Sieht mein Hund einen anderen, dann ist er weg und nicht mehr abrufbar.

Rettungsteddy
  • Halbstarker
Beiträge: 284
Hallo,

mein 6 jähriger Rüde Tommy ist ein typischer Labrador, in ALLEM und JEDEM sieht er einen Freund.
Das sind zwar super Eigenschaften, doch irgendwie leidet darunter die Bindung zu mir, denn wenn er mich nicht mehr sieht, dann hat er keinerlei Verlustängste, denn es kreuzen ja noch so viele andere interessante und nette Lebewesaen seinen Weg, die man dann überschwänglich und freundlich begrüßen kann.

Da sich Tommy in der Vergangenheit beim Spatziergang immerwieder mal selbstständig gemacht hat, war dann immerwieder Schleppleinentraining angesagt.

Ich habe dieses Training jedesmal mehrere Monate durchgezogen und ihn konsequent an der Schleppe gelassen, dann nach und nach die Schleppe abgebaut bis zu dem Zeitpunkt, als ich ihn wieder frei laufen lassen konnte.

Dies funktionierte dann auch etliche male gut, doch irgendwann kam der Punkt, andem Tommy wieder abhaute und das ganze Training war wieder umsonst.

So ist es nun auch gestern wieder geschehen ;-(

Solange Tommy in einem gewissen Radius von mir bleibt, lässt er sich relativ gut zurückrufen.
Das Problem tritt jedoch immer dann auf, wenn er in der Entfernung einen anderen Hund sieht.
Es gibt für ihn wohl keinen größeren Reiz als andere Vierbeiner.
Mein Tommy ist derart auf andere Vierbeiner fixiert (freundllich gestimmt), dass ihn in dieser Situation nichts mehr bremsen kann und er zu dem anderen Vierbeiner hinprescht.

Gestern hat es sich nun so zugetragen:

Tommy sieht den anderen Vierbeiner in ca. 300m Entfernung und prescht zu ihm hin.
Kurzes überschwängliches "Hallo" sagen und dann nutzt er diese Gelegenheit um genausoschnell weiter zu rennen, jedoch nicht zu mir zurück, sondern in die andere Richtung, also von mir weg.

So schnell wie er rennt, komme ich ihm nicht hinterher und im nu hat er einen guten KM zurückgelegt.

Gestern habe ich ihn dann ca. 1,5KM von dem Ort, wo er ausgebüchst ist, wieder eingefangen (Dank meiner Telefonnummer, welche ich an seinem Geschirr angebracht hatte).
Er hatte sich bei einem fremden Hundebesitzer im Haus eingenistet, spielte dort mit dem Haushund und bekam Leckerlie von dessen Besitzer.

Genauso war es in den vergangenen Male auch, jedesmal sieht er einen Hund, rennt zu dem hin und nutzt dann diese Situation aus um weiter abzuhauen.

Jedesmal findet man ihn dann irgendwo bei einem fremden Menschen, der ihn verwöhnt.

Tommy hat somit wohl verknüpft, wie toll das Abhauen ist !

Ich möchte jedoch nicht bis ans Lebensende mit ihm an der Schleppe laufen, denn Tommy ist ein Energiebündel und benötigt Auslauf !

Ich versuche seit ewiger Zeit meine Spatziergänge so abwechslungsreich wie möglich zu machen, z.B. sucht Tommy sehr gerne und deswegen verstecke ich auf dem Spatziergängen ständig diverse Dummys die er dann suchen darf.
Auch machen wir sehr viele Übungen, bei denen er sich ZUERST ruhig ablegen muss, liegen bleiben muss, ich mich von ihm entferne, etwas verstecke und er dann erst auf mein Komando loslaufen darf, das klappt alles recht gut.

Doch sobald ein anderer Hund in sein Sichtfeld kommt, dann ist jeglicher Erziehungserfolg zu nichte gemacht. ;-(

Ich versuche ihn auch seit einiger Zeit beim Gassi gehen mit Leckerlies an mich zu binden, das funktioniert dann aber dermasen gut, dass er sich so sehr auf mich fixiert und das "Geschäft machen" total vergisst.
Ich versuche ihn in dieser Situation dann ständig das Kommando "lauf" zu geben, sodass er sich aus dem Fuß löst, doch er rennt dann nur 2-3 Schritte vorraus und kommt sofort wieder zu mir zurück, denn es könnte ja Leckerlies geben.

Ich habe in dieser Situation dann echt das Problem, dass er wie eine Klette an mir hängt und KEIN Geschäft macht.

Trotzdem, sobald ein Hund in sein Sicht- bzw. Riechfeld kommt, dann schaltet er total um und weg ist er.
Ich habe noch nie einen Hund gesehen, der so extrem auf andere Hunde fixiert ist, Tommy sieht in dieser Situation immer wie ein Junghund aus, der freundlich quiekend und fiepend den anderen Hund begrüßen tut.
Jeder der ihn in dieser Situation sieht, meint, dass Tommy noch kein Jahr alt ist, so verhält er sich gegenüber dem anderen Hund.
Ich weiß, dass Labradore Spätsünder sind, doch dass ein Labi mit 6 jahren immernoch ein derartiger Kindskopf ist, das ist doch nicht normal, oder ?

Ich bin langsam echt am Verzweifeln, denn ich weiß nicht, wie ich ihn in dieser Situation unter Kontrolle bringen soll ?

Ich trau mich ihn nun nicht mehr frei zu lassen, denn ich habe immer Angst, dass er wieder wegrennt und diese Anspannung meinerseits bemerkt Tommy ja auch !

Habt ihr mir Tips, wie ich noch mit ihm arbeiten kann um dieses Problem in den Griff zu bekommen ?

Vielen Dank für die Infos.
Gruß Frank
"Ein Hund bleibt dir im Sturme treu, ein Mensch nicht mal im Winde" (Franz v. Assisi)
texaslady
  • Forenwelpe
Beiträge: 6
Hallo Rettungsteddy.
Da hast du echt ein großes Problem. Meine Frage an dich...hast du Freunde oder Bekannte mit Hunden? dein Hund verknüpft abhauen mit Leckerchenund spielen, ganz klar. Zumal er noch nie eine schlechte Erfahrung damit gemacht hat. Wenn du Freunde oder Bekannte mit Hunden hast, könnten sie dir vieleicht helfen. Ich würde es auf diesem Wege versuchen. Bitte sie doch mit ihren Hunden in die nähe zu kommen wo du mit deinem Hund spazieren gehst. Allerdings sollten deren Hunde oder Hund angeleint sein. Wenn dein Hund den anderen Hund sieht, wird er wahrscheinlich abhauen. Bevor du dich aber triffst mit den anderen Hunden,rede mit ihnen und bitte sie, wenn dein Hund auf sie zu kommt, agressiev zu reagieren, wenn dein Hund sich ihnen nähert. Deine Bekannten oder Freunde sollen ihn einfach verscheuchen, mit anschreien und drohen. Der normale Effekt ist, das sich dein Hund erschrecken sollte und den Schutz von dir suchen sollte. Lass die Entfernung zwischen dir und deinem Hund aber nicht zu groß werden, sonst könnte es passieren das er einfach wo anders weg läuft. Er sollte dich auf jeden Fall noch sehen. Und wenn die anderen anfangen deinen Hund zu verscheuchen, solltest du ihn sofort rufen. Wenn er dann kommt, Gibts natürlich eine wiedersehensfreude ohne gleichen. Sehr viel Lob und so.
Versuch es einfach. Bin schon gespannt wie es wird.
Das einzigste wovor du angst haben mußt, sind die ignorannten Besserwisser...
Denn es giebt so viele von ihnen!

MAKE MY DAY.....
TickyTacky
  • Moderator
Beiträge: 3602
+ 3
Hallo
meine Hündin würde so einer überschwengliche freundlichen Labradorbegrüßung sehr böse aufnehmen, ist es denn noch nie passiert das er da mit seiner Art ins offene Messer gelaufen ist?

Leider würde ich an Deiner Stelle die Schleppleine wieder auspacken und auch nicht mehr abmachen. Meine Hündin läuft auch ein Leben lang mit Schleppleine und hat damit problemlos freilauf.
Das würde ich deshalb so machen, weil die Verknüpfung Schleppleine dran= weglaufen sinnlos, Schleppleine ab=Herrchen hat keinen Zugriff sicherlich vorhanden ist. Auch läuft er ja zum nächsten Hund kommt dann aber nicht wieder, auf Hundebegenungen könnte man ja noch ein Freigabe auftrainieren, aber das weglaufen danach halte ich ohne Schleppleine für sehr problematisch.

Vielleicht hilft eine Art Supersignal um ihn zu stoppen.

Gruss
Sandra
Mother Nature always wants to be balanced - Cesar Millan
Rettungsteddy
  • Halbstarker
Beiträge: 284
Um gleich 2 Fragen zusammen zu beantworten:

Nein, Tommy hat bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, wenn er zu anderen (seis Menschen oder Hunde) hingerannt ist.

Es gab auch noch nie eine Situation, wo Tommy von einem anderen Hund angegangen worden ist.
Ich habe echt den Eindruck, die anderen Hunde nehmen sein Verhalten gar nicht ernst, ich habe immer den Eindruck, die anderen Hunde denken "och Gott, jetzt kommt da so ein kleiner durchgeknallter Clown, den kann man nicht ernst nehmen".

Stop...mir fällt gerade ein, einmal wurde er von einem Rüden angegangen, doch Tommy rannte immer wieder in seiner stürmisch und überschwänglichen Freude zu ihm hin, irgendwie hat Tommy wohl nicht erkannt, dass es ausser Freundlichkeit auch noch andere Charaktären gibt.
Mein Bruder meinte mal: "Dein Tommy könnte man aus Wut an die Wand klatschen, er würde dennoch wieder freudig zu dir zurückkommen, da er dies für ein Spiel halten würde."

Wie Hexaslady schon schrieb, Tommy hat wohl in seinem bisherigen Leben noch nie eine schlechte Erfahrung gemacht und sieht Alles und Jeden als Freund an.

Vielleicht sollte ich wirklich an diesem Punkt ansetzen, auch wenn es mir natürlich in der Seele weh tut, einem freundlichen Hund zu zeigen, dass seine Freundlichkeit nicht immer auf Gegenliebe stößt und die Personen, die ihn angehen sollen, denen wird das auch unheimlich schwer fallen, denn Tommy ist einfach ein liebenswerter Kasper, dem man nicht so einfach böß sein kann bzw. aggressiv gegenübertreten kann.

Gruß Frank
"Ein Hund bleibt dir im Sturme treu, ein Mensch nicht mal im Winde" (Franz v. Assisi)
Zuletzt geändert am 29.08.2010 16:37 Uhr
Fiona_Josy
  • Forenwelpe
Beiträge: 74
Also so wie du hier schreibst, ist echt toll.
Klar ist es ärgerlich, wenn er immer wieder ausbüchst, könnte ja mal auch einen Unfall verursachen, das wäre echt schlimm.

Also meine Hündin würde sich wahrscheinlich vor Angst ins Hemd machen lach

Aber ich würde es dann nicht mit anschreien oder so machen, sondern vllt einen HH mit einem Hund und deinem Tommy immer wieder aus dem weg gehen, einfach wegdrehen, so dass es ihm vllt bald zu blöd wird??
texaslady
  • Forenwelpe
Beiträge: 6
Ich glaube dir gern, das es dir und auch den anderen schwer fallen wird. Aber ich denke, du solltest es dennoch versuchen, denn so ist es ja nun auch kein Dauerzustand. Suche dir am besten jemaanden aus, den dein Hund nicht so gut kennt. Am besten wäre natürlich eine ganz fremde Person.
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Rettungsteddy
  • Halbstarker
Beiträge: 284
Anbei nochmal eine kleine Anektode aus Tommys "Abhauerleben":

Als Tommy das letzte mal abgehauen ist (war eine ähnliche Situation wie im Eingangsposting beschrieben), war er ganze 8h verschwunden (Damals hatte er noch keine Tel.-Nr. am Geschirr und war auch nicht geschippt) !!!

Eine Dame brachte ihn mir dann nach 8h zurück und erzählte mir folgendes:

Sie hatte ihre Terrassentüre offen und plötzlich stand Tommy mitten im Wohnzimmer und begrüßte freudig ihren Rüden (schon aus dieser Situation lässt sich erkennen, dass Tommy nicht ernst genommen wird, denn welcher Rüde würde in seinem Wohnzimmer einfach einen fremden Rüden dulden !?).

Tommy kuschelte dann mit dem Frauchen und Frauchen gab Tommy erstmal was zu fressen.

Danach sprang Tommy auf die Couch und kuschelte sich an die Oma, die dort lag unsd schlief.

Das Frauchen nahm dann Tommy ins Auto und fuhr mit ihm zum örtlichen Tierarzt (für Tommy eine super Abwechslung, denn einerseits fährt er absolut gerne Auto und andererseits geht er supergerne zum TA, denn dort sind ja soviele andere Vierbeiner, die man freudig begrüßen kann).

Da Tommy jedoch nicht gechippt war und ich bei einem anderen TA bin, kannte dieser TA Tommy nicht und konnte nicht weiterhelfen.
Also verfrachtete das Frauchen Tommy wieder ins Auto und fuhr in den nächsten Ort zur Polizei, doch auch die konnten nicht weiterhelfen, nahmen den Fall aber auf.

Frauchen nahm dann Tommy wieder mit zu sich nach Hause.

Als Schichtwechsel auf der Polizei war kannte einer der neuen Beamten einen Ansprechpartner in meinem Ort, der auf derGemeinde für entlaufene Hunde zuständig war, den rief er an und der kannte mich und meinen Tommy und wusste somit, wo Tommy hingehöre und so fand dann dieses Frauchen mit Tommy wieder zu mir.

Im Übrigen habe ich im Nachinein noch erfahren, dass er bevor er in diese Wohnung "einbrach", noch mit 2 weiteren Hundebesitzern, die er auf seinem Weg getroffen hatte, eine Zeitlang mit denen und ihrem Hund gassi ging, d.h. er hat die 2 anderen Hunde mit ihren Besitzeren auf ihrem Spatziergang begleitet.

Fazit:

Tommy hat gelernt (verknüpft), dass sich Abhauen lohnt, denn da trifft man viele nette Menschen und Hunde, die mit einem spielen, knuddeln, etwas zu fressen geben, dann noch Auto fahren und zum geliebten TA mit einem gehen, für Tommy war das ein Abenteuer erster Klasse !

Gruß Frank

P.S.
Wenn ich ihn übrigens nach seinem Abhauen irgendwo finde (setze mich meist in mein Auto und suche ihn, da er in kürzester Zeit enorm große Wegstrecken zurücklegt) und ihn dann rufe, kommt er freudig zu mir gerannt, springt ins Auto und wir fahren dann zusammen heim.
Natürlich begrüße ich ihn in dieser Situation dann überglücklich und es wird geknuddelt was das Zeug hält, denn er ist ja in dieser Situation sofort zu mir gekommen und kann das Abhauen und meine eigentliche Veärgerung darüber ja nicht mehr im Nachhinein verknüpfen.
Ausserdem überwiegt in dieser Situation bei mir immer die Freude und die Erleichterung, dass ich ihn wiederhabe, denn ihr könnt euch vorstellen, wie sehr ich jedes mal Angst habe, wenn er ausgebüchst ist, denn einen schwarzen Hund sieht man bei Dämmerung und bei Nacht ja so gut wie nicht und da ich an einer Hauptverkehrssrt. wohne sind die Stunden, indenen er weg ist, für mich immer eine Qual, denn er könnte ja auch angefahren irgendwo in einer Ecke liegen und qualvoll sterben.
"Ein Hund bleibt dir im Sturme treu, ein Mensch nicht mal im Winde" (Franz v. Assisi)
Zuletzt geändert am 29.08.2010 16:56 Uhr
texaslady
  • Forenwelpe
Beiträge: 6
Ich denkle du hast das Problem erkannt. Nun mußt du daran arbeiten um genau das Gegenteil von anderen Besitzern zu erreichen.
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Rettungsteddy
  • Halbstarker
Beiträge: 284
Ich habe auch das Gefühl, dass ich mit Schleppleinentraining nicht weiterkomme, denn Tommy hat wohl längst erkannt, dass er an der Schleppe nicht ausbüchsen kann, da ich dann am längeren Hebel sitze, doch sobald die Schleppe weg ist, kann er wieder ausbüchsen.

Deswegen werde ich ihn zwar jetzt wieder an die Schleppe nehmen, sodass er nicht abhauen kann, jedoch ein Erziehungserfolg werde ich mit der Schleppe wohl nicht mehr erziehlen.

Ich denke, es geht wohl nur über den Weg, dass er eine schlechte Erfahrung beim Abhauen machen muss, sodass er etwas schlechtes mit Abhauen verknüpft.

Was haltet ihr denn von solchen ferngesteuerten Sprayhalsbänder (KEINE Elektrotacker !), meint ihr ich könnte ihn damit so einen negativimpuls auf sein Abhauen vermitteln ?

Gruß Frank
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texaslady
  • Forenwelpe
Beiträge: 6
Diese halsbänder sind vieleicht eine Lösung,aber......zu einem haben sie meistens nur eine sehr kurze Reichweite und zum anderen sind sie meistens sehr Teuer, da du mit funk arbeiten müsstest. Die maximum Distanz, so weit ich weiß beträgt ca.300 Meter.
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