Unglaublich!

karinschillerac
  • Forenwelpe
Beiträge: 6
Hallo zusammen!
Ich wollte alle Hundehalter an meinem Ärgernis teilhaben lassen. Es ist wirklich unglaublich!
Beim Hundespaziergang ist uns Folgendes passiert: Auf unserem Weg gingen wir ein Stück über einen Privatweg. Unser Hund war angeleint. Da kam aus einer offenen Haustür ein Jack-Russel-Terrier knurrend und mit gefletschten Zähnen geschossen und griff unseren Hund an. An mehreren Körperstellen hängte sich die Angreiferin ins Fell unserer Hündin. Das Frauchen dieses Hundes blieb in ihrem weißen Höschen 3 Meter entfernt stehen, die einzige Reaktion war, einmal den Hund beim Namen zu rufen.
Ich habe mit dem anderen Ende der Leine nach dem Hund geschlagen, bis er losließ. Während ich mein Mädchen nach möglichen Verletzungen absuchte, wurde ich von der Frau beschimpft. In dem Wortgefecht meinte sie noch, dass wir dort gar nicht hätten gehen dürfen, da dies ein Privatweg sei.
Ich war derart aufgebracht über diesen Vorfall, dass ich die Stadt Aachen angeschrieben habe. Hier nun die unglaubliche Antwort :
"...
vielen Dank für Ihre mail, welche ich gerne beantworte.

Es stimmt, der Strüver Winkel ist in der Tat ein Privatweg. Durch die
bloße Kennzeichnung als Privatweg wird dem Benutzer angezeigt, dass er
sich auf privatem Gebiet befindet. Da keine weiteren Schilder
hinsichtlich eines Durchganges angebracht sind, lässt sich konkludent
schließen, dass der Durchgang über diesen Weg geduldet wird; der Weg
bleibt allerdings privat so dass evtl. Eingriffsmöglichkeiten nach dem
öffentlichen Recht nicht indiziert sind.
Insoweit greifen in dem von Ihnen geschilderten Fall auch nicht die
Bestimmungen des Landeshundegesetzes NRW so dass ordnungsrechtlich keine
Möglichkeit besteht, hier entsprechend tätig zu werden.
Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben und verbleibe ..."
Zuletzt geändert am 05.08.2015 02:55 Uhr
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20212
Euer Erlebnis tut mir sehr leid, und ich hoffe, dass dein Hund nicht verletzt ist. Sonst kannst du Schadensersatz verlangen, weil weder Verbots-, noch Warnschilder aufgestellt sind.

Ich finde es wichtig, dass du hier deine Erfahrung anderen Hundebesitzern erzählst. Das Verhalten dieser Hundehalterin ist sicher extrem unsozial und für mich auch nicht nachvollziehbar. Die Hunde sollten nun wirklich nicht für menschliche Rechtstreitigkeiten herhalten. Andererseits befindet sich jemand, der einen Privatweg benutzt, auf fremdem Eigentum und muss mit freilaufenden Hunden rechnen. Das Landeshundegesetz würde höchstens mit dem Paragraphen 3 über gefährliche Hunde zum Einsatz kommen. Da wird aber, so wie du es jetzt auch erlebt hast, meistens zugunsten eines arttypischen Revierverhaltens entschieden. Allerdings ist man als Grundstückseigentümer bei öffentlich zugänglichen Flächen, soweit ich weiss und was mich an deinem Bescheid auch wundert, zum Aufstellen von Warnschildern verpflichtet, die auf mögliche Gefahren hinweisen. Zivilrechtlich bei Schadensersatzforderungen ist das auf jeden Fall entscheidend.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Gast
Hallo zusammen,
Ein Privatweg SOLLTE als solcher gekennzeichnet sein, aber es braucht dabei NICHT auf alle möglichen Gefahren hingewiesen werden. Zum Haftungsausschluss des Eigentümers reicht ein Zusatzschild mit dem Hinweis "DURCHHGANG AUF EIGENE GEFAHR" voll und ganz aus. Fehlen beide Schilder "Privatweg" und "Durchgang auf eigene Gefahr" oder auch nur letzteres muss der Eigentümer/Anlieger für Schäden aufkommen/haften. Mein Elternhaus steht im Privatweg, unsere Gärten (Eigentum, keine Kolonie) wurde von einem Weg durchzogen. Um Haftungsansprüche aus zu schließen, wurde ein Schildtext von einem Anwalt entworfen. Mit Erfolg, der Durchgangsverkehr wurde erheblich weniger.
LG, Alidasy mit Banditen
Shibaherz
Beiträge: 20682
Dein Hund tut mir leid, Du nicht.
Das Amt hat doch ganz korrekt geantwortet. Was ist daran "unglaublich"? Aber Dir scheint ja die Einteilung des Rechts in Öffentliches Recht, Zivilrecht und Strafrecht ein Buch mit sieben Siegeln zu sein.
Wenn Du ein privates Grundstück betrittst, musst Du damit rechnen, dass es da einen Hund gibt, der sein Revier verteidigt.
Ich gebe Dir gern zu, dass die Grundstückseigentümerin sich Dir gegenüber unsozial verhalten hat, werfe Dir aber zugleich vor, dass Du Deinem Hund gegenüber ein Risiko eingegangen bist. Soweit zu dem sozialen Beziehungsgeflecht. Die rechtliche Beurteilung ist eine andere Frage. Ihr Hund "hängte sich ins Fell" Deiner Hündin, von Fleischwunden schreibst Du nichts, nennenswerter Schaden ist damit an der "Sache" Hund nach dem Gesetz nicht entstanden.



...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 05.08.2015 14:28 Uhr
holy underdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3812
@ Shibaherz
öhmn..nö, da bin ich total anderer Meinung - denn:

karinschillerac hat kein Privatgrundstück betreten, sondern lediglich eine(n) Privatstrasse(Weg)


@karinschillerac

Ich kann Deine Empörung sehr gut verstehen, denn dieser Vorfall zeigt mal wieder, daß es unglaublich dumme und verantwortungslose Hundehalter gibt (wie die Dame mit dem JR) und die anderen Hundehalter, die sich korrekt verhalten (wie DU in diesem Fall).

In dem Falle spielt es meiner Meinung nach nämlich überhaupt keine Rolle, ob da Privatweg ausgeschildert war oder nicht !

Du durftest Dich dort aufhalten - auch mit Deinem angeleinten Hund ! (das sagt ja auch die Stadt - keine weiteren Verbots- oder Warn -Beschilderung dort vorhanden!)

Anders wäre es gewesen, wenn Du ein PRIVAT-GRUNDSTÜCK mit oder ohne Zaun und 'Betreten verboten'-Schild betreten hättest. Hast Du aber nicht !

Ich hab mal rumgegoogelt:

Es gibt zig verschiedene Arten von Beschilderungsmöglichkeiten:
1. Nur Schild: Privatstrasse/Weg
2. Schild: Privatstrasse/Weg mit Verbots.- oder Warnzusatz....
3. Separate Schilder (1. Privatstr....2.Warn-und oder Verbotsschild)

und u.a. auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Privatstra%C3%9Fe

Zitat daraus:
Eine Privatstraße oder ein Privatweg ist allgemein betrachtet ein Verkehrsweg (oder eine Verkehrsfläche), der sich nicht in der Baulast der öffentlichen Hand befindet, sondern im Eigentum einer natürlichen oder juristischen Person.[1]


An oder in solchen Privatstrassen oder Privatwegen stehen meistens mehrere Häuser die gemeinsam Eigentum an dieser Strasse/Weg erworben haben...das ist günstig für die jeweilige Stadt, weil Verpflichtungen wie Reinigung, Winterdienst, ect. nicht mehr Sache der Stadt sind.

Du hättest ja aber ebensogut einen anderen dieser "Eigentümer" besuchen wollen/können - auch mit angeleintem Hund !
- es kann doch nicht sein, dass man dort - nur weil da ein Schild "Privatstrasse/Weg" steht, jederzeit damit rechnen muss, von einem unangeleinten, unerzogenen Hund angegriffen zu werden.

Sollte Dir (bezw. Deinem Hund) also ein Schaden entstanden sein, könntest Du also diesen Halter/in durchaus zivilrechtlich in Haftungsanspruch nehmen. So seh ich das...

Ob sich der ganze Nervenverschleiss "lohnt" bezw. ob Du dann vor Gericht auch "obsiegen", also gewinnen würdest--weisste nicht...vor Gericht und auf hoher See...usw..

Ich hoffe, Dein Hund hat keine argen Verletzungen davongetragen !
LG holy underdog
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 05.08.2015 20:10 Uhr
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20212
Um es nochmal klar zu stellen: Ein Privatweg IST ein Privatgrundstück und ist beim Grundbuchamt auch als solches eingetragen. Es gilt also kein öffentliches Recht wie die Anleinpflicht in Bebauungsgebieten nach LHG NRW. Wenn der Eigentümer aber eine Fremdnutzung zulässt, wie es hier der Fall ist, wenn keine Verbotsschilder aufgestellt sind, gilt die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Das Betreten muss gefahrlos möglich sein, und der Eigentümer haftet für Schäden.

MIT Verbots- und Warnschildern sieht das anders aus. Bei uns steht z. B. "Privatstrasse- Nur Anlieger frei". Damit ist dann Durchgangsverkehr und das Betreten durch Unbefugte verboten. Die Leute hatten bei uns u. a. die Nase davon voll, dass die Strasse als Hundeklo benutzt wurde. Dagegen kann man sich als Eigentümer nämlich auch nur zivilrechtlich wehren. Mit der Beschilderung darf aber, wie Holyunderdog schreibt, JEDER Besucher durch, auch eventuell unerwünschte wie Hausierer und Prospektverteiler. Und selbstverständlich darf dann kein Hund rumlaufen, der eine Gefahr darstellt.
Das habe ich an meiner Einfahrt durch "Betreten des Grundstücks nur mit Genehmingung des Eigentümers" und "Warnung vor dem Hund" abgesichert. Auch das ist in Deutschland aber noch kein Freibrief, denn es könnten sich schliesslich auch Kinder, geistig behinderte oder alkoholisierte Menschen auf dein Grundstück verlaufen, die mit den Schildern nichts anfangen können und geschützt werden müssen. Bei einem revierverteidigenden Hund hilft also eigentlich nur ein unüberwindlicher Zaun.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
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