Unsere Hündin hat etwas besseres verdient... bitte helft mir!

jabberwocky
  • Forenwelpe
Beiträge: 1
hallo, ich habe mich gerade bei diesem forum angemeldet, weil ich dringend eure hilfe brauche!

unsere hündin hat schon einiges erlebt und ich weiß einfach nicht mehr weiter! vor vier jahren ist meine mama gestorben und sie war die hauptbezugsperson unserer hündin XXX(fast 13 jahre alt, mittel groß, bisschen übers knie). vor dem schicksalsschlag hat XXX bis zu 6 stunden ohne probleme daheim bleiben können und wenn wir länger weg waren, haben meine großeltern auf sie aufgepasst, dazu muss ich sagen, dass sie sehr gern bei meinen großeltern war und es am schluss, als meine mama im krankenhaus war, schon fast ihr 2. zuhause war. leider sind meine großeltern kurz nach meiner mama gestorben.
nun hängt sie extrem an meinem papa (der frühzeitig in pension gehen musste), er kann nichts mehr ohne sie machen und sie dreht schon fast durch, wenn er nicht in ihrer nähe ist. seit vier jahren bricht sie immer von daheim aus (egal wie lange, auch wenn es nur 10 oder 15 min sind) und sucht "uns". Mein papa hat extra einen neuen zaun machen lassen, damit sie sich nicht durchquetschen kann, jetzt springt sie drüber. Alle zäune( nicht nur aus holz) hat sie komplett zerstört (dabei hat sie sich leider auch schon manchmal leicht verletzt) und wenn wir sie im haus lassen, zerbeißt sie alle türen, möbel und sogar die hauswände.
Wir haben auch schon viele liebe bekannte gehabt, die ab und zu auf sie aufpassten, aber mittlerweile zerbiss sie schon die 2. Holzeingangstür (da waren richtige löcher drin)... Noch dazu mache ich eine ausbildung und wohne nicht mehr daheim, ich passe zwar sooft es geht auf sie auf, aber in letzter zeit "winselt" sie auch schon bei mir und würde am liebsten aus dem fenster hüpfen, wenn sie merkt mein papa geht weg.
Wir sind schon sehr verzweifelt und dadurch ist das verhältnis zu meinem papa auch nicht mehr so gut. Wir streiten oft wegen XXX, wobei das eher "unbewusst" ist, da sie ja garnichts dafür kann... aber im grunde sind wir alle von einander abhängig und ich kann mir nicht vorstellen, dass das so gesund für alle beteiligten ist...

Auch die kleinen wehwehchen merkt man bei unserer alten dame schon, sie verliert urin, sieht schon bisschen schlechter und hört auch schon nicht mehr so gut... die tierärztin meint sie ist aber trotzdem top fit und dass sieht man ja, wenn sie sogar mit fast 13 jahren noch über den zaun hüpft, obwohl der eine normale höhe hat.

sie ist so ein lieber freund, deshalb möchte ich ihr helfen, denn ich etrage es nicht mehr, dass sie so darunter leidet, aber ich weiß auch ehrlich gesagt nicht mehr was man dagegen tun kann... eine hundetrainerin können wir uns nicht leisten und noch dazu hätte mein papa wahrscheinlich nicht die konsequenz das durchzuziehen und mit ihr zu üben... leider hat er sie sehr sehr verwöhnt, muss ich ehrlich sagen... das verhältnis zwischen den beiden ist meiner meinung nach nicht mehr "normal"...

ich dachte schon an eine art eisenstangenzaun sowas ähnliches wie ein zwinger nur viel größer, den sie nicht durchbeißen kann und wo sie sich nicht verletzen kann... denn wenn sie auf die straße läuft, habe ich angst, dass sie jemand zusammen führt. - aber das will mein papa wieder nicht, er glaubt sie würde sich dann anders irgendwie etwas antun... hundesitterin können wir uns auf dauer auch nicht leisten und für kurzfristige angelegenheiten wäre das ja auch kaum möglich...

meine freundin meinte, dass sie schon so viel erlebt hat und eigentlich total unglücklich ist (was mir durchaus bewusst ist) und ob wir sie nicht erlösen wollen, aber damit kann ich mich nicht anfreunden, auch wenn das bisschen egoistisch klingt, natürlich möchte ich, dass es ihr gut geht, aber nur aufgrund unserer unfähigkeit das zu tun... das kann ich und will ich nicht...

oder sollen wir ihr ein neues zuhause suchen? wo sie noch ihre restlichen jahre verbringen kann? aber ich glaube das ist auch schwierig, weil sie eben nicht alleine bleibt und schon eine ältere dame mit eigenheiten ist...

ich weiß einfach nicht was ich denken soll und fühle mich als hätte ich komplett versagt, dabei will ich ja nur, dass sie nicht mehr leiden muss... habt ihr vielleicht tipps für mich? ich bin euch sehr dankbar!
tomstep
  • Alpha Hund
Beiträge: 8969
+ 7
Hallöle !
Also das mit dem Erlösen ist mal ein no go finde ich ! Sie ist körperlich gesund,also fit wie Deine Tierärztin Dir sagte , also kommt erlösen gar nicht in die Tüte.Eher im Gegenteil.
Sie wegzugeben wäre deutlich besser als das sog. Erlösen.Dennoch ist sie offenbar sehr auf Euch bezogen , das ist sehr schön und macht die Chance mit ihr etwas zu erarbeiten deutlich höher.Wenn Du kein Geld für einen Profi (Trainer) hast , kauf oder leih Dir Bücher,DvDs oder was auch immer und arbeite mit ihr.Egal wie oft oder wie lange es dauert.Das Training an sich bringt schon etwas für Euch beide.Kontaktiere z.B. einen Tierschutz-/Hundeverein und lass Dich beraten.
Gib nur nicht auf,arbeiten,arbeiten,arbeiten ist der Schlüssel zum Erfolg für alle von Euch.
"Wäre doch nur ein Bruchteil der Schäferhundbesitzer so klug wie ihre Tiere."
(Stefan Wittlin, schweizer "Medicus-Canis", Kynologe-Hundetherapeut)
WolfsSong
  • Halbstarker
Beiträge: 498
So wie du es schilderst scheint eure alte Hündin enorm unter Stress zu stehen, wenn die Bezugsperson (in dem Falle wohl dein Vater) das Haus verlässt.
Ich halte es eher für kontraproduktiv jetzt die Hündin wegzugeben. Sie scheint schon (wahrscheinlich schon durch die Todesfälle) unter Trennungsangst zu leiden und die Gefahr wäre groß, dass der Hund sich aufgibt.

Ich stimme auch tomstep zu, ein Einschläfern fällt komplett ausser Frage, dann im absoluten Notfall lieber eine Vermittlung!

Wie wäre es mit homäopatischen Mitteln? Ich kenne mich nicht damit aus, aber ich würde mich an eurer Stelle aktiv damit auseinandersetzen, was es für Mittel gibt um die Hündin vllt. etwas zur Ruhe zu bringen, ohne Sie mit Medikamenten zuzudröhnen. Da könntet ihr auch den TA drauf ansprechen.
Ansonsten wäre eine "zwingerartige Anlage" in der Abwesenheit deines Vaters wohl auch die Beste Lösung (in eurem Falle). Aber es ist auch ganz klar, dass diese Hündin ganz viel Nähe braucht! Und die sollte man ihr in ihren letzten Jahren auch zugestehen.
Ich glaube jetzt (als Laie) nicht, dass man einem so alten Hund, noch ein massives Trainung zumuten sollte....

Das ist jetzt aber nur meine Meinung
Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.
(Ernst R. Hauschka)
Latsch
  • Halbstarker
Beiträge: 467
Ich glaube auch, das die Hündin unter grossen Verlustängsten leidet.
Da sie nacheinander von ihren Bezugspersonen verlassen wurde (in ihren Augen) leidet sie jetzt
besonders bei jedem alleinbleiben.
Ob ein intensives Training noch etwas bringt, kann ich nicht beurteilen, da ich ihre Lernwilligkeit
nicht kenne.
Habe selbst einen Hund in diesem Alter und weiß, das es ziehmlichen Streß bedeutet.
Ein erlösen sollte nicht mal ansatzweise in Betracht kommen, da sie ja noch topfit ist für ihr Alter, da haben meine
Vorschreiber vollkommen recht.
Ihr solltet aber ruhig versuchen in kleinen Schritten ein kleines Training einzuführen, da gibt es Literatur
drüber , und beim TA mal über eine Bachblütentherapie oder den Einsatz von Pheromonen nachfragen.

Wenn gar nicht anders, wäre so ein Zwinger immer noch eine gute Lösung.
Ein weggeben würde für das Tier noch schlimmere Ängste bedeuten, aber immer noch besser sein als "erlösen".
Latsch und Bommel smileys
rubia
  • Forenwelpe
Beiträge: 17

Hündin hat etwas besseres verdient

Hallo
Euer Hund steht im Moment echt unter Dauerstress. Ist ja auch klar, bei den Verlusten die er erlitten hat.
Also, wie kommt man nur auf den Gedanken, ihn einzuschläfern?! Geht ja gar nicht!!!!!!!

Das mit einem Eisenzaun und Tür wäre bestimmt eine gute Möglichkeit, dass er nicht mehr davonlaufen kann. Aber er muss so um die 2Meter sein, oder man macht einen, der am oberen Ende schräg nach innen verläuft, da kann er nicht mehr darüberspringen.
Im Haus ist es eigendlich dasselbe, auch da braucht er einen grossen "Zwinger", damit er nicht das ganze Haus umbuddeln kann.
Ich denke, er wird sich im laufe der Zeit wieder etwas beruhigen, Trauer braucht seine Zeit das ist bei uns Menschen genau so.
Soviel ich weiss, gibt es in Deutschland vom Tierschutz aus auch Hilfe von Profis wenn jemand nicht so viel Geld zur Verfügung hat. Jedenfalls versuchen solltest Du es auf jeden Fall.. Dort kennen sie evtl. Menschen, die Euch mit dem Zaun helfen könnten und vielleicht sogar das Material zur Verfügung stellen würden.

Bleib am Ball, erkundige dich bei den Vereinen, den Ärzten und den Tierheimen.
Jrgendwo geht vielleicht plötzlich ein Türchen auf und ihr bekommt Hilfe

Lasst dem Hund Zeit, Geduld ist jetzt wohl angesagt, aber ich denke die habt ihr für ihn denn er wird ja von vielen Menschen geliebt.

Ich wünsche Euch viel viel Kraft und Glück
Zuletzt geändert am 06.12.2013 20:41 Uhr
Steffü2707
  • Forenwelpe
Beiträge: 74
+ 2
ich hab da folgende Thesen:

1. Die Hündin trauert nach 4 Jahren nicht mehr! Hunde leben in der Gegenwart nicht in der Vergangenheit. Ich nehme aus eigener Erfahrung so bis 1 Jahr an, länger nicht.

2. Die Hündin bekommt bzw bekam zu wenig Konsequenz: durch eure eigene Trauer, habt ihr nämlich ganz vergessen, dass ein Hund einen "Führer" oder besser Wegweiser benötigt... Dadurch haben sich eure Rollen getauscht.. Und der einzige Grund, warum der Hund so abdreht ist, dass sie mit dem Weggehen deines Vaters ihre Kontrolle verliert. Vergleichbar ist das mit: Du lässt Hund von der Leine und der Hund rennt weg --> du bist sauer und du hast keine Kontrolle mehr.

Lösungsvorschlag: Versucht jemanden zu finden, der euch helfen kann (professionell und bitte ohne Gewalt, das bringt nichts) oder sucht ein neues Zuhause für sie, wo sie mit liebevoller Konsequenz geführt wird.

Ich hoffe meine Theorie hilft etwas. Viel Glück und LG
dobifreud
  • Forenwelpe
Beiträge: 127
Zwinger halte ich auch in ihrem Falle nicht geeignet. Das ist Einzelhaft. Dadurch wird ihre Verlustangst nicht weniger.
Es sird eine weile dauern, bis sie die Todesfälle überwunden hat. Vielleicht mit Bachblüten Walnut. Damit habe ich bei unserem Kobols halbwegs Erfolg gehabt. Sein Freund Abidu ist verstorben und er hat immer vor dem Holzplateau gesessen, auf dem immer Abidu lag. Er hat immer gewartet.
Wichtig ist, überhaupt das Wichtigste: viel, viel Geduld und viel, viel Liebe. Immer in ihrer Nähe bleiben. Sie überall mit hinnehmen. Dann minutenweise alleine lassen. Radio anmachen oder ein band mit Eurer Stimme laufen lassen. Ein paar Minuten gehen, dann wieder zu ihr hingehen. Dass sie sich daran in kleinen schritten gewöhnt, mal länger alleine zu bleiben.
Sie trauert. Es ist ja auch einiges passiert.
Wenn sie an Deinem Vater hängt, dann ist er jetzt ihre Bezugsperson. Er sollte grosse Rücksicht auf sie nehmen. Denn ihre Trauer ist ja nicht unbegründet.
Einschläfern wäre das Allerletzte, das man in Betracht ziehen sollte.
TÄe verabreichen auch Laser oder Akupunktur. Hat bei unserem RAvi sehr gut auf die Psyche gewirkt. Fast unmittelbar nach der Behandlung.
Ich drücke die Daumen und 36 Pfoten sind gedrückt. Stupser an Deine Hündin.

GlG, Margot
Du bist ein Leben lang dafür verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast.
(Antoine de Saint Exupéry)

Die Erde ist eine Hölle für Tiere und die Menschen sind ihre Teufel.
(Kleriker Eugen Drewermann)
simonedotzler
  • Forenwelpe
Beiträge: 2
+ 1
Hallo,
Du hast alles sehr ausführlich beschrieben, aber nur aus Deiner Sicht. Der Hund denkt anders. Du kannst Zäune bauen und versuchen Dir hier oder in anderen Foren Hilfe suchen. Aber es wird nur wenig nützen. Es wäre zu einfach ein Problem zu schildern und dann eine Lösung zu bekommen, denn jeder Hund ist anders und hat seinen eigenen Kopf.
Das eine Tötung keine Lösung ist dürfte wohl klar sein.
Du kannst die vielen gut gemeinten Ratschläge ausprobieren, aber das wird nichts bewirken, im Gegenteil wenn überhaupt wirst Du nur kurzzeitig eine Lösung haben.
Du kommst nicht darum einen Therapeut/in , Trainer zu beauftragen.
Nach Deiner Beschreibung hat Euer Hund viele Probleme, aber diese sind schon vor dem Verlust der Bezugsperson entstanden und nun hat sich alles noch viel schlimmer entwickelt.
Du erzählst der Vater ist da, Du bist da und noch andere Personen . Ihr meint " Super es ist doch immer jemand da" falsch DIE PERSON ist für den Hund nicht da.
Ich bin ausgebildete Tierpsychologin und würde Dir gerne helfen. Aber ich weiß nicht wo Du wohnst. Es ist wichtig Dein Tier an zu sehen um Euch helfen zu können.
wenn Du möchtest, teilst Du mir Deine Addr. mit. Evtl kann ich Dir helfen.
lg

PS: in diesem Alter und mit dem Hintergrund den Hund anderweitig zu vermitteln wird nicht funktionieren, (der landet im Tierheim) wäre das schlimmste denn da wird er/ Sie sterben
Zuletzt geändert am 28.02.2014 02:08 Uhr
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