Ulv Philipper und andere "alternative" Hundetrainer...

Maya-Maus
  • Halbstarker
Beiträge: 288
+ 2
...alternativ deswegen, weil der ursprüngliche Umgang mit dem Hund und eine Erziehung, die einzig und allein auf Vertrauen basiert, doch eher selten sind, obwohl sie gleichzeitig doch der Natur des Hundes am nächsten kommen.
Der Großteil der Hundetrainer arbeitet über positive Bestärkung, Clicker, da gibt es Suuuper-Leckerlis für besonders tolle Sachen usw. Andere arbeiten mit fragwürden Mitteln wie Ketten-/Stachel-/Sprühhalsbänder, weiß der Geier...

Mir gefällt der Grundsatz, einen Hund so zu erziehen, dass er selbst die Entscheidung trifft bei mir zu bleiben, anstatt einen Reiz zu verfolgen. Dass er es tut um meine Gesellschaft haben zu dürfen und nicht, weil er die Chance auf ein tolles Leckerli hat.
So bin ich auf die Internetseite von Ulv Philipper gestoßen. Er arbeitet mit einem Stop-Konzept, das allein über Bindung und Vetrauen, nicht durch Kontrolle und Vollstopfen mit Leckerlis aufgebaut wird. Der Hund soll in jeder Situation zu stoppen sein, sich an seinem Menschen orientieren usw, weil die Gesellschaft zum Menschen das höchste Gut für ihn ist.
Ich hoffe ich darf den Link hier posten?? http://www.die-besondere-hundeschule.de/

Wer kennt ihn, hat mit ihm gearbeitet oder kennt Hundetrainer die ähnlich arbeiten?
Was haltet ihr allgemein von dieser Erziehungsmethode?

Freue mich auf interessante Beiträge
Cosi
Ein Hund hat keine Verwendung für schicke Autos, große Häuser oder Designerklamotten. Ein klatschnasser Stock reicht ihm völlig.

Einen Hund interessiert es nicht ob du reich bist, oder arm, clever oder dumm, pfiffig oder doof. Wenn du ihm dein Herz schenkst, schenkt er dir seins.

Gast
+ 1
Das Ziel dieser Erziehungsmethode klingt großartig. Wer möchte denn nicht die größte Belohnung für seinen Hund sein?
Ich habe mir die Seite angeschaut, doch mir fehlen schlichtweg die Fakten, um mir ein Bild der Erziehungsmethode zu machen. Für mich würde es immer erst darauf ankommen, wie denn dieses "bedingungslose Stopp" verankert wird.
Die andere Frage, die mir durch den Kopf geht... Es gibt Hunderassen, die sehr eigenständig sind, weil sie ursprünglich zu eigenständiger Arbeit ohne Anweisung des Menschen gezüchtet wurden. Diese Hunde bauen naturgemäß keine so starke Bindung zu ihren Menschen auf, wie Hunderassen, die auf Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet wurden.
Wie diese sehr eigenständigen Rassen ohne Leckerli (nicht dass es die einzige Methode wäre) und ohne Gewalt/Zwang zu einem absolut aufmerksamen Verhalten ggü. ihrem Menschen gebracht werden sollen, kann ich mir bei diesem Konzept im Moment schwer vorstellen.
Andererseits enthält die Seite der "besonderen Hundeschule" auch keine genauen Details zur Methode.

LG
Rosa
OlèOla
  • Begleithund
Beiträge: 731
+ 1
Ich sehe es ähnlich wie Rosa.
Es klingt natürlich sehr nach einem wunderschönen Versprechen- fast märchenhaft

Nur fehlt für mich auch die zumindeste ansatzweise Beschreibung der Arbeitsweise, denn so macht es zwar ohne Frage neugierig und klingt toll- ist gleichzeitig aber dadurch natürlich ein riesiges Lockmittel für (vllt. auch verzweifelte) Hundehalter.
Die Frage ist das was in der Verpackung wirklich drin ist und das kann man anscheinend wirklich nur erfahren, wenn man da gewesen ist.
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
Maya-Maus
  • Halbstarker
Beiträge: 288
+ 1
Da gebe ich euch beiden absolut recht. Ich finde die Seite und die Erfahrungen der Kunden klingen sehr interessant - aber es geht nicht hervor wie genau gearbeitet wird.
Genau deshalb fände ich es toll, wenn sich jemand finden würde, der ihn kennt und schon mit ihm zusammengearbeitet hat oder auch Hundetrainer kennt, die ähnlich arbeiten.
Ein Hund hat keine Verwendung für schicke Autos, große Häuser oder Designerklamotten. Ein klatschnasser Stock reicht ihm völlig.

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Gast
+ 1
Entschuldigt bitte fuer meine Doppelpost, aber das Forum scheint immer noch nicht zu funktionieren. Ich versuchs jetzt nochmal:

Hallo,

ich zitiere mal von der Homepages:

Meine Hunde waren für mich schon immer Familienmitglieder und weder Druck noch Bestrafung passten zu meiner Vorstellung von Erziehung und Ausbildung.

Also antiautoritaer?
Wenn wir jetzt mal von der Bestrafung absehen... Wie funktioniert das ohne Druck? Und ich meine damit keinen gewaltaetigen Druck/Zwang.

Im Vordergrund stand für mich immer das Miteinander.
Meine Hunde sollten die richtigen Entscheidungen selbstständig treffen können, aber gleichzeitig die Bereitschaft haben, jederzeit auf mich zu reagieren.

Das hoert sich doch gut an, aber das geht doch eigentlich nur dann, wenn es eine Fuehrung gibt und da gibt es nunmal Regeln und Grenzen. Wenn die einmal dem Hund vermittelt wurden, dann funktioniert das auch. Aber auch hier kann ich mir keine 100% Kontrolle vorstellen.
Ein kleines bisschen vielleicht zu menschlich gedacht?

Durch meine berufliche Erfahrung wusste ich, dass Führen mit Kontrolle und Begrenzung niemals zum gewünschten Erfolg führen kann.

Es ist doch ein Unterschied, ob ich Menschen fuehre oder Tiere, obwohl es natuerlich auch Parallelen gibt, aber eben auch Unterschiede.

Fasziniert stellte ich fest, dass diese völlig neue Herangehensweise, die auf Mitdenken, Mitentscheiden und Spontaneität beruhte, dazu führt, dass sie dieses Verhalten wie selbstverständlich auch in den Alltag übertragen.

Ja ein schoener Traum und ich weiss, dass das teilweise auch geht. Habe selber sehr selbststaendige Hunde, die wenn sie unerzogen waeren ganz nach ihrer Manier handelt wuerden.
Gast
Mit dem Zitieren hat es auch nicht geklappt. Hoffe, dass da trotzdem einer durchsteigt *seufz*.
Maya-Maus
  • Halbstarker
Beiträge: 288
Ich denke man kann deinen Beitrag trotzdem gut lesen

Wenn man den Erfahrungsberichten derer, die mit ihm trainiert haben Glauben schenken darf, scheint seine "Methode" ja zu funktionieren. Bleibt immernoch die Frage nach dem Wie.

Wie du auch schreibst Casabianca, kann ich mir nicht vorstellen, dass es hier keine klaren Regeln und Grenzen gibt. Denn woher soll der Hund den nötigen Respekt haben und das Bewusstsein, dass der Zweibeiner der Chef ist, wenn dieser sich nicht als solcher zu verstehen gibt?
Selbst dann ist es für mich scher vorstellbar, dass ein Hund - im Extremfall - bei der Hatz abrupt gestoppt werden kann und das einzig und allein durch eine wunderbare Bindung zu seinem Menschen, keine Leckerlis, keine sonstigen Hilfmittel.

Vielleicht findet sich ja noch jemand, der bei Philippers lernen durfte
Ein Hund hat keine Verwendung für schicke Autos, große Häuser oder Designerklamotten. Ein klatschnasser Stock reicht ihm völlig.

Einen Hund interessiert es nicht ob du reich bist, oder arm, clever oder dumm, pfiffig oder doof. Wenn du ihm dein Herz schenkst, schenkt er dir seins.

Zuletzt geändert am 27.07.2011 13:15 Uhr
Piggeldy
  • Begleithund
Beiträge: 1441
+ 1
Original von Isis16:


Die andere Frage, die mir durch den Kopf geht... Es gibt Hunderassen, die sehr eigenständig sind, weil sie ursprünglich zu eigenständiger Arbeit ohne Anweisung des Menschen gezüchtet wurden. Diese Hunde bauen naturgemäß keine so starke Bindung zu ihren Menschen auf, wie Hunderassen, die auf Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet wurden.
Wie diese sehr eigenständigen Rassen ohne Leckerli (nicht dass es die einzige Methode wäre) und ohne Gewalt/Zwang zu einem absolut aufmerksamen Verhalten ggü. ihrem Menschen gebracht werden sollen, kann ich mir bei diesem Konzept im Moment schwer vorstellen.


LG
Rosa

Eigenständige Rassen - absolut aufmerksames Verhalten

hmpf.... welche Art von Aufmerksamkeit meinst du denn?
Jene, in der der z.B. Mali sich regelrecht im "bei Fuß" laufen um das Bein seines Halters wickelt, den Blick nicht von dessen Augen abwendet?
Oder jene des Aussies, der begierig auf neue Anweisungen, Tricks, Kunststückchen wartet?

Die würdest du z.B. bei meiner Husky und der HSH-Hündin nie finden.
Würde ich die erwarten, wäre ich schlichtweg der falsche Mensch für diese Hunde.
Was ich jedoch erwarte (und diese Erwartung wird auch nie enttäuscht) 100%ige Verlässlichkeit.
Sie jederzeit und überall unangelein führen zu können, in der griechischen Bergwelt, im heimischen Wald, an einer Autobahnraststätte, inmitten einem Rudel fremder Hunde.
Sie haben sehr viel Freiheit, hören jedoch, wenn ich es ernst meine.
Oft scheinen sie unaufmerksam, beobachtet man jedoch z.B. die Stellung ihrer Ohren, ist ein Ohr oft in meine Richtung gedreht. Einer von vielen Sinnen, mit denen sie aufmerksam sein können.

Leckerli? bei diesen Hunden?
Nö, niemals.
Wozu? Sie sind, vielleicht aufgrund ihrer rassetypischen Eigenständigkeit eh nicht käuflich.
Gewalt, Zwang? Oh,...der Schuß würde bei ihnen aber gewaltig nach hinten losgehen.
Bindung bei eigenständigen Hunden?
Ich kann nur für meine eigenen sprechen.
Deren Bindung ist garantiert genauso stark wie die eines Hundes mit, sorry, "Kadavergehorsam".
Ansonsten hätte gerade die Huskyhündin längst das Weite gesucht, denn Zäune stellen keine wirklichen Hindernisse für sie dar.
Wie erreicht man diese Bindung?
Na, ganz einfach, im täglichen Zusammenleben, indem man sich bspw. nicht zum Affen macht, authentisch bleibt, man selbst eben, nicht versucht jemanden zu imitieren.
Würdest du unsere HSH-Hündin mit Wurst von irgendetwas ablenken wollen, würdest du dich in ihren Augen zum Affen machen, sie dich eiskalt ignorieren (das ist mal nem Hundetrainer passiert, der uns besuchte )
Ach ja, wichtig ist glaub ich auch ein selbstbewußtes Auftreten im Umgang mit diesen Hunden.
Und ganz viel Liebe natürlich.
Sorry für OT

Hallo Rosa,
liest sich wirklich ganz toll diese homepage, nur leider, wie auch schon die Vorschreiber aussagten, zu wenig Infos.....
Hunde sind bodenständig, der Mensch ist abgehoben (Michael Grewe)
Gast
@Rosa
@Piggeldy

Es stimmt wie Piggeldy es beschrieben hat, eine Bindung zu HSH kann genauso stark sein wie bei jeder anderen Rasse auch. Es kommt halt auf den Lebensstil an.
Meine leben ja auch bei mir in meiner Familie. Wir sind keine Schaeferfamilie. Trotzdem steckt diese Selbststaendigkeit natuerlich drin und die muss man natuerlich berueckichtigen.

Das vielleicht komische (Rosa) ist wirklich, dass man sie tatsaechlich (und fuer mich sogar ausschliesslich) NUR auf der Mensch-Hund-Beziehung (Basis sozialer Austausch) zu einem sicheren Begleiter machen kann, es also bei mir auch keine Leckerlie gibt, aber einen gewissen Zwang schon, den man vielleicht mit starker Konsequenz beschreiben koennte. Ich "zwinge meine Hunde ja nicht mit Gewalt", sondern ueberzeuge sie, dass "mein Weg" der bessere ist oder zumindest genauso gut und dass dieser dann auch noch Anerkennung findet. Das finden meine immer super toll Wenn sie dann verstanden haben, was ich erwarte, dann duerfen sie auch oft selbststaendig taetig werden.

Und da gestehe ich, dass ich das von Philipper beschriebene "Miteinander" bei uns wiederfinde. Hier darf jeder seine Aufgabe haben. Ist ja auch so ueblich in einem Rudel
Gast
Original von Piggeldy:

Eigenständige Rassen - absolut aufmerksames Verhalten

hmpf.... welche Art von Aufmerksamkeit meinst du denn?
Jene, in der der z.B. Mali sich regelrecht im "bei Fuß" laufen um das Bein seines Halters wickelt, den Blick nicht von dessen Augen abwendet?
Oder jene des Aussies, der begierig auf neue Anweisungen, Tricks, Kunststückchen wartet?

Ich denke, das was ich mit "Aufmerksamkeit" hier meine ist der "Will to please". Ich kenne mich mit Malis nicht aus, aus welchen Motiven die handeln, aber bei Aussies habe ich das schon erlebt.

Die würdest du z.B. bei meiner Husky und der HSH-Hündin nie finden.

Ich hatte zwar bisher noch weder einen Husky noch einen HSH, dafür aber einen Eurasier. Da ist der Chow drin. Die sind auch nicht käuflich, was nicht heißt, dass sie keine Leckerli nehmen -heißt aber noch lange nicht, dass sie dann machen, was du von ihnen willst. Erziehung mit Leckerchen bei diesen Rassen ist nur sehr bedingt möglich. Da kommst du mit "langem Atem" und "Bindung" schon wesentlich weiter.

Was ich jedoch erwarte (und diese Erwartung wird auch nie enttäuscht) >100%ige Verlässlichkeit.

Meinst du mit 100% Verlässlichkeit, dass die Kommandos immer sofort ausgeführt werden? Oder habe ich da was falsch verstanden?

Bindung bei eigenständigen Hunden?

Klar gibt es die, nur erreicht man sie mit anderen Mitteln, als bei anderen Hunden. Wie gesagt, Leckerchen kann man da schonmal vor die Füße gespuckt bekommen. Eigenständige Hunde achten auf ihre Menschen, weil sie ihnen vertrauen und gelernt haben, dass es für sie Vorteile bringt. Die größte Belohnung für meine Hündin ist der Freilauf - da kommt kein Leckerchen mit und sie hat schnell kapiert, dass ich sehr großzügig bin, wenn sie nach meinen Regeln spielt.

Würdest du unsere HSH-Hündin mit Wurst von irgendetwas ablenken wollen, >würdest du dich in ihren Augen zum Affen machen, sie dich eiskalt ignorieren >(das ist mal nem Hundetrainer passiert, der uns besuchte )

*haha* Hatte ne ähnliche Erfahrung mit einem Hundetrainer, der meinte er könne meine Hündin mit Wiener Würstchen kaufen...

Ach ja, wichtig ist glaub ich auch ein selbstbewußtes Auftreten im Umgang mit >diesen Hunden.
Und ganz viel Liebe natürlich.

Kann ich so nur unterschreiben.

LG
Rosa
Zuletzt geändert am 27.07.2011 18:55 Uhr
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