Sinn und Unsinn von Wesenstests – Gansloßer und Bloch im Hessischen Landtag
Klasse! Hoffentlich hat es auch positive Wirkung und verklingt nicht wieder in Schall und Rauch.
"In zukünftigen Zeiten gibt es womöglich keine Seelenwanderer mehr, und die Freundschaft zwischen Mensch und Hund ist alles, was davon bleibt: Als Erinnerung an das, was einmal war."
Für eine bessere Übersicht gehts hier weiter:
http://www.dogspot.de/forum/thema/wichtig-fuer-alle-hundehalter-wiesbadener-manifest/?p=1#330016
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Beiträge: 3617letzte Woche fand etwas statt was eigentlich lange vor Einführung der Listenhunde in Deutschland hätte stattfinden sollen, Experten, Politiker und Tierschutz setzten sich zusammen und redeten über Sinn und Unsinn von Wesenstests, Gefährlichkeiten der Rassen usw.
Die SPD in Hessen hatte geladen, zusammen mit dem Wiesbadener Tierschutzbund und stieß damit auf so großes Interesse, das die Veranstaltung spontan in einen größeren Raum verlegt werden musste.
Erst sprach Dr. Udo Gansloßer über die derzeitigen Wesenstests und schlüsselte auf, warum diese aus wissenschaftlicher Sicht keine Aussagekraft haben.
Dann hielt Günther Bloch einen Vortrag und sprach sich für die Abschaffung der Rasselisten aus, für die Schaffung von mehr Freilaufflächen und für eine Halterschulung vor Anschaffung eines Hundes.
Ein komplettes Protokoll dazu gibt es hier als Pdf:
http://www.profis-4-dogs.de/images/stories/p4d/pdf/201008_protokoll_hundepolitischer_abend_wiesbaden.pdf
Zitate:
Aussage Udo Gansloßer Wesenstests:
Die Praxis zu Verhaltensüberpfrüfungen, die in verschiedenen Bundesländern verschiedenen Gepflogenheiten folgt, ist aus methodischer und wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar, da sie zu keinen nachvollziehbaren und damit belastbaren Egrebnissen führt. Dies liegt hauptsächlich an der Methodik. Zustimmung gibt es meist von denen, die von Amtswegen her verpflichtet werden, Verhaltentests durchzuführen.
Aussagen Günther Bloch, gerichtet an uns Hundehalter:
Wieso halten Hundehalter verschiedener Rassen denn nicht zusammen, um solchen Unsinn zu verhindern? Immerhin geht es um das gemeinsame Kulturgut Hund, das es zu verteidigen gilt!
Die Historie einer Hunderasse für die Einstufung von gefährlichkeit zu bemühen ist Unsinn.
Und auch:
Was Deutschland braucht, ist eine Streitkultur. Die Streitkultur scheint in Zeiten, in denen die größte Partei die der Nicht-Wähler ist, bedauerlicherweise abhanden gekommen zu sein. Jeder der Teil einer Demokratie ist, hat das Recht mitzuwirken, zu meckern, zu kritisieren und seine Meinung kund zu tun. Aber: Wer nicht wählen geht, vergibt sein Recht darauf, Veränderungen zu fordern. Das gilt auch für Hundehalter, die sich nicht an einem demokratischen System beteiligen. Wir haben das demokratische Recht uns zu äußern und zu kritisieren. Wir müssen nicht nur die Pflichten einhalten, sondern sollten auch die Rechte einfordern. Wenn man diese Rechte nicht wahrnimmt wird sich auch nichts ändern.
Meiner persönlichen Meinung nach war diese Veranstaltung (ein kleiner Bereicht dazu noch hier wo ersichtlich ist wer teilgenommen hat: http://www.pet-group.de/index.php/aktuelles/198-hundepolitischer-abend-wiesbaden ) sehr wichtig und der allererste Schritt in die richtige Richtung. Erschreckender weise zeigt sich in Listenhunddiskussionen immer, das es doch noch viele Halter gibt die an die Gefährlichkeit mancher Rasse fest glauben. Da sollte es weiterhelfen, wenn Verhaltensbiologen und anerkannte Experten der Materie sich absolut dagegen aussprechen.
Die Beissvorfälle sind seit Einführung der Gesetze gestiegen, das hat bisher noch niemand so deutlich gesagt und war auch Bestandteil der anschließenden Diskussion.
Alles in allem kann man, meiner Meinung nach, klar und deutlich sagen das hier genau zu sehen war, das der Politische Wille die Menschen vor Hunden zu schützen so einfach nicht funktioniert hat.
Viel Spaß beim Lesen des Protokolls, vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung, das sich die Einstellung der Menschen zum Raubtier Hund wieder ändert.
Gruss
Sandra