zu verpassen. Nach 2 Wochen hat er sich wieder mit dem Sirius vertragen,hat ihn aber eher wie eine Hündin behandelt, nach 4 Wochen hat er ihn wieder so verehrt wie am Anfang (siehe ein paar Bilder im Album Hund im Wolfpelz) An der Leine ist es Besser geworden bei einigen Kastrierten Rüden, die dürfen wieder nah neben oder vor ihm stehen ohne das er zuckt. Bei Fremden Rüden, egal ob Kastriert oder nicht, hat sich noch nicht viel getan. Wenn ich ihn praktisch dauertdrücke und kontroliere, läuft er auch brav neben einen Feind. Geb ich ihn frei, läuft er kurz dran vorbei und nachn paar Sekunden gehts wieder los. Und er hört auch nicht auf, wenn sich der Andere auf den Rücken rollt. Seine Puppillen sind dann nur Stecknadelkopf groß. Er macht da auch vor dominanten Hündinen keinen Halt. In einen Monat wenn der Chip seine ganze Wirkung entfaltet haben sollte, will ich da dran arbeiten. Glaube nicht das es sich alleine durch die Kastra geben wird, es wird nur etwas einfacher bzw erst einmal möglich. Er hat dieses Verhalten auch teilweise auf Männer ausgeweitet, wenn sie Augenkontakt aufnehmen und haben dabei auch nur etwas zweifel oder Unsicherheit würde er nach vorne gehen. Für das problem hab ich schon einige Kumpels die mit mir Tranieren. Aber für die Hundesache wäre ich über Tipps oder vielleicht Erfahrungsberichte wirklich dankbar. Er Vertraut mir und hat eine Super Bindung zu mir, es kann also nicht daher kommen das er sich unsicher mit mir fühlt. Er wurde auch, bis auf die Auseinandersetzung mit Sirius nie Verletzt. Als Welpe oder Junghund hat er nie schlechte erfahrungen gemacht. Aber er hat sich als Welpe schon nie vor anderen Hunden auf den Rücken gerollt... Einerseits wirkt er offt so verunsichert, vorallem wenn keine Freunde dabei sind, wenn ein fremder Hund kommt und dannlässt er den Oberkiller raushängen. Sry wenn das jetzt alles etwas verwirrend geschrieben ist fragt einach nach falls was unklar ist.
"In zukünftigen Zeiten gibt es womöglich keine Seelenwanderer mehr, und die Freundschaft zwischen Mensch und Hund ist alles, was davon bleibt: Als Erinnerung an das, was einmal war."
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2061
+ 3
Das hört sich echt böse an. Ich würde an Deiner Stelle auf keinen Fall länger selbst an den Hund rum basteln und mir keine Tipps aus dem Forum oder TV geben lassen, sondern mir sofort einen Problemhundetherapeuten bestellen. Ohne Fachmann wirst Du hier nicht weiter kommen, da helfen auch keine Freunde, die mit Dir trainieren möchten. Du machst es dadurch nur noch schlimmer.
Liebe Grüße von Melwin.
Cognac Jack
  • Halbstarker
Beiträge: 384
Morgen
Hast Du mal an die Schliddrüse gedacht? Ich würde zum TA gehen und ein großes Blutbild machen lassen mit Verdacht auf eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Das verhalten kommt mir so bekannt vor.
Hatatitla war genauso.
Er war vorher sehr unsicher auch bei Menschen, vor allem bei Männer. Andere Hunde war auch nicht mehr so schön, er hatte sich mit Garin ,aber richtig. Haben dann beide den Chip bekommen und beide wurden auf die Schilddrüse untersucht. Dabei kam es raus das er eine Unterfunkton hat. Seit einem Jahr bekommt er seine Medis. Sein Verhalten ist super geworden, bei Menschen so wie im Wald und zuhause. Auch beim THS ist er sehr gut dauf. Lg Sabine und die Fellnasen.
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm ,gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Menschen.
Zuletzt geändert am 31.12.2012 05:12 Uhr
WENKI
  • Begleithund
Beiträge: 903
+ 1
Original von melwin:

Das hört sich echt böse an. Ich würde an Deiner Stelle auf keinen Fall länger selbst an den Hund rum basteln und mir keine Tipps aus dem Forum oder TV geben lassen, sondern mir sofort einen Problemhundetherapeuten bestellen. Ohne Fachmann wirst Du hier nicht weiter kommen, da helfen auch keine Freunde, die mit Dir trainieren möchten. Du machst es dadurch nur noch schlimmer.


ich kann mich da " melwin " nur anschliessen .

vor allem aber hoffe ich das du dich was den wolfshund anbelangt , eingelesen hast .

http://www.tschechoslowakische-wolfshunde.com/

lg.
seid ich die menschen kenne ... liebe ich das tier .
meerestaucher
  • Hundetrainer
Beiträge: 4196
+ 2
du hast da wohl eh schon eine besondere rasse, ich denke mal das ist nochmal was anderes als bei einem normalen hund.
einen trainer würd ich mir auch zulegen, aber einen der sich mit der rasse auskennt. wo hast du ihn denn her? von einem züchter? dann würde ich dort mal anrufen, oder vielleicht gibts ja auch clubs oder so, wo sich die leute wirklich nur mit dieser rasse beschäftigen und dir evtl auch tipps geben können.

vielleicht kommt da auch gerad alles zusammen, unsicherheit, aber dann auch eben erwachsenwerden (wie du schon schreibst, testosteron). und vielleicht kommt da wirklich der wolf mehr zum vorschein, so in verbindung mit den hormonen, dass es dann einfach knallt, und dass es dann vielleicht gar nicht mehr so die unsicherheit ist, sondern ganz einfach das erwachsenwerden.

ich persönlich denke würde ihn kastrieren lassen, mir einen trainer holen, bis dahin nicht mehr situationen aussetzen wo es knallen könnte (da hätte ich angst dass sich das verhalten dann einfach verfestigt und er, obwohl er nicht müsste, dann immer gleich reagiert, nämlich mit angriff), und dann mit trainer wahrscheinlich nochmal ganz von vorne anfangen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Keyla
  • Begleithund
Beiträge: 1904
+ 3

Hi

Für mich liest sich das schon alles differenziert-du hast viel Kurse besucht etc. Das alles kann aber nicht reichen, ich höre oft solche Dinge von den Wolfshunden. Sie schwanken zwischen dem polaren Wesen des Wolfes und des Hundes, mitunter wird sich dieses Verhalten auch nicht wegerziehen lassen-sondern du wirst lernen deinen Hund zu führen.

Forum ist der falsche Ansatz, du brauchst einen Trainer-am besten noch spezialisiert auf Wolfshunde.

Lg Jammie&Paule
"Alles Wissen die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten ist in den Hunden enthalten." Franz Kafka
Lupine 3
  • Alpha Hund
Beiträge: 7300
+ 1
Das sehe ich auch so, wie Keyla. Der Tschechoslowakische Wolfhund hat seine besonderen Eigenschaften, die man verstehen, aber auch "nehmen" muss. Das kann nicht jeder Trainer, sondern nur jemand, der sich damit wirklich auskennt. Berichte bitte mal weiter, wie sich die Sache mit speziellem Trainer entwickelt.
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen. (Ernst R. Hauschka) Beurteile Menschen nicht nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten, denn viele reden vortrefflich, aber handeln schlecht. (Matthias Claudius)
Piggeldy
  • Begleithund
Beiträge: 1441
Hallo Sucy Chan,

leider gar nicht so untypisch für Wolfshunde
Auch wenn es bei ihnen natürlich auch große charakterliche Unterschiede gibt, sind viele von ihnen bereit ihr "Rudel" kompromisslos und sehr vehement gegen Fremde zu verteidigen.
Da hat man ein Leben lang eine enorme Verantwortung an der Leine.

Zudem kommen die extrem scharfen Sinne dieser Hunde, ihre "Wachheit" die schnell zu Reizüberflutung und Überforderung führen kann besonders in fremden Situationen.
Die Reaktionen können dann in Flucht oder Angriff bestehen, beides nicht gut.
Es ist nicht immer einfach sie in unsere menschliche Umwelt zu integrieren, manchen(!) Hunden tut man damit auch keinen Gefallen.

Ich liebe diese Tiere sehr, ihre Intelligenz, ihre Bindungsfähigkeit, ihre Sensibilität, bin mir aber auch bewußt daß das heißen kann, daß ich in bestimmten Situationen qusi eine geladene Waffe an der Leine führe.

Unsere Hündin haben wir vor der 1. Läufigkeit kastrieren lassen, obwohl sie bestens mit anderen Hunden sozialisiert wurde.

Mein großer Wunsch wäre, daß die Massenproduktion dieser Hunde unterbunden wird.
Wenn überhaupt, dann nur noch hochqualifizierte, ehrliche(!!) Züchter die Zucht fortführen dürfen (wenn überhaupt),
die jeden potentiellen Käufer ihrer Welpen mit Röntgenblick durchleuchten und sehr hohe Anforderungen an die Kompetenz und Haltungsbedingungen ihrer Kunden stellen.
Leider findet man schon viele dieser wunderbaren Tiere in Tierheimen.

Wenn du Adressen von wirklich erfahrenen Trainern (selbst Halter und Liebhaber von Wolfshunden) benötigst, melde sich gern per pn.
Hunde sind bodenständig, der Mensch ist abgehoben (Michael Grewe)
SUCy-Chan
  • Halbstarker
Beiträge: 410

Danke

Erstmal für die Antworten

Ja ich habe mich sehr, sehr intensiev vorher mit der Rasse auseinander gesetzt. Und ich bin auch in guter Gesellschaft. Gehe auf Wh Treffen, hab einige Freunde dadurch die Selber welche haben. Hab vorher schon einiges an Hundeerfahrung angesammelt. War auch auf Austellungen ect. Und in Polen auf den Treffen zbs sieht man eben aber auch viele die ganz "normal" sind. Erwachsene Rüden laufen zusammen frei mit Hündinen und Welpen, dazwischen rennen spielende Kinder. Das ist dort ein normales Bild. Ich wusste auch das der TWH kein gängiger Hundewiesenhund ist und das er sich irgendwann nicht mehr mit jeden Hund versteht aber das er auch versucht zu töten, habe ich eben nicht gedacht. Gerade wegen meinen Umgang mit ihm.

Werde das mit dem Blutbild auf jedenfall mal machen lassen, danke für den Tipp.

Piggeldie hast gleich mal ne PN
"In zukünftigen Zeiten gibt es womöglich keine Seelenwanderer mehr, und die Freundschaft zwischen Mensch und Hund ist alles, was davon bleibt: Als Erinnerung an das, was einmal war."
melwin
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2061
+ 1
In meiner Jugendzeit wollte man die Zucht des TWH als misslungenes Zuchtziel (zu viel schärfe, zu aggressiv, kaum ausbildbar u.s.w.) wieder verbieten. Unkontrollierte Zuchten, also vom Vermehrer taten ein übriges zum schlechten Image des TWH. Ich hatte zu der Zeit einen Mischling aus Wolf x DSH. Diese Mischlinge sollten genau wie der TWH zur "Rasseverbesserung ", mehr Härte, Schärfe,Größe in die Zucht eingebracht werden. Das ging genau so wie beim TWH in die Hose und wurde verworfen. Der Wolf ist eben kein Hund! Mein Rex war ein sehr schöner, großer,kräftiger Hund, der dem DSH alle Ehre gemacht hat, nur vom Wesen voll daneben. Er war extrem ängstlich,oder besser gesagt vorsichtig,denn dass ist beim Wolf Voraussetzung um zu überleben. Menschen hat er gemieden. Nur einige aus der Familie durften ihn anfassen. Im Straßenverkehr war er völlig panisch. Ich musste ihn dann auf ein abgelegenes Grundstück abgeben. Beim TWH gab es viele gefährliche Beißunfälle. Eine Hand voll Züchter hatte dann versucht den TWH "sauber" zu züchten,aber es sind eben immer noch Hunde dabei, die dann ,wenn sie erwachsen werden "kippen". Ein TWH ist immer noch ein Abenteuer (sagen Züchter und erfahrene Halter). Eben kein Hund für Jedermann.
Liebe Grüße von Melwin.
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