Tierfriedhof - juristischer Rat gesucht

holy underdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3812
Folgender Sachverhalt:

Seit dem 18.12.1999 haben wir einen Pachtvertrag für 4 Jahre mit dem Tierfriedhof (Name/Ort vorläufig unwichtig) für ein Grab (Rocky) - also bis 17.12.2003

Diese Pacht wurde durch Weiterzahlung um weitere 4 Jahre verlängert - also bis 2007

Und weiterhin um 4 Jahre verlängert bis 2011
(Alles ohne weitere Formalitäten)

Am 16.06.2011 starb Teddy und es gab einen Nachpachtungsvertrag - Beginn: 17.06.2011 - wiederum um 4 Jahre - also bis 16.06.2015

Am 16.06.2015 haben wir wie üblich (pünktlich) eine Überweisung/(Zahlung für weitere 4 Jahre)
veranlasst.
Am 18.06.2015 gab es eine Rückzahlung dieser Überweisung (Bankkopien liegen vor!) - mit dem Hinweis: Dieses Konto existiert nicht !
(obwohl wir die vorangegangenen Zahlungen über dieses Konto abgewickelt haben!)

Dieser Zahlungsrückläufer und uns aber durch die verschleppte Postzustellung zur Zeit erst ein paar Tage später erreicht.

So - und jetzt wird es richtig "lustig" :

Letzten Donnerstag (18.06.2015) war mein Mann noch auf dem Tierfriedhof - "die Jung's besuchen - Alles normal.

Heute kommt mein Mann zurück - völlig entsetzt - DAS GANZE GRAB IST ABGERÄUMT !

Das heisst: 3 Buchsbäumchen und eine mühsam selber gefräste Marmortafel - FUTSCH !

Empörter Anruf bei den Betreiber des Tierfriedhofes: Frage: was ist los ?


Antwort: "ich möchte Sie nicht mehr als Pächter haben! Weil Sie alles komplizieren!"
(wir haben damals Bedenken angemeldet: warum z.B. eine Baumwolldecke für 60€ gekauft werden musste - obwohl die Decke, in der Teddy eingewickelt war - 100% Baumwolle war!)


Meine Frage - ganz pragmatisch gefragt - KANN ER DAS ?

Und für den Fall,kann er uns das Betreten des Friedhof-Geländes verbieten ?

Und noch wichtiger: selbst wenn der Betreiber das dürfte - was ist mit dem Inhalt des Grabes ? Also die Gebeine unserer Jungs - ????

LG holy underdog
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 25.06.2015 19:59 Uhr
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20212
Sowas ist doch wohl eine Gemeinheit. Da ist die Motivation für den Betreiber ganz sicher nicht seine Tierliebe.

Für eure rechtlichen Möglichkeiten ist wichtig, wie in eurem Vertrag die Option auf Verlängerung vereinbart wurde. Es gibt drei Möglichkeiten: Gar nicht (neuer Vertragsabschluss erforderlich), bei Nichtkündigung automatisch oder auf Antrag. Ich nehme an, dass ihr die letzte Variante habt und die Verlängerung formlos durch Zahlung der Pacht erfolgte. Wenn der Eigentümer jetzt nicht mehr will, habt ihr ein Problem. Rechtlich hättet ihr euren Willen zur Pachtverlängerung vor Ablauf des Vertrags mitteilen und er hätte sich innerhalb der Frist dazu äussern müssen.

Was man da mit euch gemacht hat, ist natürlich hinterhältig. Bei jedem Friedhof für Menschen werden die Hinterbliebenen bei Ablauf der Pachtzeit angeschrieben, ob sie eine Verlängerung des Vertrags wünschen, weil sie ansonsten der Räumung zustimmen. Soviel Pietät würde ich vom Betreiber eines Tierfriedhofs auch erwarten. Ich befürche allerdings, dass das nicht einklagbar ist, solange Tiere im Vertragsrecht als Sache behandelt werden.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
holy underdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3812
@ christianeadler

Vielen Dank für Deine Antwort !

Nochmal zu dem Telefonat:
Unsere Frage: Die Überweisung ist zurückgekommen - Begründung: kein Konto auf diesen Namen.
Antwort des Betreibers: Das Konto hätte er nicht mehr.

Unsere Frage: Warum wurde uns das nicht mitgeteilt ?
Seine Antwort: Das bräuchte er nicht und überhaupt "ich möchte Sie nicht mehr als Pächter haben! Weil Sie alles komplizieren!".....usw.....siehe oben.

Anmerkung:

Wären wir nicht zufällig auf dem Tierfriedhof gewesen und hätten völlig überraschend das Grab abgeräumt vorgefunden -

...und hätten wir daraufhin (und aufgrund der fehlgeschlagenen Überweisung) nicht beim Betreiber angerufen, hätten wir bis heute keine Kenntnis von diesem gesamten Vorgang gehabt.

Irgendeinen Schriftwechsel mit uns oder eine Aufkündigung des Pachtvertrages seitens des Betreibers hat es nicht gegeben !

Eine Klausel betreffend Pachtverlängerungen und ggf. Modalitäten, wie eine Pachtverlängerung vorzunehmen ist - also welche Vertragspartei handlungspflichtig ist - GIBT ES NICHT !

Es gibt lediglich die Klause: Die Mindestpachtzeit beträgt 4 Jahre

Wir konnten also davon ausgehen, dass ohne weitere Formalitäten bei Weiterzahlung um weitere 4 Jahre verlängert wird - SO WIE WIR ES SEIT ENDE 1999 ohne Beanstandung des Betreibers gehandhabt haben !!!


Tatsache ist ja: unseren Hunden tut das Alles nicht mehr weh - die sind ganz "woanders" - Ich persöhnlich müsste auch kein sichtbares Grab für unsere Hunde haben - ich wollte nur, dass sie in die Erde kommen und nicht zu Industriefett oder sonstiges verarbeitet werden ! - Mir wäre ein Grab in der "Wildnis" viel lieber gewesen !

- Aber uns stinkt dieses Verhalten des Betreibers ganz gewaltig !

Wenn es uns egal wäre, was mit den Hunden nach ihrem Tod geschieht, hätten wir sie auch gleich der Tierkörperbeseitigung übergeben können ! Wir hätten dann übrigens eine Menge Geld gespart !

Fakt ist auch: Dieser Tierfriedhof lag früher (also bis vor einigen Jahren) inmitten von landwirtschaftlichen Flächen - Pferdeweiden ect.

Inzwischen ist die Wohnbebauung bis dicht an den Tierfriedhof rangerückt - da drängt sich schon der Verdacht auf, ob dieses Grundstück nicht langfristig für den Betreiber gewinnbringender zu verwerten ist !?

Mit Tierliebe hat der Betreiber nichts "am Hut" - Am Ende geht es doch immer nur um Geld/Gewinn !

LG holy underdog

PS. Wir sind übrigens nicht die einzigen "Pächter", denen das Verhalten sowie die Umgangsformen des Betreibers schon länger "übel aufgestossen" ist.
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 26.06.2015 11:11 Uhr
Catalou
  • Begleithund
Beiträge: 1834
Normalerweise gibt es in einem Pachtvertrag auch eine Klausel über die Bedingungen der Beendigung der Pacht.
Da dies in deinem Fall nicht so ist, hast du leider keine rechtliche Handhabe, denn der Vertrag kann somit beidseitig jederzeit bzw. bis Ablauf der bezahlten Pacht gekündigt werden.
Ich kenne einen Fall, wo es Bekannten erging wie dir, aber da waren die Gründe ziemlich handfest. Der Hundefriedhof machte Pleite und wollte das nicht öffentlich machen. Natürlich kann es auch sein, dass die Pachtgebühr ordentlich erhöht werden sollte ..
Man könnte sicherlich den Betreibern einen Rechtsanwalt an den Hals hetzen, fragt sich nur, ob sich das lohnt.

Bei Tierfriedhöfen handelt es sich zumeist um eingetragene Genossenschaften und genau da müsste es möglich sein, sich schlau zu machen.

Ein Fall wie deiner bringt mich dazu, für meine Tiere eine Feuerbestattung ins Auge zu fassen. Eine Urne kann einem keiner weg nehmen.
Zuletzt geändert am 26.06.2015 11:36 Uhr
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1294
Das tut mir sehr leid für euch!!!!

Was ist mit eurem Eigentum, z.B. Marmorplatte? Das muss er euch zurückgeben oder ersetzen. Allein schon deswegen würde ich diesen Menschen nicht in Ruhe lassen!

Ich habe meine jeweils zum Krematorium gebracht und eine Einzeleinäscherung vollziehen lassen (habe sie bis auf die Schiene gelegt, wollte es nicht Andere machen lassen). Es kam jeweils der in der Altersfolge nachstehende Hund mit....

Die Asche bzw. gemahlene Knochen habe ich mit nach Hause genommen...... Mir persönlich gab das ein besseres Gefühl als auf dem Friedhof (den es bei uns auch gibt), zumal ich eh kein Friedhofsmensch bin und mich auch kremieren lasse.

Ist vllt. jetzt OT, aber denke, wenn es einige lesen, die sich noch nicht damit befassen, erhalten sie Anregungen - und können sich durch dein Beispiel möglicherweise dann auch besser schützen bzgl. der Verträge.
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
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