Unser Hund kann zuhause nicht alleine bleiben

Christiane2106
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Hallo, ich bin ganz neu hier und suche dringend Rat. Ich habe über unser Problem schon sehr viel gelesen, aber noch keine wirklich gute Lösung gefunden. Seit fast 1 Jahr haben wir einen Mischlingshund aus dem Tierheim. Als wir ihn bekommen haben, war er 15 Monate alt. Schnell haben wir gemerkt, dass er nicht gerne alleine ist. Er kann Türen und Schubladen aufmachen, springt an allem hoch und reißt alles von Regalen pp. herunter. Wenn wir nach Hause kamen, war er völlig aufgedreht. Es spielt keine Rolle, wie lange er alleine ist, 30 Minuten oder 4 Stunden. Der Stresspegel steigt schnell an. Dann im August (nachdem er ein halbes Jahr bei uns war) schlug der Blitz in unser Haus und wir mussten für ca. 4 Monate woanders wohnen, eine kleine Wohnung, in der wir ihn gar nicht alleine lassen konnten. Also war er tagsüber in einer Hundepension betreut worden. Wenn wir für kurze Zeit weg mussten, haben wir ihn mitgenommen und er hat im Auto gewartet (ab Herbst, als die Temperaturen niedriger wurden). Es ist erstaunlich, aber im Auto passiert nichts, er rollt sich ein und schläft, bis wir wieder da sind. Zuhause darf er auch nicht in jedes Zimmer. Wir schließen Türen hinter uns und er wartet brav, bis sie wieder aufgeht. Ohne Jaulen, Murren pp. Aber sobald er merkt, es ist niemand im Haus, geht der Stress los. Seit Dezember wohnen wir wieder zuhause, das heißt wieder eine Umstellung für ihn. Jetzt sind die Temperaturen aber so kalt, dass wir ihn nicht im Auto lassen können und er zuhause bleiben muss. Er macht Haufen im Haus und uriniert, springt an den Wänden und Türen hoch. Wir hatten letzes Jahr einen D.A.P. Stecker in eine Steckdose gesteckt, aber den hat er rausgerissen. Ich war bei einer Tierheilpraktikerin, die mir Globuli gegeben hat, aber auch erwähnt hat, dass er nie gerne alleine sein werden wird. Wir gehen in eine Hundeschule, es klappt alles wunderbar, beim Spazierengehen achtet er auf uns, sieht sich um und kommt hinter uns her. Was können wir tun? Wir wollen ihm doch helfen und ihm den Stress nehmen. Ich kann ihn leider nicht mit ins Büro nehmen und mein Mann nicht mit zum Dienst. Ich muss auch sagen, ich hätte mir letztes Jahr gewünscht, dass das Tierheim ehrlich zu uns gewesen wäre und uns gesagt hätte, dass Aiko nicht alleine bleiben kann und das Haus auseinandernimmt. Wir waren auch ehrlich und haben denen gesagt, dass er stundenweise alleine bleiben muss. Der damalige Besitzer, den wir zufällig kennen gelernt haben, hat uns erzählt, dass das Alleinesein schon immer ein Problem bei ihm war und er das dem Tierheim auch so sagen wollte. Der Besitzer hatte ihn an jemand anderes abgegeben, der wiederum Aiko in das Tierheim gegeben hat. Nun, wir sind jetzt die dritten Besitzer, der Hund durfte die ersten 15 Monate alles selbst entscheiden, aber nichts desto trotz müssen wir jetzt alle da irgendwie durch und ihm helfen. Wer weiß Rat? Ich wäre für jeden Vorschlag dankbar.
meerestaucher
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Beiträge: 1501
hattet ihr mal eine zeit wo ihr zuhause sein konntet und da mit ihm trainiert habt? alleine zu bleiben kann man eigentlich nur trainieren wenn man mal eine zeit hat wo man immer da sein kann.

habt ihr es vielleicht auch mal mit einer box versucht?
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Christiane2106
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Ja, das hatten wir probiert, bevor wir aus dem Haus ausziehen mussten wegen des Brandes. Sekundenweise rausgehen und wieder reinkommen, ihn loben, wenn er nichts gemacht hat, erhöhen auf ein paar Minuten, im Haus immer mal Jacke anziehen und ausziehen, ohne dass etwas passiert. Die Zeit erhöhen auf 30 Minuten, 1 Stunde, 2 Stunden. Nur leider haben wir das nicht wochenlang gemacht, weil wir nicht so viel Urlaub hatten. Eine Box haben wir, Leckerchen rein, Hund rein, für ein paar Minuten hat er sich auch dorthin gelegt, dann sogar mal ein paar Nächte darin geschlafen, alles bei offener Tür. Das war allerdings in der "Übergangswohnung". Als die Tür dann mal für ca. 10 Minuten geschlossen war, als er alleine war, hat er die Box auseinandergenommen, d.h. die Streben an der Seite nach außen gedrückt und ausgestiegen. Ich habe auch immer gedacht, dass die Box (obwohl schon die größte Größe, die es gibt) für Aiko viel zu klein ist. Er hat eine Schulterhöhe von 70 cm. Vielleicht müssen wir doch nochmal 3 Wochen Urlaub nehmen nur zum Üben. Uns fällt sonst nichts anderes ein. Manchmal denke ich, dass ihn das Ausziehen aus dem Haus (gezwungenermaßen) und Wiedereinziehen ihn wieder aus der Bahn geworfen hat. Aber warum klappt das Ganze im Auto? Das fragen wir uns. Wenn wir abends zu Feiern gegangen sind, ist er mitgekommen, hat im Auto geschlafen. Wir sind dann gegen 21 oder 22 Uhr nochmal mit ihm eine Runde gegangen, und dann hat er im Auto weitergeschlafen, bis nachts.... Sogar wenn er mit zur Arbeit kam, hat er im Auto gewartet (von 8 bis 11.30 Uhr), ich dann mit ihm 45 Minuten spazieren gegangen, dann wieder ins Auto bis 14 Uhr. Danach war natürlich ein riesengroßer Spaziergang fällig, aber es hat wunderbar geklappt. Im Auto nichts zerstört, keine Aufregung wie sonst, kein Sabbern... nur geschlafen und manchmal aus dem Fenster geschaut. Er hat es sogar ab und zu nicht einmal gemerkt, wenn ich zum Auto kam, erst als ich mit der Fernbedienung die Tür aufmachte, hat er aufgeschaut. Ich versteh das Ganze nicht...
Gast
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+ 1
1.)Könnte es sein, dass er miterlebt hat, wie das Haus gebrannt hat und dadurch traumatisiert ist?
Dann hat er vielleicht wegen den Erlebnis jetzt Angst im Haus alleine zu bleiben.

2.) Wie gross ist euer Haus und kann er überall hinein?
Ich würde ihn ein kleineres Zimmer einrichten mit Sofa oder wo er sonst liegt, Wasserschüssel und die geöffnete Box hinstellen.
Den Hund nie dort einsperren, schon gar keinen traumatisierten Hund. So hat er ähnlich wie im Auto einen Platz, wo er sich zurückziehen kann. Vielleicht legst du ihm noch was mit rein, dass er nur im Auto hat?
Trotzdem würde ich alle Türen des Hauses offen lassen. - Natürlich nicht die Haustüre

Ich denke, wenn vorher alles gut geklappt hat, muss ihn ein Erlebnis wieder zurückgeworfen haben. Darum tippe ich auch auf den Hausbrand.
Das Auto sieht er wahrscheinlich momentan als seinen einzigen Schutz an, wo ihn nichts passieren kann und wo ja noch nichts passiert ist, darum klappt es auch dort.
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meerestaucher
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Beiträge: 1501
wenn du dir die zeit nehmen kannst für drei wochen würd ich das mal probieren und dann wieder ganz von vorne anfangen.
vielleicht kannst du wirklich wie oben vorgeschlagen eine sache aus dem auto mitnehmen (vielleicht packst du da mal eine decke rein, lässt ihn damit im auto und tust dann die decke in die box (keine ahnung ob sowas bei erwachsenen hunden hilft, aber einen versuch ists doch wert).

ich würd ihn vor dem training auch schön auspowern, und dann in superkleinen schritten arbeiten, also quasi wieder ganz von anfang.
bei mir hat es geholfen dass ich die box zugemacht hab (als ich ihm abewöhnt hab mir ständig hinterherzulaufen), aber ich war trotzdem am anfang immer in sichtweite. aber wenn er immer so in panik in der box ist, vielleicht macht es dann mehr sinn ihn erst mal an die box zu gewöhnen..? das kannst du ja jetzt auch schon ohne urlaub machen, abends vorm fernseher oder so, dass du da ihn da minutenweise mal reintust, im zimmer bleibst, ihn vielleicht was nettes reinlegst und die tür dann zumachst.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Christiane2106
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Beiträge: 4
Ja vielleicht hat das mit dem Auto auch mit dem Brand zu tun. Als wir aus dem Haus gelaufen sind, hab ich ihn gleich ins Auto getan, da war er geschützt und lief den Feuerwehrleuten nicht zwischen den Beinen rum. Er konnte trotzdem alles sehen. Den Brand im Dachboden hatte er im Haus gerochen, er wollte nämlich nicht nach oben, als es losging. Das mit dem Alleinesein war aber auch vorher schon ein Problem, dass er alles runtergerissen hat. Seine Aufregung war immer da. Die Küchentür habe ich versehentlich mal aufgelassen, da hat er die Schubladen aufgemacht, Lebensmittel rausgeholt, den grünen Müll rausgeholt und überall verteilt, das totale Chaos. Ins Wohnzimmer können wir ihn nicht lassen, da wir einen Durchbruch vom Wohnzimmer in die Küche haben mit einer Theke, ca. 1 m hoch. Da springt er drüber.... Hatten wir auch alles schon. Im Schlafzimmer geht er durch die Betten, im Bad reißt er alles von den Regalen.
Die Box, die jetzt geöffnet unter der Treppe steht, meidet er. Seine Lieblingsdecke, auf der er auch die ganzen Monate gelegen hat, ist ein toller Platz, wenn sie im Wohnzimmer liegt. Liegt sie im Flur, ignoriert er sie... Wir wollten das auch versuchen, ihn wieder langsam an die Box zu gewöhnen, ihm davor eine kleine Matratze mit der Decke zu legen. Vielleicht klappts ja dann irgendwann mal. Nur das mit dem Haufen machen und das Urinieren hatten wir vor dem Auszug nicht.
Gast
  • Forenwelpe
Dann ist es schlimmer geworden seit dem Brand, wenn er noch dazu uriniert.
Ich habe erst gedacht, dass er vor dem Brand nicht panisch war. Wie wäre es, wenn du ihn draussen im Garten einen Bereich baust von sagen wir mal 50 qm, der eingezäunt ist und er in dem Bereich eine geheizte Hütte hat, wo er sich zurückziehen kann?
Es gibt Hunde, bei denen das anders gar nicht möglich ist. Ich würde das mal ausprobieren, vielleicht passt es dann?

Hast du irgendwelche Infos von vorigen Besitzer/rn? Eine ehrliche Aussage wäre da schon hilfreich.
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Christiane2106
  • Forenwelpe
Beiträge: 4
Es ist schlimmer geworden, das ist richtig. Ich bin eigentlich kein Fan von Zwingerhaltung. Aiko ist ansonsten ein ziemlich anhänglicher, schmusiger "Typ", der den Familienanschluss genießt. Obwohl er auch mal sich in einem anderen Zimmer, als dem, in dem wir sind, aufhalten kann, wenn wir im Hause sind. Er läuft also nicht ständig hinter uns her und kontrolliert uns. Er ist damals im Tierheim ausgebüxt, dort war er 3 Monate, im Alter von 1 Jahr ist er dorthin gekommen. Er ist über den Zaun gehüpft und war weg. Danach "Hochsicherheitstrakt"... Der ehemalige Besitzer hat uns erzählt, dass Aiko früher schon oft von zuhause weggelaufen ist. Er musste ihn ständig suchen. Wir glauben allerdings, dass er das getan hat, weil ihm langweilig war. Bei uns hat er das nur am Anfang ein Mal gemacht, als er an der Straße einen Hund gesehen hat, zu dem er wollte. Und danach hat er es nie wieder gemacht. Dann erzählte der Besitzer uns noch, dass er nicht alleine bleiben kann, obwohl er mit einem Beagle aufgewachsen ist. Da haben die zu zweit die Wohnung "umdekoriert"... Wenn sich Aiko eingelebt hat, würde er auch einige "Macken" zeigen, wie an Menschen hochspringen, es würde auch mal ein Kleidungsstück kaputt gehen, er zeigt Territorialverhalten zuhause... Das sind alles Dinge, die uns vorher nicht gesagt wurden, und an denen wir arbeiten müssen. Neue Dinge lernt Aiko sehr schnell, er lernt auch gerne. Es ist nur schwierig, eingefahrene Verhaltensweisen "umzuerziehen". In seinen ersten 15 Monaten hat er viel selbst entschieden und wir müssen ihm nun beibringen, dass WIR die Dinge regeln und er sich nicht kümmern muss. Jedenfalls bin ich bei der Haltung im Garten nicht ganz so überzeugt. Deshalb möchten wir erstmal alles andere probieren.
meerestaucher
  • Begleithund
Beiträge: 1501
du hast ja geschrieben dass er seine decke toll findet wenn sie im wohnzimmer liegt, und die b ox unter der treppe meidet er.
könnt ihr vielleicht die box ins wohnzimmer stellen zum üben?
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast

Antoine de Saint-Exupéry
Gast
  • Forenwelpe
Ich bin ja auch gegen Zwingerhaltung, ich meinte nur, die Zeit wo keiner zuhause ist. So hat er einen Bereich, wo er keine Angst haben muss.
Soll natürlich gross genug sein und einen Hütte, wo er sich ausstrecken kann. Auto ist ja auch nicht grösser.
Erst mal in euren Beisen versuchen und dann, wenn keiner zuhause ist. Viele Hunde, die so gehalten werden und auch im Haus alles zerstört haben, sind durchaus zufrieden damit und machen keine Anstalten den Zwinger zu ruinieren oder dergleichen.
Ich meine, wenn er so Panik im Haus hat, würde ich es mal so versuchen. das heisst ja nicht, dass er immer im Zwinger gehalten werden soll, sondern definitiv nur in deiner Abwesenheit.

Leider glauben viele Hundehalter, dass ein zweiter Hund das Problem löst, was eben nicht der Fall ist.

Man bekommt leider auch sehr selten die ganze Wahrheit über das wirkliche Verhalten des Hundes berichtet, weil man ihn dann nicht so schnell anbringt wie man möchte.

Versuche mal, was du noch alles machen kannst, mir fällt jetzt auch nix mehr ein, oder du kaufst dir einen Sitter, der in deiner Abwesenheit den Hund betreut und eventuell mit ihm abeitet?
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