Schweinehaltung und Tierschutzgesetz

Shibaherz
Beiträge: 20685
+ 1

xxx

Hallo, Mr. Alles- und Besserwisser! Jeder schreibt hier, was er/sie will und was ihm/ihr wichtig ist. Auch Du. Was ist daran auszusetzen? Und Du schreibst eben das, was Du in aller Eile, aber zweifellos mit der gebotenen Sorgfalt im Internet recherchiert hast

Weder idealisiere noch „vergesse“ ich hier was. Es gab Wohnstallhäuser, es gab Armut, es gab Kinderarbeit, es gab Großbauern. Nichts davon bestreite ich. Jedenfalls, um beim Thema zu bleiben, wurden vor unserer Zeit die Nutztiere nicht wie anorganisches Material industriell verwertet.

Dass ich die Geschichte (des „Westens“) „eindimensional“ sehe, lasse ich mir von Dir mit solchen Anwürfen nicht unterstellen, ob Du nun Deine eigene Projektion „übel“ findest oder nicht. Und welchen „Missbrauch“ Du mir ankreidest, bleibt auch Dein Geheimnis.

„Irgendwo muss auch Ende sein“. Ja, ich bin auch dafür, den thread zu schließen. Es ist alles gesagt.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 07.11.2017 21:22 Uhr
Catalou
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+ 2
@ CairnLover: Kannst du nicht auch mal andere Meinungen und nicht nur deine eigene gelten lassen und nicht jeden Satz in kleine Moleküle zerlegen und in den virtuellen Papierkorb verfrachten?
Ich bezweifle ja nicht, dass du gut im Internetrecherchieren bist, aber Google & Co sind auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Jedes Ding hat bekanntlich zwei Seiten/Sichtweisen und beide können falsch oder richtig sein.
Wie wäre es mit etwas mehr Toleranz, denn dann könnte man deine manchmal ellenlangen Beiträge besser verstehen und akzeptieren.
Es muss doch nicht sein, dass jedes Thema mit allgemeinem Frust endet.
Zuletzt geändert am 07.11.2017 23:10 Uhr
weckener
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Beiträge: 379
Aber sicher sind die Haustiere, die es früher gab, mit mehr Aufmerksamkeit betrachtet worden, schließlich hing das Leben der Menschen davon ab. Egal ob Großbauer, der damals natürlich mehr Vieh hatte, aber nicht in dem Maße wie heute, wie auch der Kleinbauer, das Bestreben gesunde Tiere zu halten, war wichtig. Es gab nur wenig Medizin um sie zu heilen, meist starben sie an Verletzungen, Krankheiten und oft genug, mussten dann die Besitzer hungern. Ob die Tiere besonders liebevoll behandelt wurden, das weiß niemand, da ging es wohl mit der Bibel, Tiere sind minderwertig, also nur Nutzen. Aber auch der Nutzen bedeutete, die Tiere richtig zu füttern, im Sommer auf die Weide, da gabs das Futter kostenlos, ganz arme Bauern haben ihre Kinder mit den Tieren, an den Straßenrand geschickt, am Strick, oder an den Fluß, See das Federvieh. Hauptsächlich hatten die Bauern deshalb viele Kinder, die brauchten sie um die Landwirtschaft zu stemmen. Waren kostenlose Hilfe. Eine Kindheit, wie wir sie kennen, gab es nicht. Sobald sie einigermaßen laufen konnten, mussten sie egal ob in der Landwirtschaft, noch beim Adel, noch bei Bürgertum oder Handwerkern mitarbeiten. Am längsten konnten sie bei den Eltern bleiben, wenn sie eine Landwirtschaft hatten, normal war, Kinder gingen spätestens mit 6 Jahren zu anderen Leuten zum arbeiten. Kinder hatten nicht den Stellenwert, selbst beim Adel wurden sie auf andere Burgen geschickt um zu lernen und zu arbeiten. Kinder liefen einfach mit, keiner hat sich um sie besonders gekümmert, zum einen starben sehr viele früh, zum anderen hatte man keine Zeit für sie.
Sie waren die eigentlichen Hirten der Tiere, Knechte und Mägde wurden anders eingesetzt. Wenn ein Tier abhanden gekommen ist oder verletzt nach Hause in den Stall kam, hatte das Kind nichts zu lachen.....
Die Wohnhaus / Ställe kann man in Museumsdörfern besichtigen, wenig Platz, kaum Licht, aber nicht nur fürs Vieh, auch für die Menschen, die sich gern im Stall aufgehalten haben, weil es dort wärmer war... Keine Frage, das Vieh hat sicher gelitten, aber es waren robuste Rassen, die viel ausgehalten haben, nicht so überzüchtet wie heute.

Schweine im Koben, gibt es heute noch genug, ja denen geht es schlecht, aber meist bekommen sie besseres Futter, die Schweine sind für den eigenen Bedarf, jeder Bauer weiß, das das natürliche Futter, wie z.B. gekochte Kartoffeln, Gemüsereste, Kleie, Rübenschnitzel, alles an Abfall der Küche, wenigstens kein "Superfutter" der Industrie, viel gesünder für sie ist. Bauern wissen schon, wenn es für sie ist, dann wird das Tier besser gefüttert.... Allerdings nicht immer besser gehalten.

In früheren Zeiten lebte man anders im Einklang der Natur, erst im Industriealter hat sich das geändert, man stand mit den Hühnern auf und wenn die Sonne unterging, es Nacht wurde, ging man ins Bett. Licht kostete, deshalb blieb das den Wohlhabenden vorbehalten. Viele Tiere wurden nachts ins Haus geholt, damit Fuchs und Marder sie nicht töten.
Die großen Herden, Schweine, Rinder, Gänse, Ziegen, Schafe usw. wurden über das Land getrieben um zu fressen, die Hirten hatten Hunde dabei, zum treiben und als HSH. ich denke, dass war bestimmt ein besseres Leben als in den großen heutigen Mastanstalten.
Man hat den Schweinen ein zusätzliches Rippenpaar angezüchtet, damit es 2 Koteletts mehr gibt, dadurch haben sie Rückenprobleme, mal werden sie zu besonders fetten, mal wie heute zu besonders mageren Tieren, je nach Mode, gezogen. Was immer Krankheiten beinhaltet und Schmerzen. Was denn kleinen Schweinezüchtern mehr bedrückt, den großen geht es hier nicht ums Tier sondern um den Profit, denen ist es egal wie die Tiere leben, es könnten auch Kartoffeln sein, Hauptsache Gewinn.... Ist doch klar, hat man tausende von Tieren, kennt keiner mehr das einzelne, da ist es nur Masse, die von Computern gesteuert, gefüttert und überwacht werden....

Aus diesen Gründen sind immer mehr Menschen bestrebt, lieber alte Schweinerassen zu halten und zu vermarkten. Auch viele Verbraucher folgen da gern.
CairnLover
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Original von Catalou:

@ CairnLover: Kannst du nicht auch mal andere Meinungen und nicht nur deine eigene gelten lassen und nicht jeden Satz in kleine Moleküle zerlegen und in den virtuellen Papierkorb verfrachten?
Ich bezweifle ja nicht, dass du gut im Internetrecherchieren bist, aber Google & Co sind auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Jedes Ding hat bekanntlich zwei Seiten/Sichtweisen und beide können falsch oder richtig sein.
Wie wäre es mit etwas mehr Toleranz, denn dann könnte man deine manchmal ellenlangen Beiträge besser verstehen und akzeptieren.
Es muss doch nicht sein, dass jedes Thema mit allgemeinem Frust endet.

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass unterschiedliche Menschen verschiedene Sichtweisen, aber auch verschiedene Gedanken und Assoziationen haben. Normal. Sonst würden wir wohl alle das Gleiche wählen.

So habe ich bei Wohnstallhäusern, nach allem, was ich darüber und über die vergangenen Jahrhunderte weiß, eben die Assoziationen von grosser Armut, Kinderarbeit, so engem Leben mit den Tieren, um im Winter ihre Abwärme nutzen zu können, dass man praktisch im Gestank des Stalles lebt. Dachte eigentlich, das wäre allgemein bekannt.
Für mich ist das ein Leben, dass aus unserer heutigen Sicht alles andere als erstrebenswert ist.
Und es sei mir gestattet darauf hinzuweisen, dass das Leben dieser Kleinbauern nichts war, was man idealisieren muss. Weder für die Menschen, noch für die Tiere.

In meinen Augen hat die eigentliche Industrialisierung in Bezug auf Hochleistungsnutztiere und Hochleistungsfutter, worum es in diesem Thread wesentlich geht, aber sowieso erst später angefangen und nicht durch die Trennung der Zwangsgemeinschaft Nutztier/Mensch in Wohnstallhäusern.
Ein derart enges Zusammenleben mit Nutztieren würden heutzutage in D wahrscheinlich alle Menschen als Zumutung empfinden. Daher ist es doch nur logisch, dass es das heute nicht mehr gibt.
Shibaherz
Beiträge: 20685
Es geht nicht um Idealisierung kleinbäuerlicher Nutztierhaltung in vergangenen Zeiten. Es hat hier auch niemand behauptet, dass die industrielle Tierverwertung der Haltung von Nutztieren in Wohnstallhäusern auf dem Fuß gefolgt ist

Es geht vielmehr darum, dass Du die industrielle Vorratshaltung, Tötung und Verarbeitung von Nutztieren mit vorkommenden kritikwürdigen Praktiken bäuerlicher Tierhaltung in eins setzst (vgl. Deinen Beitrag vom 2.11., 21:02 h: „Dann sehe ich ehrlich gesagt zwischen der bäuerlichen und der industriellen Tierhaltung nicht den großen Unterschied ...“)

Ebenso wie zwischen handwerklicher und industrieller Produktion gibt es auch zwischen traditionellem bäuerlichen Wirtschaften und der Industrialisierung der Landwirtschaft einen prinzipiellen Unterschied. Ich bin keine Romantikerin und bilde mir nicht ein, dass bei dem explosiven weltweiten Bevölkerungswachstum im vergangenen und in diesem Jahrhundert der Bedarf an Wohnung, Kleidung und Gebrauchsgütern noch auf handwerkliche Weise befriedigt werden könnte. Was den enormen Fleischkonsum in den westlichen Ländern angeht, vorneweg die USA und Deutschland, mit dem die Tierquälerei in den Betonknästen begründet wird (die Nachfrage muss schließlich befriedigt werden), so bin ich allerdings der Meinung, dass er den Menschen, die sich an ihn gewöhnt haben, eher schadet, ganz abgesehen davon, dass dort, wo Viehfutter angebaut wird, eben keine pflanzliche Nahrung für Menschen wachsen kann; und dass den Tieren als fühlenden Lebewesen gegenüber diese Behandlung nicht zu rechtfertigen ist.

Es leiden und sterben zuviele Tiere – bei uns, weil wir Appetit auf ihr Fleisch haben, und zuviele Menschen – anderswo auf der Welt, gehen sie an Hunger zugrunde.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 09.11.2017 05:39 Uhr
christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20213
Dass sich Wohnung und Stall unter einem Dach befinden, ist keine Frage von armen und reichen Bauern, sondern der regionalen, ländlichen Architektur. In Westfalen und Niedersachsen geht man durch ein Portal, durch den Stall in die Wohnung im hinteren Teil des Gebäudes. Im Obergeschoss wird Heu und Futter gelagert. Deswegen muss das Tor gross genug sein, um mit einem Fuhrwerk hinein zu fahren. Meistens wurden und werden so aber Kühe und Pferde untergebracht, während die Schweine in einem Anbau leben. Auf bewirtschafteten Höfen findet man diese Tierhaltung heute nicht mehr so oft, weil die Gebäudeversicherung kaum erfüllbare Brandschutzmassnahmen fordert. Hier sind Bilder von Meierhöfen, also nicht von armen Kleinbauern:

https://de.wikipedia.org/wiki/Meierhof#/media/File:ScheesselMeyerhof.jpg

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkm%C3%A4ler_im_Stadtbezirk_Bielefeld-Dornberg#/media/File:-114_wendisch_(3).jpg


@ Cairnlover

Dir ist schon klar, dass Schweine mehr als ein Ferkel haben? Ich habe die Schweinerei zwar nie gezählt, aber bei tierfreundlicher Haltung wird zweimal jährlich belegt, so dass du schon bei fünfzig Säuen von etwa tausend Ferkeln im Jahr ausgehen kannst. Besagter Landwirt braucht aber keine Internetpräsenz, denn er mästet auch selbst für Biofleisch., und um Abnehmer für Ferkel muss er sich keine Sorgen machen, denn Schweinefreilandhaltung gehört in Norddeutschland zu den empfohlenen Alternativen für Landwirte, weil sie vergleichsweise geringe Investitionen erfordert und der Bedarf beim Verbraucher ständig wächst. Ich stelle hier aber mal die Website von einem anderen Hof ein, den ich kenne.

http://www.hof-icken.de/index.php/schweine.html

Wie du siehst, bist du wie die meisten Deutschen der Meinungsmache der Pharma- und Futternittelkonzerne auf den Leim gegangen, dass Schweine nur in Ställen (und dann auch noch in Massentierhaltung) gehalten werden können. Genau so sind auch die scheinbaren Billigpreise, wie Weckener schon schrieb, reiner Verbraucherbetrug, weil man in erster Linie Wasser kauft, und sich der Fleischanteil bei der Zubereitung entsprechend reduziert.
Tierhalter.... was für ein Wort? Aber leider trifft dies oft zu.... ein Mensch der das Tier davon ab-hält frei zu sein (Stefan Wittlin)
Zuletzt geändert am 09.11.2017 05:56 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 20685
Danke. Das sind schöne eindrückliche Bilder von den alten Höfen (um Bielefeld?) und auch von den Tieren auf dem Hof Icken.
Tut gut, zu sehen, dass es auch anders geht.
Macht Spaß, das Video mit den Kälbern.

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Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 379
+ 1
Original von CairnLover:

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass unterschiedliche Menschen verschiedene Sichtweisen, aber auch verschiedene Gedanken und Assoziationen haben. Normal. Sonst würden wir wohl alle das Gleiche wählen.

So habe ich bei Wohnstallhäusern, nach allem, was ich darüber und über die vergangenen Jahrhunderte weiß, eben die Assoziationen von grosser Armut, Kinderarbeit, so engem Leben mit den Tieren, um im Winter ihre Abwärme nutzen zu können, dass man praktisch im Gestank des Stalles lebt. Dachte eigentlich, das wäre allgemein bekannt.
Für mich ist das ein Leben, dass aus unserer heutigen Sicht alles andere als erstrebenswert ist.
Und es sei mir gestattet darauf hinzuweisen, dass das Leben dieser Kleinbauern nichts war, was man idealisieren muss. Weder für die Menschen, noch für die Tiere.

Man merkt, das Du in der Zeit des Wohlstandes geboren und aufgewachsen bist. Ich bin nach dem Krieg geboren, also Kriegszeiten habe ich nicht erlebt, aber als Kind waren die Trümmer mein Spielplatz, zwischen Bomben, Granaten, die nicht gezündet hatten, Mauern, die jederzeit in sich zusammengefallen sind. In jeder Wohnung war in jedem Zimmer eine Familie. Zuteilung am Tag, für jede Familie!!!, 20 Liter Wasser für den täglichen Verbrauch, was glaubst Du wie das mit der Hygiene war? Später, als sich die Lage entspannt hatte wurde bis in die 70 iger Jahre, nur einmal in der Woche gebadet, einmal gab es frische Unterwäsche... Deo kostete zuviel, man duftete... Du würdest sagen stinken. Da das alle so handhabten, hat sich keiner daran gestört.
Im Krieg schrieben die Soldaten ihren Frauen, Freundinnen: " Ich hab Heimaturlaub, bitte wasche Dich nicht und besonders nicht Deine Haare! Du sollst ganz nach Frau riechen!!" In früherer Zeit wusch man sich nur ein bis zweimal im Jahr die langen Haare, Männer nahmen Pomade oder Schmalz... Interessanterweise wurden die Haare nicht so schnell fettig und dreckig wie heute... Du siehst, diese Hygienewelle gibt es erst seit sehr kurzer Zeit.

Unsere Art zu leben würden Menschen aus früheren Zeiten bestimmt nicht haben wollen. Sie waren den Dreck und Geruch gewöhnt, alle haben so gelebt. In den Schlössern und Burgen gab es lange Zeit keine Toiletten, jeder machte einfach in die Ecke und wenn der Bau total vermüllt und verschissen war, zogen die Bewohner weiter... Alles machten alle so, Bauern gingen auf den Misthaufen, Klo, wozu? Andere auf den Topf und schütteten das Ganze einfach auf die Straße... Für unsere Nase ein Gestank, aber wer schon länger mit üblen Gerüchen gelebt hat, merkt, man riecht es nicht mehr.
In unseren Körpergerüchen sind Hormone enthalten, die den Sexualtrieb ansprechen. Durch unsere Pharmamittel wird das unterdrückt und verfälscht, was große Auswirkungen hat. Menschen in früheren Zeiten würden das als bestialischen Gestank bezeichnen.


In meinen Augen hat die eigentliche Industrialisierung in Bezug auf Hochleistungsnutztiere und Hochleistungsfutter, worum es in diesem Thread wesentlich geht, aber sowieso erst später angefangen und nicht durch die Trennung der Zwangsgemeinschaft Nutztier/Mensch in Wohnstallhäusern.
Ein derart enges Zusammenleben mit Nutztieren würden heutzutage in D wahrscheinlich alle Menschen als Zumutung empfinden. Daher ist es doch nur logisch, dass es das heute nicht mehr gibt.

Wie @christianeadler schreibt, war das keineswegs eine Zwangsgemeinschaft, sondern die normale Form mit Tieren zu leben, den Menschen war es wichtig, das ihre Tiere in ihrer Nähe waren, damit man sie besser schützen und auf sie aufpassen kann. Ähnliche Bauernhäuser, die christianeadler beschreibt, gab es auch in Bayern. Extreme Kälte und Schnee im Winter, da war es garnicht anders möglich als zusammen zu rücken. Da musste alles im einen Gebäude sein. Die heutigen Bauern, die ihr Vieh außerhalb des Ortes stehen haben und nur per Video die Tiere überwachen, wär ihnen nicht eingefallen, da hat man keine Kontrolle. In Hessen waren Tier in der Scheune und das Wohnhaus direkt daneben. Die Winter sind hier nicht so kalt, da kann man das Vieh in der Scheune halten. Aber mit der Sauberkeit haben es auch heute Bauern nicht so. Ist doch alles natürlicher Dreck... Beobachte mal die frisch manikürten Hände... Auch die Arbeiter, die in den Mastanlagen arbeiten sind an Dreck gewöhnt, die müssen damit leben, das sie ständig im Mist arbeiten. Die Besitzer solcher Anlagen brauchen sich nicht dreckig machen, sie haben ihre Leute dafür...
Für sehr viele Landwirte ist das enge Zusammenleben mit ihren Tieren Alltag, sie empfinden das keineswegs als Zumutung. Du lebst auch mit deinen Hunden zusammen, das wäre in früheren Zeiten den wenigsten Menschen eingefallen, der Hund kam an die Kette und wenn er Glück hatte bekam er eine Hütte, als Bauernhund wurde ihm der Schwanz abgehackt, damit er von der Hunden des Adels, die Bauern früher versorgten mussten, zu unterscheiden. Wenn es sehr kalt war, kamen die Hunde in den Stall, aber nicht ins Haus! Eher die Hühner, Ziegen, Gänse... die waren wertvoller!
Feuerwolf
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+ 1
@Weckener: Also....ich bin mit dem Satz aufgewachsen, dass der menschliche Magen und das Immunsystem mindestens 3 kg Dreck jährlich benötigen um richtig zu arbeiten und gesund zu bleiben ....besonders das der Kinder

Mittlerweile ist es erwiesen, dass Kinder vom Dorfe und mit Kontakt zu Tieren und Ställen wesentlich weniger Allergien haben als
Kinder aus der Stadt oder einer sehr reinen, oft desinfizierten Umgebung .

Viele ach so gute Hygienemaßnahmen sind im Alltag gar nicht so gut, wie man uns weismachen möchte .

In den 70ger und 80ger Jahren gab`s auch noch genug kleine Nebenerwerbslandwirte, die ihr Wohnhaus direkt neben den Stallungen und der Scheune hatten mit einer Durchgangstür. Geschlachtet wurde in der alten Waschküche im Wohnhaus.
Dort ging es aber sehr sauber zu ...... und es gab seit jeher Bauern, die mehr als andere auf Sauberkeit und Hygiene im Rahmen des machbaren geachtet haben.
Da wurden die Kühe im Stall jeden Samstag gestriegelt und gebürstet...danach wurde der Mensch geschrubbt..... ...zuerst wurde das Vieh versorgt, danach der Mensch
Zuletzt geändert am 09.11.2017 18:37 Uhr
CairnLover
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Beiträge: 572
Original von christianeadler:

Der Begriff Meierhof sagt nichts über die Art des Bauernhofs aus.

@ Cairnlover

Dir ist schon klar, dass Schweine mehr als ein Ferkel haben? Ich habe die Schweinerei zwar nie gezählt, aber bei tierfreundlicher Haltung wird zweimal jährlich belegt, so dass du schon bei fünfzig Säuen von etwa tausend Ferkeln im Jahr ausgehen kannst. Besagter Landwirt braucht aber keine Internetpräsenz, denn er mästet auch selbst für Biofleisch., und um Abnehmer für Ferkel muss er sich keine Sorgen machen, denn Schweinefreilandhaltung gehört in Norddeutschland zu den empfohlenen Alternativen für Landwirte, weil sie vergleichsweise geringe Investitionen erfordert und der Bedarf beim Verbraucher ständig wächst. Ich stelle hier aber mal die Website von einem anderen Hof ein, den ich kenne.

http://www.hof-icken.de/index.php/schweine.html

Ja ist mir klar. Aber bei den paar Schweinen, die ich gesehen habe, wäre das eng geworden.

Wie du siehst, bist du wie die meisten Deutschen der Meinungsmache der Pharma- und Futternittelkonzerne auf den Leim gegangen, dass Schweine nur in Ställen (und dann auch noch in Massentierhaltung) gehalten werden können. Genau so sind auch die scheinbaren Billigpreise, wie Weckener schon schrieb, reiner Verbraucherbetrug, weil man in erster Linie Wasser kauft, und sich der Fleischanteil bei der Zubereitung entsprechend reduziert.

Wie kommst Du eigentlich auf das schmale Brett? Schreibe ich hier chinesisch?
Ich hatte doch schon lange vor dir verschiedene Adressen von Schweinen in Freilandhaltung und die Videos von Miss Ellie gepostet, auf denen man sehr schön sehen kann, wie viel Platz Freilandschweine benötigen, die nicht weiters zugefüttert werden, sondern sich tatsächlich im Freiland ernähren.

Die Freilandschweine in D sind alles in allem eine überschaubare Anzahl Schweine, die so gehalten werden. Und die werden, wenn sie alternativ gehalten werden, auch meist nicht schon mit einem halben Jahr geschlachtet, wie die modernen Hochleistungs-Schweinezuchten. Ein gutes Schwein sollte das 1.Lebensjahr erreicht haben.
Die neuen Schweinezuchten könnte man so kaum so halten, dazu sind sie zu empfindlich. Dazu braucht man eben entsprechende alte Rassen, die widerstandsfähig sind.

In D ging es 2016 um knapp 60 Millionen Schweine, die geschlachtet wurden.

Die EG-Öko-Verordnungen begrenzen den möglichen Tierbesatz auf die im Betrieb verfügbare Fläche. Hier dürfen maximal 6,5 Sauen (inklusive Saugferkel) oder 74 Absetzferkel oder 14 Mastschweine je Hektar und Jahr gehalten werden. Entsprechend höhere Besatzdichten sind möglich, wenn die Aufenthaltsdauer unter einem Jahr liegt und die Grenzen der Düngeverordnung eingehalten werden. Findet die Ferkelaufzucht ebenfalls im Freiland statt, können bei 18 verkauften Ferkeln je Sau und Jahr rund 5,4 Sauen je ha mit der zugehörigen Anzahl Aufzuchtferkel gehalten werden. Die aktiv genutzte Fläche für die Schweinehaltung kann bis auf etwa 600 bis 700 m² je gehaltene Sau reduziert werden, ohne einen Verlust in der Verfahrenssicherheit befürchten zu müssen. Allerdings sind dann etwa drei Flächenwechsel pro Jahr erforderlich.
https://www.ktbl.de/fileadmin/user_upload/artikel/Oekolandbau/Freilandhaltung-Schwein/Freilandschweinehaltung.pdf


Für ca. 60 Millionen Freilandschweine, die absolut natürlich gehalten und nach 1 Jahr geschlachtet werden, benötigt man also (14 Mastschweine pro ha, wie vor beschrieben) die Kleinigkeit von knapp 4,3 Millionen ha Land.

Die Frage ist doch nicht, dass man Schweine so halten kann, sofern keine Wildschweine in der Nähe sind, die eine Freilandhaltung von Schweinen generell verbieten.
Die Frage ist vielmehr, wo man eine derart große Menge halten will. Und da bezweifle ich, dass das realisierbar ist. Und natürlich auch, dass alle Menschen den wesentlich höheren Preis zahlen wollen und können.

Dann erläutere doch mal, um mal konkret zu werden, wie Du dir vorstellst 60 Millionen Freilandschweine der geeigneten Rassen zu organisieren, wie das Fleisch für alle bezahlbar bleiben soll und wo genau Du die 4,3 Millionen ha für die 60 Millionen Schweine hernehmen willst, die in Freilandhaltung gehalten werden sollen.

Für mich ist das einfach nur komplett unrealistisch. Weder haben wir die Fläche, noch haben wir soviele Menschen, die Wert auf solches Schweinefleisch legen würden oder es sich leisten könnten.
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Zuletzt geändert am 09.11.2017 18:57 Uhr
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