Tierkliniken im Fernsehen

weckener
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Ich habe seit geraumer Zeit die vielen Tierkliniksendungen im Fernsehen angesehen. Scheint zur Zeit Mode zu sein. In Vox die Lüneburger Tierklinik, in TLC verschiedenen Kliniken, sporadisch in anderen Kanälen ebenso.

Es ist sicher interessant zu sehen, was dort gemacht wird, wie die Diagnosen gestellt und und wie behandelt wird. Allerdings beschleicht mich manchmal das Gefühl, der Zuschauer wird verunsichert, was die Behandlung seines Tieres bei dem Haustierarzt betrifft. Beispiel: in der Lüneburger Klinik, wurde bei einer Katze Asthma festgestellt, die Ärztin meinte, man könne das mit ab und zu einer Tablette in den Griff bekommen. Mit Cortison. Ich habe eine Asthmakatze, die muss jeden Tag 2x inhalieren, mit Tabletten wird die Nieren geschädigt, mit der vorgeschlagenen Diagnose wäre meine Katze schon längst erstickt. Da sind große Untersuchungen nötig, aber in dem Fall wurde die Krankheit als relativ harmlos dargestellt. -- Dann ein älterer Hund, er hat Tumore auf der Milz, was zum schnellen Handeln auffordert, wurde dem Halter, nach 2x im Abstand von 4 Wochen geröntgt, mitgeteit, das ist harmlos. Das braucht nicht behandelt zu werden.
Meine Anny hatte vorletztes Jahr auch so ein Tumor, wir haben die Milz entfernt, weil man nicht erkennen kann, ist das harmlos oder nicht, eine Biopsie ist an der Milz nicht möglich, es stellte sich als harmlos raus, aber der Pathologe hat mitgeteilt, noch harmlos, kann aber jederzeit bösartig werden, deshalb war es richtig, die Milz zu entfernen.

Ich beobachtet es häufig, das die Tiere immer gleich geröntgt werden oder durchs MRT geschickt werden auch bei Sachen, die es sicher nicht erfordern.

Wenn ich nun das mit meinem TA vergleiche (und ich habe da wirklich die weißen Raben), der auch alle diese Dinge hat, aber seltener nutzt, außer bei starken Verdachtsfällen, muss ich nicht nach solchen TV Berichten denken, meiner ist nicht gründlich genug, oder macht zuviel? Ich muss in eine Klinik gehen, nur da bekomme ich die richtige Behandlung?
Was denkt Ihr darüber?
CairnLover
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Hallo weckener,

ich schaue mir solche Sendungen grundsätzlich nicht an.

Dass sich die Tiermedizin in Richtung Humanmedizin bewegt, ist ja schon viele Jahre zu beobachten. Dass mit vielen diagnostischen Untersuchungen auch viele Dinge gefunden werden, die der weiteren Abklärung bedürfen, ist auch nichts Neues.
Wir kennen das aus der Humanmedizin zur Genüge.
trixi11
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Original von CairnLover:

Hallo weckener,

ich schaue mir solche Sendungen grundsätzlich nicht an.

Dass sich die Tiermedizin in Richtung Humanmedizin bewegt, ist ja schon viele Jahre zu beobachten. Dass mit vielen diagnostischen Untersuchungen auch viele Dinge gefunden werden, die der weiteren Abklärung bedürfen, ist auch nichts Neues.
Wir kennen das aus der Humanmedizin zur Genüge.

hast mal wieder gar nix verstanden.
Man vergleicht hier die Möglichkeiten, die im TV angezeigt werden und das was in den einzelnen Praxen tatsächlich abgeht. Es geht nicht darum, ob es in Richtung Humanmedizin geht.

Und kein Mensch wollte wissen, dass du dir solche Sendungen nicht ansiehst, man wollte über das Gesehene diskutieren. Für dich leider nicht möglich, da du es ja nicht anschaust....
CairnLover
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Original von trixi11:

Original von CairnLover:

Hallo weckener,

ich schaue mir solche Sendungen grundsätzlich nicht an.

Dass sich die Tiermedizin in Richtung Humanmedizin bewegt, ist ja schon viele Jahre zu beobachten. Dass mit vielen diagnostischen Untersuchungen auch viele Dinge gefunden werden, die der weiteren Abklärung bedürfen, ist auch nichts Neues.
Wir kennen das aus der Humanmedizin zur Genüge.

hast mal wieder gar nix verstanden.

Ich habe sehr genau verstanden, dass in den Sendungen die Diagnostik in den Vordergrund gerückt wird, um den Tierhaltern zu vermitteln, dass es ohne nicht mehr geht.

Man vergleicht hier die Möglichkeiten, die im TV angezeigt werden und das was in den einzelnen Praxen tatsächlich abgeht.

Da gilt doch bei allen Ärzten- Gehe zu 10 Ärzten und Du bekommst mit Glück 10 Diagnosen und Behandlungen. Und Du kannst genauso gut an einen TÄ geraten, dessen Praxis die komplette Diagnostik einsetzt.

Es geht nicht darum, ob es in Richtung Humanmedizin geht.

Genau die Tatsache, dass es immer mehr Richtung Humanmedizin geht, beklagt weckener doch, wenn sie schreibt, dass die Tiere in den TV-Sendungen meist sofort geröntgt werden oder ein MRT gemacht wird. In der Humanmedizin ist der Einsatz von zuviel Diagnostik schon lange ein umstrittenes Thema. Ein Prof. aus der Humanmedizin hat mal gesagt, dass beim Einsatz dieser Diagnostik bei jedem was gefunden wird, was weiter abgeklärt werden muss und dass er den massiven Einsatz der Diagnostik es für vollkommen überzogen hält. Aber manche wollen es ja genau wissen.

Und kein Mensch wollte wissen, dass du dir solche Sendungen nicht ansiehst, man wollte über das Gesehene diskutieren. Für dich leider nicht möglich, da du es ja nicht anschaust....

Neben der Tatsache, dass ich keine Lust habe, mir auf Kosten des Leids von Tieren die Zeit zu vertreiben, bist Du wohl noch nie auf die Idee gekommen, dass hinter solchen Sendungen ein Ziel steht?
Die meisten TÄ haben mittlerweile reichlich Diagnostik. Da ist es von Vorteil, wenn die Akzeptanz für den Einsatz dieser Diagnostik bei Tieren durch solche Sendungen erhöht wird.
.
Zuletzt geändert am 19.01.2018 18:23 Uhr
trixi11
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Halte dich doch hier raus, wenn man über den Inhalt der Sendungen schreiben möchte.
Du guckst sie doch gar nicht
weckener
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+ 3
@trixi11,
Du hast genau mein Anliegen begriffen.
@CairnLover halt Dich raus, du bist auf einem völlig anderen Pfad, wenn Du solche Sendungen nicht gesehen hast, kannst Du nicht mitreden!

Ich habe bei DS nun oft Hundebesitzer erlebt, die, wenn ihr Tier krank ist, sich hier im Forum Rat holen wollen. Wir antworten immer unisono, geh zum TA, lass das abklären.
Meine Gedanken gehen dahin, könnte es sein, das solche TV Sendungen die HH so verunsichern, das sie lieber ganz Fremde fragen, als zum TA zu gehen. Weil sie Zweifel haben, den richtigen zu erwischen. Oder aber nach dem Besuch im TV einen ähnlichen Fall zu sehen, der ganz anders behandelt wird. Wobei nicht gesagt ist, dass die Tierkliniken in allen Fällen das Richtige machen.
Ich kenne einen ganze Reihe HH, die mit ihrem Hund in die Gießener Tierklinik gegangen sind und nicht richtig beraten wurden, sondern erst der TA auf dem platten Land das Problem schnell erkannt und behandelt hat...

Was ich auch ganz schrecklich finde (gut, ist ja ein Privatsender, der von Sensationen lebt), sind die Fälle, wo ein Tier nicht mehr zu retten ist und eingeschläfert werden muss. Da wird minutenlang die weinenden HH in Großaufnahme gezeigt, alle Familienmitgliedern, die verzweifelt sind, das es kurz gezeigt wird, ist verständlich, andere Menschen sollen sicher erkennen das es kein übertriebenes Verhalten gibt. Wem kommen nicht die Tränen, wenn sein Tier stirbt? Ich verstehe die Tierhalter nicht, die dafür die Genehmigung geben!

Die Sendung im TLC ist mehr dazu da, einem TA, der eine Klinik in USA hat, die sich sehr für Tierschutz engagiert, zu zeigen. Wie dort die TÄ arbeiten müssen, das würde hier jeder ablehnen. Da fährt der TA mal so 300 km um Wölfe, Esel, Katzen, Tiger, zu behandeln und zu kastrieren, zum Teil ohne Bezahlung.... Ist aus dem Grund schon sehenswert. Der TA sagt aus seiner Klinik geht kein Tier ohne kastriert zu werden. Die meisten Tierhalter sind Sozialfälle, er will nicht noch mehr für Nachwuchs sorgen.
CairnLover
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Original von weckener:
Ich habe bei DS nun oft Hundebesitzer erlebt, die, wenn ihr Tier krank ist, sich hier im Forum Rat holen wollen. Wir antworten immer unisono, geh zum TA, lass das abklären.
Meine Gedanken gehen dahin, könnte es sein, das solche TV Sendungen die HH so verunsichern, das sie lieber ganz Fremde fragen, als zum TA zu gehen. Weil sie Zweifel haben, den richtigen zu erwischen.

Da Du zu 10 Tierärzten oder Ärzten gehen kannst und am Ende viele verschiedene Diagnosen haben wirst, ist der Zweifel daran, ob Du den richtigen Arzt erwischt hast, doch durchaus berechtigt und begründet.

Soweit ich erinnere, hatte die letzte HH, die sich hier Rat eingeholt hat, zwei verschiedene Diagnosen von 2 Tierärzten.
Denke nicht, dass die Verunsicherung von HH durch das Schauen solcher TV-Sendungen größer wird, als sie durch den Besuch verschiedener TÄ mit verschiedenen Diagnosen ist.
Zumal das, was man im TV sieht, ja erstmal nichts mit einem selbst zu tun hat.

Jede Behandlung einer Erkrankung ist doch zudem auch eine persönliche Abwägungssache, die den Zustand des Hunds berücksichtigt.
Die meisten Milztumore sind gutartig und wenn der Tumor an der Milz nicht wächst und vermutet wird, dass er gutartig ist (was man eigentlich auch durch Blutwerte feststellen kann) und das OP-Risiko beim älteren Hund hoch ist, dann operiert man nicht, weil man ja nichts gewonnen hat, wenn der Hund während der OP verstirbt. So lange, dass aus einem gutartigen Tumor ein bösartiger wird, lebt ein älterer Hund zudem wahrscheinlich nicht mehr.

Du hast für dich gemeinsam mit deinem TA die Entscheidung getroffen, deine Hündin wegen dem Tumor an der Milz operieren zu lassen. Das war für dich richtig.
Andere werden sich, ob sie nun diese Folge gesehen haben oder nicht, völlig unabhängig von deiner Entscheidung so entscheiden, wie sie und ihr Arzt es für den betreffenden Hund für richtig halten.

Wenn ich selbst so einen gutartigen Tumor hätte, würde ich mich nicht operieren lassen.
Es ist also nicht davon auszugehen, dass ich einen meiner 9jährigen Hunde wegen einem gutartigen Tumor operieren lassen würde, weil er möglicherweise irgendwann bösartig werden könnte.
christianeadler
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Ich weiss nicht, ob diese Einblicke in die Fälle in Tierkliniken wirklich die Tierhalter verunsichern. Bei mir schaffen sie eigentlich nur ein Bewusstsein, was in der Tiermedizin aktuell machbar ist. Wirklich informativ finde ich z. B. den "Super- Doc" aus England auf SIXX wegen seiner kreativen Einfälle. Die Serien um alltägliche Fälle sehe ich eher mal zufällig. Dann ist das für mich ähnlich wie bei den TV- Hundetrainern. Ich rätsele bei der Diagnose mit und frage mich, ob ich als Besitzer mit der Behandlung einverstanden wäre. Das wird mich nicht grossartig verunsichern. Allerdings habe ich auch Haustierärzte, mit denen ich locker über alle Vorschläge diskutieren kann, die ich mir selbst irgendwo in der Literatur, in Foren oder TV angeeignet habe.

Bei der Auswahl eines Haustierarztes habe ich auf die technische Ausstattung wenig geachtet. Ich stelle nicht den Anspruch, dass er millionenschwere Kredite für seine Praxisausstattung aufgenommen hat. Bei uns ist die Einrichtung spartanisch, Röntgengerät und Ultraschall sind alt. Dafür sind sie aber auch noch selbst bezahlt, und die Praxis wird weder von Futterherstellern, noch von dubiosen Investoren finanziert. Ich muss mir keine grossen Sorgen machen, dass Behandlungsvorschläge nur zur Abzahlung der technischen Geräte gemacht werden und mir ein Diätfutter angedreht wird, weil der Hersteller im Hintergrund die Fäden zieht. Wenn ich mal eine CT oder sowas brauche, fahre ich in eine Tierklinik. Für den Alltag ist es mir wichtiger, dass meine Tierärzte sich mit mir Sorgen um jedes Tier machen, selbst am Sonntag privat erreichbar sind, offen für alternative Heilverfahren sind und sich geduldig für jeden Patienten genug Zeit nehmen. Da habe ich nämlich auch schon ganz andere Erlebnisse gehabt, die aber sicher nicht im TV als Werbung gezeigt würden.
Leben ist das, was passiert, während du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen. (John Lennon)
Lincan
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Es kommt m.M. darauf an, wer solche Sendungen schaut. Wenn es Menschen sind, die ständig unreflektiert alles übernehmen, was im TV dargestellt wird, dann kann es durchaus eher schädlich sein. Aber solche Menschen würden sich auch weiterhin auf solch medialen Wegen informieren anstatt zum Tierarzt zu gehen. Es ist ein Graus, was ich zum Beispiel bei Facebook lesen muss. Dort fragen doch tatsächlich erstmal in die Runde, was der Hund haben könnte, um dann gleich noch eine dort beschriebene Therapie auszuprobieren.

Für mich sind solche Sendungen informativ, eine Wissenserweiterung, aber kein Grund, dies 1 : 1 auf meine Tiere zu übertragen.

Übrigens: auch die Antwort, dass man solche Sendungen gar nicht sieht, gehört hierhin, denn sie ist eine Aussage zum Thema.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
Zuletzt geändert am 24.01.2018 06:31 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20798
@Weckener: Ich glaube, Du bist da auch auf einem falschen Pfad
Und ich denke nicht, dass die Neulinge, die hier ratsuchend im Forum aufkreuzen (und dann zumeist sang- und klanglos wieder verschwinden), das deshalb tun, weil sie sich durch TV-Sendungen haben verunsichern lassen.
Da halte ich die Devise „Geiz ist geil“ für einen viel mächtigeren Antrieb – umso größer die Frustration, wenn es ihnen „unisono“, wie Du schreibst, aus dem Forum entgegenschallt: „Geh zum Tierarzt!“

Es gibt natürlich aber auch Hundehalter, die sich den Tierarzt einfach nicht leisten können. Bloß: Kann ihnen ein Hundeforum mit unverbindlichen, unprofessionellen, auf persönlicher Erfahrung beruhenden Ferndiagnosen wirklich helfen? In einigen Routinefällen vielleicht, aber in den meisten Fällen sicher ebenso wenig wie die Haustier-Unterhaltungsindustrie inklusive der Sendungen über Tierkliniken. Ich denke, dass dieser mediale Aufwand, abgesehen davon, dass er selbst ein Geschäft ist (Werbe-Einnahmen entsprechend den Einschaltquoten; die sind hoch, weil alles, was mit Haustieren zu tun hat, große Aufmerksamkeit genießt), auch das Geschäft für die Tierärzte und Tierkliniken ankurbeln soll, entsprechend Christianes Hinweisen.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 24.01.2018 15:26 Uhr
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