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Schutz-wird mein Hund davon aggressiv?

Gast
+ 2
Leider sind die Zeiten bei ewig Gestrigen nicht vorbei.
Allerdings würden die beim VDH keine Prüfung mehr bestehen, oder einen Wettkampf gewinnen.

Die Prüfer wollen freudige, angstfreie Hunde sehen.

Lieben Gruss von Helga und ihrer Bande
DOJO2
  • Begleithund
Beiträge: 1106
+ 1
Original von holyunderdog:>> @DOJO2> Vielen Dank für die Auskunft. >> So so - die "Elite" benutz also nach wie vor die Peitsche !> Ich find das ehrlich gesagt im wahrsten Sinne des Wortes: durchgeknallt !>> Ich hatte vor "Ewigkeiten" mal das zweifelhafte Vergnügen, der Diensthundestaffel des Bayerwerkschutzes bei der Ausbildung ihrer jungen Nachwuchs-Hunde zusehen zu können ! War nicht schön, was ich da an Peitschengebrauch gesehen und gehört habe - gar nicht schön! Und glaub mir - ich kann gut unterscheiden, ob ein Hund vor Aufregung oder vor Schmerz schreit !!!!!! Auf meine Frage, was das gezielte Schlagen mit der Peitsche solle - kam die lapidare Antwort: " Das müssen die abkönnen, sonst taugen die nix !"> Waow - das läuft also immer noch so ? Und ich dachte/hoffte, diese Zeiten wären vorbei !> LG holy


Liebe holy und Helga

Da bringt ihr beide etwas durcheinander .
Diensthundeausbildung bei Militär .. Polizei und eventuell Wachdienste ...
... und der normalen VPG Sportschutz .

Bei Diensthunden wird hart gearbeitet , da er im realen Leben auch einem wircklichen Gegner gegenüber steht . Aus diesem Grund wird der Hund auch über den Wehrtrieb gearbeitet , allso direkte Bedrohung / Schläge für den Hund . Sicher ist es eine Schweinerei dem Tier gegenüber , andererseits ... wenn der Hund zB einen Stock sieht und davonn läuft bzw den Täter nicht durch zupaken festhält , ist er für den Dienst nicht geeignet .

Beim VPG Hund , ist es soo ... wie ich es schon beschrieben habe .
Den Hund anheitzen ... heiß machen und der Hund bekommt die Beute ( Ärmel ) nur bei festem sicheren Biß .
Und die Hundesportler die ich kenne , verwenden keine Hilfsmittel und schlagen ihre Hunde auch nicht . Sie trainieren sich aber einen Wolf und sind mehr am Platz , als zu Hause .

Josef
Der Hund widerspiegelt die Seele seines Besitzers
holyunderdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2248
@DOJO2
Du hast aber erst nur von der Elite gesprochen:

Dein Text: Die Elite ... ist aber nach wie vor davonn überzeugt .

Aber klar , bei einem kleinen Ausbildungsplatz wird man sie sehr selten sehn .


Und diese Art elitäres Denken findet man auf Sport-Hundeplätzen leider immer noch mehr als genug - da teilweise sogar noch mehr, als in der Diensthundeausbildung - weil da der ganz private, persönliche Ehrgeiz noch dazu kommt !
Insbesondere in rassespezifischen Club-Vereinen. Ich kenne z.B. einen solchen - Dobermann-Vereins-Club - Snobs und Profilneurotiker bis zum Abwinken!
LG holy
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 02.10.2010 20:09 Uhr
visitor
  • Alpha Hund
Beiträge: 7442
Hi,

ich habe mich mal auf die Suche gemacht und folgende Texte gefunden die vielleicht auch für Nicht- VPG´ler etwas Übersicht ins Geschehen bringen können:

Schutzhunde

Auf Seite 14 dieses etwas älteren Dokumentes ist erfasst wie eine Ausbildung im Rahmen einer Sporthundeausbildung zu sein hat:

Eine ähnliche Differenzierung trifft auch das Landeshundegesetz für das Land
Nordrhein-Westfalen, wenn zwischen der Ausbildung zum Schutzhund einerseits und
der Schutzdienst- bzw. Sporthundeausbildung andererseits unterschieden wird:
Während die Ausbildung zum Schutzhund das Abrichten auf „Zivilschärfe“
einschließt, d.h. dass das Ziel der Ausbildung darin besteht, auf ein vom Abrichter
gegebenes Hör- oder Sichtzeichen Menschen oder Tiere anzugreifen, wird im
Rahmen der Schutzdienst- oder Sporthundeausbildung „lediglich der Beutetrieb des
Hundes gereizt und seine bereits erlernte Unterordnung (Gehorsam) auch und
gerade in Trieb- und unter Stresssituationen überprüft“;


Als Schutzhund wird also der Hund definiert der, anders als der Sporthund, bei Wachdiensten, Polizei uä. zum Einsatz kommt. Ein Schutzhund, der über den Wehrtrieb gearbeitet wird, zivil gearbeitet wird und auf ein Kommando Menschen angreift ist einem Privatmann nicht zu halten erlaubt.
Als Sporthund der Hund der in den üblichen Vereinen die eine VPG Prüfung anbieten über den Beutetrieb gearbeitet werden.
Das die Begriffe immer noch so benutzt werden wie es eben geschieht- also der Hund im VPG Bereich als Schutzhund bezeichnet wird, liegt im Sprachgebrauch und das alte Begriffe sich lange halten.
Im Prinzip ist in den Vereinen die Ausbildung über den Beutetrieb erwünscht und wird auch durchgeführt.
Das erklärt auch das die überwiegende Mehrheit der Hunde, nachdem sie ihre Beute, den Ärmel haben, freudig mit ihrer Beute da stehen, den Platz verlassen wollen und der Helfer an sich "egal" ist.

Das findet sich auf Seite 17:
Aus ethologischer Sicht sind für das Beißverhalten grundsätzlich zwei Triebe
verantwortliche: der Beutetrieb und der Wehr- oder Verteidigungstrieb. (MANDILK
1999, 96). In diesem Zusammenhang wird immer wieder betont, dass die
Schutzarbeit lediglich auf dem Beutetrieb und auf dem Spielverhalten aufbaue, der
Hetzärmel werde vom Hund lediglich als Beute betrachtet, die ihm vom Figuranten
streitig gemacht wird (vgl. BECHTOLD 1985, zit. nach STUR o.J., 3; SWAROVSKI et
al. 1986, zit. nach STUR o.J., 3; LEHMANN 2006, 24f.). Auch reagiere der Hund nur
auf „Schlüsselreize“, wie eben auf den Hetzärmel, der in Alltagssituationen aber nicht
anzutreffen sei


Seite 19 findet sich die Meinung von Dr. Feddersen-Petersen:

Der
Hund macht im Verlauf der Ausbildung zum Schutzdienst die Erfahrung, dass
aggressives Verhalten gegen Scheintäter belohnt wird. Diese Belohnung besteht
zum einen darin, dass er gelobt wird, zum anderen, dass er bei Kampfhandlungen
stets die Erfahrung macht, dass er Sieger bleibt“ (FEDDERSEN-PETERSEN zit.
nach DRESSLER 1999, 42). FEDDERSEN-PETERSEN betont jedoch auch, dass
der Schutzdienst heute so gestaltet sei, dass „er ganz sicher nicht mit
Aggressionsdressuren, die verhaltensgestörte Tiere erzeugen, da sie unbiologisch
und einseitig, insgesamt tierschutzwidrig verlaufen, verwechselt werden darf“
(FEDDERSEN-PETERSEN 2000, 4).


Was jede Hundeausbildung gemein hat: der Hund muss heute über einen ausgeprägten Spieltrieb verfügen, damit er schnell, sicher und artgerecht ausgebildet werden kann.
Kein Hundeausbilder wird mit sich mit unangepassten oder brutalen Ausbildungsmethoden selber um den Lohn seiner Arbeit bringen, die er einem Junghund bis zum Prüfungslaufenden Hund angedeihen lässt. Da stimme ich Helga zu.
Und die ewig gestrigen... na die werden hoffentlich aussterben.

Lieben Gruß Tina
Ein Australian Terrier ist gut - zwei sind besser!


Der Mensch versteht aus gutem Grund am besten sich mit seinem Hund, vor allem seiner Meinung wegen: Der Hund sagt nämlich nichts dagegen ...
sprengo
  • Halbstarker
Beiträge: 309
+ 3
Anmerkung,
die im wachdienst geführten hunde sind keine diensthunde.
es dürfen ausschließlich die von polizei und bundeswehr geführten hunde in zivilschärfe ausgebildet werden.

lg
Wehe dem Menschen,
wenn auch nur ein einziges Tier
beim Jüngsten Gericht sitzt.
holyunderdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2248
@sprengo
Anmerkung,
die im wachdienst geführten hunde sind keine diensthunde.
es dürfen ausschließlich die von polizei und bundeswehr geführten hunde in zivilschärfe ausgebildet werden.


Ist das immer schon so gewesen ? Per Gesetz ?

Ich bin nämlich "damals", als ich für Raudi (8 Monate/RiesenschnauzermixAbgabehund TH) Ausbildungsunterstützung und Beratung gesucht habe, auf einen sehr eigenartigen Privat-Ausbilder gestossen, der mir bei unserem 1. Kennenlern-Besuch folgendes erklärte:

1. ein Hund darf absolut nichts ohne Kommando tun - sich nicht: bewegen, hinsetzen, pinkeln usw... Er hat IMMER bei Fuss zu gehen - im Haus IMMER auf seinem Platz zu liegen, ausser zur Fütterung. Besser wäre eine Unterbringung im Zwinger!

2. Er, der Trainer bildet nur zivilscharf aus ! Was genau das bedeutet, wollte er mir erst später erklären.

3. NUR ER führt den Hund während der gesamten Ausbildung - NICHT DER HALTER!
ER übergibt am Ende der Ausbildung einen FERTIGEN HUND(!) an den Halter!

4. Er führt keine Hunde, die er ausbildet, auf Prüfungen ??????

5. meinte er am Ende des Gespräches, dass er eigentlich Frauen grundsätzlich zum Führen eines "richtigen" Hundes für ungeeignet hält!

Kannst Dir ja vorstellen, wie schnell ich da wieder weg war! Der Typ war ein echter "Sympathieträger"
Zu Hause hab ich mich erst mal schlau gemacht, was zivilscharf bedeutet. Also weiss ich es seitdem.
Das Ganze liegt jetzt ca. 25 Jahre zurück - War das also schon damals illegal ?
An den genauen Preis, den der "Spass" kosten sollte, kann ich jetzt mich nicht mehr erinnern - müsste ich nachsehen Auf jeden Fall war's schweineteuer

LG holy
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 03.10.2010 07:33 Uhr
DOJO2
  • Begleithund
Beiträge: 1106
Original von holyunderdog:>> @sprengo>
Anmerkung,> die im wachdienst geführten hunde sind keine diensthunde.> es dürfen ausschließlich die von polizei und bundeswehr geführten hunde in zivilschärfe ausgebildet werden.
>> Ist das immer schon so gewesen ? Per Gesetz ?


Es war eine sogenannte Grauzone .
Es war Gesetzlich verboten , die Hunde wurden aber trotzdem über den Wehrtrieb gearbeitet .

>> Ich bin nämlich "damals", als ich für Raudi (8 Monate/RiesenschnauzermixAbgabehund TH) Ausbildungsunterstützung und Beratung gesucht habe, auf einen sehr eigenartigen Privat-Ausbilder gestossen, der mir bei unserem 1. Kennenlern-Besuch folgendes erklärte:>> 1. ein Hund darf absolut nichts ohne Kommando tun - sich nicht: bewegen, hinsetzen, pinkeln usw... Er hat IMMER bei Fuss zu gehen - im Haus IMMER auf seinem Platz zu liegen, ausser zur Fütterung. Besser wäre eine Unterbringung im Zwinger!


Mit dem ersten Satz hat er ja recht . Der Hund darf nicht selbst entscheiden , ob und wann er auf eine Person losgeht .
Die Hunde - Sklavenhaltung war damals üblich . Und wenn man es genau nimmt , wollen viele der Leute die einen Hund haben , auch so einen ... ich nenne sie jetzt mal so ... Lichtschalterhund .
Aber dies ist die falsche Einstellung zum Hund bzw zur Hundehaltung . !

>> 3. NUR ER führt den Hund während der gesamten Ausbildung - NICHT DER HALTER!> ER übergibt am Ende der Ausbildung einen FERTIGEN HUND(!) an den Halter!


Wird leider auch heute noch so praktiziert bzw kann man sich fertige Hunde kaufen . Ob der Besitzer damit aber zurecht kommt , steht auf einem anderen Blatt . !



>> 4. Er führt keine Hunde, die er ausbildet, auf Prüfungen ??????


Ist doch klar . Dadurch erspart er sich ja sehr viel an Feinarbeit bzw Zeitaufwand .

>> 5. meinte er am Ende des Gespräches, dass er eigentlich Frauen grundsätzlich zum Führen eines "richtigen" Hundes für ungeeignet hält!>> Kannst Dir ja vorstellen, wie schnell ich da wieder weg war! Der Typ war ein echter "Sympathieträger" > Zu Hause hab ich mich erst mal schlau gemacht, was zivilscharf bedeutet. Also weiss ich es seitdem.> Das Ganze liegt jetzt ca. 25 Jahre zurück - War das also schon damals illegal ?> An den genauen Preis, den der "Spass" kosten sollte, kann ich jetzt mich nicht mehr erinnern - müsste ich nachsehen Auf jeden Fall war's schweineteuer >> LG holy


Kenne einige wircklich sehr gute Hundeführerinnen . Wenn allso dies jemand an dem Geschlecht festmacht , dann ist diese Person einfach nur " DUMM " bzw Rassist .
Es hat sich aber bis heute nichts geändert . Die " Gurus " lassen sich ja auch ihr Wissen ... nicht Wissen ... super bezahlen .


Josef
Der Hund widerspiegelt die Seele seines Besitzers
holyunderdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2248

OT

@DOJO2

Dein Text: Mit dem ersten Satz hat er ja recht . Der Hund darf nicht selbst entscheiden , ob und wann er auf eine Person losgeht .


Klar, wenn ein Hund zu Eigenmächtigkeiten neigt, muss er eine klare, verständliche Ansage bekommen: was er zu tun - oder nicht zu tun hat. Und muss auch sicher ins "Platz und bleib" geschickt werden können - egal wo.

Aber das hat dieser Typ nicht gemeint, sondern ganz pauschal für ALLE Hunde:
Ein Hund darf keine einzige Bewegung ohne Kommando machen. NIEMALS !!! Das hat er mir genau erklärt:

Das heisst z.B., wenn ich mich mit dem Hund in einem Raum befinde und den Raum ohne Hund verlassen will, muss ich dem Hund ein Kommando geben.Gebe ich dem Hund aber weder ein: Fuss, Sitz, oder an Platz-Kommando sondern sage nur: Bleib!- muss der Hund stehen bleiben, wo er gerade steht - auch wenn ich den Raum verlasse! Gegebenfalls für Stunden oder auch Tage! O-Ton!!!! Der Hund hat sich nicht zu rühren! Nur dann hätte man den Hund "im Griff"!
Das würde für alle Hunde gelten!
Dass jeder Hund ein INDIVIDUUM ist, davon hatte der "gute Mann" noch nix gehört !
Wollte er auch nicht !
Er meinte nur, bei meiner Einstellung würde ich den Hund sowieso versauen und er gibt ihm bei mir höchstens 1 Jahr, dann wäre er überfahren oder sonst was! - War kein sehr freundlicher Abschied beiderseits - kannst Du mir glauben!
Nebenbei - Raudi ist ein klasse Hund geworden - 15 tolle Jahre lang!
LG holy
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 03.10.2010 10:02 Uhr
1.uebungswart
  • Forenwelpe
Beiträge: 3
+ 1

Schutzdienst...

puh... also da wär ich gaaanz vorsichtig - unsere Hunde sind zu blutrünstigen Bestien mutiert... *brüll*
Nein, im Ernst: es kommt natürlich darauf an "wie ausgebildet wird"... ich kann nur von unserer Ausbildung sprechen und die Hunde sind absolut verträglich...
Gruß Tom
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